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Conn 10M mit falschem S-Bogen

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von ferrytale, 8.Dezember.2016.

  1. ferrytale

    ferrytale Kann einfach nicht wegbleiben

    Hallo Saxophongemeinde,

    ich habe gerade ein Conn 10M zum restaurieren erstanden. Es ist etwa von 1944, hat gebördelte Tonlöcher und ist versilbert. Es muss einiges an dem Sax gemacht werden, neue Polster, Mechanik richten, neue Achsen. Der Korpus selbst ist dafür in gutem Zustand, ohne Dellen und nicht krumm. Richtig blöd ist allerdings, dass der S-Bogen nicht original ist, sondern vermutlich so ein billig-"vintage"-asia-Teil. Was denkt ihr, waren 1500 Euro dafür trotzdem angemessen, oder sollte ich wegen des S-Bogens mit dem Verkäufer über eine Teilerstattung verhandeln?
    Ich kann gern heute abend noch ein Paar Fotos liefern!

    Gruß,
    Ferry
     
  2. saxfax

    saxfax Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Ferry,

    mit ohne passenden S-Bogen ist ziemlich blöd. Wenn das der Verkäufer verschwiegen haben sollte, ist das ein erheblicher Mangel, unabhängig vom wahrscheinlichen Ausschluss von Garantie. Aber auch mit passendem S-Bogen sind 1.500 € für ein Restaurationsobjekt nach meiner Meinung nicht gerade wenig.

    Wo und und wie hast Du gekauft?
     
    Zuletzt bearbeitet: 8.Dezember.2016
  3. ehopper1

    ehopper1 Ist fast schon zuhause hier

    1500 Euro ist ein guter Preis, allerdings nur für den Verkäufer.

    Einen S-Bogen zu finden, auch noch versilbert, ist sehr schwierig. Und falls du einen bekommst, wird das nicht ganz billig (> 300 Euro).

    Die notwendige Generalüberholung ist auch nicht billig (> 600 Euro). Zumal diese möglicherweise nicht viel bringen wird, weil der Billig-S-Bogen nicht geeignet ist.

    Wenn du nur die angesprochenen Kosten zusammenrechnest, hättest du für den Preis ein vollständiges Conn haben können. Vielleicht nicht versilbert, aber zumindest gut spielbar.

    Generell ist zu empfehlen in einen Saxshop zu gehen und zu testen. Am besten zusammen mit einer zweiten Person, die über noch größere Spielerfahrung verfügt.

    Lg
    Mike
     
  4. Stevie

    Stevie Ist fast schon zuhause hier

    Hi Ferry,

    das der Originalbogen fehlt ist schon blöd. Wenn man bedenkt, dass der Bogen für den Sound sehr wichtig ist, dann ist gerade bei einem Vintagesax der Originalbogen schon sehr wichtig.

    Zwar kannst Du diesen ersetzen durch einen guten handgefertigten Bogen, einen Nachbau oder - mit Glück - durch Ankauf eines einzelnen Originalbogens - aber das ist dann doch nicht ganz dasselbe.

    Wir sind hier aber in einem Bereich, der auch emotional stark besetzt ist. Soll sagen: ein Conn 10 m klingt mit einem neuen, handgefertigten Kupferbogen bestimmt super, vielleicht sogar "besser" als mit dem Original. Der "Marktwert" eines Vintagesaxes bestimmt sich für viele aber auch über den Originalzustand. Wenn es "nur" darum geht, ein gut klingendes Sax in Händen zu halten, wäre das ja eigentlich egal. Für viele ist es aber nicht egal.

    Deshalb ist der fehlende Originalbogen schon ein echter Mangel. Den kannst Du zwar vielleicht in puncto Sound, Spielbarkeit etc ausgleichen - aber sicher nicht gegenüber jedermann in puncto "irrationaler Wertschätzung" des Instrumentes.

    Es kommt jetzt ein bisschen darauf an, wofür Du das Sax gekauft hast.

    Willst Du es selber spielen, dann kannst Du mit einem Ersatzbogen (entweder handgefertigt oder nachgekauftes "Original") bestimmt gut leben. Du hast das Sax auch so günstig bekommen, dass dieses zusätzliche Investment höchstwahrscheinlich auch noch drin ist (10Ms werden irgendwo zwischen 3.000 und 4.000 Euro gehandelt).

    Wenn Du es eigentlich nach Überholung verkaufen wolltest, wird sich der fehlende Originalbogen höchtstwahrscheinlich deutlich auswirken.

    In jedem Fall hast Du aber einen wirtschaftlichen Nachteil, weil Du entweder zusätzlich investieren musst (es sei denn der China-Bogen ist der Hammer - kann ja theoretisch auch sein) oder nicht den Preis erzielen kannst, denn 10Ms normalerweise bringen ( es könnte sein, dass es überhaupt schwer zu verkaufen sein wird).

    Ergebnis: Mit dem Verkäufer über eine Teilerstattung zu sprechen, halte ich für angemessen.

    Trotzdem wünsche ich Dir viel Spaß mit dem Sax,

    so long

    Stevie.
     
  5. giuseppe

    giuseppe Ist fast schon zuhause hier

    Ich glaube auch, dass ohne originalbogen bei einem 10m alles andere als optimal ist.
    Nur interessehalber: was für ein Bogen ist denn dabei, und passt der an der Hülse? Mein 10m hat eine weitere Hülse, als die modernen Selmer oder yamaha, die ich hier verglichen habe. Aber vielleicht sind die auch nicht repräsentativ für den ganzen Markt, was die Mensuren betrifft...
     
  6. Sandsax

    Sandsax Ist fast schon zuhause hier

    "Asia"-bögen sind ja üblicherweise nach europäischer (Selmer) Mensur bemessen.

    Wenn man aber ein Conn spielt, soll sich aber wie ein Conn verhalten und wie ein Conn klingen und dann kommt man an einem Conn Bogen (10m oder 30M) oder an einem von der Mensur her nachempfundenen Bogen (sowas baut nur Gloger?) nicht herum.
     
  7. ferrytale

    ferrytale Kann einfach nicht wegbleiben

    Vielen Dank für eure Meinungen. Ich habe den Verkäufer auf den Punkt hingewiesen und um eine Teilerstattung gebeten. Mal sehen, ob er sich darauf einlässt.
    Ansonsten hab' ich halt ein wenig Pech gehabt und muss warten, bis es mal einen geeigneten S-Bogen in der Bucht anspült.
    Die Restauration mache ich selber, daher fallen dort nur die Materialkosten an (Polster und Achsen hauptsächlich).
    @giuseppe: Der beiliegende S-Bogen passt zumindest in die Hülse, muss evtl. noch ein winziges Bißchen geweitet werden, damit er richtig dicht ist.
     
  8. ehopper1

    ehopper1 Ist fast schon zuhause hier

  9. Taiga

    Taiga Ist fast schon zuhause hier

    Zum einen das und zum anderen gar nicht mal günstig.

    0,69 € = 1.- AU$
    upload_2016-12-8_15-50-42.png
    Lasst mich mal nachdenken ... ähm ... kleine Rechnung:
    650,- AU$ = 451,- €
    zzgl. Versand und Zoll und Wechselkursaufschlag durch Kreditinstitut .... da können flockig nochmal 350,- € dazu kommen.
    Dann ist man für den S-Bogen allein bei ca. 800,- € ...
    Wäre doch eine Überlegung wert sich einen personalisierten-super-spitze-handgeklöppelten-custom-krass-spezial-Bogen dengeln zu lassen.
    Dann hast Du ein super Sahneteil das sicher noch günstiger ist als das.

    Von wegen
    Allerdings wäre das auch so meine Schätzung gewesen; aber nicht 800,-.
    Wow!
    Na, der Vor-Satz kommt aber auf jeden Fall hin.
    By the way ... wo sind denn die ganzen Saxe hin, die normalerweise an den S-Bögen hängen .... ?
     
    Zuletzt bearbeitet: 8.Dezember.2016
  10. kittene

    kittene Kann einfach nicht wegbleiben

    Hallo Taiga
    Ist umgekehrt 0.69 Euro = 1 Au$...
    aber ein paar hundert Euro kostet es schon...
     
  11. Taiga

    Taiga Ist fast schon zuhause hier

    Hatte es gerade schon selbst noch gemerkt und korrigiert.
    Dananch erst Deinen Post gelesen.
    Danke. :)
    Trotzdem ... superteuer.
     
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  12. Stevie

    Stevie Ist fast schon zuhause hier

    Ich nochmal:

    Eine gute Adresse (aber natürlich nicht die einzige) für einen "personalisierten-super-spitze-handgeklöppelten-custom-krass-spezial-Bogen" ist: http://www.gloger-handkraft.com/

    Ich habe für Klassik einen Gloger-Bogen auf dem Bariton und bin damit sehr zufrieden.

    So long

    Stevie
     
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  13. Taiga

    Taiga Ist fast schon zuhause hier

    Ich muss das dann auch nochmal korrigieren.
    Dann kommt natürlich nicht soviel Versand, Zoll, etc. hinzu.
    Aber bei guten 600,- wird man schon landen.
     
  14. ehopper1

    ehopper1 Ist fast schon zuhause hier

    @Taiga
    ... genau, ist schon noch recht viel.
    Und wenn du tatsächlich einen Original-Conn-Bogen ergatterst, weißt du immer noch nicht ob er das ist was du insgesamt erhoffst.

    Ist wirklich Mist, wenn der Originalbogen fehlt.
    Aber wie schon weiter oben erwähnt: Vielleicht spielt sich das Conn nach dem Herrichten mit dem China-Bogen auch super.

    Lg
    Mike
     
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  15. kittene

    kittene Kann einfach nicht wegbleiben

    Hallo Ferry
    Nun mal vielleicht ganz zum Anfang - ein silber Conn aus der WWII-Zeit ist ziemlich selten. War so die zweit teuerste Ausführung (ist der Becher innen vergoldet?) und man hatte damals nicht soviel Geld für ein Sax. Das wurde wohl auf Bestellung für einen Kunden hergestellt. Damit möchte ich sagen, wenn da der silber Bogen dabei währe, hat das schon einen Sammlerwert. Somit könnte sich also eine Investition in einen Bogen schon rechnen - ABER - ich denke es geht dir um das spielen und somit kannst du entscheiden in welche Richtung du gehen willst. Wenn der Verkäufer dir einen Preisnachlass gewährt umso besser!
    Grüsse kittene
     
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  16. Sandsax

    Sandsax Ist fast schon zuhause hier

    Ich glaube schon, dass es nicht so viele andere als Karsten Gloger geben wird, die passende Bögen für amerikanische Saxe bauen.

    Die sonstigen Spezialisten wie SMG, Schucht, Boesken, etc. beschränken sich eher auf französische Mensuren.
    Vielleicht hat Steve Goodson (saxgourmet.com) oder sonstwer in Amiland noch was passendes im Programm.
     
  17. Saxax

    Saxax Ist fast schon zuhause hier

    Moin ferrytale,

    das was Du beschreibst, ist ärgerlich. Bei dem Zustand des Horns und dem de facto fehlenden S-Bogen solltest du in jedem Fall nachverhandeln.Wenn dann der Preis stimmt, helfen Dir vielleicht meine Erfahrungen:

    Ich spiele mein Conn Tenor derzeit mit einem Neusilberbogen von Julius Gerhard Keilwerth. ..... Das klingt nicht nur nach Conn, das fühlt sich auch so an (vielleicht sogar ein bisschen mehr :cool2:).

    Davor habe ich das Horn mit einem Ponzol-Bogen gespielt. Der Ton war hier etwas zentrierter, aber auch runder und fetter als mit dem Original. Diesen Bogen habe ich damals für ca. 10 oder 20 € anpassen (weiten) lassen, das ist für einen Saxdoc, der das entsprechende Werkzeug hat, kein Problem.

    Beide Bögen waren, was die Intonation angeht, dem Original ebenbürtig. Beide sind eher "Keilwerth-Linie", also nicht unbedingt mit modernen asiatischen vergleichbar.

    Ansonsten Conn-Sbögen (Nachbauten oder passend) gibt es, soweit ich weiß, von Gloger (bei saxshop.nl) oder bei Saxgourmet (Steve Goodson, wie bei Sandsax beschrieben) in den USA (zumindest vor ein paar Jahren etwas preiswerter). Beide behaupten, ihre Bögen seien besser. Originale sind nur schwer zu bekommen :-(


    Viel Glück beim Verhandeln


    keep swingin'



    Dein Saxax
     
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  18. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Das ist versilbert, nicht aus Silber! Die sind nicht selten, habe schon einige davon gesehen.

    CzG

    Dreas
     
  19. Conndomat

    Conndomat Ist fast schon zuhause hier

    Moin,

    hast Du Dein Conn denn auch mal mit dem Originalbogen gespielt?
    Ich hatte auf mein 10M auch schon mehrere Bögen, darunter ein Chu Berry, passt zwar nicht ganz von der Bohrung aber ums mal zu testen geht es.
    Den 10M typischen Sound, zumindest subjektiv, habe ich nur mit dem Originalbogen hinbekommen, die Unterschiede zu den anderen Bögen waren doch mit unter sehr deutlich, also ich würde nur einen Originalen verwenden!
    Vor kurzem wurde ein silberner in der Bucht für 450,- angeboten der auch wohl nicht verkauft wurde, leider weiss ich nicht mehr genau ob er für ein 10M oder für ein Chu Berry war, sollte man unbedingt drauf achten.

    Andreas
     
  20. Sandsax

    Sandsax Ist fast schon zuhause hier

    @Dreas

    "selten" stimmt, bezogen auf den Herstellungszeitraum ("WWII-Zeit").
    Tatsächlich hat Conn nach Kriegseintritt der USA bis Kriegsende nur eine verschwindend geringe Anzahl an Saxophonen hergestellt, weil die Rüstungsgüterproduktion absoluten Vorrang hatte.

    Allerdings werden auch die Vorkriegshörner für die besseren gehalten, was sich wiederum im Preis bemerkbar macht. Der Seltenheitsfaktor scheint da nicht zu zählen.
     
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