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Saxhornets Anfängerguide

Artikel in 'Guides', hinzugefügt von saxhornet, 11.Februar.2013. Current view count: 9575.

5. Wechsel der Blätter


Blätter können auf den Klang, den Blaswiderstand und die Intonation durchaus einen großen Einfluss haben.

Auch sind die Bezeichnungen der Blattstärken nicht zwischen den Blattfirmen und –modellen abgestimmt (ein Rico Royal Stärke:3 hat nicht die gleiche Stärke wie ein Vandoren V16 Stärke: 3/ Auch hierfür gibt es Vergleichstabellen, die einem weiter helfen, allerdings nicht immer völlig zutreffend sein müssen!). Auch funktioniert nicht jedes Blatt mit jedem Mundstück und jedem Spieler gleich gut, hier hat jeder seine Vorlieben (meist geht es hier aber um Nuancen, die aber für den anspruchsvollen Spieler von großer Bedeutung sind). Blätter unterscheiden sich im Schnitt. Blätter, bei denen ein Teil der Borke entfernt wurde nennt man „french cut“, die anderen „american cut“. Desweiteren gibt es Unterschiede zwischen den Blättern in welchem Bereich eines im Vergleich mit einem anderen dicker oder dünner ausfällt, wie z.B.in der Mitte und an der Blattspitze. Die Stärke eines Blattes sagt nichts über die Dicke eines Blattes aus.

Dumm ist auch, dass Blätter häufig nicht immer sehr konsistent in Qualität und Stärke sind. Manchmal hat man Pech und in einer Box sind fast nur Nieten (kann vorkommen, obwohl ich bei bestimmten Firmen da in den letzten Jahren Glück hatte, in anderen Jahren war es aber sehr schlimm). Es reicht also nicht, einfach 2-3 Blätter anzuspielen um zu wissen, ob diese einem gefallen oder nicht, denn wenn Du Pech gehabt hast, hast Du nur die Nieten aus einer Box erwischt. Auch wie lange ein Blatt hält, kann sehr unterschiedlich sein und lässt sich nie vorhersagen.

Häufig können Anfänger aber die Unterschiede in punkto Klang, Spielgefühl und Blattstärke noch nicht so gut wahrnehmen und beurteilen. Da es aber sehr viele Blattsorten gibt halte ich auch nichts davon, am Anfang hier viel auszuprobieren, sondern erstmal nur die optimale Stärke von einem Standardblatt passend zum Mundstück zu finden. Als ideale Blattstärke für einen Anfänger würde ich eine Blattstärke bezeichnen, die es dem regelmäßig übenden Spieler ermöglicht, mindestens eine Stunde lang mit kurzen Pausen zu spielen:


• ohne dass der Ansatz die Mundstücköffnung schon durch den kleinsten Druck von Kiefer oder Lippen zudrücken kann; der Klang klingt dann meist dadurch eher dumpf und gepresst; es fühlt sich oft so an als wenn die Luft die man dann ins Instrument blasen will nicht hineingeht und sich staut; ( dies könnte ein Anzeichen für ein zu leichtes Blatt sein)
• ohne dass der Ansatz zu schnell ermüdet; die Lippen können die Spannung nicht mehr halten, die Mundwinkel rutschen dann gerne mal zur Seite weg; dies wäre ein Zeichen für ein zu hartes Blatt oder mangelnde Übung.

Erst später sollte der Spieler mal verschiedene Sorten gezielt ausprobieren, denn hier kann man sich "verrennen" und unglaublich viel Zeit und Geld verplempern. Als Standardblatt verstehe ich eine der großen Standardmarken, die man ohne Probleme auch immer wieder bekommt, ohne erst ein halbes Jahr auf eine neue bestellte Packung warten zu müssen. Hinzu kommt leider noch, dass es auch schon große Auswirkungen haben kann, ob die Ligatur (Blattschraube) und das Blatt wirklich richtig sitzen. Schon ein kleines bisschen Verschieben des Blattes nach links, rechts, oben oder unten kann einen großen Effekt manchmal haben. Gerade Anfänger sind was den optimalen Sitz des Blattes angeht eher nachlässig und haben noch Probleme mit dem korrekten Einspannen. Ich hatte das schon sehr häufig bei Schülern, die sich über ihr Blatt beschwerten und das Gefühl hatten dieses würde nicht mehr richtig funktionieren, dass das Blatt lediglich nicht ordentlich eingespannt war und die Blattschraube auch nicht richtig saß. Nach einer kurzen Korrektur spielte sich wieder alles optimal. Manche Spieler bevorzugen auch bei Blättern diese einzuspielen oder sie auf irgendeine Art und Weise zu bearbeiten. Während das kurze Einspielen von Blättern sinnvoll ist (jeder hat eine andere Methode) rate ich Anfängern von Blattbearbeitungen (z.B. mit Schleifpapier) in den ersten Jahren ab.
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