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Gedudel oder nicht? Wie bewertet man Musik?

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von Ton Scott, 31.Oktober.2017.

  1. Atkins

    Atkins Ist fast schon zuhause hier

    Herrje...was habe ich da nur angerichtet? Oder auch.....so schnell kommt etwas in den falschen Hals oder wird einfach anders verstanden. Wohl auch typisch für ein Forum.
    Wenn ich bei einem Konzert von einer Band oder auch einem einzelnen Musiker so richtig begeistert bin, kann es gut sein, dass ich es im Nachhinein
    mit geilem Geduddel ( mit 2 d :) ) bezeichne. Dito, wenn mir selber mal etwas gelingt. ( Doppel D wegen Bezug auf Geknuddel.....ich glaube, ich benutze das Wort schon mein Leben lang)
    kann vom plattdeutschen Norden kommen....vielleicht.
     
  2. a.g.

    a.g. Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Helmut, habe mir deine Zeilen nur gerade raus gepiekt beim Überfliegen der ganzen Beiträge.

    Ich hatt mit meinem früheren Lehrer Stephan Oberländer einige Gespräch bei dem er mir quasi für sich und mich nachvollziehbar seine Soli/Impros erklärt hat. Er hat oder hätte jederzeit jeden Ton, und es waren sehr viele, erklären/begründen können. Das war dann auch nicht "Verkopft" (den Begriff hab ich hier aus dem Forum) Sondern immer wieder logisch und nachvollziehbar. Er konnte so zusagen über jeden Ton einen Vortrag halten, weshalb seiner Meinung nach hier genau dieser Ton gespielt wurde. Das Ganze basierend auf der modernen Jazz Harmonielehre. Dies zu werten ist nicht nötig. Das kann ja jeder für df ich halten wie er/sie es will. Wenn er mit mir ein anderes Solo, von einem anderen Musiker besprochen hatte konnte er nur annehmen was sich dieser dabei gedacht hat. Das ist neben der Emotionalen Seite. Eine Seite die Verstanden werden kann. Wenn Frau/Mann es kann.

    Ich gehe davon das neben Michael Becker so ziemlich alle großen und viele mehr genau wissen was sie tun. Und zwar zu jedem Zeitpunkt.
    Ich leider nicht.

    Herzliche Grüße

    Andreas
     
    Zuletzt bearbeitet: 2.November.2017
  3. grosskopf

    grosskopf Ist fast schon zuhause hier

    Die Überschrift hat mich zu meinem neuen Blogbeitrag inspiriert! UInd ich bekenne mich schuldig, auch hin und wieder zu dudeln ;-)
     
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  4. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Dein Blogbeitrag gefällt mir....ich kann das sehr gut nachvollziehen....:cool:

    CzG

    Dreas
     
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  5. bebob99

    bebob99 Ist fast schon zuhause hier

    @Gerrit : Das folgende und lange Gesülze bezieht sich nur zum kleinen Teil auf Deinen Beitrag, der nur ein passender Aufhänger ist.
    Das ist richtig, und ich unterstelle mal, dass jeder der etwas sagt oder schreibt das in dem betreffenden Moment GENAU SO als angemessen empfindet. Natürlich kann man hinterher auf die Idee kommen, man hätte es auch anders formulieren können. Es bleibt aber von meiner Seite trotzdem die Forderung (und ich schreibe hier bewusst nicht "Bitte"), dass jeder, der sich von so einer Formulierung persönlich betroffen oder gar angegriffen fühlt, einmal gründlich nachdenken soll, warum das eigentlich so ist.

    Andauernd höre ich, man darf dies oder jenes so nicht sagen, weil irgendwer das vielleicht als Beleidigung empfinden könnte. Ganz ehrlich, "beleidigt" ist ein Gefühl, dass jeder ausschließlich mit sich selbst ausmacht und es hat bei weitem nicht immer damit zu tun was jemand wie sagt, sondern primär damit, wie man das Gehörte mit seinem eigenen Weltbild verrechnet. Der ganze Zirkus um "politisch korrekt" geht mir mittlerweile sowas von auf den Zeiger. Wie oft in gut gemeinten Ideen übernimmt die strikte Kontrolle der Wahrung der Form die eigentliche gute Absicht und fängt damit an ins Gegenteil zu kippen.
    Wenn man vermeiden muss, dass irgend jemand besonders zart besaiteter auf der Welt sich möglicherweise davon zu wenig wertgeschätzt empfinden könnte, dürfte niemand mehr auch nur den Mund aufmachen. Es wird sich immer einer finden, der sich daran stößt.

    Ich habe den Eindruck, dass diejenigien, die für sich selber in Anspruch nehmen, dass man Dinge von denen sie selbst überzeugt sind nicht mit deutlichen Worten kritisieren darf, selbst Schwierigkeiten haben, ihre eigene Überzeugung zu rechtfertigen. Um nur ja nicht mit den eigenen Vorstellungen in Konflikt zu kommen, darf dann eben nicht mehr "herabgewürdigt" werden. Wenn ich von etwas überzeugt bin und es kommt jemand und behauptet "das ist doch nur Mist", dann brauche ich mich meiner Überzeugung doch nicht zu schämen. Ich "weiß" dass der andere Unrecht hat und kann ihn getrost als offensichtlichen Idioten abstempeln, wenn ich die Kritik schon nicht als Anlass zu einer neu Evaluierung der Überzeugung nützen möchte. Da lach' ich doch drüber - oder ich hau dem ungebildeten Trottel ein paar Fakten um die Ohren, die meine Überzeugung stützen.

    Stattdessen plustern sie sich auf, rufen "Sakrileg, den Ketzer auf den Scheiterhaufen!". Und das alles nur weil jemand eine Meinung über jemand ganz anderen geäußert hat. Ich würde ja verstehen, wenn jemand behauptet (bitte jetzt nicht persönlich nehmen, das ist ein konstruiertes und völlig absurdes Beispiel. Ich schätze die Aufnahmen von Ton Scott sehr)
    :ironie:
    und der sich daraufhin aufregt, welcher Armleuchter ohne Ahnung von der Materie es wagt, sein Spiel dermaßen zu kritisieren. Das wäre ein guter Grund, sich persönlich angesprochen zu fühlen, selbst wenn auch das nur eine Kritik am Werk und nicht an der Person wäre.

    Aber es springen ja immer gleich die Fans aus den Büschen um den Kampf um ihr Idol und seine Idee stellvertretend selbst zu übernehmen. Und das eben nicht mit "He, Du DAU! Die lydische Umspielung des Gmin17/4 Doppelakkords in 14/6 Takt ist eine geniale Überleitung vom A in den B Teil. So etwas muss Dir erst mal einfallen.", sondern mit "er hat Jehova gesagt, steinigt ihn!".

    Das macht eine sinnvolle Auseinandersetzung mit der geäußerten Meinung schwer, denn da geht's nur um persönliche Animositäten und gar nicht um die Sache und zeigt eher eine Verwerfung im eigenen Selbstbild. Man definiert sich ÜBER diese Überzeugung, nicht MIT ihr.
    Trotzdem sind wegen solcher Befindlichkeiten schon Kriege ausgebrochen - und werden immer noch geführt.

    Das ist zwar auch schwer, wenn man das genau spezifizieren müsste, aber das unterschreibe ich trotzdem blind, weil die Aussage für mich Sinn ergibt und mir durch und durch richtig erscheint, auch ohne juristische Definition.

    Es ist aber ein gewichtiger Unterschied, ob jemand sagt "Du bist minderwertig weil Du schwarz, weiblich, oder mit einer Krankheit geschlagen bist" oder ob jemand sagt "das Gedudel ist grässlich, Kreationisten/Esoteriker/Homöopathen/... sind weltfremd oder Mohammed wäre nach heutigen Gesetzen ein Kinderschänder". Niemand verbietet jemandem anderer Meinung zu sein. Wenn sich zwei treffen, deren Meinung nicht übereinstimmt, kann man Argumente austauschen. Aber die Meinung des Anderen "weil meine Überzeugung herabwürdigend" pauschal nicht gelten oder gar verbieten zu lassen hat in meinen Augen etwas groteskes. Das werde ICH nie akzeptieren.

    In der Zeit in der ich in die telekommunikative Diskussions Kultur eingestiegen bin, gab es in der Szene eine wichtige Grundregel - die immer noch gilt:
    Der zweite Teil scheint in der ganzen Gesellschaft aktuell nicht sehr im Trend zu liegen.

    So, und jetzt dürft Ihr über mich her fallen und jeder, der nicht meiner Meinung ist outet sich dadurch zwangsläufig als ungebildeter Neandertaler. Viel Feind, viel Ehr. :evil:
     
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  6. Aerophon

    Aerophon Ist fast schon zuhause hier

    Du zerstörst gerade meine Hoffnungen. Ich hatte immer gehofft, dass mich Brecker berühren würde, wenn ich mal verstehe was er da spielt. Manche Jazz Stücke von ihm kann ich gut hören, aber mit den meisten tue ich mich schwer. Ähnlich geht es mir auch mit Parker oder Coltrane. Ich habe eine gewisse Aversion gegen schnelle Läufe und zu viele Noten, die auch unabhängig davon ist, wer sie spielt. Ich persönlich erkenne dann keine musikalische Idee mehr und dann wird es für mich tatsächlich Gedudel, weil es für mich inhaltsleer ist. Schnell spielen nur weil man es kann, ist für den Zuhörer nicht immer angenehm zu hören. Und natürlich gibt es hier im Forum Mitglieder die das ganz anders sehen und meinen eigenen Fertigkeiten um Lichtjahre voraus sind.Dennoch halte ich den Begriff Gedudel für legitim, weil er das Erleben des Hörers beschreibt.

    Aerophon
     
  7. Guido1980

    Guido1980 Ist fast schon zuhause hier

    Grooooßes Düddeldüüüt !

     
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  8. ehopper1

    ehopper1 Ist fast schon zuhause hier

    Dudeln ist auf jeden Fall produktiver als Dauerwischen auf Smartphone oder Tablet! :D

    Ich dudle gerne mal ganz alleine vor mich hin. Manchmal kommen mir dann Ideen. Und falls mir doch nix einfällt - auch nicht schlimm.
    Dann habe ich zumindest meinen Ansatz trainiert.

    Gerne übe ich ganz ohne Hintergrundmusik.
    Lead Sheet auflegen, Melodiepassage kurz anspielen oder umspielen (Akkorde, Skalen).
    Sich irgendwann ganz wegbewegen von der Melodie, so dass es nur noch improvisiert klingt.
    Finde ich total spannend, vor allem bei schwierigen (Akkord-)Passagen.
    Das könnte von Nichtmusikern schnell als "Dudeln" abgewertet werden.

    Dudeln hat bei uns in der Gegend übrigens noch eine weitere Bedeutung.
    "Einer dudeln" bedeutet, dass man ordentlich einen Trinken geht.

    :pint:
    Mike
     
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  9. last

    last Ist fast schon zuhause hier

     
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  10. Gerrit

    Gerrit Experte

    Worauf möchtest Du denn mit Deiner umfangreichen Rede hinaus? Seid entschlossen in der Sache und gleichwohl freundlich zueinander, hört zu, wählt achtsam Eure Worte! Der Sprechende mag über seine Worte nachdenken, möglichst bevor er sie wählt, der ihm Lauschende über seine Antwort und sein Gehör. Mehr gibt es dazu doch eigentlich nicht zu sagen. Man nennt dieses Verhalten allgemein und üblicherweise Höflichkeit.
     
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  11. bebob99

    bebob99 Ist fast schon zuhause hier

    Ich muss oft erst aufschreiben was ich denke, um meine Gedanken zu sortieren. Hinterher weiß ich dann nie, wie ich die Essenz in 2 Sätzen unmissverständlich ausdrücken könnte. Das gelingt mir aber in Langform auch oft nicht. Die Kernaussage ist: "woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich lesen kann, was ich geschrieben habe?"
    Ja, das in etwa.

    Es fehlt mir in der verkürzten Variante aber der Aspekt, dass die Indizienkette

    "ich mag xxx nicht" --> aber ICH mag das doch --> und ich mache es sogar selber --> der findet sch.. was ICH mache?? --> So ein ... :rage::rage: :punch::punch:

    so oder so ähnlich bei Vielen ganz reflexartig, aber doch vollständig im EIGENEN Kopf abläuft. Da fühlt man sich dann völlig unnötig persönlich betroffen und manchmal sind die Finger oder der Mund schneller als das Gehirn. Das gilt natürlich auch für mich. :bag:
     
  12. Taiga

    Taiga Ist fast schon zuhause hier

    #87
    @Guido1980

    Danke dafür. Hab' ich schon mal irgendwo in anderem Zusammenhang gesehen.

    Der Junge ab 16:22 spricht mir aus der Seele.

    Es ist ja expressiv und alles .... aber nicht mein Ding.
    Ich wäre gegangen.

    ... aber Mette scheint ja ein ganz nettes Mädel zu sein. ...

    Jeder Jeck ...
    ... in diesem Sinne ...
     
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  13. claptrane

    claptrane Ist fast schon zuhause hier

    Lieber @bebob99 , ich mag dich- wahrscheinlich deswegen ,weil du ein gründlich denkender Mensch bist und im Gegenzug einiger anderer nicht einfach irgendwas unüberlegtes raushaust .
    Das ist eigentlich auch mein Naturell, es kommt aber eine ausgeprägte Faulheit dazu, was Dinge angeht die mir völlig sinnlos erscheinen (zum Glück, sonst hätte ich für nichts anderes mehr Zeit) ;)
    Bei deinen Beiträgen ist es ganz oft so gewesen,dass ich anfange , dann aber nach vielen Sätzen denke“ Hmm, schau mal am Ende ob da ein Fazit steht, dann musst du dich nicht komplett durchkämpfen“.
    Meist war es, aus meiner Sicht, dann aber nicht viel anderes als zu Anfang und ich bin dann dazu übergegangen deine Beiträge zu überspringen....war auch nicht gut...!
    Das war vor ein paar Wochen auch so, dann habe ich an den Reaktionen anderer aber gemerkt, dass du doch was für mich relevantes geschrieben haben musst.
    Hab mir dann deinen Beitrag rausgesucht und gesehen, dass es doch wichtig war und du im Grunde genau meine Gedanken aufgeschrieben hast,nur eben sehr viel detaillierter und zu guter Letzt auch sehr informativ (es ging da um ein Lied , das irgentwie mit Nationalsozialismus zu tun hatte).
    An der Länge dieses Beitrages, der für die allermeisten sicher völlig uninteressant ist, kannst du sehen, dass ich dich wirklich schätze, aber hier dachte ich das Gleiche wie @Gerrit , wollte aber nicht so unhöflich sein den“gefällt mir-Button“ zu drücken ;)
     
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  14. Atkins

    Atkins Ist fast schon zuhause hier

    Kenne ich auch so ansatzweise und was höre ich gerne und oft im Sommer draussen oder auf dem Balkon?? Pharaoh Sanders und auch gerne Dexter Gordon. Ich mag vieles, aber die beiden ganz besonders.

    Kennt wahrscheinlich jeder: aber das Geduddel mag ich sehr:
     
  15. _Eb

    _Eb Schaut nur mal vorbei

    Musik ist wie Wein,
    entweder er schmeckt oder er schmeckt nicht.
    entweder es passt zur Stimmung und zum Gemüt oder nicht.
    Und in der Tat, manchmal muss man sie auch etwas liegen lassen damit sie gefällt...

    So wie ich nicht mit einem Winzer über seinen Wein diskutiere
    so zerlege ich auch keine Musik um zu begründen weshalb nun dieser oder jener Ton gespielt oder dazwischen sein muss.
    Ich lehne mich zurück höre zu und geniesse
    So halte ich auch wenn ich selbst "Musik" mache ich höre den anderen und mir zu und erfreue mich am Zusammenspiel. Ob es einem Kritiker gefällt oder nicht.... wenn ich es wirklich wissen will, dann frage ich ...

    just my two cent
     
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  16. claptrane

    claptrane Ist fast schon zuhause hier

    Zum Thema kann ich sagen dass ich mit dem Begriff “Gedudel“ kein Problem habe, meine Frau, die keinen Jazz mag, verwendet noch ganz andere Begriffe ;)
    Finde das Beispiel von @Roland super, Beitrag 26 mit Typ A,B,1,2 .
    Ich mag Brecker :)
     
  17. ppue

    ppue Experte

    Ich diskutiere gerne mit den Winzern über ihren Wein und die tun das auch gerne.

    Ist aber ein Unterschied, ob man selber Wein (Musik) herstellt oder nur Konsument ist. Natürlich kann man sich auf den Standpunkt stellen, Musik erschließt sich von sich aus und ist eh nur Geschmacksache.

    Ich finde das nicht.

    Kaum eine Kunstart "gehobener" Qualität kommt ohne Vorkenntnisse aus, sei es bei der Oper, wo man schon kaum den Text versteht, noch bei einer Beuyss'schen Fettecke, die man auch erst begreifen kann, wenn man die Geschichte des Künstlers kennt.

    Jazz als Kunstform braucht genau so ein Vorwissen wenn nicht auch ein geschultes Ohr. Und wenn man das hat, kann man die Musik analysieren und positive wie negative Kritik ausüben. Man hat da mehr Kriterien an der Hand als man denkt. Einige wurden schon in Bezug auf das Breckervideo genannt.

    Solche Kriterien zu finden und zu diskutieren, ist eine gute Sache. Da darf auch das Wort Gedudel fallen. Seid mal da nicht so streng. Gedudel steht für eine gewisse Abwechslungslosigkeit und ganz richtig, die kann auch dann subjektiv entstehen, wenn man der Sache nicht folgen kann.
     
  18. Gerrit

    Gerrit Experte

    Ich verstehe ja, was Du meinst! Mir gefällt auch, daß Du darüber nachdenkst, denn: wer gibt sich heute noch solche Mühe?! Aber: für die Reflexe und Reaktionen anderer bist Du nicht verantwortlich, es sei denn Du prozierst sie.

    Das ist übrigens in der Musik kaum anders: Du bläst Dein Horn und der Zuhörer ist gefragt...

    Es ist eine Angelegenheit der Höflichkeit und des Grades an Aufklärung, d.h. des Umfanges, dem man seinem Verstand Raum gibt. Wer Kritik an der Sache personifiziert, trennt den Gegenstand um den es geht nicht ausreichend vom eigenen Befinden. Dieses Phänomen erleben wir seit geraumer Zeit im politischen Diskurs: Populisten suchen gerade die Personalisierung und Emotionalisierung der Debatte. Über Twitter verbreitet man Unflat oder hier im Forum, im Zusammenhang einer Diskussion um Anne Lena Schnabel und den Echo Jazz Preis wirft jemand plötzlich den Begriff Sozialdarwinismus in die Runde um die Argumente des anderen zu diffamieren...

    Wenn jemand sagt: die Musik Michael Breckers sagt mir nicht zu, sie spricht mich nicht an, dann ist das völlig unbedenklich, man kann es möglicherweise bedauern, daß man den Genuss dieser Musik mit dem betreffenden Menschen nicht teilen kann. Das war es dann aber auch schon!
     
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  19. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    @Gerrit

    Ja, Zustimmung!

    Was mir aber besonders an dem Beitrag von @bebob99 gefallen hat, ist seine kritische Anmerkung zur "political correctness". Das geht mir nämlich auch immer mehr auf den Senkel. Man kann ja kaum noch offen deutlich seine Meinung äußern, ohne dass sofort jemand aufschreit "Das ist aber nicht political correct!"....ätzend.

    Schadet nach meiner Meinung einem offenen Meinungsaustausch.

    Und, wie ich weiter oben schon schrieb, für mich ist kein Mensch sakrosankt! Wie einige hier auf kritische, ironische Breckerkommentare reagiert haben (es gab keine unfairen Pöbelein! Niemand hat Brecker persönlich angegriffen!), hat ja fast schon was fanatisch religiöses.....kopfschüttel....

    Brecker ist in der großen Welt der Musik, die die Mehrheit der Menschen erreicht, einfach unbedeutend, eine Randerscheinung, nur für eine Nische (Jazz...1,5% Marktanteil) eine Größe.

    Und da wo er breitenwirksam als "Sidemann" bei erfolgreichen Pop/Rock Produktionen unterwegs war haben ihn 99% der Hörer gar nicht als DEN "Michael Brecker" wahr genommen.

    CzG

    Dreas
     
    slowjoe gefällt das.
  20. Gerrit

    Gerrit Experte

    Ja, aber das ist doch keine Diskussion wert: lass die doch aufschreien! Auf ungerechtfertigtes Geschrei geht man gar nicht ein. Argumente sind einen Diskurs wert, Feflexe und Affekte wohl kaum...