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Saxhornets Anfängerguide

Artikel in 'Guides', hinzugefügt von saxhornet, 11.Februar.2013. Current view count: 9635.

2. Am Anfang erstmal bei einem Sax bleiben:


Es braucht gerade für die meisten Anfänger schon eine gewisse Übungszeit, bis man sich mit den Fingern an die vielen unterschiedlichen Griffe und eine Mechanik gewöhnt hat. Auch dauert es so seine Zeit, bis man gelernt hat, die Finger gut und halbwegs sauber zu koordinieren , ohne zu „steife“ Finger oder ohne die Finger zu weit von den Klappen zu entfernen. Auch um mehrere Finger, die unterschiedlich gleich lang sind, so zu koordinieren, dass man verschiedene Klappen trotzdem gleichzeitig öffnen oder schließen kann, ohne dass ein Finger langsamer als der andere ist, bedarf es ausreichend Übung. Allein alle Griffe kennenzulernen geht nicht von heute auf morgen. Manche Töne haben sogar mehr als einen Griff und es hängt von verschiedenen Dingen ab, welcher wann zum Einsatz kommt. Aber erst wenn man hier erste Erfahrungen bei der Fingertechnik und Griffweise sammeln konnte, fängt man an selbst beurteilen zu können, wie gut z.B. die Palmkeys (das sind die oberen Seitenklappen) oder der Tisch mit den Klappen für den kleinen Finger der linken Hand für die eigenen Hände liegen und welchen Widerstand (Federwiderstand) man vielleicht wo gerne haben möchte. Jeder hat natürlich ein Recht auf das "beste" Horn, dass er/sie bekommen kann (wenn er/sie es sich leisten kann). Aber wie gut und wohl man sich in punkto Ergonomie fühlt, lässt sich erst nach einer gewissen Zeit - und vor allem erworbener Erfahrung – beurteilen, weil man vorher gar nicht weiss, worauf man achten soll.

Wenn man am Anfang zu früh wechselt, kann es leicht passieren, dass das neue und vermeintlich "bessere" Horn eventuell ergonomisch doch nicht ganz optimal für einen ist. Zum Beispiel kann das daran liegen, dass man bestimmte Griffe vorher noch gar nicht kennengelernt hatte oder die korrekte Handhaltung allgemein noch nicht ganz klar ist. Plötzlich muss man aber feststellen, dass man die tiefen Töne mit dem kleinen Finger gar nicht greifen kann, da die entsprechenden Tasten zu weit vom Finger weg sind. Schlimmstenfalls kann es durch schlechte Ergonomie langfristig zu Verspannungen und Sehnenscheidentzündungen kommen. Hier hilft dann auch kein Lehrer als Schutz, der das Horn kontrolliert, denn der hat andere Hände als man selbst. Neben der Ergonomie eines Horns können viele Anfänger aber auch noch nicht den Zustand und die Funktionsweise der Klappenmechanik beurteilen und verstehen. Auch das Erkennen von typischen Schwachpunkten fällt Ihnen, dank mangelnder Erfahrung, eher schwer. Je weniger Probleme ein Saxophon bereitet, desto mehr Spaß hat der Spieler, deswegen lohnt es sich auch gleich von Anfang an auf die Qualität des Horns zu achten, die aber weder mit dem Namen des Herstellers, noch dem Preis, zwangsläufig etwas zu tun haben muss. Auch gebrauchte Hörner können durchaus eine sehr gute Wahl sein und sollten nie ausgeschlossen werden. Nicht unerwähnt soll auch noch der mögliche Fall eines gewünschten Wechsels zwischen verschiedenen „Saxophonarten“ (Sopran, Alt, Tenor und Bariton) angesprochen werden. Zwischen den einzelnen „Saxophonarten“ gibt es häufig typische Unterschiede in punkto Spielgefühl, die mit der Größe des Instruments im Zusammenhang stehen. So nimmt man hier öfters Unterschiede in punkto: Intonationsverhalten, benötigter Ansatz, notwendige Luftmenge und erlebtem Blaswiderstand war. Auch hier hilft ausreichend Erfahrung um zu wissen was für die entsprechende SaxophonbauGröße normal ist und was eher nicht.

Mit zunehmender Spielerfahrung fällt es einem auch leichter festzustellen, ob wichtige Kriterien gut passen:
• Intoniert das Horn für einen selbst optimal (was aber auch mit dem Mundstück zusammenhängen kann)?
• Ist der Blaswiderstand passend oder ist dieser zu hoch oder zu niedrig (oder kommt das vom Mundstück)?

• Mag ich den "Eigensound" des Horns? Gerade der eigene Sound ändert sich meist mit der Zeit (im Vergleich zu einem Anfänger in den ersten Monaten), weil Atmung und Ansatz durch ausreichend Übung deutlich besser werden. Ein Lehrer, auch wenn er super ist, wird auf dem gleichen Horn auch mit dem gleichen Mundstück wahrscheinlich anders klingen als man selbst, denn leider ist es so, dass verschiedene Spieler auf dem gleichen Horn oder auch auf dem gleichen Mundstück mitunter sehr sehr anders klingen.
• Mit etwas Erfahrung weiss man auch eher, ob einem die Mechanik und Federspannung zusagt oder diese z.B. eventuell zu weich für einen ist (weil man vielleicht mit mehr Kraft von Atmung und Fingern her spielt). Je länger man spielt, desto lockerer werden die Finger werden und dann fühlt man sich eventuell mit einer anderen Mechanik wohler als am Anfang.
• Die Position der Auflage für den Daumen der linken Hand und des Hakens für den Daumen der rechten Hand sind nicht bei jedem Horn gleich. Aber gerade ein zu tief sitzender Daumenhaken für die rechte Hand kann unangenehme und im schlimmsten Fall auch ungesunde Auswirkungen haben.

Folglich ist ein zu früher Wechsel nicht immer sinnvoll und es ist dann besser, wenn man schon ein Horn hat, das eigentlich ganz ok bis gut ist (also kein Horn der Kategorie Aschenbecher oder Blumenvase), ruhig im ersten Jahr damit seine Erfahrungen zu machen und sich etwas später das "optimale" Horn zu holen. Allerdings sollen zwei Dinge nicht unerwähnt bleiben: Erstens, wenn ein Horn, dass man besitzt plötzlich nicht mehr richtig funktioniert, kann es z.B. sein, dass ein Polster nicht mehr richtig deckt oder an der Mechanik ein Problem aufgetreten ist, dies kann von einem Fachmann aber behoben werden und das Horn spielt sich dann wieder optimal, dies sollte nicht ein Grund für einen Neukauf sein. In so einem Fall unbedingt erst das Horn von einem erfahrenen „Saxophon-Doktor“ kontrollieren lassen bevor man unnötig Geld für ein neues Horn ausgibt. Zweitens, es kann durchaus vorkommen, speziell bei Anfängern, die sich allein ohne Unterstützung durch einen erfahrenen Spieler irgendein Saxophon gekauft haben, dass dieses Instrument massive Probleme hat, die sich auch durch einen Sax-Doktor nicht beseitigen lassen (oder wo der finanzielle Aufwand zu groß ist), hier ist ein Wechsel durchaus sinnvoll. Diese Spieler sollten aber das nächste Mal die Hilfe von erfahrenen Spielern nutzen, sofern diese in der Lage sind ein Horn wirklich zu beurteilen, um das Risiko eines weiteren „Fehlkauf“ zu verringern.
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