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Band in a Box 2009.5

Artikel in 'Tipps, Tricks & Tests', hinzugefügt von Claus, 19.Januar.2010. Current view count: 3113.

Was ist Band-in-a-Box?

Mittlerweile ist der Funktionsumfang des Programms derart angewachsen, dass man nicht mit einem Satz beschreiben kann, was Band-in-a-Box eigentlich alles macht. Kernfunktion ist jedenfalls eine Art Begleitautomatik, also - wie der Name sagt - eine Backing-Band in der Kiste. Die erste Version des Programms kam Mitte der 80er Jahre auf den Markt, nachdem der Programmierer, Dr. Peter Gannon, frustriert war mit den damaligen Angeboten an Musik-Software und anfing, selbst etwas zu programmieren, das seinen Erwartungen entsprach.

Die Grundidee ist schnell erläutert: man gibt in ein Notenblatt gängige Akkordbezeichnungen ein (wie Cmaj7, Fm7, oder C13b9), wählt einen musikalischen Stil, gibt das gewünschte Tempo vor und das Programm erledigt den Rest.

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Dies bedeutet, es wird eine komplettes Arrangement erstellt (z.B. Klavier, Bass, Schlagzeug, Gitarre), die unermüdlich für die nötige Begleitung sorgt. Ursprünglich war das Programm ausschließlich auf Midi-Ausgabe angewiesen. Dies bedeutete eine erhebliche Einschränkung der Qualität für diejenigen User, die nicht über hochwertige Soundkarten mit entsprechenden Samples für die verschiedenen Instrumente verfügten. Man muss wohl niemandem erläutern, dass die Midi-Sounds der üblichen 08-15 Soundkarten oft doch etwas blechern klingen. Gerade ein schöner Sax-Sound ist eher die Ausnahme; in der Regel kommt es recht quäkig daher. Dieses Generalmanko haben natürlich auch die Macher des Programms erkannt und deshalb wurde vor einigen Jahren eine grundlegende Neuerung eingeführt: als Alternative zu Midi sind jetzt auch sogenannte Realdrums und Realtracks verfügbar. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als Sammlungen live eingespielter Aufnahmen in hoher Qualität in unterschiedlichen musikalischen Stilrichtungen. Dazu später mehr.

Das – wie gesagt –ist aber nur die Kernfunktion des Programms. Mit jeder Programmversion wurde das Paket um neue Fähigkeiten und Programmteile erweitert.

Notationsfunktionen und Eingabemöglichkeiten für Songtexte, 16-Kanal MIDI Eingabe, Harmonisierung von Songs, einen „StyleMaker“ für die Schaffung eigener Styles, eine live „Dirigenten-Anzeige“ oder einen „Medley Maker“. Mithilfe des „Soloist” können Soli kreiert und mit dem “Melodist“ auf Knopfdruck komplette neue Songs geschaffen werden – mit Ergebnisses, die sich durchaus hören lassen können! Der “Audio Chord Wizard” verspricht geradezu Phantastisches: er soll die Akkordfolgen von Audio-Aufnahmen analysieren, extrahieren und dann auf dem Bildschirm als Leadsheet darstellen.

Darüber hinaus bietet das Programm verschiedene Trainingsfunktionen zur Gehörbildung – nicht ganz so gut wie z.B. Earmaster, aber dafür gibt es diese Funktionen sozusagen als Dreingabe.

Auch die Audio-Funktionen sind in den letzten Jahren deutlich aufgebohrt worden. Band-in-a-Box für Windows kann genutzt werden, um per Midi oder über das Mikrofon direkt zur Begleitung aufzunehmen, wobei auch eingebaute Effektprozessoren genutzt werden können. Wie gut das funktioniert, hängt allerdings auch von der Qualität der verwendeten Soundkarte ab (Stichwort Latenz). Mit dem eigenständigen Programm RealBand wird im Übrigen ein kompletter Sequencer mitgeliefert, der aber hier nicht näher vorgestellt werden soll.

Alles kann natürlich in ansprechender Qualität gedruckt oder direkt als Grafik im Internet veröffentlicht werden. Genau so ist es möglich, direkt aus dem Programm Wav-files zu erzeugen und auf eine CD zu brennen.

Diese kurze Vorstellung ist zwar nicht vollständig, gibt aber eine Vorstellung von dem gewaltigen Funktionsumfang, der zugleich eine Stärke und eine Schwäche des Programms ist.