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"funky" Tenorsax

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von TSax80, 12.November.2017.

  1. TSax80

    TSax80 Ist fast schon zuhause hier

    Hallo,

    im thread über die 3 Tenöre schrieb Toko:

    1. Mein Rene Guenot, da mir der französische Klang der Instrumente aus den 20er/30er Jahre einfach unglaublich zusagt
    2. Ein Kohlert 57, da es eine der schnellsten/reaktionsfreudigsten Mechaniken hat und einen absolut funky Sound
    3. Ein Buffet S1 Prestige, weil es das wohl elegantest klingenste Saxophon ist, was je gebaut wurde.

    Aus den 3 Klangrichtungen wähle ich sofort Nummer 2 und staune, dass da ein Kohlert 57 genannt wird - ich hätte das ohne zu wissen mehr bei der pfft ppfftt subtone Fraktion vermutet. Es ist aber wohl ohnehin recht rar. Welche alten und neuen Hörner gehen denn noch so in die Richtung dicke Hose funky funky?

    VG, TSax80
     
  2. reiko

    reiko Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe mal ein Yamaha 82Z angespielt. Wenn ich nur Funk spielen würde hätte ich es statt meines Selmers gekauft. Für die Richtung das beste was die im Laden hatten. Einfach probieren.
     
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  3. antonio

    antonio Ist fast schon zuhause hier

    Ähh, das ist doch wieder ein Gang in den Märchenwald... Sitlistik ist nicht ans Horn gebunden, Funk spielt man doch mit jedem Sax, wenn man's kann. Gut, die hardware muss funktionieren, Horn dicht, Mundstück/Blatt/SpielerIn passend.
     
    Guido1980 gefällt das.
  4. TSax80

    TSax80 Ist fast schon zuhause hier

    Natürlich ist die Stilistik nicht an das Horn gebunden, ich bin selbst auch eher zurückhaltend gegenüber GAS - aber wenn der Toko das so über verschiedene Tenöre sagt, zählt das schon für mich.
    Weitere Erfahrungen zum Thema funky vs elegantes Sax? VG, TSax80
     
  5. reiko

    reiko Ist fast schon zuhause hier

    Ich wollte keine Märchenstunde aufmachen. Ich habe damals alles ausprobiert, was mir in die Finger kam, immer gleiches Mundstück gleicher Spieler gleiches Blatt. Alle Hörner waren dicht und voll funktionsfähig. Deutliche Unterschiede gab es trotzdem.
    Damit will ich aber nicht behaupten, dass man sich nicht auf jedem funktionsfähigen Horn auf das einstellen kann, was man will. Das sind zwei paar Schuhe.
    Gruß Reiner
     
  6. Sandsax

    Sandsax Ist fast schon zuhause hier

    Ja aber auch nein.
    Natürlich kannst Du alle Stilistiken irgendwie mit einem dichten Sax abdecken.

    Es gibt aber bestimmte Saxophone, die durch ihr Anspracheverhalten und ihren „eingebauten“ Grundklang bestimmte Stilistiken unterstützen, und es gibt universeller spielbare Saxophone, mit denen man einfacher alle Richtungen abdecken kann, ohne aktiv gegen die Eigenschaften des Saxophons arbeiten zu müssen.

    Ich denke, dass @Toko -s Äußerung genau in diese Richtung geht.
    Ein Kohlert 57 ist ein gutes Beispiel und wird nicht umsonst auch im amerikanischen Forum vielleicht noch vor dem Super20 als DAS Blues-/Rock- und Funkgerät schlechthin gesehen.
    Du hast fast das Gefühl, es „möchte“ in diese Richtung, wenn Du es spielst.

    Klassiker spielen aus gutem Grund bestimmte Baureihen (z. B. KING Super20 oder Conn Artist oder auch Martin Committee, auch Keilwerth?) üblicherweise nicht.
    Ein Vollsilber Yanagisawa ist andererseits schwierig bis gar nicht zum rotzigen Röhren zu kriegen...
     
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  7. saxfax

    saxfax Ist fast schon zuhause hier

    Die Beurteilungen von @Toko kann ich genauso nachvollziehen wie die von @reiko und @Sandsax :) Nur dass ich mit dem Buffet S1 (ergonomisch und Intonationsmäßig) nicht zurechtgekommen bin. Ganz im Gegensatz zu Selmer Mark 6 und Yamaha 82z - gekrönt vom King Super 20, mit denen es sich wunderbar Funks spielen lässt.
     
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  8. Toko

    Toko Ist fast schon zuhause hier

    Jepp, dass ist richtig. Du kannst mit jedem Sax jede Stilistik etc. spielen. Und trotzdem gibt es Modelle, die eine Stilistik in diese oder jene Richtung begünstigen. Das Kohlert 57 hat eine extrem reaktionsfreudige Ansprache, die das Spielen im Funkbereich begünstigt. Zudem, wie beschrieben, eine sehr reaktionsfreudige Mechanik, die mir ergonomisch auch noch sehr entgegenkommt. Auch hier kannst Du bei jedem Sax die Reaktionsfreudigkeit mit entsprechender Federstärke verändern, aber es ist dann immer noch nicht das selbe. Um das nachzuempfinden kann ich nur raten, sollte sich die Gelegenheit bieten, ein einwadfrei gut überholtes Kohlert 57 einmal zu spielen.
    Dazu kommt eben ein sehr knackiger, rotzfrecher Sound. Jeder Hersteller verfolgt ein gewisses Klangideal. Du kannst auch hier viel mit Mundstücken und Blättern und vor allem als Spieler diesen und vor allem Deinen Sound, sofern Du ihn gefunden hast, beeinflussen. Aber eine gewisse Grundrichtung begünstigt das Spiel in der Stilistik X, Y oder Z. Und dann gibt es eben Ausnahmen an Modellen, die in einer Stilistik schon eine solche Basis mitbringen, dass Du beim Spielen auf diesen viel weiter ins Detail vordringen kannst, als bei anderen Modellen.
    Und dabei musst Du dann noch einmal unterscheiden zwischen dem was beim Hörer ankommt, aber vor allem auch dem, was Du selbst beim Spielen wahrnimmst. Je besser Du Dich hörst und je genauer der Sound in der gewollten Stilistik bei Dir als Spieler ankommt, desto mehr kannst Du auf den Spiel an sich Einfluss nehmen. Zudem gibt es Dir Freiheiten, da Du Dich Ansatztechnisch nicht zu sehr auf Soundausrichtung konzentrieren musst, da dass Instrument die Basis mitbringt.

    Sonst könnten wir ja alle 250,00 € Messing spielen, weil ich ja mit allen alles spielen kann ;-)

    Gruß,

    ToKo
     
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  9. antonio

    antonio Ist fast schon zuhause hier

    Meinetwegen. Trotzdem würde ich nie ein Horn nach einer bestimmten Stiistik aussuchen. Schon nur deshalb nicht, weil da möglicherweise andere, viel wichtigere Aspekte schlicht untergehen können. Vor allem Beginner sollten sich von sowas nicht leiten lassen. So einige, ganz verschiedene Saxe hatte ich ja auch schon in den Händen. Keines wäre da jetzt speziell für irgend eine (Jazz-)Stilistik speziell geeignet gewesen. (Da ich kein Klassik-Spieler bin, klammere ich das mal aus- allerdings müssen ja auch Klassiker schnelle Staccati z.B. hinbekommen)
     
  10. Atkins

    Atkins Ist fast schon zuhause hier

    Ich glaube nicht, dass man mit einem Kohlert nun baubedingt reaktionsfreudiger spielen kann...also schneller. Das geht mit anderen Saxophonen ganz bestimmt ähnlich gut oder besser, alles ne Frage der Technik und des Zustands.
    Dass es so paar Teile gibt, die ganz aussergewöhnlich klingen, glaube ich gerne, aber würde das keinesfalls an Marken festmachen.
    :) Könnte also auch ein Kohlert sein.
     
  11. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Nun ja @Toko als sehr renomierter "Saxdoc" (Holzblasinstrumentenbauer) hat da sicher jahrzehntelange Erfahrung, die in ein solches Statement münden.

    Daher nehme ich sein Statement auch ernst....da ich nicht annähernd die Erfahrung habe das substantiell hinterfragen zu können.

    (Und ja, die Aussage, das Hörner mehr oder weniger die eigene Soundvorstellung unterstützen oder nicht kann ich mit meiner bescheidenen Erfahrung bestätigen.)

    CzG

    Dreas
     
  12. Atkins

    Atkins Ist fast schon zuhause hier

    :) Gut, wenn man nicht weiss.....usw.. Ich glaube doch eh fast keinem .....und denke, dass gerade bei Blasinstrumenten ( mehr als bei Gitarren z.B.) ganz viele Kleinigkeiten zählen.
    Was für den einen gilt und richtig ist, kann für den anderen daneben oder eben anders sein. ( paar Grundfragen mal ausgeklammert)
    Da gibts m.E. kein unbedingtes richtig und so ist es, dafür sind wir viel zu unterschiedlich im Umgang mit dem Instrument.
    Grösse, Alter, Lunge, Anatomie, Mundform, Gebiss, Hände, Musikalität, Persönlichkeit, usw usw usw.......meine bescheidene Meinung
     
  13. john

    john Kann einfach nicht wegbleiben

    Hallo zusammen,
    Anfang der 90 er spielte ich ein Yamaha 62er Tenor mit einem Otto Link Metall Mundstück
    und fühlte mich mit meinem Tenorsound in unserer damaligen Blues Brothers Cover Band nicht mehr wohl. Von dem YTS 62 habe ich mich getrennt
    und es kam ein Kohlert Regent. Ich spielte verschiedene Mundstücke wie z.B. ein Kautschuck Mundstück von Berg Larsen, dann
    ein altes Dukhoff Metall Mundstück. Mein Tenor machte wieder Spaß und kam in der Funk & Soul Band gut rüber.
    Im letzten Jahr bekam ich ein Kohlert Graslitz von Anfang der 30er Jahre in die Finger. Unangekündigt brachte ich es zur Bandprobe mit.
    Auf der Probe sagten alle, ohne zu wissen das ich ein neues Horn hatte (ein Gitarrist kann ein Kohlert Regent optisch nicht von einem Kohlert Graslitz unterscheiden), heute klingst Du ja richtig gut.
    Mittlerweile spiele ich auf dem Kohlert Graslitz ein altes vermutlich tschechisches Metall Mundstück mit Baffle welches wohl an ein Brillhart Mundstück angelehnt sein soll,
    keiner kann mir genau sagen, um was für ein Mundstück es sich handelt. Mit Marca Jazz Blättern, Stärke 3 habe ich nun mein Set up gefunden.
    Neulich hab ich dann mal in der Big Band Probe das Yamaha 62er Tenor von einem Kollegen mit meinem Mundstück angespielt, das kam auch ziemlich gut rüber.
    Das wichtigste war daher wohl die persönliche Entwicklung und die Arbeit am Sound, zu der mich diese Hörner brachten.
    Aber mein Kohlert Graslitz gebe ich nicht wieder her.

    LG
    John
     
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