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Das Saxophon und der Jazz....

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von Supersol, 26.Oktober.2017.

  1. Marko74

    Marko74 Ist fast schon zuhause hier

    Bitte nicht aus dem Kontext reißen.
    Musikgeschmack hat mit Fähigkeiten am Instrument nichts zu tun.
    ,,Baker Street,, verbindet jeder mit dem Saxophon, aber das Solo zu spielen, ist spieltechnisch nicht wirklich schwer.

    Letztendlich spielt das auch gar keine Rolle.
    The Kinks mit ihrem 2-3 Notengroove oder die Stones mit ihrer leicht modifizierten E-Moll Tonleiter bei ,,Paint It Black,, haben nach 50 Jahren noch einen riesigen Erkennungswert.
    Und werden es wahrscheinlich in weiteren 50 Jahren immer noch haben.
    Wie gesagt, spielerisch keine große Herausforderung.
    Aber wenn der Fuß selbst beim größten Kritiker wippt, hat man nicht viel falsch gemacht.
     
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  2. RomBl

    RomBl Ist fast schon zuhause hier

    Ich bin ja eigentlich ein recht jazzaffiner Spieler.

    Gestern war ich auf einer Session, bei der viel Rock- und Bluessachen gezockt wurden. Es gab aber auch Zusammensetzungen, in denen wir klassische Jazz-Standards gespielt haben. Also für alle war etwas dabei.
    Bei den Rocksachen fand ich es spannend, reinzuhören, das tonartmäßig auszuchecken und sich selber was dazu zu entwickeln, was da reinpassen könnte (da ist man bei Saitenquälern bei klingend Em oft richtig :cool:). War richtig klasse gestern, über den Tellerrand zu schauen und mal aus der lamäng heraus was zu z.B. "Nothing Else Matters" zu spielen. So etwas hatte ich bis dato noch gar nicht auf dem Schirm.

    Fazit für mich: Offener denken - Jazz ist nicht alles. Andere Mütter haben auch schöne Töchter ... :D
     
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  3. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Sehr symphatische Erkenntnis :applaus:
     
  4. Marko74

    Marko74 Ist fast schon zuhause hier

    Und nicht nur auf die Töchter schauen, auch Mütter haben ihre Qualitäten... ;-)
     
  5. DiMaDo

    DiMaDo Ist fast schon zuhause hier

    Also ich bin ja eigentlich aus einer ganz anderen Ecke.
    ABACAB oder AABA waren mir schon immer ein Graus.
    Die frühen Pink Floyd, Mike Oldfield, Andreas Vollenweider, Michael Rother,
    eingeschränkt Jean-Michael Jarre waren mir als gelerntem Pianisten und
    Gitarristen die großen Heroen.
    Aber auch Eberhard Weber, Keith Jarret, Eberhard Schöner, Pat Matheny
    und eben Jan Garbarek fand ich traumhaft schön.
    Ich glaube, das Hauptcredo ist: gechillt und OHNE Gesang.

    Wegen Garbarek habe ich mit der Kanne angefangen, und
    mich mehr oder weniger zwangsläufig in die jazzigen Gefilde begeben.
    Aber Bebop-Geballer mag ich immer noch so wenig wie BigBand-Krach.

    Im Monent bin ich halt dabei die frisch erworbenen Kenntnisse aus der
    Jazz-Theorie zu "erden" und für meine präferierte Richtung nutzbar zu machen.

    Just my 2 ct.
     
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  6. ToMu

    ToMu Kann einfach nicht wegbleiben

    Garbarek als Idol,

    hm, da braucht man dann aber einen gewisse Zeit um mitzuhalten, oder schleicht ewig hinterher.
     
  7. DiMaDo

    DiMaDo Ist fast schon zuhause hier

    Das erste Stück das ich jemals auf einem Horn spielen konnte war
    "The Creek" auf der "Visible World" von Garbarek von 1993.
    Ohne Lehrer, nur mit der Kanne und einer Grifftabelle.

    WILLE bringt Dich weiter...

    Just my 2 ct.
     
    p-p-p gefällt das.
  8. prinzipal

    prinzipal Ist fast schon zuhause hier

    nun, ohne sehr gute technische fähigkeiten auf dem saxophon spielt es keine rolle, was falsch oder/und für andere unerträglich gespielt wird.
    gründlichste studien im sinne einer klassischen trainingsauffassung sind unabdingbar.

    der einfachste weg bei einem zustand von 0 hörerfahrung und 0 musikwissen ist, längere zeit klassisch musik zu lernen.
    bei genies mögen das nur einige bis viele monate sein.

    :-D
     
  9. edosaxt

    edosaxt Ist fast schon zuhause hier

    Hmmmmmmmm.....
    Ich mag nur wenig Jazz....
    Es gibt da Sachen, die ich sehr sehr gerne mag, ohne genau sagen zu können warum...
    Anderes (das meiste) mag ich so gar nicht....

    Aber das geht mir mit jeder Musikart (Punk bis Polka, Rock bis Rumba, Klezmer bis Klassik) so.

    Grenzen für den Saxeinsatz gibt es nicht.
     
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  10. gaga

    gaga Ist fast schon zuhause hier

    Diese Ausdrucksweise führt dann schnell dazu, dass DOCH über Geschmack gestritten wird.:karte:

    Vermuteter Grund für solche krassen Verrisse ist wahrscheinlich, dass der Schimpfer in diesen beiden Genres scheitert. Die für Bebop-Geballer benötigte Virtuosität auf der Kanne und im Kopf ist nicht jedem gegeben - ebenso wie die präzise Phrasierung und Lesefähigkeit, die man für BigBand-Krach braucht.
     
  11. edosaxt

    edosaxt Ist fast schon zuhause hier

    ....ooooch joh....
    Jeder Jeck is anders...

    ...und man muss Sachen nicht können, um sie nicht zu mögen.

    Entwertungen (in beide Richtungen) sind nicht wirklich diskussionsfördernd.
     
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  12. gaga

    gaga Ist fast schon zuhause hier

    Wohl wahr, aber mit pauschaler Verächtlichmachung von Musikstilen hat man so seine Erfahrungen...
     
  13. edosaxt

    edosaxt Ist fast schon zuhause hier

    Weiss nicht, ob es so pauschal gemeint war....

    Bebopgeballer treibt mich ebenso in die Flucht wie BigBand Krach....

    Einen feinen virtuosen filigranen bebop dagegen schätze ich ebenso wie z.B. die fabelhafte ABSTRACT TRUTH BIG BAND.

    Und wenn ich mitspielen darf, muss (kann) die bigband auch nicht sooooo virtuos sein.
     
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  14. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

    Sorry, dies ist keine "allgemeine Aussage" sondern eine "ICH-Aussage". Was ist daran verwerflich?
     
  15. gargamel141

    gargamel141 Kann einfach nicht wegbleiben

    @Supersol
    Im Eröffnungspost schreibst Du, dass das Saxophon von der Stilrichtung vorwiegend im Jazzbereich anzutreffen ist.

    Ich persönlich empfinde das gar nicht so, da gerade das Saxophon auch in vielen anderen Stilrichtungen anzutreffen ist.
    Ich habe sicher nicht damit angefangen Saxophon zu lernen weil ich Jazz spielen wollte :D
    Im Gegenteil hatte ich mit Jazz wenig bis garnix am Hut. Wobei sich dies dank des Forums auch schon verändert hat :)
    Allerdings war ich teilweise schon ziemlich erstaunt, was alles als "Jazzstandard" gilt... Stücke, die ich nie dem Bereich Jazz zugeordnet hätte bzw. die ursprünglich wahrscheinlich auch nicht aus diesem Bereich kommen.
    Genauso wenig hatte ich mich vorher mit Polka/Marsch beschäftigt, was sich dank des MV auch verändert hat.:)
    Es gibt so viele Stilrichtungen und so vieles musikalisch zu entdecken.....wenn Du also gerne Saxophon lernen möchtest dann trau Dich und tu es einfach - geh auf die musikalische Entdeckungsreise....
    LG
    Alice
     
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  16. Rick

    Rick Experte

    Die Ausdrücke gefallen mir, weil sie meiner Ansicht nach schon ziemlich gut diese Musikstile charakterisieren, gerade auch in ihrer Funktion für die jeweilige Epoche, in der sie entstanden.

    Bebop war nun mal der "Soundtrack" des US-Eintritts in den 2. Weltkrieg, wild, aufgeregt, erschreckend, bewusst schräg und provokativ-aggressiv, absolut keine Gute-Laune-Stimmungsmusik. Der akustische Kommentar zu Rassentrennung, sozialer Ungerechtigkeit, Perspektivlosigkeit und massenhaftem Sterben junger Männer in fremden Ländern.

    Und Big-Bands sind keine braven Schunkel-Blaskapellen, sondern MÜSSEN schrill und bombastisch daher kommen, sie waren für mich immer so etwas wie die Metal-Bands: laut und lärmend. Sie illustrierten musikalisch das Großstadtleben, Autoverkehr, Industrie, den Alltagskrach.
    "Sind sie zu stark, bist du zu schwach." :-D (Alter Werbespruch zu Fisherman's Friends)
     
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  17. Rick

    Rick Experte

    So ist es!
    Es gibt New Orleans Style, Chicago Style, Swing, Bebop, Cool, Free, Fusion - aber nichts davon ist DER Jazz, jede dieser Richtungen existierte auch als notierte oder kommerzialisierte Variante.

    Doch sobald jemand beginnt, den Sound seines Instruments zu individualisieren, die Töne "unklassisch" zu biegen und zu beugen, zu improvisieren, dann macht er quasi Jazz, auch wenn er das im Umfeld von Volksmusik, Sinfonieorchestern oder Rock macht.
    Gerade manche der frühen Rocker waren in ihrer Art zu musizieren oft dem Jazz näher als sie wahrscheinlich selbst ahnten, während sich die Begleitmusiker von Frank Sinatra oder Doris Day diesbezüglich meistens stark bremsen mussten - das war dann eher "Schlagermusik" als Jazz, auch wenn es von Big-Bands gespielt wurde (die eben nicht automatisch Jazz bedeuten).

    Und die meisten "Jazz-Standards" waren ursprünglich Pop-Nummern, viele stammten aus Musicals, die weder früher noch heute synonym mit Jazz waren. Erst wenn sie ein Jazzmusiker entsprechend interpretiert, werden sie zu Jazz.

    Beispiel "September In The Rain":

    Ursprüngliche Version



    Erst Sarah Vaughan machte daraus dann später Jazz - indem sie das Lied rhythmisch und auch melodisch variierte, indem die Begleitmusiker ebenfalls große Freiheit haben


    Und mal instrumental, mit Saxofon -

    KEIN Jazz:



    Purer Jazz:



    Die Freiheiten, die man sich als Jazzer nimmt, KÖNNEN natürlich auch mal zu wildem Durcheinander führen, vor allem ist Jazz unberechenbar, niemals gleich.

    Ich persönlich liebe das, es würde mich grenzenlos langweilen, ein Stück immer auf die gleiche Art spielen zu müssen (deshalb bin ich schon in Ensembles angeeckt und habe sogar Projekte verlassen, wenn ich mich künstlerisch zu eingeengt fühlte).
    Aber ich verstehe, dass diese Vielfalt und Unberechenbarkeit, die mich so fasziniert, manche anderen Leute verwirrt und abschreckt. Wir Menschen sind nun mal auch nicht alle gleich! :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 29.Oktober.2017
    p-p-p, last, Marko74 und 2 anderen gefällt das.
  18. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Moin!

    Mein Musiklehrer in der Schule sagte genau das, nur mit anderen Worten. WIr wurden auch mit einer ziemlichen Bandbreite an Musik konfrontiert. :)

    Grüße
    Roland
     
  19. RomBl

    RomBl Ist fast schon zuhause hier

    Unser Musiklehrer in der Schule hatte nur Klassik auf dem Plan. Total verbohrt. Spitzname: Beppi.
    Wir haben ihn damals dazu gedrängt (11. Klasse meine ich), auch mal die Musik zu besprechen, die wir gerne hören. Er hat dann sehr missmutig zugestimmt.
    In der nächsten Stunde hatte dann einer von uns eine Schallplatte (an die Jüngeren: das sind so große schwarze Teller mit einer Rille auf jeden Seite, die auf einer sich drehenden Scheibe abgespielt werden) mitgebracht. Extrabreit - Polizisten.
    Das Stück lief keine Minute, unser Musiklehrer kochte vor Wut und rannte mit folgenden Worten aus dem Zimmer: "Verreckt doch an dieser Musik".
    Naja, immerhin hat er es als Musik bezeichnet.

     
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  20. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Tja, bei unserem Musiklehrer habe ich zum erstenmal u.a Hancock, Methteny, Sky und Nina Hagen gehört. Also, es gab nicht nur Bach, Bartok und Berg. :)

    Grüße
    Roland