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The Mouthpiece Exercise

Artikel in 'Schulen & Etüden', hinzugefügt von matThiaS, 13.Februar.2008. Current view count: 2960.

Die Mundstückübung (Übersetzung des englischen Originals )

Das folgende ist eine Kopie der Mail, die Shooshie (wie ich glaube der Erfinder dieser berühmten Übung) ab und zu schickt. Diese Übung ist meiner Ansicht eine der besten Methoden, den Ton zu verbessern. Sie ist nicht einfach, aber wenn man es versucht, wird man den Erfolg bald bemerken. Erfahrene Spieler und Anfänger sollten die Übung zumindest für einige Tage erproben, da sie gewöhnlich nicht von Lehrern erwähnt wird. Es ist die Zeit wert. Das gleiche gilt für verschiedene andere Methoden, wie Zirkularatmung und Vibrato, die aber an anderer Stelle behandelt werden.


Die folgenden Übungen sind eigentlich sehr einfach und sollten keine unüberwindbaren Schwierigkeiten bereiten. Wenn du bisher einen unflexiblen Luftstrom hattest, kann es anfangs etwas entmutigend sein, aber dann wirst du die „Methode“ durch ausprobieren „entdecken“. Zu Anfang wirst du etwas mehr Zeit aufwenden müssen, wobei 15 oder gar 20 Minuten aber schon übermäßig wären, 10 Minuten sollten zunächst ausreichen. Wenn man den Bogen ersteinmal raus hat, werden wahrscheinlich täglich wenige Minuten als Aufwärmübung völlig ausreichen.


Gegenstand dieser Übung ist, ein Gefühl für die Muskeln zu entwickeln, die den Luftstrom beeinflussen und deren Koordination zu erlernen, was absolute Kontrolle von Tonhöhe und Klangfarbe erlaubt, und zwar in jeder Lautstärke (in gewissen Grenzen). Dies nenne ich im folgenden "velocity", entlehnt vom MIDI-Begriff für „attack rate“. Velocity bezieht sich auf die Geschwindigkeit des Luftstroms, nicht auf das Tempo der Musik wie in Czerny's 'Übungen für Klavier'.

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Gleichzeitig mit der muskulären Koordination und Kontrolle wollen wir einen Weg erlernen, um die spezifischen Position dieser Muskeln zu erinnern, um uns in die Lage zu verstzen, diese jederzeit abzurufen, wenn es erforderlich ist, auch bei der Bewältigung spieltechnisch schwieriger Passagen. Dafür benutze ich ein phonetisches System, da wir alle seit unserer Geburt phonetische Systeme erlernt haben, welche uns befähigen, die bewundernswerte Muskelakrobatik des Sprechens aufzuführen. Die Zunge ist ein freibeweglicher Muskel, und sehr wenige von uns haben eine Vorstellung, was für eine Form er zu einem bestimmten Zeitpunkt annimmt. Es gibt Versuche, diese Formen und Bewegungen mit Hilfe von Endoskopen und Video-Kameras festzuhalten, aber solche Untersuchungen haben aus drei Gründen wenig praktischen Nutzen:

1) diejenigen, welche diese Studien durchführen, wissen nicht unbedingt, welche Stellung die jeweils „Richtige“ ist für den Luftstrom ist.

2) die untersuchten Personen (Saxophonisten) mögen es schwierig finden, mit den Apparaten im Mund die gewohnte Position zu finden.

3) selbst wenn die vorgenannten beiden Einwände beseitigt werden könnten, würden uns die gewonnenen Bilder keinen Zusammenhang zu den körperlichen Vorgängen bieten, die notwendig sind, um die gezeigten Positionen nachzuahmen.

Als Antwort auf den letztgenannten Punkt habe ich nach Möglichkeiten gesucht, die 'airstream positions' zu lokalisieren und koordinieren, die notwendig sind, um Saxophon zu spielen, und nach Wegen, diese zu beschreiben und abzurufen. Die Lösung war außerordentlich einfach. Wir haben alles, was wir brauchen in unserem Mund – das Mundstück und die Fähigkeit zu sprechen.

Hier also zuerst die Übung und darauf folgend eine Beschreibung der phonetischen Hilfen, um die jeweiligen Positionen abzurufen. Es folgt dann eine Erörterung, wie man diese Übung in das tägliche Übe- Pensum und in das Spiel einbaut (und wie nicht).

Für Neulinge: Man nehme nur das Mundstück (mit Blättchen und Ligature spielbereit zusammengesetzt) und spiele einen Ton ohne das andere Ende des Mundstücks mit den Händen zu beeinflussen. Es wird alles durch 'Voicing' des Luftstroms kontrolliert. Suche eine Tonhöhe, die bequem ist und beginne damit, diesen Ton mit unterschiedlichen 'velocities' anzustoßen. Wenn du jetzt ein Gefühl dafür entwickelt haben, nur auf dem Mundstück zu spielen, versuche, die Tonhöhe zu senken. Du wirst anfangs vielleicht eine Slide Whistle imitieren, bist du etwas Kontrolle über die Tonhöhe erlangst. Unmittelbar wenn dir dieses kleine Glissando auf und ab gelingt wirst du auf mindestens zwei Dinge aufmerksam werden: etwas verändert sich mit der Stellung deiner Zunge und des Schlundes, und du musst den Ton mit viel Zwerchfellspannung unterstützen (Anmerkung des Übersetzers: Es wird im Zusammenhang mit der Stütze immer vom Zwerchfell geredet: Dies ist m.E. anatomisch falsch, denn das Zwerchfell wird bei der Einatmung angespannt und muß zur Ausatmung entspannt werden. Folgende Muskelgruppen unterstützen die forcierte Ausatmung: Bauchmuskeln, Beckenbodenmuskeln).