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Blattbearbeitung

Artikel in 'Tipps, Tricks & Tests', hinzugefügt von daskli, 14.Februar.2008. Current view count: 1186.

von Daskli am 14.02.2008​

Wie schneidet man ein Rohrblatt nach, so dass es leichter wird?

Vorweg eine Bemerkung, mir fällt es wesendlich leichter ein schweres Blatt leichter zu schneiden, als ein weiches Blatt so nachzuschnitzen, dass es schwerer wird. Mit einem Blattschneider erreiche ich oft nicht das gewünschte Ergebnis, weil ich soviel Material abnehmen müsste, dass die gesamte Architektur des Blattes durcheinander gewürfelt wird.

Will ich ein Blatt härter machen, nehme ich in leichten Fällen einen Schellacküberzug (Schellack in Spiritus), bei viel zu weichen Blättern einen Überzug aus Wachssalbe (Bienenwachs in Testbenzin) oder Schellack und Wachs kombiniert.

Damit ein Blatt weicher wird, gehe ich immer wieder nach dem gleichen Prinzip vor.

Dazu habe ich eine Skizze angefertigt:

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Eigentlich kann ich vier Arbeitsschritte von einander unterscheiden:

  1. ich schabe recht viel Material von der Schulter in einem flachen Winkel an die Seiten des Blattes. In der Zeichnung sind das braunen Linien, hiermit mache ich das Blatt insgesamt weicher und erreiche, dass die tiefen Töne sauber ansprechen.
  2. Mit weniger Druck nehme ich jetzt Material an den Blattseiten ab. (Bläuliche Linien). Dieser Bereich ist ehr für den Übergang von tiefer zu hohen Lage verantwortlich. Ich streiche die Messer mit leicht erwerdendem Druck aus, d.h. an der Schulter wird viel zu Blattspitze wird wenig genommen. Spätestens jetzt sollte das Blatt Probe geblasen werden.
  3. Oft sprechen die hohen Töne jetzt verhältnismäßig schlecht an, deshalb wird jetzt ganz vorsichtig! ein Hauch der Blattspitze nachgeschabt. Aber wirklich nur einen Hauch!, Nimmt man zu viel ab, wird die Spitze leicht wellig. – Ausprobieren.
  4. Wenn alles zu nahezu stimmt, kann man den letzten Schliff anlegen, am höchsten Punkt des Ausstiches.
Mit ist es eigentlich noch nie so richtig vorgekommen, dass ich den Auslauf des Herzes zur Blattspitze nachschneiden musste. Als Tipp empfehle ich: immer wieder ein fertiges Blatt als Vorlage einzuspannen, dieses im Wechsel mit dem zu bearbeitenden Blatt zu spielen und mit der Zunge nachzufühlen, wo sich die Blätter unterscheiden.

Nach einigen Blättern bekommt man eine Routine darin, also einfach weiter probieren, wenn es mal nicht klappt.

daskli

P.S.: Alternativ empfehle ich auch einmal die Grundform des Blattes zum Schaftende hin zu verjüngen (rote Linien nach feilen), dies gibt einen brillanteren Klang, während ehr parallele Seiten einen tieferen sonoreren Klang geben.

Natürlich muss in einem solchen Fall die Herzmitte genügend Höhe haben (orange)!

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