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Bläserklasse - Wünsche, Chancen und Missverständnisse

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von Brille, 26.März.2016.

  1. Kersche

    Kersche Ist fast schon zuhause hier

    Neee, die elektronischen Teufelchen sind nachmittags und am Wochenende dran. Mama und Papa wollen ja ihre Ruhe haben. Besonders toll finde ich immer diese Posts um facebook, wenn Eltern schreiben, dass sieh’s froh sind, wenn die Ferien endlich um sind, weil ihr Kind ja sooo anstrengend ist. Oder dem aBC-Schützen wird prophezeit, dass man ihm in der Schule schon Benehmen beibringt. Bah!!! Ich reg mich schon wieder auf!!!
     
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  2. edosaxt

    edosaxt Ist fast schon zuhause hier

    @Kersche
    Hmmmmm, dir zu sagen, wie es flutscht, das wäre ungefähr so, wie in Ferndiagnose zu beurteilen, warum ein Sax schlecht intoniert.
    Wo ist denn die Bläserklasse?
    Vielleicht kann ich mich einmal mit reinsetzen und dir anschliessend sagen, was ich (!!!) dazu meine.
    Oder wir versuchen per PN die Situation zu analysieren.
     
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  3. Kersche

    Kersche Ist fast schon zuhause hier

  4. Rick

    Rick Experte

    Es gibt ja nicht DIE Eltern, sondern solche und solche - auch in den "bildungsfernen Schichten" sowie unter Zugewanderten. Die Herausforderung für die Lehrer besteht natürlich darin, auf die Schüler ausreichend individuell einzugehen, möglichst etwas über die familiären Hintergründe zu wissen, damit man das Verhalten der Kinder besser einordnen und darauf reagieren kann.

    Da habe ich es als Instrumentallehrer im Einzelunterricht geradezu luxuriös leicht, ich rede zu Anfang mit den Eltern, eruiere die häusliche Situation und kann mich während der Unterrichtseinheit ganz auf DIESEN Schüler und seine Individualität einstellen, das geht natürlich weder in der Schulklasse noch im musikalischen Ensemble-Unterricht.
    (Vorhin hatte ich einen Sohn einer Aussiedler-Familie hier, 9 Jahre alt, mit derzeit 13 (!) Geschwistern (Mutter schon wieder schwanger!), bekommt zu Hause praktisch keine Erziehung oder überhaupt elterliche Aufmerksamkeit, dementsprechend hyperaktiv mit deutlichen Aufmerksamkeits-Defiziten: Für mich kein Problem, ich kann ihn nehmen, wie er ist, wir verstehen uns mittlerweile ganz gut und kommen sogar gelegentlich zum Musizieren (sehr talentiert, aber null Selbstvertrauen). Aber den möchte ich nicht in einer Gruppe haben, das wäre die Katastrophe!)

    Lösungen für die Schule usw.?
    Kleinere Klassen, mehr Personal, auf die jeweiligen Fähigkeiten der Schüler abgestimmter Unterricht. Seit Jahren bekannt, kostet aber Geld - an Kindern kann man ja sparen... :(
     
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  5. sachsin

    sachsin Ist fast schon zuhause hier

     
  6. sachsin

    sachsin Ist fast schon zuhause hier

    ... Upps, mein Kommentar zu den obigen Zitaten wurde nicht gespeichert: Uff, also nochmal vor vorn:

    Vorab: "Elternbashing " ist nicht förderlich !!
    Ich nehme die Schüler so , wie ich sie im Klassenverband vor mir sitzen habe. Man kann sich die Schüler nicht heraussuchen.... vergleichbar mit einem chemischen Stoff, der durch seine Moleküle charakterisiert wird. Fehlt ein (markanter) Schüler, also ein gewisses Molekül - hat man im Verbund eine ganz andere Klasse vor sich, als den Tag zuvor.
    Ich bin Quereinsteiger im Lehrerdasein und habe für mich schnell festgestellt, dass man sich für die verschiedenen Situationen im Schulalltag etwas einfallen lassen muss...
    Zum Beispiel : Montag morgen kommen sehr viele Schüler zu spät, und erzählen dann nach rechts und links ihren Nachbarn warum und wieso - lautstark ! Ungeachtet dessen bin ich ständig gefordert, den bereits erzählten Lehrstoff für die Zuspätkommer nochmal zu wiederholen... Das nervt !! irgendwann habe ich eingeführt, meine Stunden mit Vorlesen einer Kurzgeschichte zu beginnen...
    Ich habe keine Lust mir früh im Spiegel lakonisch zu sagen : der Tag geht auch vorbei. Ich möchte Spass haben mit meinen Schülern, bei dem was ich tue... So ein Schultag ist (oft) mit vier Blöcken ganz schön lang... und für die "Marscherleichterung" für meinen Arbeitstag bin ich selbst verantwortlich, natürlich unter Beachtung des Lehrplanes. :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 23.November.2017
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  7. Kersche

    Kersche Ist fast schon zuhause hier

    Ah, das mit dem Elternbashing war nur so ein Spruch... Aber ein Funke Wahrheit, Stichwort "Marscherleichterung", ist schon dabei. Ich habe nicht meine eigenen Kinder vor mir sitzen, sondern die Kinder anderer Leute. Ich verfiel in der Vergangenheit leider zu oft in die Position, dass sich das verwischt hat: ich habe mir den Allerwertesten und meinen Geldbeutel aufgerissen, um fehlende Heft, Lineale, Radiergummis usw anzuschleppen, weil Eltern da nicht zuverlässig nach gucken. aber wie Gerrit schon schrieb: je mehr man Eltern aus der Hand nimmt, ....

    Da ich noch einige Jahre bis zur Pension habe, muss ich mich zwingen, etwas mehr Abstand zu wahren. Man dreht sonst durch, bei dem, was täglich in der Schule abgeht. Also: kein Heft? Keine Stifte? Ranzen im Bus vergessen? Kurze Mitteilung ins Hausiheft. Ab da Problem der Eltern. Nicht mehr meines. So ist es in meiner Klasse. Ich erziehe die Eltern gleich mit. Gelingt aber nicht immer.

    Bläserklasse: Instrument vergessen? Setz dich hinten rein und guck zwei Stunden geradeaus. Bis nächste Woche.
    Instrument steht in irgend einem Gang vor sich hin? Tja....
    Keiner übt zu Haus? Ich habe meine Erwartungen klar definiert, das heißt, sie wissen, was ich in den zwei Stunden mit ihnen mache und was
    sie zu Haus tun sollen. Jetzt stehen Elterngespräche an. Dann sind diese auch informiert und kennen meine Erwartungen. Wenn sie diese
    dann daheim nicht unterstützen, ist das widerrum auch nicht mehr mein Problem. Ich kann nicht zaubern.

    Vielleicht hat ja Edosaxt noch eine Idee...
     
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  8. onomatopoet

    onomatopoet Ist fast schon zuhause hier

    In „meinen“ Bläserklassen müssen die Eltern einen, wenn auch geringen, Obulus entrichten, dadurch ist das Ganze ja nicht mehr eine pure, kostenlose Schulveranstaltung!

    Läuft da etwas unrund, hilft es da schon, einmal die Eltern zum Zuhören einzuladen – oder sie anzurufen (da natürlich diejenigen, die man am liebsten mal persönlich sprechen würde, meistens nicht erscheinen), damit sie sehen wie ihr Geld verpufft bzw. vom eigenen Nachwuchs durch Boykott des Unterrichtes vernichtet wird; leider ist das oft das einzige Argument, das sie erreicht: sie bezahlen eine Leistung, die der Nachwuchs durch eigenes Verschulden nicht in Anspruch nehmen kann.
     
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  9. Gerrit

    Gerrit Guest

    Klare Ansagen! Anders geht es oft nicht... je mehr man die Eltern aus ihrer Eigenverantwortung entlässt, um weniger setzen sie sich für Ihre eigenen Kinder ein. Trifft selbstverständlich nicht auf alle Eltern zu, aber leider auf viele in zunehmenden Maße. Wenn man das feststellt, hat es rein gar nichts mit Elternbashing zu tun: es ist eine reine Zustandsbeschreibung, mehr nicht. Wenn diese schon in grundsätzlich in Zweifel gezogen wird, man also bestimmte Sachverhalte nicht mehr aussprechen darf, dann gute Nacht, liebe Leute!
     
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