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The Mouthpiece Exercise

Artikel in 'Schulen & Etüden', hinzugefügt von matThiaS, 13.Februar.2008. Current view count: 3482.

Lasst uns nochmal auf unsere phonetischen Positionen zurückblicken. Wenn du unsere hinteren, mittleren und vorderen Positionen zusammennimmst, bekommst etwas in der Art [K(G)] + [a, e, i, o, u] + [R(L)]. Es wird dir nichts ausmachen, wenn ich eine bestimmte Position zu etwas wie [KAR] vereinfache. Oder was ist mit [KIR]? Wir wissen, dass das „K“ kein wirkliches K ist, und dass das R in Wirklichkeit mehr ein L ist. Wir verwenden die Symbole lediglich als Kurzschrift für etwas, an das wir uns erinnern wollen.

Nun hast du ein Hilfsmittel, dass dir hilft, dich an bestimmte Luftströme zu erinnern, und du hast eine Referenzübung - das Mundstück - um diese Luftströme zu koordinieren in den dynamischen, praktischen Gebrauch.

Als nächstes wirst du dieselben Luftstrom-Positionen in deine Harmonik (Oberton-) Übungen einbauen. Mach einfach dasselbe. Spiele jeden Oberton auf deinem Sax und verändere die Geschwindigkeiten. Crescendo und Decrescendo (oder umgekehrt), beobachte die Veränderung.
Arbeite daran, die Klangfarbe zu bekommen, die dem Sound, den du erreichen willst, entspricht. Schreibe die phonetischen Positionen auf. Nun spiele den normalen Fingersatz. Wende dieselben phonetischen Positionen an. Du wirst ausgleichen müssen - aber nur ein bisschen.

Du bist nun bereit, diese Übungen zu verwenden. Wenn du sie in deinem jetzigen Spiel anwendest, solltest du eine Verbesserungen festellen: in der Intonation, der Kontrolle der Tonhöhe, der Korrektur der Tonhöhe nach dem Anstoßen feststellen, Vibrato (Form, Geschwindigkeit, Tiefe, Flexibilität und Stetigkeit), dynamische Kontrolle (und ihre Beziehung zur Tonhöhe), Zungenanstoß, Doppelzunge, klangliche Stetigkeit, altissimo, und generell im Spielen aller Register. Überall wo du auf ein Problem stößt wirst du vorbereitet sein, diese Probleme zu isolieren und sie mit den neu gelernten Hilfsmitteln zu bearbeiten. Du wirst auf jeden Fall:

1) genau herausfinden, wo das Problem liegt

2) die Noten, die dir Probleme bereiten, einzeln spielen

3) die ideale Position für jede Note bestimmen

4) die phonetischen Positionen und ihre Veränderung zwischen den Noten aufschreiben

5) üben, die minimalste Veränderung zwischen den beiden zu erreichen

6) die Veränderung so fließend wie beim Sprechen zu machen

7) dies auf die Musik anwenden und das Tempo zu steigern, bis es perfekt ist.

Wir reden jetzt vielüber Veränderungen. Wurden wir nicht alle gedrillt mit dem Gedanken, dass sich nichts verändert, das wir alles in einer Position spielen sollen? Was ist mit Daniel Deffayet (und anderen), die sich an öffentlichen Vorführungen erfreuten, in denen sie einen Studenten in ein Sax blasen ließen, während der Saxophonist hinter ihm stand und die Klappen des Saxophons betätigte? Es ist erstaunlich zu sehen, dass der Student wirklich Musik spielen KANN, wenn jemand anderes den Fingersatz übernimmt. Dadurch kann der Student keine Veränderung vorhersagen und auf diese mit den (schlechten) gewöhnlichen Weisen reagieren.

Was demonstriert wird ist, dass der Student üblicherweise die falschen Sachen verändert, und diese zu sehr verändert. Ich kann auch Deffayets Trick machen, aber wenn jemand dies für mich tut, kann ich kann ich ihre Pläne durchkreuzen, indem nichts verändert wird. Versuch einfach ein tiefes Bb zu spielen, in dieser Position zu erstarren und dann ein altissimo G oder ein hohes F zu spielen. Es wird meistens nicht kommen. Das Geheimnis liegt in den 3 Teilen der Zunge. Der hintere Teil und die Spitze verändern sich nicht. Daher kommt die Idee, dass sich nichts verändert. Aber diese Idee ist nicht ganz richtig: die Mitte verändert sich. Die Vorführungs-Trick ist möglich, da der hintere Teil sowie die Spitze sich nicht verändern, nahezu jede Note ist möglich, wenn die Mitte der Zunge in einer neutralen Position ist. In der Tat werden einige der richtigen Veränderungen naturgemäß erfolgen. Die Kontrolle über die präzise Tonhöhe und Geschwindigkeit stellt jedoch ein Problempaket dar, das in dieser öffentlichen Vorstellung nicht präsentiert wird. Dieses neue Bündel an Problemen wird so ziemlich komplett mit den Mundstückübungen bearbeitet, wenn sie auf Obertonübungen und Altissimo-Studien und dann auf Musik im Allgemeinen angewandt wird.

Auf was es also herausläuft: wenn du einmal die richtigen Positionen ermittelt hast, ist dieser kleine Teil deiner Zunge - derselbe Teil, der all deine Konsonanten-Sounds produziert - von größter Wichtigkeit um dir zur der Flexibilität auf deinem Instrument zu verhelfen. Er bestimmt deine Stimmung, Tonhöhe und die harmonische Verstärkung deines Sounds. Und es ist natürlich wie Sprechen und Pfeifen. Tatsächlich könntest du dir diese gesamte Sache wie „Pfeifen während du arbeitest“ vorstellen.

Dasselbe gilt für Flöte, Klarinette und alle anderen Holzblasinstrumente. In jedem Fall ist das Gefühl völlig anders, aber das Prinzip ist dasselbe. Die Veränderungen auf der Flöte sind ultra-winzig, aber von noch größerer Bedeutung, da du dich nicht auf Oktavklappen verlassen kannst, die einen Teil der Arbeit für dich erledigen. Auf der Klarinette überbläst die Luftsäule zu einer Duodezime; das Gefühl ist so wieder ein völlig anderes, aber es ist da.
Oboe ist wie Flöte - sehr zart. Über das Fagott kann ich nichts berichten, da ich noch keines außerhalb eines Holzblasinstrumentenunterrichts gespielt habe. Aber dieselben Prinzipien gelten genauso für Blechblasinstrumente. In der Tat könntest du kein Blechblasinstrument ohne diese Prinzipien spielen.

Lass mich zum Schluss nochmal die Tatsache bestärken, dass diese Hilfsmittel es dir ermöglichen herauszufinden, was für dich funktioniert. Vielleicht erfordern deine Soundvorstellung, dein Mundstück, die Form deines Mundes, nicht zu vergessen dein umgangssprachlicher Dialekt (ich denke da an Brooklyn), dass du etwas anders machst wie ich. Jedoch verwenden wir immer noch dieselben Hilfsmittel, um dies herauszufinden und anzuwenden.