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Buchstaben statt Noten

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von abraxasbabu, 24.Oktober.2017.

  1. jb_foto

    jb_foto Ist fast schon zuhause hier

    Hallo,
    die Zahlen geben an welches Ventil gedrückt wird. Die Lage "erraten" die Zahlendrücker entweder weil Sie den Ton auf Grund der Darstellung auf den Notenlinien in der Höhe zuordnen können oder die Melodie kennen.

    LG
    Jürgen
     
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  2. kalleguzzi

    kalleguzzi Kann einfach nicht wegbleiben

    Hej Abrasax!
    Die Idee finde ich gut.
    Aber dazu müsste ich ja erstmal lernen, wie die Noten heissen. Die muss ich ja immer noch auszählen.
    Ob das mit über 65 Jahren noch Zweck hat? o_O
    Ich werde mir mal ein Stück suchen, das nur in der unteren Oktave geschrieben ist und damit dann mal probieren.
    Vielleicht bringt es mir ja auch was.
    Danke für die Info!

    Und bald ist wieder Weihnachten.
    Ran an die Weihnachtslieder!

    Herzliche Grüsse aus Schweden
    kalle
     
  3. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    @kalleguzzi. Das ist nicht schwer. Mach ersteinmal nur die ganztöne C D E F G A H
    7 Töne hat man schnell gelernt. Drück die Taste und sag den Namen. Das geht ganz schnell.Und in unserem Alter hilft alles neue das man lernt die Demenzz etwas aufzuhalten.
     
  4. claptrane

    claptrane Ist fast schon zuhause hier

    Nur damit keineMissverständnisse entstehen, du meinst die Dur-Tonleiter von C aus, damit man erstmal keine# oder b hat.
    Die Dur-Tonleiter besteht nicht nur aus Ganztönen, sondern hat auch zwei Halbtöne, nämlich E/F und H/C. ;)
     
  5. Saxoryx

    Saxoryx Ist fast schon zuhause hier

    Das mit den Halbtönen ist wirklich ein Problem, wie ich kürzlich festgestellt habe, als ich einer Freundin die Tonleiter erklären wollte. Sie konnte einfach nicht begreifen, dass der Abstand vom E zum F im Notensystem genauso dargestellt wird wie der Abstand beispielsweise vom F zum G, das eine aber ein Halbtonschritt ist und das andere ein Ganztonschritt. Und woher man das weiß. Mir war gar nicht bewusst, dass das ein Problem sein könnte. Ja, klar ist zwischen E und F nur ein Halbton und zwischen B(natural) und C auch.

    Als ich das als Kind in der ersten Klasse in der Schule gelernt habe, habe ich mich bestimmt auch gefragt: Und warum sieht man das dann nicht in den Noten, was ein Halbtonschritt ist und was ein Ganztonschritt? Wenn da kein # oder kein b steht? Aber wenn man dann sein Leben lang Musik macht, weiß man das einfach und denkt nicht mehr darüber nach.

    Wenn man aber nicht sein Leben lang Musik macht und erst in höherem Alter damit anfängt, keine Noten lesen kann (oder nicht so gut) und dann anfängt, über solche Dinge nachzudenken, kann das schwierig werden. Wir "alten Hasen" im Notenlesen können uns das wahrscheinlich gar nicht mehr vorstellen.

    Der Vorschlag von @abraxasbabu ist deshalb sehr hilfreich, finde ich. Wenn ich spiele, hänge ich viel zu sehr an den Noten, kann ohne Noten praktisch nicht spielen. Man muss Tricks finden, sich davon zu lösen. Und indem man sich neuen Herausforderungen stellt, die Noten anders betrachtet, anders benennt, in ein anderes System bringt, macht man sich eine eigene Lernmethode, um es dann hinterher besser zu können.

    Das ist wie auf dem Klavier eine Tonleiter nicht gleichmäßig zu spielen, sondern immer in 3er-Gruppen, 4er-Gruppen, 5er Gruppen. Da wird auf einmal sogar die C-Dur-Tonleiter zur Herausforderung. ;) Kann man auf dem Sax natürlich auch machen, nicht nur auf dem Klavier. Aber das ist ja hier jetzt nicht das Thema.

    Ich kämpfe nun schon eine ganze Weile mit dem Auswendigspielen, und ich denke, mein größstes Problem dabei ist, dass ich so gut Noten lesen kann. Deshalb verlasse ich mich darauf und finde alles andere (nach Gehör zu spielen zum Beispiel) mühsam. Es ist so einfach, schnell die Noten zu lesen und zu spielen. Wie @abraxasbabu sagt: Raus aus der Automation, wieder über das nachdenken, was man spielt. Dann prägt es sich besser ein.

    Momentan spiele ich beides, Tenorsax und Altsax, und da komme ich oft durcheinander, weil die Noten im System anders aussehen, als sie klingen. Aber ein D ist immer ein D und ein A ist immer ein A, die Finger sind immer gleich, egal, ob Tenor oder Alt. Da helfen die Buchstaben wirklich. Ich habe mir das sogar im MuseScore aufgeschrieben, alles untereinander, Piano, Altsax, Tenorsax, damit ich mir das besser einprägen kann. Jede Note hat einen Buchstaben. Und ich stelle fest, ich habe in meinem Leben einfach viel mehr mit Buchstaben zu tun gehabt als mit Noten. ;) Das heißt, ich habe eine viel bessere Beziehung zu einem Buchstaben als zu einer Note im Notensystem. Ein Buchstabe löst in mir sofort ein Bild aus, eine Note nicht unbedingt.

    Ich denke, wir müssen alle unsere eigenen Tricks finden, und jeder Mensch ist anders. Aber sich die Buchstaben mal sichtbar zu den Noten aufzuschreiben, @kalleguzzi, ist meines Erachtens ein guter Anfang. Ich hätte auch nicht gedacht, dass das so gut funktioniert, aber als ich das jetzt für meine Freundin tun musste, weil sie so verwirrt war von den Halbtonschritten, hat das auch mir selbst sehr viel gebracht, obwohl ich ja eigentlich Noten lesen kann.
     
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  6. Seb

    Seb Schaut nur mal vorbei

    Letztendlich ist das klassische Notensystem ja auch nur ein (ziemlich komplexer) Code, zufällig halt der, der sich in der westlichen Musik durchgesetzt hat. Angenommen, ein auf Buchstaben basierender Code hätte sich durchgesetzt und heute würde jemand das Notensystem als Alternative/Verbesserung vorstellen, würden dieselben Argumente dafür oder dagegen kommen...

    Ein Buchstabencode hat noch den Vorteil, dass er sich bequem per Texteditor verwenden lässt, deshalb gibt es ja die ABC-Notation.

    Ob man ihn aber gar nicht, nur als Auslernhilfe oder als Alternative zum Notensystem verwendet, ist eigentlich wurscht, Hauptsache Spass !

    Man könnte statt der Buchstaben übrigens dann auch gleich Zahlen nehmen: 7 = Alle Finger drauf, 1= nur erster Finger drauf usw., das wäre dann eine reine Griffnotation. Das wäre die direkte Verbindung Klang/Griff. Reicht eigentlich auch...
     
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  7. rbur

    rbur Mod Moderator

    Das Notensystem hat noch weitere Vorteile. Zum Beispiel hat unserer Kirchenchordirigent zu nicht notenfähigen Sängern immer gesagt "wenn's hoch geht wird es höher und wenns runter geht wird es tiefer". Das geht mit Buchstaben schonmal nicht.
    Und bei einer Griffnotation für ein Instrument mit so vielen Klappen würde ich auch kein 16tel vom Blatt spielen können. Und man könnte auch keine Saxophonstimme mit der Trompete nachspielen.
     
  8. SaxiUte

    SaxiUte Nicht zu schüchtern zum Reden

    Ab und zu schreibe ich mir auch den Rhythmus über die Noten. Bei schwierigen Takten sieht man bei mir schon mal keine Striche, die die Schläge markieren
     
  9. bebob99

    bebob99 Ist fast schon zuhause hier

    Wieviele Klappen hat so ein Saxophon, 24? Da wäre also eine 24-stellige Binärzahl in einem gängigen Zahlensystem darzustellen und beim Spielen entsprechend zu lesen. Ich halte das für zumindest "sportlich".

    Bei der Trompete mit 3 Ventilen ist das machbar. Und wird auch gemacht.
     
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  10. hiroaki

    hiroaki Ist fast schon zuhause hier

    Und wenn es dann zu polyphonen Instrumenten übergeht... Da möcht ich kein Klavierspieler sein ;)
     
  11. Florentin

    Florentin Ist fast schon zuhause hier

    Wohl wahr!

    Die Erklärung ist, dass unser Notensystem (und übrigens auch die Tastenanordnung unserer Klaviere) eindeutig Dur-orientiert ist, und zwar nach der "Grundtonart" C-Dur. Je mehr etwas von C-Dur abweicht, desto komplizierter sieht es aus (und ist auch auf vielen Instrumenten viel komplizerter zu spielen).

    Menschen aus anderen Kulturkreisen (und das beginnt schon in Osteuropa oder in der Türkei) werden das fürchterlich schwierig, unlogisch und unzulänglich finden. Von den indischen Ragas ganz zu schweigen.

    Andrerseits ist unser Notensystem auch ein realistischer Kompromiss. Wie müsste ein Notensystem aussehen, wo man Ganz- und Halbtonschritte systematisch unterscheiden könnte? Bei 12 Tönen pro Oktave, und mindestens 2 Oktaven zum Notieren? Wäre das viel einfacher zu lernen?
     
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  12. Seb

    Seb Schaut nur mal vorbei

    Nee, so kompliziert ist das gar nicht.

    Kleiner Test - welche Melodie ist das ?

    7 6 5 6 7 6 5 3 2 3
    2x 3 2 3 5 6 6 7
    3 2x 1 3 2 2x 1 2 3 5
    3 2 3 5 3 2 2x 6o 2x

    Jede Zahl steht für einen bestimmten Griff - 7 = alle Finger drauf = alle Klappen geschlossen, 6 = 6 Finger drauf = nur unterste Klappe auf,
    2x = nur 2. Finger drauf (also nur 2. Klappe geschlossen) und ein angehängtes "o" steht für "Oktavklappe betätigen".

    Viel Spass !
     
  13. ppue

    ppue Experte

    Alle Klappen geschlossen bedeutet für mich tief Bb. Das meinst du aber nicht, oder? Ist sicher ein C gemeint. Den Song erkenne ich aber trotzdem nicht.
     
  14. quax

    quax Ist fast schon zuhause hier

    Zur Melodie reicht es nicht. Immerhin kann man es als Folge von Tönen auf einem Saxophon interpretieren, wenn man mutig ist. :)
    LG quax
     
  15. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Es fehlen schlicht die rhythmischen Hinweise, die Taktaufteilung, etc.

    Ich verstehe nicht, was da einfacher als mit Noten sein soll.

    CzG

    Dreas
     
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  16. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    Es ging ja auch nie darum Noten zu ersetzen.
     
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  17. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

    Aber immerhin ist ein Buchstaben-Zahlen-System für die Darstellng von Akkorden sehr praktisch. Das Zeichen C7 z. B. lässt sich sehr viel leichter lesen als wenn das in üblicher Notation ausgeschrieben wird, womöglich noch in einer Umkehrung.

    LG Helmut
     
  18. bebob99

    bebob99 Ist fast schon zuhause hier

    Nein, wäre es nicht. Es wäre nur "anders", wobei "anders" nicht zwangsläufig auch nützlicher wäre.

    Die Frage kommt immer wieder und es werden auch immer kreative Varianten vorgestellt - die sich alle nicht durchsetzen. Nicht weil sie alle schlecht sind, sondern weil wir bereits eine funktionierende Variante haben, mit der jeder(!) mit ein bisschen Übung super umgehen kann. Es besteht schlicht keine Notwendigkeit 500 Jahre Notations Gewohnheiten und einen ebenso großen Stock von bereits notierter Musik wegzuschmeißen und umzuschreiben, nur weil ein paar lernresistente statt "Noten" lieber "etwas anderes, das man halt nicht Noten nennt" lernen wollen.

    Auch unsere Sprache oder Schrift ist nicht zwingend das Optimum, sondern das was hier und heute bei uns funktioniert. Dass es auch anders geht und auch funktioniert, sieht man an der Vielzahl unterschiedlicher Kulturen mit ihren Sprachen und Schriften. Ja, es wäre praktisch wenn die ganze Welt einheitlich Esperanto sprechen und schreiben würde, aber wegen der paar Spinner werden nicht 8 Milliarden Menschen das aufgeben, was sie schon können - und was super funktioniert.

    Und wenn man es systematisch angehen würde, eine Sprache und Schrift mit hoher Komplexität und hoher Informationsdichte bei gleichzeitiger Eindeutigkeit zu definieren, die von jedem Menschen einfach gesprochen werden kann, würde irgendwas völlig Unbekanntes entstehen das garantiert keiner will. Da hätte auch niemand was davon das zu lernen, weil man es mit keinem sprechen kann. Es wäre völlig nutzlos.
     
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  19. Pil

    Pil Ist fast schon zuhause hier

    Ab heute komponiere ich nur noch aus Telefonbüchern der fünf größten Städte in Deutschland.
     
  20. prinzipal

    prinzipal Ist fast schon zuhause hier

    solange an der ehernen bastion des klassischen ideals nicht tüchtig gerüttelt wird, werden alle das klassische notenlesen als voraussetzung für alles hinstellen.

    eigentlich geht es auch anders, aber alle versuche mit 11 linigen systemen ohne # und b sind niemals über erregte diskussionen hinausgekommen.

    auch viele meinungen, das notensystem sei unlogisch, sind berechtigt - wenn wir denn vorgängen in der ferneren vergangenheit irgendeine logik unterstellen wollten.

    gut gedrillte musiker*innen sind aber bei arbeit eine freude: sie spielen schnell was dasteht. das ist dann für die organisatoren schlicht billiger. und da musik ja nichts kosten darf, ist das ein wichtiger faktor.

    die notenungerneleser sind auch nicht ganz allein: bestimmte blechkollegen unterrichten nach eines berufenen pastors methode zur vermeidung von unmoral und schlimmerem klingend - in den erwählten gemeinden läuft/lief das auch super, es ist ja auch nur ein singebuch für alle nötig, das gleich aussieht - aber wenn dann mal wer aus der leider mehrheitlichen restwelt mit den dortigen noten kommt .... oh je .

    :-D
     
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