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Blatt-Mundstück Abdichten: Fehlanzeige

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von sailorwoman, 19.April.2016.

  1. sailorwoman

    sailorwoman Kann einfach nicht wegbleiben

    Hallo ihr Lieben,

    seit ca. Anfang des Jahres habe ich ein immer wiederkehrendes Problem und ich bin mit meinem Latein am Ende. Nach etwa 10-20 Spielen eines Blattes entweicht oben zwischen Blatt und Mundstück Luft und auch der altbekannte Plop-Test fällt dann negativ aus. Um das Problem zu präzisieren:
    • es tritt bei unterschiedlichen Blättern auf (meistverwendet JAVA) egal ob eingespielt oder nicht
    • ich spiele ein Otto Link STM mit Originalschraube
    • wenn ich ein Blatt verwerfe und ein anderes nehme geht's wieder für 10-20 min und kackt dann ab
    • teste ich ein solches Blatt am nächsten Tag geht das ganze von vorne los

    Ich habe keinen blassen Schimmer, woran das liegen könnte, aber es nervt. Hat jemand irgendeine Idee woran das liegen könnte?

    Merci
     
  2. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Haha...hatte ich auch....von jetzt auf gleich...ich mach' das Blatt (angefeuchtet) drauf, Plopptest funzt...nach 15 bis 20 Minuten wird das Blatt dumpf, spricht nicht mehr an....Plopptest...es zischt und pfeift..bin beinahe verzweifelt, habe dann frische Blätter gekauft und dann ging es wieder. Eigentlich kann das ja nicht die Lösung gewesen sein....jetzt ist wieder alles paletti...

    Ich hab' keine Ahnung was da los war.....:eek:

    CzG

    Dreas
     
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  3. Sa(x)bine

    Sa(x)bine Ist fast schon zuhause hier

    Hast du ein anderes Mundstück zum testen? Ob das Problem dann auch auftritt? Vll. Ist das Mundstück nicht ganz eben?
     
  4. Huuuup

    Huuuup Ist fast schon zuhause hier

    Wie genau soll denn der plopptest gehen. Das habe ich noch nie gebraucht
     
  5. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Blatt aufspannen. Mundstück auf der Handfläche abdichten. Am Mundstück mit Blatt saugen, so dass ein Unterdruck entsteht. Mundstück aus dem Mund nehmen. Jetzt macht es nach ein, zwei Sekunden "plopp", wenn das Blatt vom Tisch zurückschnalzt.

    Dann weiß man, dass das Blatt plan mit dem Tisch abschließt. Mach ich immer.

    CzG

    Dreas
     
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  6. sailorwoman

    sailorwoman Kann einfach nicht wegbleiben

    Danke für eure Antworten.
    @Sa(x)bine
    Daran hatte ich auch schon gedacht, ist aber denke ich eher auszuschließen, das es ja anfangs abdichtet, oder sehe ich das falsch?

    @Huuuup
    Gut, existenziell wichtig ist der Test sicher nicht und ich merke mittlerweile auch ziemlich schnell was los ist. Der Test: Blatt einspannen, hintere runde Öffnung in Handinnenfläche, Luft ansaugen, schauen ob's Luft an der Seite zieht. Ansonsten entsteht durch den Unterdruck eben ein Plopp.
     
  7. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Nach einem Worshop saß ich mit anderen Teilnehmern und ein paar Profis beim Abendessen. Irgendeiner brachte das Thema auf den Plopptest.
    Einer der Profis fragte: "Und wofür soll das gut sein? Ich blase doch ins Mundstück und sauge nicht daran".
    Hat mich überzeugt. Trotzdem mache ich es auch ab und zu. Meistens funktioniert es nicht. Mir ist dabei aber nie aufgefallen, dass Sound oder Ansprache nach misslungenem Plopptest gelitten hätten.

    Hab´s eben mit meinem Theo Wanne Brahme und dem Hemke-Blatt versucht (damit habe ich eben meine letzte Version des "so what" für den TOTM aufgenommen). Ploppt nicht. :)

    LG Bernd
     
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  8. sailorwoman

    sailorwoman Kann einfach nicht wegbleiben

    Hallo @Bernd
    Ich halte den Test auch nicht für das Non-Plus-Ultra und hab es eher als extra-Info mitangebracht. Dennoch: wenn ich reinblase und merke das an der Seite Luft rauskommt, dass das Blatt an entsprechender Stelle von unten nicht -wie überall sonst an der Blattspitze- angefeuchtet ist, stimmt irgendwas nicht. Ich kann zwar auch immer noch spielen, aber die Ansprache ist dann doch, sagen wir, anspruchsvoller.
     
  9. TootSweet

    TootSweet Ist fast schon zuhause hier

    Nach etwa einer Viertelstunde quillt das immer feuchter gewordene Blatt auf. Es wird typischerweise in der Mitte dicker und schliesst nicht mehr sauber mit dem planen Mundstück ab. So entweicht Luft zwischen Blatt und Mundstück. Oft sieht man dann auch Feuchtigkeit links und rechts auf dem Mundstücktisch.

    Abhilfe: das feuchte, aufgequollene Blatt plan schaben oder schleifen, z. B. Mit dem ReedGeek, dem Vandoren Reed Surfacer oder einfach etwas feinem Schmirgelpapier auf einer planen Fläche.
     
  10. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Genau aus diesem Grund pflegen einige Mundstück-Bauer und Refacer die Philosophie, die Tische nicht plan, sondern konkav zu gestalten. So hat das Blatt die Möglichkeit, den Raum am Mundstück beim ausdehnen einzunehmen.

    LG Bernd
     
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  11. antonio

    antonio Ist fast schon zuhause hier

    Abdichten muss das Blatt nicht. Ist ja kein Wasserhahn.
    Es muss lediglich die Luftsäule genügend gut steuern. Würde das Blatt dauernd richtig aufschlagen, gäbe das einen ziemlich verzerrten Ton. Kann man machen, aber bei einem "p" wird das Blatt den Tisch nicht unbedingt touchieren. Trotzdem entsteht der Ton. Weil eben das Blatt schwingt und die Luftsäule im Rohr auf der, dem Ton entsprechenden Frequenz, anregt. Plopptest bringt m.E. nicht viel an Erkenntnissen.
     
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  12. TootSweet

    TootSweet Ist fast schon zuhause hier

    @antonio: Doch, auf dem Tisch (unter der Ligatur) sollte das Blatt möglichst dicht aufliegen, sonst entweicht Luft (es sei denn, du nimmst fast das ganze Mundstück in den Mund). Auf dem Tisch schlägt das Blatt auch kaum auf.
     
  13. ppue

    ppue Experte

    Wie kommst du zu dieser Erkenntnis?
     
  14. antonio

    antonio Ist fast schon zuhause hier

    Sorry- hab mich falsch ausgedrückt - meinte natürlich die Bahn. Auf dem Tisch sollte es natürlich sauber und plan aufliegen.
     
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  15. claptrane

    claptrane Ist fast schon zuhause hier

    Also ich meine für mich festgestellt zu haben, dass es am besten und leichtesten funktioniert, wenn das Blatt am hinteren Teil der Bahn (da wo es noch gerade ist) so aufliegt und abdichtet, dass keine Luft entweicht.
    Ist unter anderem ein Grund warum ich lieber die einfachen Blechligaturen mit zwei Schrauben verwende.
    Wenn das Blättchen sich mal wieder wölbt (oder der Tisch anschwillt, im Grunde egal ) kann ich manche Blätter, bei denen es nichts mehr bringt den Tisch plan zu feilen, mit der Blattschraube dazu “zwingen “ anzuliegen ;) .
    Dann sitzt sie soweit vorne, dass die vordere Schraube den geraden Teil der Bahn abdichtet und die hintere dafür sorgt, dass das Blatt an den Tisch gedrückt wird.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20.April.2016
  16. saxhornet

    saxhornet Experte

    Der Ploptest ist schon effektiv.
    Es gibt bei einer Mundstückbahn immer einen Bereich wo das Blatt aufliegen soll und einen wo es eher schwingen soll. Ist das Blatt verzogen und liegt in dem Bereich der Bahn wo es aufliegen soll nicht richtig auf, entweicht durch diese Stellen Luft nach aussen. Dadurch verschlechtert sich die Ansprache und Spielbarkeit eines Blattes oft. Der Ploptest ist eine einfache Möglichkeit festzustellen, ob diese Stellen noch dicht sind oder nicht. Ich hatte noch keine Blatt, das beim Ploptest versagt hat und dann noch von der Spielbarkeit für mich konzerttauglich gewesen wäre.
    Mit dem Tisch hat der Ploptest aber nichts zu tun.

    LG Saxhornet
     
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  17. saxhornet

    saxhornet Experte

    Der Profi hat dann aber von dem was da passiert und wofür der Test ist nicht wirklich Ahnung gehabt, krass.

    LG Saxhornet
     
    gefiko gefällt das.
  18. saxhornet

    saxhornet Experte

    Nur ist diese Konkavität nicht bei allen Mundstücken gleich und das Blatt weiss ja leider selber auch nicht wo die Konkavität beim Tisch ist und wo es sich bitte doch gefälligst auszudehnen hat.:)

    LG Saxhornet
     
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  19. saxhornet

    saxhornet Experte

    Klingt als wenn Du Probleme mit dem Anschwellen von Blättern hast, wodurch diese sich vom Tisch weg drücken und das ganze nicht mehr dicht ist. Gerade daß es erst nach 10-20 Minuten auftritt ist sehr typisch.

    Wenn das der Fall ist hilft manchmal:

    a) wie schon gesagt wurde, nach dem Schwellprozess Blatt mit einem Messer oder sowas wie dem Reedgeek "begradigen", die Schwellung entfernen
    b) Blattschraube, die das Blatt besser ans Mundstück presst (Sitz der alten vielleicht auch mal kontrollieren) nehmen
    c) auf eine bessere Blatternte warten, die anders reagiert

    LG Saxhornet
     
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  20. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Ich werde es ihm weiterleiten :)
    Vermute aber, dass er seine Meinung nicht ändern wird. Er hat in seiner langjährigen Laufbahn noch nie einen Plopptest gemacht, aber schon sehr erfolgreich viele hundert Konzerte im In- und Ausland gespielt.

    LG Bernd