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Einkommen der Künstler in Deutschland

Dieses Thema im Forum "Eigene Themen" wurde erstellt von Gerrit, 6.Dezember.2017.

  1. ppue

    ppue Experte

    Das Überangebot an Musikern ist das eine, der allgemeine Status von Kultur das andere.

    Unsere Gesellschaft denkt immer noch, Kunst und Kultur gehörten zum Freizeitspaß. Auf der einen Seite Wirtschaft, Arbeit, Geld verdienen. Das hat Vorrang, ist seriös und von allergrößter Wichtigkeit. Musik machen, oder wie es heißt: Musik spielen, das kann, muss aber nicht; da kann man auch schon mal die Subventionen streichen, wenn es eng wird.

    Allgemein wird vollkommen unterschätzt, was für eine riesige Aufgabe Kultur für die Gesellschaft hat. Kultur ist für sie überlebenswichtig. Ich bin sehr dafür, dass wir weniger arbeiten. Bewusst weniger arbeiten und dafür mehr spielen. Ich bin Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens, dass auch eine große Chance mit sich bringt, vermehrt in Kultur zu investieren. Aber das ist ein eigenes Thema.
     
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  2. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier


    ....wäre vielleicht ein Lösungsansatz....

    Die Musiklehrer organisieren sich und setzen die 35 Stunden - Woche durch. Bei vollem Lohnausgleich. Und eine
    Honorarerhöhung um 30%.

    Die Musiklehrer jubeln.....
    Die Preise für Musikunterricht steigen....
    30% der Musikschüler springen ab.....
    Die Musikschulen schmeissen 30% ihres Lehrpersonals raus.....
    Die verbleibenden haben mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen....
    Die rausgeschmissenen bieten ihre Leistungen zum Sonderpreis....
    ....äähhhh ....jaaa.... hmmmmm....

    ....Nur ein Phantasieprodukt.....


    SlowJoe
     
  3. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

    Die "Gesellschaft" sieht diese Dikrepanz offensichtlich nicht und es ist ja nicht so dass es keine "Kulturförderung" gibt.


    SlowJoe
     
  4. Ottokarotto

    Ottokarotto Ist fast schon zuhause hier

    Aber in dem Fall wird der als allgemein akzeptierte Preis nicht über einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage erstellt, sondern durch das Angebot der Musikschulen, die i.d.R. von den Kommunen subventioniert werden. (an der Musikschule, an der ich als Jugendlicher gelernt habe, wurden jährlich tausende DM hineingepumpt, damit sich jeder den Unterricht leisten konnte; vielleicht ist das heute nicht mehr so extrem, aber es wird ähnlich sein). Zudem sind Musikschulen idR von der MwSt. befreit. Kann man als selbständiger ML auch machen, ist aber ein mords-Aufwand und muss regelmäßig erneuert werden. Und den Schüler möchte ich sehen, der freiwillig 19% mehr bezahlt, weil der ML sonst de facto 16 % weniger verdient.
    bin nun aber wirklich raus.
     
  5. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

    Werden denn alle Musikschulen von den Kommunen subventioniert? Auch die privaten?
    Und die freiberuflichen Lehrer?
    Ich sehe hier durchaus sowas wie einen Markt.
    Und führt diese Subvention zur Erzielung eines "Preises den sich jeder leisten kann" an den kommunal geförderten Schulen dann nicht dazu dass die Freiberufler auch auf diesem Preisniveau arbeiten müssen obwohl sie nicht subventioniert werden? Nur um überhaupt Kunden zu bekommen?


    SlowJoe
     
  6. rbur

    rbur Mod Moderator

    Und was wird wohl mit den privaten passieren, wenn der Staat dem hier mehrheitlich geäußerten Wunsch nachkommt, seine Musikschulen noch stärker zu fördern?
     
  7. Claus

    Claus Moderator

    Der Subventionsbegriff ist m.E. Ein wenig irreführend. Wir reden hier von Musikschulen in Trägerschaft der Kommunen, die nach ihrem Selbstverständnis damit einen öffentlichen Auftrag erfüllen, ein für alle räumlich und finanziell erreichbares Unterrichtsangebot zu machen.

    Dass das von privaten Anbietern kritisch gesehen wird, liegt in der Natur der Sache, aber derartige Konstellationen gibt es in anderen Bereichen auch (Bäder, Energieversorgung, Theater etc.)
     
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  8. Claus

    Claus Moderator

    Von wem wird das unterschätzt?
     
  9. Gerrit

    Gerrit Experte

    Einige Reaktionen auf Dein Statement hier belegen nur seine Richtigkeit! Danke für Deinen Beitrag!
     
  10. SaxPistol

    SaxPistol Ist fast schon zuhause hier

    So einfach ist das nicht. Jede Institution, die öffentliche Zuwendungen erhält, unterliegt strengen Regularien und Prüfungen. Da muss quasi nachgewiesen werden, dass jeder Cent regelkonform eingesetzt wird. Gern genommene Prüfpunkte: Bewirtungs- und Reiserichtlinien.
    Würden freie Musikschulen staatliche Zuwendungen erhalten, müssten sie sich diesem Regelwerk unterwerfen. Ich glaube, das wollen nur die wenigsten.
     
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  11. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    @ Dreas. Die kleinen Leute zahlen abereinenhöheren Prozentsatz ihres Einkommens an Sozialausgabenals die Gutverdienenden. Mehr an Miete an Kosten für Transport usw. Ich persönlich würde gerne 50% meines Einkommens abgeben wenn ich eine Million Jahresgehalt hätte. So hätte ich immer noch mehr als ich jeh verleben kann.Es ist einfach alles Krank. bei uns im Altenheim sitzen sie dannalle in dergleichen Scheisse. Egal wer oder was sie mal waren. jetzt tragen sie die Folgen ihrer Gier. Übermüdeten schlechtbezahlten Pflegern ausgeliefert. Hilflos. Immer wenn einer jammert der noch orientiert ist sag ich ihm er soll doch nicht jammern. hat es doch so gewolllt.
     
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  12. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    Na dann gebern wir ihnen doch trocken Brot und ein zelt im Park. Dann können alle sich Unterichtleisten.
    Tatsache ist doch dass die Produktivität dauernd steigt. Die Arbeitszeit wird immer länger.
    Die reichen immer Reicher. Ich glaube eine Revolution mit einer totalen Änderung des Systems ist alternativlos.
     
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  13. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    Die meisten träumen aber von einem 39,5 Stundenwochenjob. Banker in der Commerzbank stechen ihre Karte und gehen dann noch mal 2 Stunden unbezahlt ins Büro. Altenpfleger arbeiten 12 - 15 Tage ohne einen freien Tag durch. Zu einem Lohn bei harz 4. In der Gastronomie SYtunden ohne Ende.Immer weniger Tarifbindung. rente die nicht mehr voll gezahlt wird weil menschen vorhewr nicht mehr können. In Bad Homburg einer der reichsten Städte des Landes tafeln und Flaschensammelnde rentner. Wol dem der noch normale Arbeitszeiten hat undein Gehalt beri dem es nicht eine katastropheist wenn die Waschmaschiene kaputt geht. macht die Augen auf.
     
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  14. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Das Thema ist wesentlich komplexer.

    Die Rechnung: wenn eine Frau neun Monate benötigt, um ein Kind auszutragen, schaffen neun Frauen das in einem Monat, geht auch hier analog nicht auf.

    Familie Klitzke hat 34 Jahre lang jedes Wochenende unsere Kundinnen, die mit der Bahn anreisten, zuverlässig und pünktlich am Sonntag zu uns gebracht und am Samstag wieder zurück zum Bahnhof. Wenn Dir ein nicht unwesentlicher Teil Deiner Fahrten durch die 1-Euro-Konkurrenz verloren geht, hast Du keine Lust, die Brosamen aufzusammeln, die Dir bleiben.
    Ich verstehe Familie Klitzke sehr gut, dass sie keine Lust hat, den Taxibetrieb am Wochenende (wo das Bürgerrufauto nicht fährt) vorzuhalten.
    Aufschläge für Wochenend-Löhne zu bezahlen, während der Taxi-Tarif der gleiche bleibt. Das ist nur bei einer Mischkalkulation haltbar.
    Generell ist es ja nicht so, dass die Taxi-Unternehmen in beneidenswertem Reichtum schwelgen.
    Da ist die Überlegung m.E. erlaubt, sich von einer deutlich unrentabler gewordenen Sparte zu trennen und nur noch die Dienste aufrecht zu erhalten, die das Ehepaar alleine stemmen kann und sich außerdem am Wochenende selbst Ruhe zu gönnen.
     
  15. rbur

    rbur Mod Moderator

    Gut, wenn es rentabler ist zu einer Zeit zu arbeiten, wo die Konkurrenz am größten ist, dann ist das halt so.
     
  16. rbur

    rbur Mod Moderator

  17. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    So ist es. Sie machen nur noch Busfahrten, Flughafen-Transfer etc.
    Und gönnen sich selbst 2 freie Tage in der Woche, wo sie früher 7 Tage Tag und Nacht erreichbar waren.
     
  18. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Um in ein Taxi oder einen Bus zu steigen, sind die Bürger zu gebrechlich.
    Aber ins Bürgerrufauto können sie behende reinhüpfen.
    Klingt logisch.
    Und dass die Bürger in Bad Liebenzell zu gebrechlich sind, um Waren aus dem Regal in den Einkaufswagen zu legen, habe ich schon lange vermutet.
    Blödsinn wird nicht wahrer, weil es in der Zeitung steht.

    Edit: 15 Euro für 2 Stunden Bereitschaft eines ehrenamtlich tätigen Rentners?
    Ich sollte mich dort auch ehrenamtlich engagieren. So viel verdient wohl kaum ein Taxifahrer.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21.Dezember.2017
  19. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    @abraxasbabu

    Bei allem Respekt, aber Dinge differenziert zu beurteilen ist nicht Deine Stärke....;)

    CzG

    Dreas

    P. S. Du hast ja schon mehr mals kund getan, dass Dein Lösungsvorschlag die Anarchie ist....hmmm...dann nenn doch bitte mal Beispiele, wo Anarchie zu mehr Lebensqualität geführt hat? Nach der französischen Revolution, nach der Oktoberrevolution? (beide mündeten in einer Diktatur)
     
    Zuletzt bearbeitet: 21.Dezember.2017
  20. rbur

    rbur Mod Moderator

    In der Tat ist es für viele alte Leute (die sich übrigens auch kein Taxi leisten können), ein sehr großes Problem, zur Bushaltestelle zu kommen und da mit ihren Rollatoren einzusteigen.
    Da ich täglich mit dem Bus fahre, maße ich mir da einfach ein bisschen Erfahrung an. Die alten Damen, die ich früher täglich im Bus mit ihren Einkaufstaschen gesehen habe, sehe ich immer übrigens seltener. Die gehören nämlich zu den Gebrechlichen, an deren Existenz du nicht glaubst.

    Nur weil man es nicht versteht oder nicht lange genug darüber nachgedacht hat, muss es noch lange kein Blödsinn sein, was andere sagen.

    Dass der Taxiunternehmer gesundheitliche Problem gekriegt hat ist mir klar. Die kriegt man zwangsläufig, wenn man jahrelang 24/7 arbeitet.

    Trotz Einladung nicht zu den Besprechungen zu gehen, wenn sich eine Konkurrenz am Horizont abzeichnet, halte ich übrigens für ziemlich unklug, vorsichtig ausgedrückt. Vielleicht hätte sich ja auch eine ganz andere Lösung entwickelt. Bei uns gibt es auch so ein billiges Auto, das fährt nachts als Ersatz für die Stadtbusse. Betrieben wird es von einem Taxiunternehmen.
     
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