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Einkommen der Künstler in Deutschland

Dieses Thema im Forum "Eigene Themen" wurde erstellt von Gerrit, 6.Dezember.2017.

  1. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    @rbur:
    Alles auch richtig, was Du schreibst.
    Aber da ich auch täglich einkaufen fahre, sehe ich das Bürgerrufauto täglich. Und ich sehe da nie Bürger mit Rollatoren ein- oder aussteigen. Die gibt es sicher, aber es ist eine verschwindend kleine Minderheit der Nutzer. Ich sehe das Fahrzeug mehrmals täglich, wir es Patienten zur Physiotherapie fährt oder diese von dort holt. Die Praxis liegt in unmittelbarer Nähe zu uns.

    Von einer ehemaligen Mitarbeiterin von uns, die mittlerweile in Rente ist und sich dort durch ihre ehrenamtliche Mitarbeit ein stattliches Zubrot verdient, weiß ich, dass das Fahrzeug innerhalb der Zeiten quasi ununterbrochen unterwegs ist.

    Fakt ist, dass die Stadt das Bürgerrufauto über ein Jahr lang selbst betrieben hat. Irgendwann erkannt hat, dass die sich auf rechtlich äußerst dünnem Eis bewegt hat und diesen Verein initiiert hat, um eine "Rechtssicherheit" herzustellen.
    (Die Initiative ging von der Stadt aus. Ich erhielt die Einladung zur Gründungsversammlung des Vereins auch)
    Mir kann niemand weismachen, dass die Stadtverwaltung nicht wusste, dass sie illegal agiert hat.
    In einem persönlichen Gespräch bei mir im Haus hat mich unser Bürgermeister ins Gesicht hinein angelogen, als er mir glaubhaft machen wollte, dass das Bürgerrufauto keinerlei Fahrten durchführen würde, die klassisches Taxigeschäft seien.

    Was war eigentlich der Ausgangspunkt der Diskussion?
     
  2. Claus

    Claus Moderator

    Das Einkommen von Künstlern.... ;-)
     
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  3. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    ..... darf er in Wettbewerb zu einem privaten und gut funktionierenden Unternehmen treten?
     
  4. rbur

    rbur Mod Moderator

    eigentlich Künstler. Warum du plötzlich mit Taxi angefangen hast weiß ich nicht

    Muss er sogar. Er darf nur den Wettbewerb nicht übermäßig mit Steuergeldern unterstützen. Habe ich übrigens schon vor vielen Seiten geschrieben, als genau diese Verzerrung der Wettbewerbssituation von den Kommunen gefordert wurde.
    Der weitere Verlauf der Diskussion lässt mich glauben, dass der Staat zwar private Musikschulen durch Bezuschussung der eigenen Unternehmen unfair behandeln darf, aber nicht private Taxiunternehmen. Ich verstehe das nicht.
     
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  5. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Siehe #117. "Post, Bahn und alles andere auch "
     
  6. rbur

    rbur Mod Moderator

    das war ein Beispiel, weil meine Argumentation offensichtlich nicht verstanden wurde, als ich nur von den Musikschulen geschrieben habe
     
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  7. noodles

    noodles Kann einfach nicht wegbleiben

    Wat für ne Diskussion!

    Du möchtest tatsächlich marktwirtschaftliche Ansätze bei der musikalischen und kulturellen Bildung einer Gesellschaft ansetzen? Ich bin der Meinung, dass sich der Staat diese Art von Bildung auf die Fahnen schreiben und dafür sorgen muss, dass sie vollumfänglich jedem Einzelnen der Gesellschaft zur Verfügung gestellt wird, so wie Bildung in Mathematik, Fremdsprachen, Wirtschaftslehre usw. und zwar zu einem Preis, den man sich leisten kann oder sogar kostenfrei. Es ist ein Armutszeugnis wie der Staat mit derartigem Bildungs-Potential umgeht, eine wesentlich stärkere Subvention ist meiner Meinung nach unbedingt notwendig da die Schwächen unserer Gesellschaft auf diesem Gebiet sehr sichtbar sind.

    In Belgien oder Luxemburg kommt der Staat fast vollumfänglich für die Kosten der Musikschulen auf, die Bezahlung der Lehrer ist gut (Belgien) bis exorbitant (LUX). Auch in Österreich werden Musiklehrer angemessen gut bezahlt (vom Staat), in der Schweiz sogar noch besser (1/3 Finanzierung der Kantone). Italien und Spanien födern Musik entsprechend Ihrer Wirtschaftsleistung wesentlich stärker als BRD, die Bezahlung der Lehrer ist geringfügig höher, obwohl Lohne sonst geringer sind. In Frankreich ist musik. Bildung wesentlich stärker in die allg. bildenden Schulen integriert, die Bezahlung der Lehrer allerdings auch nicht viel besser als hier. In osteurop. Ländern ist Musikunterricht sehr billig. Den Lehrern wie auch allen anderen geht es entsprechend schlecht.

    Ein vernünftiger Preis, den Rest muss der Staat finanzieren. Wer sich das nicht leisten kann, muss noch auf Möglichkeiten zur Sozialbezuschussung zurückgreifen können.

    Hast Du Familie mit Kindern?

    Meinst Du die privaten Musikschulen, die praktisch ausschließlich prekäre und nicht-hauptamtliche Nebenbeschäftigungen für geringen Lohn anbieten? Am besten gleich mit in die öffentlichen Systeme integrieren und gleichgestellt fördern.
     
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  8. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Und meine Ausführung war ein Beispiel für "alles andere", wie sich ein Leistungsangebot verschlechtern kann ( nicht muss! ) wenn die öffentliche Hand in den Wettbewerb eingreift.

    LG Bernd
     
  9. noodles

    noodles Kann einfach nicht wegbleiben

    welchen Wettbewerb?
     
  10. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Okay. War unglücklich formuliert.

    Wenn die Stadtverwaltung als Wettbewerber in den Markt drängt.
     
  11. rbur

    rbur Mod Moderator

    Das hatte ich in meinem Beitrag geschrieben. Bitte komplett lesen, nicht nur den letzten Satz ....

    Dann hoffen wir mal, dass eine Partei, die deinen Vorstellungen entspricht, bei der nächste Wahl gewinnt und das umsetzt.
     
  12. ppue

    ppue Experte

    Ich schrub: Allgemein wird vollkommen unterschätzt, was für eine riesige Aufgabe Kultur für die Gesellschaft hat.
    Claus fragte: Von wem wird das unterschätzt?

    Von Politikern und großen Teilen der Bevölkerung.

    Es passiert leider immer wieder, dass, wenn das Geld nicht reicht, am Kulturtopf eingespart wird. Die Folgen davon sieht man nicht sofort. Ein Schlagloch in der Straße dagegen ist offen sichtlich, auch der Stau auf der A3, weil es nicht genug Streifen gibt (früher hießen sie Spuren).

    Ein Loch in der kulturellen Auseinandersetzung macht sich langsam breit. Ein großes kulturelles Loch haben wir zum Beispiel auf dem so genannten "Land". Von den 10 Milliarden kultureller Unterstützung, die wir steuerlich ausschütten, kommt da gar nichts an. Und so tut es nicht Wunder, dass die Landbevölkerung bei 866 Millionen € für die Elbphilharmonie denkt: Kultur ist überbewertet. Für uns nicht von Bedeutung.

    Bei mir in Duisburg sehe ich wenig Gefördertes, das eine Chance hätte, den kleinen Mann zu erreichen, geschweige denn einen der vielen Zugezogenen aus den fernen Ländern.

    Deutschland hat durchaus eine höhere Kulturförderung als andere europäische Länder. Mir scheint nur, auch hier müsste mal von oben nach unten umverteilt werden. Die Gelder werden leider von Menschen verteilt, die in ihrem eigenen, meist gutbürgerlichen oder akademischen Millieu leben und den offenen Blick auf ganze Bevölkerungsgruppen verloren haben.
     
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  13. Claus

    Claus Moderator

    @ppue

    Danke für die Erläuterung. Mit dieser differenzierten Aussage - insbesondere zur Situation im ländlichen Raum - kann ich etwas anfangen.

    Wobei man auch da hinsehen muss: ich war diese Woche bei der Verabschiedung eines Beigeordneten einer kreisangörigen Stadt, der sich dort über 20 Jahre lang mit viel Herzblut für die Belange der Kultur eingesetzt und unglaublich viel auf die Beine gestellt hat.

    War eine tolle Veranstaltung mit viel Musik und zahlreichen Künstler, die dort (ganz freiwillig und ohne Honorar) zu einer würdigen Verabschiedung beigetragen haben.

    Auch diese Politiker gibt es.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22.Dezember.2017
  14. GreenMile

    GreenMile Ist fast schon zuhause hier

    ... aus welchen Gründen sollten die öffentlichen Finanzen noch mehr fördern und unterstützen; hier sind aus meiner Sicht private Förderer ebenso wichtig wie notwendig...
     
  15. ppue

    ppue Experte

    Haha, der ist gut!
     
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  16. Claus

    Claus Moderator

    Nein, das war ernst gemeint. Wir sprechen ja hier oft über eine angemessene Honorierung (und ich halte das auch für wichtig), aber in dem Fall war es offensichtlich allen Beteiligten ein Anliegen, mit ihrem jeweiligen Beitrag „Danke“ zu sagen und ihre Wertschätzung für ein Lebenswerk zum Ausdruck zu bringen.
     
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  17. prinzipal

    prinzipal Ist fast schon zuhause hier

    kennich auch. ein direktor einer akademie einer anstalt des öffentlichen rechts fragte seinen kulturdezernenten "warum holen sie immer diese teuren KSK künstler, die studenten von der [ nahegelegenen ] musik uni machen es doch auch auch für 50 euro"...

    bei beerdigungen ist das anders - aber nur wenn mensch das beerdigungsunternehmen führt.

    jaja, alles kultur.

    :-D
     
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  18. rbur

    rbur Mod Moderator

    Müsst ihr alles zerreden und ins negative ziehen?
    Die Künstler wollten dem Mann dafür danken, was er 20 Jahre für sie getan hat.
     
  19. saxology

    saxology Ist fast schon zuhause hier

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  20. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier