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Gedudel oder nicht? Wie bewertet man Musik?

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von Ton Scott, 31.Oktober.2017.

  1. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Da frage ich mich doch glatt, welche Phänomene selbstentbergt werden bei meinen musikalsichen Vorlieben. ich werde mal darüber zu reflektieren versuchen ...

    Grüße
    Roland
     
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  2. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

    Vorsicht! Über Heidegger zu reflektieren führt leicht zu Hirnverknotungen.;)

    LG Helmut
     
  3. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Durchsage:
    "Professor Habermas, bitte in die Ontologie"

    Grüße
    Roland
     
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  4. B&SErik

    B&SErik Guest

    Zit. gekürzt.

    Während ich mir das anhörte, guckte mir eine Freundin ab und an über die Schulter und zum Schluß meinte sie: „Zu Anfang hatte er tolle Haare“. Paßte irgendwie ganz gut zur Überschrift EVOLUTION :p Und wenn ich so drüber nachdenke, was ich bei dieser Musik empfinde und darüber sagen könnte, dann fällt mir spontan ein, daß ich es unheimlich anstrengend finde. Wären es Worte - redete jemand so auf mich ein - ich würde abschalten und nur noch ab und an ja ja sagen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6.November.2017
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  5. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

    Komme gerade aus Leverkusen
    Die Wasserfuhrs,
    Wolfgang Haffner
    Nils Lundgren

    Bei Lundgren sagt eine Frau neben mir" also dervHaffner hat mir besser gefallen."
    Darauf ihr Begleiter"Das kann man so nicht vergleichen"

    Natürlich ist das unterschiedliche Art von Musik. Und doch, wenn es darum geht, was mir gefällt oder nicht, muss ich vergleichen. Aber das ist dann doch kein allgemeingültiges bewerten. Es ist eine Bewertung für mich und nur für mich.

    Cheerio
    tmb
     
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  6. Zebra777

    Zebra777 Ist fast schon zuhause hier

    Ich war vor 3 Wochen im Lokal Harmonie in Duisburg-Ruhrort. Dort spielte ein bekannter Free-Jazzer aus den USA. Zusammen
    mit einem Schlagzeuger und einem sehr guten Kontrabassisten.

    Der Jazzer fing an, unsagbar krumme und laute Töne mit der Piccolo-Trompete zu spielen. Das war schon heavy, echt schräg.
    Natürlich wusste ich, worauf ich mich eingelassen hatte. Dachte ich zumindest. Der Bassist legte dann ein tolles Solo hin, wo
    auch musikalische Struktur zu erkennen war. Der Schlagzeuger zertrümmerte dananch fast sein Schlagwerk.

    Es war schon extrem grenzwertig. Dann spielte der Jazzer Tenorsaxophon. So was hatte ich vorher noch nie gehört. Natürlich ist
    beim Free Jazz alles erlaubt, aber das ging bis in die 7. Sohle (sagt man hier im Ruhrpott). Es war Lärm, völlig undefinierbare
    Tonfolgen, alle 3 Musiker spielten völlig unterschiedliche Rythmen, für die Hälfte der Zuhörer echt eine Überraschung. In der Pause
    gingen dann die Hälfte der Zuhörer verstört nach Hause.

    Ich liebe Jazz !! Klassischen, Soul, Smooth, ein bischen Dixie. Und will auch Free Jazz "kapieren". Daher gehe ich auch ab und an
    zu solchen Konzerten. Aber der Zugang blieb mir bis heute versperrt. Trotzdem gebe ich nicht auf. Ich denke, was viele für Gedudel
    halten, ist Kunst, die man sich erarbeiten muss. Wo es klick machen muss im Kopf. Eine andere Welt. Ich bin neugierig, werde
    weiterhin versuchen zu verstehen, was das ist.
     
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  7. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

    :)
    Nochmal Leverkusen

    Ich war gestern Abend im Wesentlichen wegen Julian Wasserfuhr in Leverkusen (ok ----Wolfgang Haffner und Nils Landgren habe ich gerne mitgenommen :) )
    Ich habe seinen Ton auf der CD "Upgraded in Gothenburg" lieben gelernt. Das(!) wollte ich mir live anhören.

    Vorgestellt wurden viele Titel der neuen CD "Landed in Brooklyn". --- Meine Erwartung wurde da nicht erfüllt. Er experimentiert jetzt viel mit elektronischer Verfremdung.
    Also nix is' mit "schönem" Ton.
    Musikalisch ganz klar JW, aber nicht das, was ich hören wollte. Hat mir nicht gefallen. Andere waren begeistert.

    Nebenbei: auch Landgren Funk unit ziehen schon mal die Posaune oder das Sax über Effekte.

    Soviel zu meiner "Bewertung" :)
     
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  8. RomBl

    RomBl Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe mir die "Landed In Brooklyn" auch vor einiger Zeit gegönnt.
    Von der Sache her nicht schlecht, aber mehrheitlich ist mir die Musik, die dort auf der CD ist, "zu glatt".
     
  9. hiroaki

    hiroaki Kann einfach nicht wegbleiben

    Das erinnert mich an meine erste Free Jazz Erfahrung in den 70er.
    2 Klarinettisten standen nebeneinander und jeder spielte was ihm so gerade in den Kram passte. (Einen der beiden kannte ich, der hat das bestätigt).
    Der Drummer zersägte als Effekt auch gerne einen Holzbalken oder rannte mit einer Plastiktröte ums Schlagzeug.
    Der Bassist spielte das gesamte Konzert nur abwechselnd E und A.
    Es war ein Open Air Konzert und die Leute konnten kaum entkommen. Die Musiker hatten sichtlich Spaß.
     
  10. Nilu

    Nilu Ist fast schon zuhause hier

    Ja richtig, habe ich ab und an mal so gemacht - Musik die man als Zuhörer nicht ertragen kann, muss man selber machen.
    Das geht dann ganz gut aus.
     
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  11. saxpuu

    saxpuu Kann einfach nicht wegbleiben

    Volltreffer!
     
  12. Rick

    Rick Experte

    Man muss mal ganz klar und deutlich sagen: Da gibt es auch viel, leider SEHR viel Schlechtes. Luftnummern mit nichts dahinter.
    Für mich waren die 1960er und 70er die Epoche des Free Jazz, danach kam in meinen Augen diesbezüglich nichts Bewegendes mehr. Viele Pioniere dieser Zeit machen heute ganz andere Musik, für sie war das eine Ära, die wichtig war, aber nur als Übergang, als Lebensphase wie die Pubertät.
    Es ging um Protest, Aufschrei, Anklage, Rassendiskriminierung, Ungerechtigkeit, Vietnam, Umweltzerstörung, das war eine weltweite Bewegung mit Free als Ausdrucksventil.
    Jede Ära hat die Musik, die sie prägt und beschreibt.

    Heute hat man die Freiheit, freie Elemente einzubauen, aber es gibt eigentlich nicht mehr den dogmatischen Zwang zur Disharmonie um jeden Preis, das war eine Zeit lang anders (habe diesbezüglich schon an hitzigen Debatten in Musikerkreisen teilgenommen: Was ist musikalische Freiheit?).

    Meine Meinung: Musik, auch und gerade Free Jazz, muss emotional erfasst werden, nicht (nur oder ausschließlich) rational.
    Ich habe Aufnahmen von Sunny Murray, Cecil Taylor oder Ornette Coleman, die mich tief bewegt haben als Gefühlsausbruch, Aufschrei gequälter Seelen. Fehlt dieses Element, ist es für mich nur Lärm. Zeitverschwendung auf Kosten des Publikums. Dann lieber ehrlich rausgehen als Zuhörer.
    Oder auch mal konsequent von der Bühne als Musiker, wenn einem gerade nichts einfällt, einen nichts ausreichend bewegt (z. B. der Tenor-Saxer John Gilmore einst bei Sun Ra & his Arkestra).
     
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  13. reiko

    reiko Ist fast schon zuhause hier

    Ich bin seit einiger Zeit in einem Kreis für "intuitive Musik". Wir haben absichtlich nicht den Begriff "free jazz" gewählt, weil es uns weniger um Befreiung von musikalischen Konventionen geht, sondern mehr um das rein inutitive Zusammenspiel. Es gibt keine Form, jeder "dudelt" oder hämmert drauf los, aber interessanterweise entstehen dann doch beschauliche, ja magische Passagen und vergehen dann auch wieder im Chaos. Als Spieler finde ich das sehr spannend. Auch habe ich das Gefühl, dass die Mitmusiker im freien Spiel (nicht alle hatten Improvisationshindergrund) nicht nur besser und ideenreicher werden, sie hören besser zu und bringen sich besser ein. D.h. auch bei diesem oberflächlich betrachtet sinnlosen Getue findet ein Lernprozess statt.
    Wir haben uns vorgenommen, zu Beginn des Jahres mal öffentlich zu spielen. Ich habe vorgeschlagen, einen Ort zu wählen, von dem man nicht so schnell flüchten kann. ;)
     
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  14. Claus

    Claus Moderator

    Seniorenheime!
     
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  15. flar

    flar Ist fast schon zuhause hier

    Moin, moin

    Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Schiffen gemacht,
    sie dürfen nur nicht zu groß sein! ;)

    Viele Grüße Ralf
     
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  16. reiko

    reiko Ist fast schon zuhause hier

    Gute Idee! Auf dem Main kann man Schiffe mieten. Wenn die erst mal abgelegt haben....
     
  17. quax

    quax Ist fast schon zuhause hier

    kann kritisch werden, wenn alle auf eine Seite laufen
     
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  18. B&SErik

    B&SErik Guest

    Auf Schiffen wäre ich immer vorsichtig!
    Ein alter Bekannter von mir, Alleinunterhalter mit Keyboard und Gesang, wurde mal während einer Spreerundfahrt gefragt ob er auch schwimmen könnte.
     
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  19. MathildaS

    MathildaS Schaut nur mal vorbei

    Ja, genau - das trifft es auf den Punkt.
    Mein Lieblings-Solo von ihm ist in "Your Latest Trick" von den Dire Straits und nicht auf einer seiner Platten :)
     
  20. gefiko

    gefiko Ist fast schon zuhause hier

    Worte..... manche lesen Nietzsche, manche Harry Potter, manche Bildzeitung... jeder hat Recht für sich......