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Fake Videos?

Dieses Thema im Forum "Home- und Live-Recording, Tontechnik" wurde erstellt von Juju, 5.April.2017.

  1. Juju

    Juju Ist fast schon zuhause hier

    Ich wollte den TOTM nicht sprengen, und die Diskussion um das Video ist ja schon ein paar Tage her, daher greife ich das hier nochmal auf:
    Ich habe schon mehrere Videos aus unserem Studio für Dave editiert (d.h. versucht die Audiospur an das Video zu koppeln ;) ), und mit der simplen Videosoftware, die ich benutze, finde ich es gar nicht so einfach, die Tonaufnahmespur mit dem Sound von der Videoaufnahme genau übereinanderzukriegen, und selbst wenn ich denke, ich hätte es ziemlich gut übereinander, ist es dann bei Youtube etc wieder gar nicht so gut wie ich dachte.
    Aber zu unserer Ehrenrettung (und der der meisten Jazzmusiker) möchte ich schon gerne sagen, dass jedes Video aus unserem Studio, das Dave in seinem Kanal auf Youtube einstellt, von vorne bis hinten ganze Takes sind, da wird nichts rumgedoktert.
    Auch bei Aufnahmen für ein Album ist es bei professionellen Jazzmusikern (im Gegensatz zu Popmusik, wo gerne im Mikrobereich gestückelt wird) eher unüblich, x Takes zu machen und dann heftigst zusammenzuschneiden. Üblich für ein Jazzalbum sind eigentlich ein oder höchstens zwei Takes, manchmal nochmal eine Intro oder Outro zur Sicherheit, wenn es nicht ganz tight war, aber das ist es dann schon.
    Nach über 70 Sessions bei uns im Studio, auch für die Alben anderer Musiker, und Daves Beteiligung an zig Aufnahmen als Sideman in anderen Studios wollte ich das schon nochmal klarstellen. Da zeigt sich dann die unglaubliche Routine, die die Profis uns voraushaben...

    LG Juju
     
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  2. SaxPistol

    SaxPistol Ist fast schon zuhause hier

    Hmmm... Deshalb benutzt man wohl am klassischen Filmset die noch klassischere Filmklappe. Damit kann der Schneider o. die Schneiderin genau Klappenzuschlagen (Videospur) und Klappenknall (Audiospur) auf einen Punkt bringen. Besonders wichtig, wenn der Film synchronisiert werden soll.

    Habe mal gehört, dass das bei streams wohl oft der Fall ist, dass je länger eine Aufzeichnung ist, Ton und Bild immer weiter auseinanderdriften.
    Sind deshalb Dauerwerbesendungen so "vermeintlich" schlecht synchronisiert? ;-)
     
  3. Juju

    Juju Ist fast schon zuhause hier

    Bei imovie läuft unten eine visuelle Darstellung von der Tonspur, die die Videokamera aufgezeichtet hat - da kann man dann die visuelle Darstellung von der qualitativ hochwertigen Tonspur drunterlegen und ziemlich genau übereinanderlegen, von daher braucht's die Klappe nicht so dringend, denke ich...
    LG Juju
     
  4. pth

    pth Ist fast schon zuhause hier

    Ohne Timecode wird Ton und Bild, bei getrennten Video und Audio Recorder, leider nie synchron werden.
     
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  5. Juju

    Juju Ist fast schon zuhause hier

    Und letztendlich finde ich das nicht so schlimm bei dieser Art von Videos, es kommt ja vor allem auf den Sound an, sonst könnte man ja auch direkt das nehmen, was die Videokamera soundmäßig aufgezeichnet hat, und sich die ganze Mühe sparen....
    Aber das erklärt doch letztendlich, warum das nicht immer alles hundertpro synchron ist bei solchen Videos.
    LG Juju
     
  6. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Auslöser der Debatte war ja dieser geniale ältere Herr ,sein olles Sm57 und seine Recording-technik ohne KH-Monitoring und sein Bomben-Sound.



    Für was betreiben wir dann eigentlich so einen Aufwand, wenn das alles so einfach geht ??

    Man beachte auch den tollen Winkel beim Spielen.....müsste da doch auch ziemlich optimal sein.

    Das war Anlaß meiner Zweifel bezügl. 1 zu 1 Aufnahme und Sound

    Lg Wuffy
     
    Zuletzt bearbeitet: 5.April.2017
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  7. SaxPistol

    SaxPistol Ist fast schon zuhause hier

    Ist halt auch eine Frage der Glaubwürdigkeit. Niemand fällt gern in den Verdacht, bei der Aufnahme gemogelt zu haben.
     
  8. kokisax

    kokisax Ist fast schon zuhause hier

    Für mich ist folgendes Video ein Sax Fake, da der Saxer oft "daneben spielt", insbesondere aber bei Minute 1:20 als schon aufhört zu spielen,
    obwohl der Lauf noch zu hören ist.
    Irgendwie ist er "neben der Spur", obwohl der Bassist wiederum mit dem Ton synchron spielt.
    Denke er "spielt" nur mal so mit, obwohl er das Arrangement gar nicht kennt.



    kokisax
     
  9. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    sehe nur ich keinerlei Mikrofone?
     
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  10. flar

    flar Ist fast schon zuhause hier

    Moin, moin

    Irgendwie verstehe ich die Aufregung nicht, geschnitten wird seit der Einführung des Tonbandes und ich finde da ist überhaupt nichts dabei!
    Wer die komplette 9. Symphonie von Ludwig van B. noch einmal aufnimmt, an der alles perfekt ist bis auf eine Stelle im vorletzten Tack der hat aus meiner Sicht irgendwie einen an der Marmel.
    Da wird ein passender Einstieg gesucht und dann geschnitten, ist doch kein Problem.

    Und das wird und wurde wirklich überall gemacht!
    Das Piano Solo auf John Coltranes "Giant steps" stammt auch von der alternativen Version, na und?
    Ist es deswegen schlecht gespielt, war vorher an der Stelle vielleicht gar kein Solo, hat Coltrane bei der alternativen Fassung gepatzt oder hat sie ihm bis auf das Piano Solo im Ganzen nicht gefallen?
    Alles völlig egal meiner Meinung nach, viele Leute begeistert das veröffentlichte Ergebnis und das ist das eigentlich wichtige!
    Ich glaube es kommt keiner auf die Idee John Coltrane als schlechten Musiker zu bezeichnen nur weil er seinen Plattenkäufern eine optimale Version zu Gehör bringen wollte.

    Wenn Töne massenhaft in die richtige Höhe gemogelt werden ist das etwas anderes, aber ein paar Takte in einem sonst guten Solo auf einer anderen Spur einspielen um vielleicht im Endmix eine kleine Macke auszubüggeln, soll man da von Betrug reden.

    Selbst auf weltberühnten Gemälden wurde von den "großen Meistern" ab und an mal ein Teil übermalt, sind das Betrüger? Wohl eher nicht.

    Problematisch wird so etwas erst wenn jemand der es wirklich nicht raus hat auf gut getrimmt wird, aber das ist dann neben dem Betrug am "Kunden" auch oft ein Selbstbetrug und mit so was muß auch jeder selber klar kommen!

    Und ob ein youtube Video nun Live eingespielt wurde oder die Bilder zur fertigen Aufnahme nachgestellt wurden interessiert mich eigentlich auch nicht, wenn die Musik gut ist stört es mich nicht wirklich wenn sich da mal Finger nicht paßend bewegen. Ich würde da jedenfalls keinen Betrug sehen, wenn mir irgendwo etwas auffällt was nicht zusammen paßt!

    Viele Grüße Ralf
     
    Zuletzt bearbeitet: 5.April.2017
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  11. Rick

    Rick Experte

    Das war ja die große Kunst von Herbert von Karajan, dies gut zu können. :cool:

    So geht es mir auch - es stört mich wenig bis gar nicht. Bin ja mit den alten Musikfilmen aufgewachsen, die NIE live eingespielt wurden, bewundere da aber durchaus die Fähigkeit der Akteure, sich synchron zur Musik zu bewegen, das ist nämlich nicht so einfach!

    Wir haben mit unserer Big-Band 2001 ein Video gedreht, um die Band auch optisch zu präsentieren (damals noch auf VHS). Wir hätten alles live machen können, aber ich wollte mehrere Einstellungen, damit es visuell nicht so statisch ist, die Video-Firma hatte allerdings nur eine Kamera (Profi-Betacam, kein Hobby-Camcorder), deshalb haben wir zwangsläufig die Musik vorher LIVE (ohne Schnitte!) im Proberaum aufgenommen, schön abgemischt und dies als Grundlage für die verschiedenen Video-Takes ablaufen lassen. Wir hatten sogar zur Verstärkung, weil nicht alle Mitspieler zu dem Zeitpunkt kommen konnten, eine Fake-Trompeterin dabei, die Freundin des Bassisten, die immer bei den anderen abschauen musste, was sie zu tun hatte (ansetzen, absetzen usw.)... ;)

    Als meine Frau und ich vor einem Jahr in Lüneburg zu unserem Video-Dreh waren, lief es genau umgekehrt: wir hätten die Musik vorproduzieren können, das wäre sogar das akustisch bessere Ergebnis geworden, weil man dort nur unzureichend auf Live-Tonaufnahme eingestellt war (schlechtes Sax-Mikro, besch...eidenes Klavier), aber meine Frau traute es sich nicht zu, das Klavierspiel und die Gesangs-Mundbewegungen zu einer Aufnahme synchron hinzubekommen. Also haben wir von jeder Nummer jeweils drei Takes gemacht und diejenigen genommen, die von Bild und Ton her insgesamt am befriedigendsten waren.

    Es geht also alles, ich finde beide Vorgehensweisen legitim - wobei das Vorproduzieren und nachträglich Bebildern meiner Ansicht nach in puncto Tonqualität die besseren Ergebnisse liefert, weil man da mit mehr Mikros arbeiten kann, die sonst im Bild stören würden.
    Ich muss aber zugeben, dass ich persönlich es wesentlich schwieriger finde, das Musizieren nur darzustellen. Auch das will geübt sein - Musiker sind es ja gewöhnt, vor Publikum live zu spielen, doch das Schauspielern ist eine ganz andere Herausforderung... :roll:


    Schöne Grüße,
    Rick
     
    Zuletzt bearbeitet: 5.April.2017
    Dreas gefällt das.
  12. Rick

    Rick Experte

    Genau das meine ich mit der Herausforderung des Darstellens: Da das Video in nur einer einzigen Einstellung läuft, muss er sich als Solist die ganze Version merken, auch das offenbar improvisierte Solo, das ist überhaupt nicht so einfach, wenn man gewöhnt ist, etwas spontan neu und anders zu machen.
    Auch neigt man, wie in dem Beispiel gut zu sehen, zum "Over acting", also mehr Körperbewegungen zu machen als normal.

    Die Vorteile liegen aber klar auf der Hand: Die Musik ist schön abgemischt und hat eine gute Tonqualität, doch es stehen keine Mikros störend herum, womöglich noch mit auf dem Boden liegenden Kabeln, über die der Kameramann bei seiner Bewegung stolpern könnte... ;)
     
  13. kokisax

    kokisax Ist fast schon zuhause hier

    @Rick ,

    kann natürlich schon sein, dass er sei Teil zuvor aufgenommen hat und nun nur noch "Play Back" spielt.
    Wollen wir ihm das zu Gute halten.
    Aber dann sollte man sein vorheriges Tun so gespeichert haben, dass man es auch grifftechnisch drauf hat.
    Mir als Zuhörer ist es dann lieber nur eine gute Audio Aufnahme zu haben, als nachrägliches Show gehabe.
    Wenn Video, dann richtig.
    Ist überigens eine meiner Lieblingsinterpretationen dieses Stückes und es regt mich jedes Mal auf, wenn ich es sehe.
    Anhören kann ich es nach wie vor....

    kokisax
     
  14. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    Für mich ist es auch ein Unterschied, ob das Bildmaterial ein live-Spielen suggeriert oder eine klar ersichtliche Illustration der Musik ist. Dieses Trio ohne Mikros sagt vom Bildmaterial schon sehr "wir spielen das jetzt gerade", und sie tun es doch nicht.
    Da fallen mir auch Aufnahmen ein, wo Chöre auf einer Almwiese singen, aber einen Hall wie in einer Kathedrale haben...

    Bei sowas Komplexem wie einem Film ist das noch einmal eine ganz andere Sache.
    Wobei es in der Regel der Ton ist, der beim Film nachträglich gemacht wird. Im Bonusmaterial meiner "My Fair Lady"-DVD kommt vor, dass Audrey Hepburn schon ein bisschen angefressen war, dass sie sich in den Singszenen die Seele aus dem Leib sang und dann von Marni Nixon synchronisiert wurde, weil die dann doch noch besser sang. Die Synchronsprecher (und umso mehr -sänger) haben die Sorge, synchron zu sein (und da haben wir ein Thema nur oberflächlich angerissen), aber die sieht man ja nicht, die brauchen sich dann auch nur auf den Ton zu konzentrieren.
     
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  15. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Bird hat das nicht geschafft, Coleman Hawkins beim Playbackspielen zuzusehen...

     
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  16. ppue

    ppue Experte

    Auch wenn man den Ton für seinen Film exakt angelegt hat, kommt aus der Tube nur Mist. Youtube trennt bei jeder Aufnahme Bild und Ton erst mal wieder auf. Die Synchronisationsfehler sind von daher auch oft unterschiedlich. Hatte früher mal versucht, den Ton umgekehrt versetzt an den Film zu pappen, auf dass er später passt. Auch das geht leider nicht.
    Mir ist das übrigens völlig schleierhaft, warum Youtube das so schlecht macht. Ein technisches Problem können synchrone Filme nicht sein.
     
  17. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Empfinde ich ganz anders. Da nirgends Mikros, Kabel etc. zu sehen sind, der Saxophonist sehr expressiv mit seiner Körpersprache unterwegs ist, empfinde ich es als gute Visualisierung einer guten Aufnahme.

    Bei denen ist es doch ganz offensichtlich.

    CzG

    Dreas
     
  18. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Das ist doch alles noch harmlos....DAS ist die Oberverarsche, da ich denke, daß der Großteil des Publikoms glaubt in einem Livekonzert zu sein...und dafür auch noch richtig Löhnen:



    CzG

    Dreas
     
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  19. flar

    flar Ist fast schon zuhause hier

    Moin, noch mal

    also die hier hat es, ohne das ein Mikrophon zu sehen ist, mit dem Playback aber so etwas von raus!



    ;)

    Viele Grüße Ralf
     
    Mini gefällt das.
  20. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Oder das hier. Das sind alles Popstars, die Millionen verdienen.....:eek:



    CzG

    Dreas