1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Saxhornets Anfängerguide

Artikel in 'Guides', hinzugefügt von saxhornet, 11.Februar.2013. Current view count: 9588.

1.Warum ich immer wieder Anfängern empfehle, einen guten Lehrer zu nehmen und mit welchem Problem man als Autodidakt konfrontiert wird:


Viele Instrumente kann man autodidaktisch erlernen, auch das Saxophon ist da keine Ausnahme. Gerade in der heutigen Zeit mit Foren, Onlinekursen und Videoportalen, ist es einfacher als jemals zuvor ein Instrument selbständig zu lernen. Allerdings fehlt beim autodidaktischen Lernen die Kontrollmöglichkeit durch einen Lehrer, die sicherstellt, dass man sich nichts Falsches antrainiert und schlimmstenfalls auch noch automatisiert. Spieltechnische Probleme/ Ansatz / Atmung / Fingertechnik / Haltung etc.: Es gibt einige Fehler, die lassen sich später noch gut korrigieren aber leider auch etliche Fehler, die für manch einen Spieler, wenn überhaupt, nur mit größtem Aufwand wieder zu korrigieren sind. In meiner langjährigen Tätigkeit als Instrumentalpädagoge hatte ich schon einige Fälle, wo Autodidakten zu mir in den Unterricht gekommen sind und sich über die Jahre gravierende Fehler antrainiert hatten. Der Frust, der durch solche Fehler entstehen kann, ist mitunter sehr groß, weil durch diese Fehler sowohl die Entwicklung bei einigen Spielern stark gebremst wird und es häufig sehr lange dauert, solche schlechten Angewohnheiten wieder loszuwerden. Dies kann regelrecht dann sogar den Spaß am Instrument nehmen und ist insofern sehr bedauerlich, weil es meist im Vorfeld vermeidbar gewesen wäre. Natürlich kann man hier nicht grundsätzlich verallgemeinern, es gibt immer wieder Autodidakten, die wie von Geisterhand geführt alles richtig machen und alle gefährlichen Klippen erfolgreich vermeiden aber es gibt nie die Garantie dafür, dass es bei einem selbst auch so gut geht. Man sollte sich vorher auf alle Fälle bewusst gemacht haben, dass es für Autodidakten (gerade bei Späteinsteigern) sehr schwierig und mühselig sein kann, Fehler beim Ansatz, der Atmung, der Körperhaltung, der Finger- und Zungentechnik später wieder zu korrigieren. Ein guter Lehrer hilft im Vorfeld, schlimme Fehler bei wichtigen Themen zu vermeiden. Ich schreibe absichtlich vom guten Lehrer und nicht einfach nur vom Lehrer, weil ich, als ich vor langer Zeit selber noch Schüler und Student war und auch jetzt noch bei manchem Kollegen feststellen muss, dass nicht jeder Lehrer oder professionelle Saxophonist auch automatisch ein guter Lehrer ist und nicht jeder Lehrer ausreichend auf die wichtigen Dinge immer achtet. Sicherlich passt auch nicht jeder Lehrer zu jedem Schüler aber ein schlechter Lehrer, der sich nicht wirklich für seine Schüler interessiert, kann viele Fehler übersehen und ist dann nicht hilfreicher als wenn man es sich selbst beibringen würde.

Es ist schwierig zu definieren was einen guten Lehrer ausmacht und würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, trotzdem ein paar Tipps was in meinen Augen einen guten Lehrer ausmacht:

- geht auf die Wünsche des Schülers ein, sofern sie realistisch sind
- plant mit dem Schüler zusammen, woran gearbeitet werden soll und hält sich im Unterricht auch an diesen gemeinsamen Plan
- achtet auf den Ansatz, Zungentechnik, Atmung, Voicingtechniken, Fingertechnik, Haltung etc. und korrigiert regelmässig, wenn nötig
- erklärt Übungen und erläutert auch die Notwendigkeit der Übungen, die nicht immer unbedingt Spaß machen
- versucht dem Schüler eine Übedidaktik zu vermitteln und zeigt wie die Übungszeit optimal genutzt werden kann
- gestaltet den Unterricht abwechslungsreich und hilft bei Motivationstiefs, diese zu überwinden
- lobt und kritisiert konstruktiv
- weist darauf hin wenn der Schüler zu wenig übt, um seine Ziele erreichen zu können
- Kennt mehr als eine Herangehensweise für die Lösung eines Problems beim Spieler
- Unterstützt den Schüler bei der Equipmentsuche
Zu bedenken ist aber generell: Kein Lehrer kann das notwendige Üben eines Instruments ersetzen oder kompensieren. Ohne ausreichendes Üben ist eine Weiterentwicklung der Fähigkeiten am Instrument leider nur sehr begrenzt möglich.