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Auf der Suche nach einem Sopran Saxophon

Dieses Thema im Forum "Soprano Special" wurde erstellt von Bloozer, 21.November.2015.

  1. Rick

    Rick Experte

    "Ausgelernt" war im Sinn von "kein blutiger Anfänger mehr" gemeint, also dass man etwa über einen guten, stabilen Ansatz verfügt; wirklich ausgelernt hat man natürlich nie.

    Also bitteschön, was soll denn der Quatsch???
    Hier steht, wenn man so will, ganz viel "Werbung" für Yanagisawa, Selmer, Yamaha, Cannonball, diese Marken werden von Mitforisten ausdrücklich erwähnt, gelobt und sogar zum Kauf empfohlen.

    Ich habe hingegen als Antwort aufs Eingangsposting lediglich von meinen Erfahrungen mit meinem Soprano BERICHTET und extra noch nicht mal auch nur ansatzweise irgendwelche Namen oder Modellbezeichnungen ERWÄHNT, um gerade KEINERLEI Werbung zu betreiben.

    Darf ich also noch nicht mal meine allgemeine Meinung zum Sax-Spiel äußern, ohne dass wieder gleich jemand daherkommt und "Werbung" kräht?
    Mann, Mann...

    Auch das stimmt nicht.
    Ich komme keineswegs mit allen Instrumenten und Ausführungen gleich gut klar, fühle mich mit manchen wohler und mit anderen kein Stück. Das hat nur eben keinen Einfluss auf den Klang, höchstens indirekt.
     
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  2. Florentin

    Florentin Ist fast schon zuhause hier

    Dazu ist früher hier im Sopransax-Unterforum schon viel geschrieben worden. Nur ganz kurz eine Zusammenfassung meines Senfs. Ein Verweis auf ein ziemlich langes Kapitel darüber in meinen "Praxistipps" (Signatur) wäre sicher zu penetrant ;-)

    Es gibt 4 Bauformen: (1) ganz gerade, (2) gerade mit gebogenem Hals, (3) "Saxello" (halbgebogen mit gebogenem Hals), (4) gebogen. Da sollte man erstmal ausprobieren, wie man haltungsmäßig klarkommt. Bei mir ist es so, dass mir (4) zu klein und eng ist, auch (2) und (3) ist für meine langen Arme zu nahe am Körper. Bleibt für mich also nur gerade.

    Vorteil (1): unkompliziert, häufig, theoretisch preiswerter. Großer Nachteil: man kann im Gegensatz zu den anderen das Gewicht nicht durch einen Gurt entlasten. Man soll es nämlich ziemlich hoch (flach) halten, damit das Mundstück wie beim Altsax eintritt. Zu steil birgt die Gefahr, dass man es wie eine Klarinette spielt (Intonationsprobleme), oder man neigt den Kopf nach unten und spielt seine Zehen an.

    Deswegen halte ich es für einen "gewichtigen" Vorteil, wenn das Instrument leicht ist. Mit ein Grund für mich, einteilige Instrumente zu bevorzugen (auch wieder mechanisch einfacher). Tipp: viele der alten Modelle sind erfreulich leicht. Z.B. hatte ich mal ein YSS-61, das war wie eine Feder. Die haben dann evtl. kein hoch fis und hoch g, aber das ist nicht schlimm.

    Das Hochhalten ist dann Übungssache. Bei meinem habe ich mich daran gewöhnt und kann es auch längere Zeit spielen. Ich merke aber, wie es mit zunehmender Ermüdung "absackt". Übrigens habe ich es trotzdem an einem Gurt (ein schmaler für Klarinette), den ich locker einstelle. Entlastet beim Spielen nicht, aber beruhigt mich beim Absetzen ...
     
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  3. Florentin

    Florentin Ist fast schon zuhause hier

    Ein außergewöhnliches Sopransax möchte ich erwähnen, das ich mal eine Zeit lang hatte: Ein Rampone & Cazzani R1, vergoldet. Das sind auch optisch wunderschöne Instrumente (es gibt auch noch andere schöne Finishes) und gar nicht so teuer. Das hatte einen wunderbar weichen, zartschmelzenden, feinen Klang, vor allem mit dem Rascher-Mundstück. Damit war es aber ein reines Klassik-Instrument, auch recht leise (Saxophonquartett, evtl. sinfon. Blasorchester). Allerdings intonationsmäßig bei den Palmkeys (mit diesem Mundstück) schwierig, und ergonomisch nicht ganz optimal (auf jeden Fall den viel zu schmalen Daumenhaken durch einen breiteren ersetzen!!). Ich hab es wieder abgegeben, weil für mich das Yamaha viel universeller und unproblematischer war.

    Es gibt aber von R&C auch das R1 Jazz, das soundmäßig anders sein soll (habe ich aber nie gespielt).
     
  4. Aerophon

    Aerophon Ist fast schon zuhause hier

    Jetzt muss ich mal eine Lanze für Rick brechen. Für einen Endorser halte ich ihn für ziemlich zurückhaltend und in diesem Thread ist der Name seiner Marke noch nicht einmal erwähnt worden. Ich finde es irgendwie befremdlich wie gereizt hier doch einige reagieren so bald Rick etwas postet. Ich teile nicht immer seine Meinung, aber häufig trägt sie doch zum Erkenntnisgewinn bei. Werbung machen alle Marken, aber ich habe hier noch nicht gelesen, dass er behauptet hätte "Spiel meine Marke und du spielts besser." Mir fällt eher auf, dass er versucht den Namen seiner Marke in Post nicht zu erwähnen, außer es gibt aus dem Thread einen akuten Bezug dazu.

    Zum Thema. Am Ende muss dir das Instrument liegen. Mir ist ein YSS-675R zu einem vernünftigen Preis über den Weg gelaufen. Durch den gebogenen Hals ist ein Gurt gut einsetzbar, was für mich mit entscheidend war. Den Klang (da habe ich noch viel Luft nach oben...) kann man doch stark durch das Mundstück tunen. Das Sopran mit dem besten Klang war für mich ein Yanagisawa 901. Vielleicht war es das aber auch nur weil das verwendete Mundstück zum Anspielen am besten gepasst hat und haben wollte ich es nicht weil gerade. Die gebogene Form finde ich am angenehmsten, da es am Gurt hängt, aber das donnert einem den Sound ganz ordentlich auf die Ohren. Für mich ist das YSS-675R ein sehr guter Kompromiss, der das Erabeiten lohnt.

    Aerophon
     
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  5. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Sehe ich genauso!!!!

    CzG

    Dreas
     
  6. reiko

    reiko Ist fast schon zuhause hier

    na ja, beim Klavier sind die Unterschiede viel größer. Das merke ich schon wenn ich als absoluter Nichtpianist auf ein billiges Schulpiano oder einen Steinwayflügel drücke.
    Es soll ja auch nicht heissen, das Sax spiele keine Rolle, es spielt eben eine nicht so große Rolle, wenn es gut eingestellt ist. Ich denke, dass hier objektiv nicht messbare Dinge, wie "sich wohlfühlen", das Instrument "mögen" schon noch eine wichtige Rolle spielen. Das ist ähnlich wie bei der Homöopathie. messen kann mans nicht aber helfen tut es trotzdem.
    Viele Grüße und viel Erfolg bei der Suche
     
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  7. saxfax

    saxfax Ist fast schon zuhause hier

    Hm, da sehe ich keinen prinzipiellen Unterschied (schau mal in ein Pianoforum). Wie beim Saxophon gibt's beim Klavier funktionierendes und weniger oder gar nicht funktionierendes und ansonsten sehr unterschiedliche Geschmäcker. Und Steinway ist nicht unbedingt das Maß aller Dinge, auch wenn er dank geschickten Marketings in den meisten Konzertsälen steht. Am Anfang steht für mich eine gut eingestellte Mechanik, die gut differenziertes Spiel ermöglicht, gut nach meinem Geschmack intoniert ist, und dann natürliche die Klangeigenschaften.
    Ein Klavier ist genauso wie ein Saxophon wartungsintensiv. Nur das Preisniveau ist ebenso wie der Platzbedarf deutlich höher. Vorteil ist - besonders beim Flügel - die große waagerechte Ablagefläche, z.B. für Saxophone.:D
     
    Zuletzt bearbeitet: 23.November.2015
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  8. last

    last Guest

    Ich glaube, das Klavier ist schon schwieriger....

    "Das Klavier verhält sich deshalb so bockig, weil es ein besonderes Klangspektrum besitzt. Der Klang wird bestimmt durch die Obertöne, also durch höhere, den Grundton begleitende Frequenzen.
    "Normalerweise sind diese Obertöne ganzzahlige Vielfache der Grundfrequenz", sagt Haje Hinrichsen, Professor für theoretische Physik an der Universität Würzburg.
    "Beim Klavier ist das nicht so. Da gibt es kleine Korrekturen, die liegen ein bisschen daneben. Und Klavierstimmer sind in der Lage, diese Teilton-Verstimmung auszugleichen."

    Und deswegen hat er versucht, ein Klavier über das Ausmaß der Entropie zu stimmen (finde ich total spannend). Ist auch im Prinzip gelungen, nur an einen professionellen, menschlichen Stimmer reicht es (noch?) nicht heran, weil der in der Lage ist sozusagen den Klang dem Kundenwunsch anzupassen... (läuft alles darüber, ob die Obertöne genau ganzzahlige Vielfache sind oder nur fast genau - also dann nicht mehr ganzzahlig ;)).

    Wer mehr will: http://www.physik.uni-wuerzburg.de/~hinrichsen/research/entropy/tuning/

    @reiko - Du hast recht...und messen kann man es auch schon. :)

    Na ja...:topic:
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 24.November.2015
    Rick gefällt das.
  9. saxhornet

    saxhornet Experte

    Das Klavier ist weniger abhängig vom Spieler was den Grundklang angeht, der Spieler hat eher auf die Art wie er spielt noch ganz leicht Einfluss auf den Klang. Beim Saxophon ist es abhängig wie gut der Spieler die Tonproduktion schon unter Kontrolle hat, dann sind auch da die Unterschiede sehr gross.

    LG Saxhornet
     
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  10. Gundi

    Gundi Ist fast schon zuhause hier

    Ich hab auch meine Sopransaxsuche durch und wirklich viel gespielt und getestet - von Sequoia, Expression über Selmer, Yani, Yamaha etc. was eben so immer angepriesen wird.
    Wie Florentin war ich auch von einem Rampone begeistert, gerade, silber, einteilig, wunderschönder Klang. Lohnt sich wirklich mal zu spielen, falls das irgendwo möglich ist. In dem Laden war's dann verkauft und kam nix mehr nach, schade.
    Letztendlich bin ich beim Keilwerth SX90 einteilig gelandet, das unterscheidet sich klanglich für mich schon ziemlich von den Yamahas, Yanis und auch Selmer - das wurde es bei mir. War unlängst eins in den Kleinanzeigen... leider werden, soweit ich weiß, die SX90 einteilig von Keilwerth neu nicht mehr angeboten, finde ich sehr schade. Wenn man also einen "anderen" Klang sucht, lohnt es sich, die beiden mal anzutesten.
    Sopransaxsuche ist anstrengend - aber nicht aufgeben!
    Gruß in die Runde
     
  11. Bloozer

    Bloozer Ist fast schon zuhause hier

    nach vielem Rumgeteste in verschiedenen Läden bin ich auch fündig geworden.
    Schliesslich fand ich ein Angebot von einem Kölner Geschäft für ein Kommisionsinstrument.
    Ich konnte mich mit dem Inhaber darauf einigen, dass er mir das Instrument gegen Vorkasse schickt
    und falls es mir doch nicht gefällt ich es gegen eine Gebühr von 35 Euro zurückschicken könne.
    Das Angebot fand ich fair. Nun ist das gute Stück bei mir und ich muss sagen, ich bin rundum
    begeistert. Der allgemeine Zustand ist sehr gut, der Klang und die Apllikatur sagen mir sehr zu.
    Das Instrument ist 4 Jahre alt und liegt etwa 35 % unter Neupreis. Über diese Preisgrenze
    konnte ich guten Gewissens springen.
    http://www.bloozer.de/musik/881-4.jpg

    http://www.bloozer.de/musik/881-1.jpg

    http://www.bloozer.de/musik/881-2.jpg

    Ein kleines soundSchnipsel aufgenommen im Auto http://www.bloozer.de/musik/aldi-1.wma

    :)
     
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  12. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    Gute Wahl!
     
  13. Bloozer

    Bloozer Ist fast schon zuhause hier

    Bereckis du hast :cool:Schuld:cool:, dass ich mich für das krumme entschieden habe.:D
     
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  14. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    @Bloozer

    Schön, dass ich beratend tätig sein konnte.

    Ich liebe mein Krummhorn.

    Gruß
     
  15. Badener

    Badener Ist fast schon zuhause hier

    ....ja, die "Krummhörner"...
    Ich habe ein Keilwerth New King Sopran gerade, frisch überholt - und kann es mit der für diese Bauart richtigen Haltung fast nicht spielen, da ich wegen zweier Schulter - OPs nach einem Lied schon Schmerzen bekomme...
    Die großen, schweren Geschwister Alt und Tenor laufen einwandfrei.
    Seufz

    Badener
     
  16. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    @Badener

    Yanagisawa baut viele kleine Krummhörner!

    Gute Besserung, soweit dies noch gibt.

    Gruß
     
  17. Badener

    Badener Ist fast schon zuhause hier

    @Bereckis......danke.

    Für ein Yani müsste ich erst mal das Keilwerth und die beiden anderen Saxe in meinen Kleinanzeigen verkaufen. Wer die jetzt will, bekommt sie noch vor Weihnachten....

    Grüße zurück