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Gibt es J.Keilwerth noch?

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von AlexT, 1.September.2017.

  1. AlexT

    AlexT Schaut nur mal vorbei

    Der Markenname als Motivation, dann stimmt gundsätzlich was nicht. Spiele jeden Tag gerne auf meinem Roy Benson, auch wenn ich weiß, dass dieses Exemplar nicht gut ist. Habe sogar ein schlechtes Gewissen, wenn ich einen Tag mal pausieren muss. Mit der Zeit lernt mal auch mit den Eigenarten umzugehen und auszugleichen.

    Bei einem teueren Saxophon sehe ich es etwas anders, als bei einer Uhr. Vor wem will man prahlen? Höchstens vor den paar Leuten im eigenen Orchester. Wer kennt schon Keilwerth oder Selmer, wenn man nicht unmittelbar was mit Musik bzw. Saxophon zu tun hat?
     
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  2. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Ich persönlich fahre lieber im Lambo die erlaubten 130 als im Dacia - wissend, dass meine Fähigkeiten nicht ausreichen, um auf der Nordschleife einen Rekord aufzustellen.

    Und keiner meiner Schüler ist so blöd zu glauben, sich Können erkaufen zu können. Eigentlich anmaßend, jemand so etwas zu unterstellen.
    Als Lehrer freue ich mich, wenn jemand viel Geld in sein Hobby investiert und nicht mit so einem Thomann-Scheißteil in den Unterricht kommt. Das ist nach meiner Erfahrung das größere Problem.
    In 30 Jahren Unterricht hatte ich nicht ein einziges Mal das Problem, dass jemand für seine Fähigkeiten zuviel investiert hat.

    Das ist sinngemäß hier schon hunderte Male geschrieben worden.
    Für wen ist das? Für die 99%, die das eh wissen? Oder für die 1%, die es nicht wissen, und die es nicht kratzt, weil sie sich trotzdem ein teures Instrument leisten können/wollen, aus welchen Gründen auch immer?

    Liebe Grüße, T.S.
     
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  3. noodles

    noodles Kann einfach nicht wegbleiben

    Ich gebe für mich selbst zu, das würde bei mir so nicht funktionieren.

    Dafür hast Du aber mächtig viel geschrieben.

    Wenn Du bei allen Dingen, die Du im Leben so kauft so vorgehst, dann kommst Du doch auf keinen grünen Zweig vor lauter informieren, abwägen, diskutieren...

    Mein Beileid.
     
  4. Gerrit

    Gerrit Experte

    Um Missverständnisse im Vorweg auszuschließen: jeder hier, Ton Scott, ich schließe mich ausdrücklich ein, respektiert Deine Kompetenz und Profession!

    Aber im Rahmen dieses Diskuses von Unterstellungen zu sprechen, geht m.E. an der Sache vorbei: die betreffenden Beiträge bezogen sich ganz klar auf Äußerungen, die sogar im Wortlaut genau wiedergegeben wurden.

    Deine Erfahrungen aus dreißig Jahren in allen Ehren, offenbar lebst und arbeitest Du auf einer Art Insel der Klugen und Glückseeligen, aber mir und auch anderen liegen leider zahlreiche glaubhafte Berichte auch von Kollegen vor, nicht nur Saxophonisten, die in ihren Jahren der Unterrichtstätigkeit immer wieder einmal etwas ganz anderes erlebten, als das, was Du erzählst.

    Ich möchte mit diesem Einwand nicht Deine Glaubhaftigkeit in Zweifel ziehen, aber die Welt ist meist weiter als der eigene Blick und das eigene Erleben.

    Ich möchte auch darauf hin weisen, daß zwar möglicherweise manches hier schon zum wiederholten Male geschrieben und geäußert wurde, aber deshalb bleibt es trotzdem erlaubt, weiterhin darüber zu sprechen oder öffentlich nachzudenken. Mir ist es lieber, die Leute tauschen sich in diesem noch freien Land offen aus, sind freimütig, als das man eine Diskussion, die vielleicht den einen oder anderen aus welchem Grund auch immer gerade interessiert, mit dem Hinweis "das ist hier schon hunderte Male geschrieben worden" abwertet und möglicherweise abwürgt.

    Und um auch hier noch ein weiteres Missverständnis auszuschließen: die Absicht eine Diskussion abzuwürgen unterstelle ich Dir mit meinem Hinweis persönlich nicht, aber möglicherweise könnte bei dem einen oder anderen der missliche Eindruck entstehen.

    Ich unterstütze nachdrücklich den sich hier ausbreitenden Gedankenaustausch. Es wurden hier von allen Seiten einige recht besonnene und kluge Gedanken geäußert. Ja, gewiss, einiges wurde hier schon oft geschrieben, aber darum ist es nicht falsch und manches kann man auch nicht oft genug sagen. Und wohlmöglich gehen manche hier ein Thema für sich erstmals an, dann mögen sie doch diskutieren, und wen es langweilt, weil er manches Argument im Laufe der Jahre schon zu oft hörte oder las, dem steht es doch frei, dieser einen Diskussion fern zu bleiben und sich einer zuzuwenden, die ihm gerade eher etwas interessantes bietet.
     
  5. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Aber mit dem Lambo hast Du zumindest von der Hardware her das Potential, näher an den Rundenrekord heranzukommen als mit dem Dacia.
     
  6. Gerrit

    Gerrit Experte

    Falls man nicht zuvor in der Leitplanke landet... ;-)
     
  7. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Das hat jetzt aber nichts mit der Hardware zu tun.... :)
     
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  8. Gerrit

    Gerrit Experte

    Das stimmt... bin mal einen Tag lang einen Porsche Boxter gefahren, von einem 105 PS Skoda Fabia kommend, da war schon eine gewisse Umgewöhnung notwendig ;-)
     
  9. ehopper1

    ehopper1 Ist fast schon zuhause hier

    @Gerrit
    Waren die Abgaswerte gleich?

    :duck:
    Mike
     
  10. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Frauenauto, laut Charlie Sheen, selbst der S.

     
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  11. Gerrit

    Gerrit Experte

    Keine Ahnung! Aber erstaunlicherweise passte in den "Kofferraum" des kleinen Porsche mein Saxophonkoffer...
     
  12. Gerrit

    Gerrit Experte

    Mag sein, machte aber trotzdem Spaß...
     
  13. Gerrit

    Gerrit Experte

    TonScott: was fährt man denn als Kerl nach dreißig Jahren Unterrichtstätigkeit?! ;-)
     
  14. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Das kommt darauf an, in welchem Konzern mein Bruder gerade arbeitet.
    Im Moment fahre ich Alfa Giulia.
    Ab November Mc Laren. Nein, leider nicht wirklich, da reicht die Kohle nicht, und ich werde mich umorientieren müssen.
     
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  15. Gerrit

    Gerrit Experte

    Das Problem ist, daß man nach dreißig Jahren Lehrtätigkeit zwar abgehärtet ist, ein ganzer Kerl sozusagen, aber die scheiß Musikschulen einem nie die angemessenen Dienstwagen stellen - gelle?!
     
  16. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Ich werde morgen mal fragen und dann meinen Lebensunterhalt nur mehr aus dem Rest meiner Einkünfte bestreiten. Dann geht sich der Dacia auch nur mehr mit Stahlfelgen und ohne Klima aus.
     
  17. bebob99

    bebob99 Ist fast schon zuhause hier

    Nilu ist ja kein Anfänger mehr und ich unterstütze sowieso die Idee, dass man gerade als Anfänger möglichst qualitatives Zeug verwenden soll. Die sichere Gewissheit, dass die Probleme NICHT vom Horn verursacht werden ist gerade in dieser Phase Gold wert. Wahrscheinlich geht man auch sorgfältiger damit um, wenn die Investition schmerzhaft war. Ich kann auch schätzen, wenn ein Produkt mit Sorgfalt und Können hergestellt ist. Da hat ein Mensch Lebenszeit und Liebe investiert um etwas Gutes zumachen. Das verlangt Respekt auch dem Produkt gegenüber.

    Es ist die Vorstellung, dass man die persönliche "Wert"schätzung und Motivation primär am dafür aufgewendeten Preis und der Reputation eines Namens fest macht, die mir Unbehagen bereitet, denn beides sind völlig fiktive Eigenschaften. Gerade bei industriell hergestellter Ware. Da korelliert die Marken Reputation üblicherweise direkt mit dem Werbe Budget und nicht in erster Linie mit der Produkt Qualität. Die ursprüngliche Idee der "Marke" als Qualitäts Siegel für die persönliche Arbeit eines Meisters ist ja bis auf ganz wenige Ausnahmen längst nicht mehr gültig. "Marke" wird heute mittels "Marketing" erzeugt, trägt also kaum einen realen Wert.

    Vor einiger Zeit hat jemand eine Annonce für ein Sopran Sax geteilt. Keine "Marke" mit exklusiver Reputation. Ganz OK, aber nichts übertriebenes. Der Rufpreis war astronomisch, mit der Begründung, ein berühmter, langhaariger Saxophonist hat drei oder vier Töne darauf geblasen und es für "ganz gut" befunden. Inklusive Video Beweis. Ich verstehe, dass man versucht, diese Segnung teuer zu verkaufen. Ich verstehe nur nicht, was Menschen bewegt, für so eine imaginäre Eigenschaft viel Geld auszugeben. Das Saxophon ist dadurch ja nicht besser geworden, nur teurer. Ganz bestimmt wird der Käufer damit nicht besser spielen. Womöglich spielt er gar nicht darauf, um das heilige Instrument nicht versehentlich zu beschädigen und zu entweihen.

    Wenn also jemand ein teures Instrument anschafft, weil es einfach "ur super" klingt, geil aussieht und ergonomisch genau passt aber eben nur um den Preis zu haben ist, dann ist das völlig OK. Man freut sich ja dann, über das gute Instrument OBWOHL es teuer war, nicht WEIL es teuer war. Ich halte das für einen wesentlichen Unterschied. Wenn die Entscheidung bei anderen wohlwollend aufgenommen wird, ist das ein sozialer Benefit, der gern mitgenommen wird. Das als Haupt Entscheidungskriterium zu verwenden halte ich beispielsweise ganz persönlich für verkehrt, weil es normalerweise eher ein Zeichen dafür ist, dass die nötige soziale Anerkennung oder das persönliche Wert Gefühl an anderer Stelle nur ungenügend vermittelt wird, das eigentliche Problem also nicht nachhaltig gebessert wird. Jeder darf das anders sehen. Vielleicht hat Nilu sich einfach nur missverständlich ausgedrückt.

    Ja, das ist bei mir in der Tat ein Problem. Es betrifft aber nicht die Dinge des täglichen Bedarfs, die verlässlich in gleichbleibende Qualität angeboten werden oder wo das Risiko eines finanziellen Fehlschlags sich auf ein paar Euro beschränkt. Bei längerfristigen Investitionen wo ich abwägen muss, ob die Leistung dem geforderten Betrag wirklich entspricht habe ich meist nicht viel Reserve für einen virtuellen "Markenaufschlag" oder gar "Protz Bonus". Da bleibt mir nicht viel mehr übrig als gut zu vergleichen um wie die Amis sagen "the most bang for the buck" zu bekommen. Ein angesagtes Logo auf dem Produkt steht in meinem persönlichen Kriterien Katalog entsprechend auch weiter unten auf der Liste.

    Ich wäre dafür, dass mehr Menschen vor wesentlichen Entscheidungen jeweils noch einmal prüfen, ob die Entscheidungskriterien und Voraussetzungen vom letzten Mal aktuell überhaupt noch so gültig sind, ehe man sich auf eine vorangegangene Erfahrung stützt.

    ... ja ich bin sehr geschwätzig und ganz bestimmt möchte ich niemandem vorschreiben wie er zu leben hat. Solange keinem Schaden entsteht, ist es doch egal was Menschen individuell glücklich macht.
     
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  18. Gerrit

    Gerrit Experte

    Ich halte das m.E. schon für angemessen, daß Du im McLaren bei der Bläserklasse vorfährst! In diesem Sinne: Gruß und frohes Schaffen!
     
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  19. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Sorry @bebob99 , das ist schlicht und ergreifend falsch. So funktioniert "Marke" nicht. Und eine Marke mit definiertem Markenversprechen läßt sich nicht durch Werbung nachhaltig aufbauen, wenn die Marke dieses Versprechen nicht hält.

    CzG

    Dreas
     
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  20. Gerrit

    Gerrit Experte

    Na ja, denken wir mal an die Dieselmotoren einiger bekannter Hersteller: große Versprechen, große Nachfrage, großer Betrug. Schwarze Zahlen schreiben die betreffenden Hersteller immer noch...
     
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