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Alto-Sax Duell...find ich geil...

Dieses Thema im Forum "Alto Special" wurde erstellt von OnkelSax, 30.November.2016.

  1. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Und Nicht-Profis interessieren nur welche, die sich beim Massengeschmack anbiedern. :)

    Und was ernster:
    Ist halt Smooth Jazz. Da ist eine bestimmte Soundästhetik gefragt, die ich allermeistens nicht ausstehen kann. Das ist erst einmnal unabhängig davoen, was die spieltechnisch und musikalisch sonst so drauf haben. Wenn Du genau diese Soundästhetik als für Dich angenehm erfahren hast, dann unterschieden sich halt unsere Erfahrungen. Ich für mich finde andere Klangkonzepte auf dem Alt angenehmer.

    Zwischen Smooth Jazz, Rascher und Brötzmann ist ein weites Spektrum an Möglichkeiten.

    Grüße
    Roland, kein Profi
     
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  2. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    Für mich zählt bei dieser Session eigentlich am wenigsten, was sie tatsächlich spielen, sondern was sie können. Und sie können, ganz unabhängig vom Stück, einen super Ton und aus dem Gegebenen Stück eine nette Spielerei und eine nette Show machen. Sie spielen ja nicht im stillen Kämmerlein, sondern vor = für Publikum, und da wäre ein akademisches "Kräftemessen" gerade ein Zeichen von Nicht-Können, nämlich bezüglich zur Situation passend zu agieren. Auch das ist Professionalität.
    Ton und Bühnenpräsenz finde ich bei Marienthal noch einmal deutlich besser. Wieviel sie technisch jeweils im Extremfall drauf hätten, steht bei diesem Auftritt nicht zur Debatte, aber beide zeigen, dass sie jedenfalls nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen sind, wie man bei uns sagt.
     
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  3. Rick

    Rick Experte

    Absolut. Ich habe ja nur meine persönliche Sichtweise dargelegt und verurteile niemanden, der das anders sieht.
    Vor 2 Wochen habe ich mit einem Gospel-Chor in einer Kirche gespielt, da habe ich mich auch großteils auf Pentatonik beschränkt, weil das dafür angemessen war. Ich verdiene
    einen Teil meines Geldes damit, das zu können - würde aber selbst so ein Konzert eher nicht besuchen. :D

    Für MICH klingen sie eben im vorliegenden Beispiel nicht so angenehm, ich MAG einfach mehr Reibung, Spannung, Überraschung hören.
    Bekanntlich liebe ich ja auch pikantes, extrem scharfes Essen, das ist für mich "angenehmer" als beispielsweise Süßspeisen, die jedoch bestimmt über 90 % aller anderen Leute vorziehen würden. ;)

    Viele Grüße,
    Rick
     
    Zuletzt bearbeitet: 7.Dezember.2016
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  4. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Keiner bestreitet, dass Helene Fischer professionall agiert. Hören mag ich sie trotzdem nicht, egal, wie professionell sie ist. :)

    So auch hier. Ich kann anerkennen, dass sie (die Altsaxer) den Publikumsgeschmack bedienen. Aber ich finde es nicht 'geil'. Weil ich geschmackstechnsich ein hemmugsloser Egozentriker bin. Und immer schon war.

    Grüße
    Roland
     
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  5. flar

    flar Ist fast schon zuhause hier

    Moin, moin Roland und nochmal Rick

    Klanglich sehe ich das , wie schon geschrieben , genauso wie ihr beide. Nur darf ich in dem vorgegebenen Kontext nichts anderes erwarten
    Steht halt "Smooth Jazz" drüber also ist auch "Smooth Jazz" drin, also sollte man auch "Smooth Jazz" bewerten.

    Wenn ich mir eine Karte für Helene Fischer kaufe und sie dann aus buhe weil sie nicht wie Janis Joplin klingt könnte der Verdacht entstehen das der Fehler irgendwie bei mir liegt, aber das kann natürlich nicht sein, nee, nee! :D:D:D

    Viele Grüße Ralf
     
    Zuletzt bearbeitet: 7.Dezember.2016
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  6. Wanze

    Wanze Ist fast schon zuhause hier

    Hmmm, ich oute mich jetzt...
    Habe es extra nochmal angeschaut und mir gefällt es trotzdem. Ich finde es grossartig, wenn man sieht, dass die Musiker miteinander kommunizieren, es freut mich zu sehen, dass die miteinander Spass haben und ich finde sogar das Zitat von Yakety Sax lustig.
    So, jetzt wisst ihr alle, dass ich ein musikalischer Noob bin.
    Und auf Tenor... gefällt mir auch :oops:



    Grüße,

    Wanze
     
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  7. bluemike

    bluemike Ist fast schon zuhause hier

    Hi,

    noch ein Alto-Battle mit zwei großartigen Altisten und Individualisten: Richie Cole und Eric Kloss (der irgandwann mal völlig von der Bildfläche verschwunden ist). Ist zwar starker (Bebop-)Tobak aber mehr ausgelassene und vor allem humorvolle Spielfreude habe ich selten gehört. Rentiert sich, das ganz anzuhören, weil hier zwei amtlich Verrückte spielen:

     
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  8. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

    Liegt das denn am Klang? Der Sound gefällt mir eigentlich recht gut, ich finde nur, dass da ziemlich viel musikalischer "Leerlauf" ist.

    LG Helmut
     
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  9. TitusLE

    TitusLE Ist fast schon zuhause hier

    Ich "oute" mich jetzt hier auch mal, dass mir das erste Video sehr gut gefällt. Das dritte verlinkte ist dagegen genau ein Beispiel dafür, welche Art von Jazz mir nicht so gut gefällt. Klar, die Spieler sind absolut brillant und beherrschen ihre Instrumente traumhaft. Mir ist das Ganze aber dann zu unmelodisch. Das hört sich für mich an, wie möglichst schnelles Rauf- und Runterspielen von Tonleitern. Ich mag's harmonischer und melodischer. Ich höre selbst gerne AC/DC und Iron Maiden. Da sagen viele auch "Boah, ist das hart". Das Entscheidende dabei für mich ist aber, dass es total melodisch ist. Vielleicht setzt sich da bei mir fort, dass meine Frau mir auch immer sagt, ich sei zu harmoniesüchtig.
    Letztlich entscheidend ist doch, dass jeder das hören und spielen kann, was ihm am besten gefällt. Wie Rick eben den Vergleich zum Essen zog: Er ist gerne scharf, ich gerne süß :pint:
     
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  10. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    da sind wir uns einig ;)

    Geschmack ist eines. (Die beiden mit Helene Fischer zu vergleichen was anderes)
    Ja, dann gefällt Dir das konkrete Stück halt nicht. Dann kann man immer noch das Können der beiden wertschätzen. Das, was unabhängig vom Stück wahrzunehmen ist. Von mir aus in der Form "ja, xxx machen sie eh super, ist halt nicht meine Musik" - wenn es denn so zutrifft.
    Oder steht Dir die "falsche" Musikauswahl so sehr im Weg, dass Du nichts anderes mehr wahrnimmst?
     
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  11. a.g.

    a.g. Ist fast schon zuhause hier

    ich möchte hier nicht werten, bin aber der Meinung, das dies zum großen Teil mit musikalischem Verständnis zu tuen hat. Um das erste Video (Eric Marienthal und Brad Rambur) "verstehen" zu können braucht es nicht viel Erfahrung. Da höre ich Wendungen, Zitate, Frage/Antworten, Anfang und Ende von Phrasen klar und unmissverständlich. Beim dritten Video (Richie Cole und Eric Kloss) ist das Ganze dann schon, ich untertreibe jetzt, wesentlich kompremierter und komplexer, und nicht zu letzt schneller. Da muß jemand wie ich dann schon gut und mehrfach anhören. Da gibt es dann jedes mal was neues zu entdecken. :)
    Ich finde das eine großartig (Eric Marienthal und Brad Rambur), das andere genial (Richie Cole und Eric Kloss), und kann schon nachvollziehen das es manchen Kolleginen und Kollegen Nr. 1 ein bisschen langweilig wird. Die waren aber sich auch nicht die Zielgruppe.

    Hier noch ein kleine, schon öfter hier gesehenes, Tenor-Duell ...... ;)




    Grüße

    Andreas
     
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  12. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Wieso kann man die nicht vergleichen? Alle drei (die Herren im ersten Video und Frau Fischer) haben das studiert und verdammt lange und verdammt hart dafür gearbeitet, was sie können und auf der Bühne präsentieren.

    Du siehst das zu eindimensional. :)

    Das Stück 'mercy, Mercy, Mercy' gefällt mir.
    Die Begleitband groovt.

    Das tue ich. Spielen können die. Das erkenne ich an. Helene Fischer kann auch Singen und Tanzen, das erkenne ich auch an.

    Mit Sicherheit nicht. Aber vielen Dank, dass Du mir beschränkte Wahrnehmung attestierst.

    Aber so ist das: Wenn ich verkünde, dass mir ein Video nicht gefällt, dann mache ich mich angreifbar. Es wird einem dann vorgeworfen: man ist negativ, dagegen, man neidet den Erfolg, es wird einem Sektierertum, Elitarismus, mangelnde Weitsicht, beschränkte Wahrnehmung, Profi-Gehabe, was auch immer vorgeworfen.

    Grüße
    Roland, der sich etwas unverstanden fühlt, aber sich über die Jahre daran gewöhnt hat
     
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  13. TitusLE

    TitusLE Ist fast schon zuhause hier

    Mit dieser Wertung hast du, was mich angeht, eindeutig Recht. Vielleicht entdecke ich diese Richtung des Jazz irgendwann noch für mich, wenn ich etwas fortgeschrittener bin. Ich kann mir aber vorstellen, dass ich bei meiner Vorliebe für "rhythimischere" Sachen bleibe.
     
  14. a.g.

    a.g. Ist fast schon zuhause hier

    @TitusLE ,
    ich will ja ausdrücklich nicht werten. [​IMG][​IMG]:)
    Geht mir ähnlich wie dir. Ich habe natürlich auch Vorlieben. Ich denke sobald wir uns mit Musik beschäftigen entwickeln wir uns je nach Intensität, früher oder später, schneller oder langsamer.
    Ein gutes Beispiel sind Stücke, wie bei mir z.B. Quator for Saxophone von Philip Glass. Beim ersten mal hören dachte ich nicht schlecht. Nachdem ich es nun viele male gehört habe und mich viel damit beschäftigt habe finde ich es schlicht und ergreifend absoluten Spitzenklasse!. Weil ich einfach immer mehr höre und teils auch verstehe.

    Herzliche Grüße

    Andreas
     
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  15. Rick

    Rick Experte

    Es sollte uns allen hier doch bitte klar sein, dass es sich um Geschmacksfragen und persönliche Ansichten handelt. Ich denke, jeder von uns respektiert berühmte Musiker wie Herrn Marienthal, auch wenn das, was er macht, deshalb nicht jedem gefallen muss.
    Dass er sein Publikum hat, ist bekannt, deshalb dürfte es auch nicht verwundern, wenn sich hier eine Mehrheit findet, die seine Musik mag, und es steht ja völlig außer Frage, dass er Sax spielen kann. ;)

    Ich habe mir diese Platte von Cole und Kloss mit 15 oder 16 gekauft, sie hat mich schon beim Probehören im Plattenladen überzeugt und mich damals musikalisch sehr geprägt.
    Ich habe sie so oft gehört, dass ich bis heute praktisch alles mitsingen kann (wenn ich ein virtuoser Sänger wäre - ich meine, ich weiß genau, was als nächstes kommt), und habe viel von dem, was die beiden da machen, in meine eigenen Improvisationen eingebaut.

    Das war jedenfalls genau das richtige Tempo und die richtige Intensität für mich als Teenager, Rockmusik war mir schon immer zu schwerfällig und langweilig, da passierte mir einfach zu wenig pro Sekunde! :D

    Unmelodisch ist so ein Begriff, mit dem ich nicht viel anfangen kann. Ich finde, da sind sehr viele Melodien zu hören, harmonische Basis ist der sehr melodische Standard "Cherokee", den muss man natürlich im Geist mitlaufen lassen, dann versteht man besser, was die da genau machen.

    Zugegebenermaßen sind da also Vorkenntnisse nötig, durchaus mehr als bei "Mercy, Mercy, Mercy" - das ich trotzdem auch gern spiele. Nur gibt einem diese Zawinul-Nummer nicht so viel vor, man muss sich als Musiker mehr anstrengen, sein Solo interessant und abwechslungsreich zu gestalten, während sich "Cherokee" gewissermaßen von selbst spielt, wie ich finde.

    Genau! :)

    Aber ich finde auch den Austausch interessant, um mal zu erfahren, was wer wie und warum hört.

    Als junger Musiker hätte ich vermutet, dass dieses "Mercy, Mercy" doch eher "Opa-Musik" sei, nichts für aufgeschlossene junge Leute, während ich gemeint hätte, Kloss und Cole muss doch jeder gut finden.
    Allerdings musste ich dann bitter erfahren, dass so etwas wie "Mercy" von den meisten gut gefunden wird, während sie das Schnelle, Abgefahrene eher zum Davonrennen finden. Ein harter Lernprozess... :roll:


    Schöne Grüße,
    Rick
     
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  16. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Am schönsten sagte es doch Chet Baker über Wynton Marsalis:

    "Well, if I could play like Wynton, I wouldn’t play like Wynton."
     
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  17. bluemike

    bluemike Ist fast schon zuhause hier

    Hi,

    oder Coltrane über Stan Getz: Let's face it. We'd all sound like that if we could.
     
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  18. flar

    flar Ist fast schon zuhause hier

    Moin, moin Rick

    Nur an mir hatte er sich irgendwie vorbei geschlichen! :confused:

    Vielleicht sollte ich doch nicht so viel alten Scheiß hören und mir auch mal was neues an tun! :rolleyes:

    Hier mal eine ausnotierte Saxophonschlacht von Jordan Gudefin die noch nicht ganz so alt ist. Die ablesenden Haudegen sind Claude Delangle und Branford Marsalis...



    Viele Grüße Ralf
     
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  19. TitusLE

    TitusLE Ist fast schon zuhause hier

    Eindeutig! Und ich habe auch nicht den Eindruck, dass bisher in diesem Thread versucht wurde, irgendjemanden vom Gegenteil zu überzeugen. Einer der seltenen Threads...

    Ich muss gestehen, dass ich Herrn Marienthal vor diesem Video gar nicht kannte. Ich muss sogar noch viel mehr gestehen, dass ich kaum einen bekannten Jazz-Musiker kenne. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass ich nur sehr selten Jazz höre. Am liebsten dann live auf kleinere Veranstaltungen. Ich höre sehr gerne Rock und Pop. Dabei ist mir zuletzt erst aufgefallen, dass in einigen Bands, die ich mag, das Saxophon eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielt (Supertramp, Huey Lewis).

    Ich weiß. Schon verstanden. Ich hätte zur besseren Verständlichkeit mal einen Smilie setzen können. :cool2:
     
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  20. Wanze

    Wanze Ist fast schon zuhause hier

    Seit ich mich einigermassen ernsthaft damit befasse, stelle ich fest: das Auge hört mit.
    Live finde ich viele Dinge toll, die ich auf Konserve nach wenigen Minuten abbrechen würde. Ich glaube auch das Ausgangsvideo ist so ein Fall, dadurch dass ich die Freude der daran beteiligten Musiker sehe, ist es anders, als wenn ich das nur hören würde.
    Übrigens greift der Mechanismus bei einer aufgesetzten Show (H.Fischer oder A.Rieu) nicht...
    So, und um noch ein Saxophon Battle reinzuwerfen, eines das schon oft gepostet wurde (und immer noch für mich eines der grössten ist):


    ... jetzt kann die Diskussion um Geschmacksfragen wieder weitergehen, darf man zu Sandalen Socken tragen? :rolleyes:
    (Bert Brandsma hat übrigens in der Diskussion zum zighundertsten Kommentar zu seinen Socken geschrieben, dass er sie jetzt dann vermietet :D)

    Grüße,

    Wanze
     
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