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Antik-Optik-Low-Budget-Saxophone...der Test!!

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von TheDoc, 4.Januar.2018.

  1. TheDoc

    TheDoc Schaut öfter mal vorbei

    Hallo zusammen,


    ich möchte euch hier an meinen Erfahrungen bzgl. des Kaufs eines LowBudget Altsaxophons teilhaben lassen.

    Nachdem bereits ein paar Nachfragen per PM kamen, raffe ich mich nun auf, und erstelle hier meinen Erfahrungsbericht.

    Ein paar User werden sich bestimmt noch an diesen Thread hier erinnern:

    http://www.saxophonforum.de/threads/altsaxfuer-einsteiger-auf-keinen-fall-gold.35548/

    Zusammengefasst ging es darum, ein Altsax für meine Frau zu finden, welches in der Preisregion um 300 Euro schwebt und (wie der Threadtitel) schon aussagt, auf gar keinen Fall Gold sein sollte, da Sie an Goldtönen keinen Gefallen findet.

    Außerdem stellte sich die Frage, ob die Fabriken, in denen die sehr preiswerten Saxophone gebaut werden, nur absoluten Mist produzieren, oder ob das was dort verkauft wird, tatsächlich als ein „Saxophon“ bezeichnet werden kann.


    Lassen wir also die Spiele beginnen und werfen 3 Altsaxophone in den Ring:


    Kapitel 1: Vorstellung der Kandidaten/Lieferung/Preis

    Nummer 1: ammoon Hochwertige Antikfinish Bend Eb Es-Dur-Alt-Saxophon für 270 Euro. Laut „amazon“ ist das Saxophon „auf Lager“, bestellt wurde es am 01.11.2017, geliefert wurde es keine 5 Tage später.

    Nummer 2: Classic Cantabile Winds AS-450 Antique Yellow Altsaxophon. Bestellt bei Kirstein für 314 Euro. Lieferung erfolgte prompt, auch hier gab es nichts zu meckern.

    Nummer 3: Thomann Antique Altsaxophon für 444 Euro. Bekannte Thomann-Lieferung innerhalb weniger Werktage.


    Liefertechnisch nehmen sich alle Anbieter nichts. Gefühlt war das Ammoon Sax ein oder zwei Tage länger unterwegs. Da wir aber davon ausgingen, dass es auch China kommt, dachten wir, wir hätten 4 Wochen Zeit bevor wir die beiden anderen bestellen. Dem war definitiv nicht so.
     
  2. TheDoc

    TheDoc Schaut öfter mal vorbei

    Kandidat #1

    Das ammoon Sax kommt in einem preiswerteren Koffer daher. Da ein Bild mehr als 1000 Wort sagt, hier ein paar Bilder:

    Ammoon (1)-klein-mini.jpg

    Ammoon (3)-klein-mini.jpg

    Für mich neu, dass das Mundstück in solch einer Plastikeinbuchtung (nein, nicht die Kappe) im Koffer steckt.

    Bisher kannte ich nur, dass man das Mundstück in eine Ausbuchtung steckt, die schön gepolstert ist.

    Hier merkt man definitiv, dass hier an Kosten gespart wird!

    Nungut, Saxophon mal probehalber aufgebaut und ein paar Detailbilder:

    Ammoon (4)-klein-mini.jpg

    Ammoon (5)-klein-mini.jpg

    Ammoon (6)-klein-mini.jpg

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    Ammoon (11)-klein-mini.jpg

    Ammoon (12)-klein-mini.jpg

    Ammoon (13)-klein-mini.jpg


    Aber es ist alles dabei, was man zum Beginn benötigt.

    Sax, Es-Bogen-Mundstück, Spange, Wischer. Den Gurt kann man getrost in die Mülltonne werfen, oder als letzte Not, wenn mal ein MV-Kollege wieder seinen Gurt daheim vergessen hat.

    Ammoon (2)-klein-mini.jpg

    Zur Verarbeitung muss gesagt werden, dass man Kleber am Es-Bogen-Kork gesehen hat. Wie oft man das Mundstück drauf- und wieder runterpacken kann bis hier der erste Verschleiß erscheint, vermag ich nicht zu sagen. Aber jeder Instrumentenbauer hat das für 5-10 Euro schnell behoben, wenn es dann soweit kommen SOLLTE!

    Hier noch ein Bild:
    Ammoon (10)-klein-mini.jpg
     
    Zuletzt bearbeitet: 4.Januar.2018
  3. TheDoc

    TheDoc Schaut öfter mal vorbei

    Kandidat #2 Kirstein

    Gut, kommen wir damit zur Nummer 2, dem Kirstein Sax:

    Hier waren wir tatsächlich sehr überrascht, da die Aufmachung des Koffers sowie des Zubehörs sehr sehr sehr ähnlich sind zum Kandidaten #1.


    Randbemerkung: Der Reisverschluss geht sehr schwer auf.

    Wieder gibt es einen „Mundstückbecher“, es scheint fast so, als kämen Koffer & Sax aus derselben Fabrik.

    Nur bei genauem Hinsehen lassen sich leichte Unterschiede zum ammoon-Sax feststellen.

    Macht Euch selbst ein Bild, hier ein paar Bilder:

    Kirstein (1)-klein-mini.jpg


    Kirstein (2)-klein-mini.jpg

    Kirstein (16)-klein-mini.jpg

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    Kirstein (9)-klein-mini.jpg

    Kirstein (12)-klein-mini.jpg

    Kirstein (13)-klein-mini.jpg

    Kirstein (14)-klein-mini.jpg


    Was auffällt ist folgendes: Es liegt ganz brav eine Karte dabei, dass die Qualität des Saxes geprüft wurde.

    Und hier gibt’s leider Grund zur Beschwerde: Wenn sich das Sax tatsächlich jemand nur 30 Sekunden angeschaut hätte, hätten folgende Sachen auffallen !MÜSSEN!: Ein großer Kratzer/Abplatzer im Klarlack mitten auf dem Trichter. Nungut, für den Preis !könnte! man da tatsächlich noch drüber hinwegsehen.

    Hier ein paar Bilder des Kratzers plus weitere Bilder:


    Kirstein (10)-klein-mini.jpg

    Kirstein (11)-klein-mini.jpg


    Was aber bei jeder Kontrolle hätte auffallen müssen, ist der Fuß des Koffers, welcher kurz vor dem Abfallen ist.

    Dieser Fehler MUSS vorher bereits vorgelegen haben, da beim genaueren Hinsehen der Fuß überhaupt nicht mit dem Koffer vernäht wurde. Es waren überhaupt keine Fäden zu finden!

    Kirstein (17)-klein-mini.jpg

    Kirstein (18)-klein-mini.jpg

    Das ist leider ein No-Go. Es wäre halb so schlimm, wenn hier kein Zettel im Inneren des Saxes gelegen hätte mit „Geprüfte Qualität“ und der Unterschrift eines Mitarbeiters von Kirstein.
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 4.Januar.2018
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  4. TheDoc

    TheDoc Schaut öfter mal vorbei

    Kandidat #3 Thomann


    Dann auf zum letzten Kandidaten, dem Favoriten im Forum: Thomann Antique Altsax.

    Qualität hat hier tatsächlich seinen Preis, da das Saxophon mit 440 Euro fast 150 Euro über dem ammoon lag.

    Nungut, schauen wir uns auch dieses Sax an.

    Was auffällt ist der sehr hochwertige Koffer mit Scharnieren, anstatt einem Reisverschluss.


    Bilder:

    Thomann (1)-klein-mini.jpg

    Thomann (2)-klein-mini.jpg

    Thomann (3)-klein-mini.jpg

    Thomann (4)-klein-mini.jpg

    Thomann (5)-klein-mini.jpg

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    Thomann (9)-klein-mini.jpg

    Thomann (10)-klein-mini.jpg


    Tja, Bilder sagen mehr als 1000 Worte, und wie Sie sehen, sehen Sie nichts.

    Einziger Kritikpunkt war ein loser Fingerknopf, der sofort telefonisch bei Thomann reklamiert wurde.

    Ein großer Dank gilt hier dem freundlichen Mitarbeiter und dem amüsanten Telefonat und der absolut unkomplizierten Abwicklung! Fingerknopf wurde vom besten Handwerker bei uns im Haus (MIR!) mit ein paar Tropfen Sekundenkleber fixiert. Sollte bis in alle Ewigkeit halten!!


    Wie hier im Forum prophezeit: Thomann liefert Qualität ab, die man (ACHTUNG: Im Vergleich zu den 2 BILLIG!!!-Anbietern) auch bezahlt.


    Gut, das war es bzgl. der Verarbeitung. Kommen wir nun zu:


    Kapitel 3: Klang und Experteneinschätzung:


    Wie schon angekündigt, erlaube ich mir keine Meinung in technischer Hinsicht. Dafür danke ich meinem Lehrer, der seit 40 Jahren der Musik sowie dem Saxophon verbunden ist und in unserer Region als einer der besten Saxophonisten gilt!


    Hier seine Meinung zu den Kandidaten:


    #1 Ammoon: Kork am Es-Bogen ist nicht ganz so dick wie bei den Konkurrenten. Die Schraube vom Es-Bogen ist leicht scharfkantig.

    Stimmung: Unten zu hoch und oben zu hoch. Mechanik ist zu gebrauchen, gut eingestellt.
    Wie sich das nach ein paar Jahren entwickelt, kann natürlich keine Aussage drüber getroffen werden.


    #2 Kirstein: Springt direkt an beim Anspielen. Kork ist etwas dick, müsste abgeschliffen werden bzw. ordentlich eingefettet werden und dann ein oder zwei Tage mit Mundstück aufgesetzt liegen gelassen werden. Tiefe Oktave ist 10 Cent unter der hohen Oktave. Mittlere Cis sehr schwer zu stimmen. Es-Bogen ist wohl nicht perfekt gearbeitet. Spricht aber generell gut an, keine scharfen Kanten. Saxophon ist sauber eingestellt, schließt gut. Mechanik gut eingestellt und leichtgängig, wie es sich entwickelt, kann keiner wissen.


    #3Thomann: Das mitgelieferte Originalmundstück geht nicht soweit auf den Kork, dass eine Stimmung bei 440hz möglich wäre. Ein Yamaha 4C passt aber wunderbar. Hier müsste dann ein wenig der Kork abgeschliffen werden. Ton „a“ + „g“ (untere Oktave) haben einen hohen Blaswiderstand. Intonation gut, sowohl in der tiefen als auch in der hohen Lage.

    Ansprechverhalten leicht unausgewogen. Verarbeitung sehr gut, Kanten ganz leicht scharfkantig.

    Wie bei den Vorgängern auch hier mechanisch keine Auffälligkeiten oder ähnliches.


    Kapitel 4: Meine Gedanken + Entscheidung.

    Als Top-Tone-Verwöhnter habe ich einen anderen Fokus als meine Frau, deshalb hier meine (unsere Gedanken)

    #1: Ammoon: Was gesagt werden muss ist, dass das Sax zum Himmel stinkt. Beim ersten Anspielen merkt man einen seltsamen chemischen Geruch. Er verfliegt !!!ein wenig!! beim Spielen, kommt aber am nächsten Tag wieder. Erst war uns nicht ganz klar, woher der Geruch kommt.

    Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich einen Brechreiz bekommen habe, als ich Wasser aus dem Mundstück rausgezogen habe und den Gestank in die Lungen gezogen habe.

    Wie sich später herausstellt, war der mitgelieferte Reinigungsstab dafür verantwortlich. Dieser hat nach jedem Spiel über Nacht den Plastik-Chemie-Geruch ans Saxophon wieder abgegeben.

    Dieser sollte sofort entsorgt werden!!!

    Ansonsten gefährdet man seine Gesundheit, und verliert den Spaß am Spiel, soviel ist sicher!



    #2: Kirstein: Von der Verarbeitung her ähnlich dem ammoon, leider stören der Kratzer und der kaputte Koffer.

    Im Es-Bogen merkt man beim Putzen, dass keine Umbördelung des Oktavlochs erfolgt ist. Man hört das Kratzen des Putzers, wenn man ihn am Oktavloch vorbei zieht. Wenn man in den Bogen hineinleuchtet, sieht man, dass das Oktavloch scharfkantig zu sein scheint.

    Dies würde den einen oder anderen Putzer kosten!

    Hier haben wir lange überlegt, ob wir uns mit Kirstein in Verbindung setzen um ein neues Sax zu bekommen, welches unseren Ansprüchen (ordentlicher Koffer und kein Lackabplatzer, neuer Es-Bogen) genügt.

    Zusammenfassend ist zu diesem Saxophon zu sagen, dass es in der engeren Auswahl war. Die Optik hat meiner Frau hier am besten gefallen. Da wir hier aber über Geschmack reden, der bekanntlich subjektiv ist, soll dazu hier kein weiteres Wort verloren werden.


    #3: Wie der fleißige Leser bemerkt haben wird, haben wir uns für das Sax von Thomann entschieden.

    Maßgeblich für die Entscheidung waren die Qualität, noch mehr allerdings die Stimmung des Instrumentes. Hier konnte ich meine Frau überzeugen, da gerade im Hinblick darauf, dass sich das Saxophon irgendwann in den Musikverein/Orchester eingliedern muss, mir die Stimmung wichtiger ist als die Optik.

    Wäre es nach ihr gegangen, hätten wir auf Nachbesserung seitens Kirstein gepocht und uns für dieses Saxophon entschieden.

    Und hätte (Hätte, hätte, Fahrradkette) das Ammoon nicht so gestunken, wäre auch das Ammoon ein Kandidat gewesen. Wenn man dieses ausschließlich als Lerninstrument einsetzen will, erfüllt es seinen Zweck. Im Zusammenspiel mit anderen Musikern allerdings vermutlich nicht zu gebrauchen, oder nur als Zweitinstrument für einen Advanced-Player der weiß, wie er was wo korrigieren muss, um eine gleichbleibende Intonation gewährleisten zu können.

    Eine Fastnachts-, Weihnachtsmarkt- oder Schlechtwettertröte wäre es allemal…Da ist die Stimmung (oftmals) ja eh nebensächlich…



    Kapitel 5: Finales Fazit: und ein paar letzte Worte

    Wir haben uns, neben der Intonation, der höheren Wertigkeit und natürlich im Hinblick auf den Werterhalt uns dann final für das Thomann-Sax entschieden.

    Ob wir diese Entscheidung bereuen, ob es richtig war, 400 Euro in den Wind zu setzen nur um ein Sax in einer anderen Farbe zu bekommen (haben ja bereits ein Thomann Startone gebraucht für 100 Euro gekauft), das wird sich alles in naher oder ferner Zukunft entscheiden.

    Was zählt ist, dass meine Frau sehr zufrieden mit dem Thomann ist und froh ist, endlich ein gut aussehendes Sax spielen zu dürfen.

    Nun denn, soweit so gut.


    Dies soll erstmal als Test für die Antik-Optik-Low-Budget-Saxophone genügen.

    Auch wenn wir uns nun für das Thomann entschieden haben, soll gesagt sein, dass man sich auch für ca. 300 Euro nicht absoluten Mist ins Haus holt. Spielbar ist alles, auch wenn man mit den mitgelieferten Mundstücken nichts anfangen kann. Eine Investition für 35 Euro schafft hier sofort Abhilfe.

    Ist man nun als Anfänger auf der Suche nach einem Sax, dessen Farbe in die Antik-Richtung gehen soll, so ist man mit keinem der getesteten Saxe auf dem Holzweg.

    Je nachdem was der Geldbeutel hergibt und für welchen Einsatzzweck (Zweitsax, Schlechtwetterkanne o.ä.) es verwendet wird, kann jeder für sich selbst entscheiden, ob für ihn/sie die oben genannten Kritikpunkte ähnlich gewichtet werden, oder nicht.


    So, dass war es nun….Ihr dürft Euch gerne auslassen, bei Fragen versuche ich Rede und Antwort zu stehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4.Januar.2018
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  5. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

    Danke für den sehr ausführlichen Bericht!
     
  6. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Danke für den ausführlichen Bericht!

    Ich komme da zu einer ganz anderen Bewertung.

    Das Ammon und Kirstein intonieren nach Aussage Deines Lehrers schlecht.

    Eine gute Intonation ist grade für Anfänger von zentraler Bedeutung! Ein spielen mit Anderen oder zu PA wird damit praktisch unmöglich und zum Frust, schlimmer noch, das Ohr gewöhnt sich an die schiefe Intonation.

    Für mich daher nicht kaufbar!

    CzG

    Dreas
     
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  7. Taiga

    Taiga Ist fast schon zuhause hier

    Ich kann mich 47tmb nur anschließen.
    "Danke für den sehr ausführlichen Bericht!"

    Finde ich toll das Du auch Bilder dazu gemacht hast.

    Für mich zeigt Dein Bericht aber auch das die "Ganz-Billig-Saxophone" ihr noch so günstiges Geld nicht wert sind.
    Nur zwei Aspekte:
    1. Ein Profi oder erfahrener Spieler würde sich nicht damit abmühen wollen permanent die Intonation ausgleichen zu müssen, obgleich er es könnte.
    2. Für einen Anfänger sind mit diesen Instrumenten die Wege in ein Orchester / Ensemble / oder sonstwie geartete Kombo wegen der Intonation verbaut.
    Desweiteren kann er/sie sich mit diesen Instrumenten gleich eine schlechte Intonation antrainieren, denn seien wir ehrlich: Wer als echter Anfänger achtet wirklich auf die korrekte Intonation?

    Es gäbe sicher noch weitere Punkte die für mich absolut gegen diese Instrumente sprächen, aber diese beiden ragen für mich heraus.

    Nichts desto trotz finde ich es toll das ihr diesen Test gemacht habt und uns an den Ergebnissen teilhaben habt lassen.
    Deiner Frau nun viel Spaß und Motivation beim Lernen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4.Januar.2018
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  8. Wenke

    Wenke Ist fast schon zuhause hier

    Du hast zwar als Zwischenüberschrift bei 3 "Klang" geschrieben, aber so richtig konnte ich jetzt keine Meinung dazu finden. Das ist es doch auch, woraus es ankommt, ob das klingt wie Blechdosen, oder wie ein Saxophon? ;) Und mal nebenbei: wenn du schreibst, der Reinigungsstab gab den Geruch ab, gehe ich davon aus, dass das dann diese flauschigen Dinger sind, die im Instrument verbleiben? Die würde ich sowieso niemals verwenden, da die Feuchtigkeit ja somit direkt im Saxophon gelagert wird.
     
  9. Badener

    Badener Ist fast schon zuhause hier

    Fühle mich bestätigt: Antik-Optik-Low-Budget-Saxe kann man am besten als originale Oldies kaufen.
    Vor allem mit der Hilfe erfahrener Spieler oder Forumsmitglieder.

    Badener
     
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  10. Taiga

    Taiga Ist fast schon zuhause hier

    @Badener,
    da hast Du vermutlich Recht.
    Zudem ist es nicht noch eine weitere Ressourcenverschwendung.
    Und die miese Intonation bekommst Du u.U. auch noch mit dazu.
    Einzig auf die moderne Applikatur musst Du bei einem echten Oldie wirklich verzichten.
    ;)
     
  11. ppue

    ppue Experte

    Das kommt sehr auf das drauf an, was du spielst. In schnellen 16tel-Arpeggien ist es nicht möglich, einzelne Töne individuell zu intonieren.
     
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  12. TheDoc

    TheDoc Schaut öfter mal vorbei

    Ja, ist mir auch aufgefallen. Das Thema Klang wurde kaum näher behandelt. Es verhielt sich aber so, dass (auch bestätigt durch den Experten) die Saxe alle keinen schlechten Klang hatten.
    Zumindest an die Forenmitglieder ergeht der Hinweis, dass Ihr sicher wisst, dass sich der Klang von klein nach groß aufbaut.
    Den "Gästen" soll gesagt werden:
    Das Blättchen sowie das Mundstück sind ausschlaggebender für den Klang als der Korpus, wobei der Es-Bogen noch vor dem Korpus steht.



    Aus meiner jetzigen Sicht würde ich da auch zustimmen.
    Wobei ich sagen muss, dass ich auch bei meinem !jetzigen! Lehrer im Zusammenspiel mit dem Klavier hart lernen musste, wie ein Saxophon intoniert und was man wie ausgleichen muss.
    Selbstverständlich merkt man das auch im Zusammenspiel mit einem Orchester.
    Ich würde stark behaupten, dass ich bei meinen anderen Lehrern (ca. 25 Jahre her, davon ein Lehrer als studierter Saxophonist und Leiter einer Musikschule) mir damals kaum etwas an Intonation beigebracht haben.
    Ich denke, beiden ging es primär um das vermitteln von Technik und schauen, dass ich es schaffe, das Sax überhaupt zu beherrschen. Danke an mein jüngeres Ich, der damals übelst faul war und mal besser hätte Üben sollen!!!!

    Da hier aber auch möglicherweise Eltern zukünftiger Saxophonschüler mitlesen und anfänglich keinen Wert auf die o.g. Punkte legen, sondern einfach nur ein spielfähiges Saxophon für ganz wenig Geld haben wollen, möge dieser Punkt hier erwähnt werden.
     
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  13. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Wenn Du das Saxophon spieltechnisch beherrscht, und das Horn keine Gurke ist, wirst Du auch von selbst stimmen.
    Ein wenig Ohren zu haben hilft natürlich auch.

    Cheers
     
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  14. Badener

    Badener Ist fast schon zuhause hier

    Wegen der Intonation mussten auch zwei wieder gehen...
    Das Conn New Wonder II und das Martin Handcraft intonieren einwandfrei.
    Was die Applikatur angeht, komme ich mit den modernen nicht klar - Gewohnheitssache.

    Badener
     
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  15. logout

    logout Ist fast schon zuhause hier

    Müsste man dann nicht, will man seinem Vorbild (Parker, Mulligan,Coltrane,etc) soundmäßig noch näher kommen, ein mies intonierendes "Vintage" Teil benutzen?
    Oder haben die damals gut intoniert und sind nur jetzt sch***ße weil sie "Vintage" sind?
    Oder gibt es andere Gründe für schlechte Intonation?
    http://saxophonistisches.de/sch-warum-intoniert-es-nicht/
    @Taiga
    Wie kann man sich schlechte Intonation antrainieren?
    Hört man nicht ob der entsprechende Ton z.B. zu einem Akkord oder einer Tonleiter passt?
    Dann wäre vielleicht Gehörbildung keine schlechte Idee. Oder?
     
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  16. Badener

    Badener Ist fast schon zuhause hier

    Alter macht die nicht schlechter, höchstens die, die reinblasen - schließe mich da nicht aus..

    womöglich - aber die alten Teile spielen auch Klassik und Neueres wie Max Greger oder :ironie::duck:das Helenchen...
     
  17. Thomas

    Thomas Ist fast schon zuhause hier

    ganz wichtig sind die weissen Handschuhe... die sorgen immer wieder für gute Stimmung! :)
    LG
    Thomas
     
  18. logout

    logout Ist fast schon zuhause hier

    Ich glaube, die mit den weißen Handschuhen dürfen nur die Notenblätter halten!
     
  19. Longtone

    Longtone Kann einfach nicht wegbleiben

    Ich spiele seit knapp vier Jahren, angefangen habe ich mit einem neuen 1100,- Euro-Taiwanesen-Alto. Vor einem halben Jahr für Außeneinsätze in der Bigband ein neues Startone SAS 75 für 249,- Euro - ich spiele das jetzt ausschließlich, die Bandkollegen und ich sind mit dem Sound zufrieden. Außer Nachbearbeitung des S-Bogen-Kork auf mein Mundstück direkt beim Kauf bisher keine weiteren Probleme. Lt. Thomann sind davon bisher 20 000 ! (zwanzigtausend) Stück verkauft worden. Aufgrund der positiven Erfahrung habe ich danach ein Startone STS 75 Tenor erworben für 398,- Euro - und auch da ist der Klang für mich und meine Mitspieler sehr zufriedenstellend. Zwei Schrauben hatten sich gelockert, ließen sich problemlos wiederbefestigen, die S-Bogen-Feststellschraube ließ sich anfangs nicht gut arretieren - der Service konnte telefonisch mit dem Rat helfen, sie einzufetten. Die etwas hakelige S-Bogen-Passung hat sich in der Zwischenzeit eingeschliffen, die Intonation der Register ist erstaunlich gleichmäßig. Wenn die beiden Saxophone in den nächsten 2 1/2 Jahren Probleme bekommen hilft mir die Thomann-Garantie. Allerdings habe ich mir stabile Etuis beschafft - eine Unfallreparatur würde sich wohl bei keinem von beiden lohnen.
     
  20. Feuerstreuer

    Feuerstreuer Ist fast schon zuhause hier

    Danke für den Bericht und die weiteren Erfahrungen anderer User. Beim Bariton von Thomann gab es ja ähnliche Aussagen. Alles ganz interessant ...

    Ich wollte nur noch etwas zur Optik vermerken. Ich spiele ein Bari mit dieser "Antik-Optik" und muss ehrlich sagen, dass es vielen Leuten gefällt und ich viele positive Rückmeldungen bekomme. Das hat mich sehr verwundert, da ich bis jetzt noch NIE von irgendwem darauf angesprochen wurde wie mein Sax aussieht. eher wie gut es klingt, was ich in meiner Eitelkeit auf mich übertrug. Hin und her die Optik scheint viele anzusprechen und ich kann auch verstehen weshalb einem ein frisch goldenes Sax (wie mein Yani Tenor) irgednwie befremdlich erscheinen kann. Meine Erfahrung mit der Oberfläche ist aber wiederum eine ganz andere.

    Das fängt bei (Klar)Lack jeglicher Art an, der erstens sehr unschön zerkratzt und überhaupt eine eher agriffslustige Oberfläche zu sein scheint. Weiter muss man sehr aufpassen sein Sax nicht mit Lösungsmitteln oder anderen Substanzen anzufassen, die den Lack angreifen können. Was die Optik an sich angeht ist mir mein Antik-Bari mitlerweile eigentlich viel zu aufdringlich und lieber wäre es mir, es wäre einfach vollkommen nackt und gut. Die Oberflächen lassen sich mit Lack ganz gut von Staub reinigen aber vermitteln eher ein unschönes Gefühl wenn man das Instrument berührt. Ähnlich wie Holz, das mit so viel Lack behandelt wurde, dass es sich anfühlt wie Plastik. das gilt natürlich auch für alle goldenen saxophone mit Lack.

    Mir persönlich ist eine versilbertes Sax, welches nach nunmahr 70 Jahren in fast tadellosem Zustand ist - außer die üblichen Angriffspunkte ist da noch alles da - doch um einiges lieber. Die Oberfläche ist sehr haltbar (zumindest bei meinem Toneking) und setzt zwar Patina an, aber mit der Optik komme ich gut klar. Will man das nciht muss man es halt öfter polieren und gut. aber das hält um eineiges besser als an meinem Bari wo ich im Lack Kratzer von den Fingernägeln vom rausholen habe die sich als matte Stelle offenbahren !!???!!!!??

    Dies ganze Lackiererei halte ich für "Humbug" und selbst bei dem Yani habe ich nicht das Gefühl ein wertiges Instrument in der Hand zu haben im gegensatz zu meinem Toneking Spezial in Gold. Die Klappenschützer sind glaube ich Chrom und der Korpus fässt sich richtig an wie Metall. keine Ahnung was die sich bei den neueren Saxen dabei denken. Im dierekten Vergleich fässt sich ein Weltklang Bari in Silber und mein BC sehr unterschiedlich an und das BC macht dsen Anschein von billig. Irgendann muss mein Vorbesitzer mal mit unsauberen Händen in den Trichter gefasst haben und hat dort deutlich einen Fingerabdruck im Lack hinterlassen. Evtl ein Mineralöl, welches zu scharf war, Nagellack oä. Sicher nicht mit absicht und mir ist es auch schon passiert das ich am Gestänge eine Fehlstelle produzierte, weil ich wahrscheinlich noch Klebereste an den Fingern hatte.

    Unahängig davon ob Lack nun noch ein anderes Abstrahlverhalten hat oder nicht würde ich immer auf ein Instrument mit authentischer Obnerfläche ausweichen, wenn ich die Möglichkeit hätte. Also unlackiert, silber, Nickel etc. Mein Toneking lacht sich das was - da könnte ich mit Verdünnung putzen - was ich nicht mache.

    Optik im eigentlichen Sinn würde mich eher interessieren, wenn ich im Orchester spielen würde und ich dann das einzige Sax in silber hätte. Da könnte man drüber nachdenken. Auch gibt es bei den Goldtönen große Unterschiede (mein Yani würde ich nicht einmal goldfarben nennen wollen so billig sieht das aus) Am Ende zählt einzig und allein wie es sich anfühlt und zwar für mich akustisch und haptisch und für die Zuhören (Band, Orchester, Publikum) akustisch. Mein Bari in Antikoptik hätte ich zB sehr gerne schon weggeben und der Kaufgrund war mit Sicherheit nicht die Optik (im Gegenteil) vielmmehr ging es darumeine einigermaßen spielbare Mechanik (Grüße an Weltklang) für den Einstieg zu haben, möglichst viele Stellschrauben für die kombinierten Klappen (Grüße an alle Vintagehörner wie mein Toneking, wo ich aller 5 Monate Kork irgendwo wechseln darf und neu einschleife), dicht und spielfähig ist um mir die Möglichkeit zu geben mich an einInstrument zu gewöhnen, welches mich nicht einschränkt, eine saubere intonation zu haben und nicht wie auch mein Toneking an ein paar Stellen Intonationsspagat machen zu müssen und teilweise unorthodoxe Griffe für normale Noten heranziehen zu müssen und dann sollte es auch noch bezahlbar sein. Über Farbe habe ich mir keine Gedanken gemacht bei dem Plan auf Bari umzusteigen. Schön finde ich es immer noch nicht. Aber von allen schönen die ich in der letzten Zeit testete war keines dabei, welches die gerade genannten Kriterien erfüllen konnte, einen wuchtigeren Klang lieferte und eben in meinen Augen schöner war. Seit dem gefällt mir mein Bari auf einmal ganz gut - trotz Antik-Optik.

    Könnte ich es mir aussichen wären meine Instrumente entweder silber oder einfach gar nicht Oberflächenbehandelt. Jede Antik-Optik würde sich dann nach 6 Monaten einstellen ...

    EDIT:
    Ooooop - sorry, ich hab so selten eine echte Tastatur vor mir. Sollte gar nciht so viel Text werden.
     
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