1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Harte Blätter = besserer Sound?

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von Dreas, 17.Oktober.2017.

  1. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Blätter der Stärke 1,5 ?
    Den Bodybuilder möchte ich sehen, der so ein schweres Blatt auch nur vom Boden aufheben kann. Geschweige denn, damit zu werfen! :)
     
  2. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Moin,

    ....und da früher alles besser war, hat man seine Blätter auch noch selbst bearbeitet und beschnitzt...um sie individuell für seine eigenen Belange zu optimieren.

    Und da hat man dann auch keine Fachleute gebraucht, die einem sagten, welche Blattstärke man nehmen sollte.

    Wenn man schon etliche Jahre spielt und ist aus dem Anfängerstadium heraus, schnallt man das eigentlich am besten für sich selbst und für seine eigenen Befindlichkeiten.

    Gr Wuffy
     
    Oldie43, Paco_de_Lucia, Taiga und 3 anderen gefällt das.
  3. Gerrit

    Gerrit Experte

    Ich hobele mir die heute noch selbst: aus deutscher Eiche! Die halten wesentlich länger!
     
  4. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Mit Rico Orange, der Geißel der Menschheit.
     
    bluemike, quax und Taiga gefällt das.
  5. Paedda

    Paedda Ist fast schon zuhause hier

    Muss ich meinen Monster Reeds einem Exorzismus unterziehen um ihnen die falsche Intonation auszutreiben?
    Und gehören die Black Bamboo einem Voodoo-Kult an?
    ;):p

    LG
    Paedda
     
  6. gefiko

    gefiko Ist fast schon zuhause hier

    Nur wenn er sich davor nicht tot lacht...
     
  7. KUS

    KUS Ist fast schon zuhause hier

    Jetzt mal so aus Anfängersicht und nur der Logik verpflichtet (bei eingeschränkten Physikkenntnissen):

    Die Blattstärke muss doch bei gleichem Mundstück für den Sound (Lautstärke ist mal ausgeblendet) völlig egal sein, weil doch immer das Gleiche passiert; durch den Luftstrom wird das Blättchen zum Schwingen gebracht. Das Ergebnis muss doch dann identisch sein, wenn der Spieler es versteht seine Motorik, Atmung und Physis dem jeweils aufgespannten Blatt anzupassen. Das dies je nach Blattstärke für den Spieler einfacher oder schwieriger ist klar, ändert aber nichts an der Grundlogik oder?

    Also frei weg nach dem Motto: das EDV-Problem sitzt immer vor dem Computer.

    LG Kai
     
    Zuletzt bearbeitet: 19.Oktober.2017
  8. Oldie43

    Oldie43 Kann einfach nicht wegbleiben

    @Wuffy

    Stimmt,haben wir mit den Riedel Blättern im Osten immer so gemacht.Nahezu jedes Blatt musste bearbeitet werden...zu weiche Spitze kürzer ...zu harte mit Rasierklingen seitlich was weggenommen und ein schönes "Herz " rausgearbeitet.Macht natürlich keinen Sinn mit plasteüberzogenen Blättern.Riedelblatt damals etwa 1,75 Ostmark...von 10 könnte man sich aber 5 "zurechtschnitzen"
     
  9. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Für meine große Klarinette die besten Blätter, die ich bis jetzt testen konnte ... :)

    Grüße
    Roland

    PS:
    ... das andere war Vandoren blau, das klang deutlich schlechter
     
  10. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Wenn ich mir die Grafiken dort anschaue:
    http://newt.phys.unsw.edu.au/jw/saxacoustics.html#pff

    Vermutung meinersteits: Mit härteren oder weicheren Blättern verschiebst Du den Arbeitspunkt, d.h. bei gleicher Lautstärke werden weiche Blätter etwas anders klingen als harte Blätter.

    Anderes Beispiel:
    Zwei messtechnisch fast gleiche Blätter: Vandoren blau 3 und Vandoren rot 3 1/2. Sound und Ansprache sind aber total unterschiedlich: blau hat dünne Spitze und kräftiges Herz, spricht also bei verschiedenen Lautstärken anders an.
    Und ja, ich habe nicht zwei Blätter verglichen, sondern mehrere Javas genommen. Auf dem Sopran gefielen mir die blauen besser, auf dem Bari speile ich die roten.

    Soooooooo einfach isses nun nicht .... leider oder zum Glück, wer vermag das zu sagen!?

    Grüße
    Roland
     
  11. stefalt

    stefalt Ist fast schon zuhause hier

    Man könnte auch sagen, wenn mehr Energie in der Schwingung ist, kann der der es kann daraus mehr machen (was nicht nur Lautstärke sein muss).

    Wenn ich ein Blatt immer gleich gut "beherrsche" sehe ich ein Dickeres durchaus als besser an. In der Praxis ist es aber wohl so, dass die meisten zu dick spielen und es deshalb eben nicht perfekt beherrschen. Dann hilft das dünnere Blatt (entsprechend dem Vorschlag, halbe Stärke runter!) beim besser Beherrschen. Und wie so oft spielt das bessere Beherrschen des Blatts eine größere Rolle als das Material bzw. seine Stärke selbst.

    Mit der selben Schlussfolgerung: das Problem sitzt immer vor dem Blatt, wenn es nicht gerade im stehen spielt ;-)

    LG StefAlt
     
    Dreas gefällt das.
  12. Werner

    Werner Ist fast schon zuhause hier

    Stärkere Blätter sind als Grundtendenz etwas dunkler als leichte. Wichtiger ist mir aber, das es - aufgrund grösserer Steifigkeit stärkerer Blätter - mehr "Anschub" braucht, um sie zum Klingen zu bringen, wodurch sie etwas mehr Wumms beim Beginn des Tons haben bzw brauchen, sprich, sie sind etwas percussiver.


    http://swing-jazz-berlin.de/
     
    Feuerstreuer gefällt das.
  13. KUS

    KUS Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Roland,

    das mag sein (glaube ich auch), aber den Aspekt Lautstärke hatte ich ja bewusst ausgeklammert.

    Für mich wäre das Ergebnis, dass ein Spieler, der über die notwendigen Fähigkeiten verfügt (s.o.), mit einem im Vergleich zu seinem Standardblatt leichteren Blatt den gleichen Sound produzieren kann, wie mit seinem Standardblatt. Er muss halt die unterschiedlichen Gegebenheiten in seinem Spiel berücksichtigen.

    Hallo StefAlt,

    das kann ich wahrscheinlich nicht in Gänze beurteilen. Aber gleichwohl eine Anmerkung dazu. Für mich ist Lautstärke das, was in Dezibel gemessen wird. Ich habe Einzelfälle gehört, wo der Spieler Dynamik durch Lautstärke ersetzte. Nicht alles was laut ist, wirkt aber dynamisch. Häufig ist es einfach nur Krach. Dynamik im Sinne von Erzeugung wechselnder energetischer Zustände wirkt auf mich um so überzeugender je leiser gespielt wird (Bsp. Jan Garbareck, Philharmonie Essen 2016).

    Kann aber natürlich auch sein, dass die Bandbreite, die ein Blatt an energetischem Potenzial zur Verfügung stellt, mit zunehmender Materialstärke steigt. Aber da bin ich weg. Das ist was für Physiker.

    LG Kai
     
  14. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Härtere Blätter sind nicht dicker als weichere Blätter. Die Blätter stammen aus unterschiedlichen Stellen des Rohrs.

    CzG

    Dreas
     
  15. KUS

    KUS Ist fast schon zuhause hier

    @Dreas

    Ok. Aber dann haben härtere Blätter wahrscheinlich eine höhere Dichte, was auch zu einer höheren Masse führt, was wiederum der Grund für ein höheres energetisches Potenzial sein könnte?

    LG Kai

    ... bin dann mal weg ;-) habe meine Blattstärke nach Convenience-Aspekten ausgesucht.
     
    Dreas gefällt das.
  16. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

  17. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Dann frage ich mich, warum die dann immer aus 80 Blättern die passenden zwei fürs Konzert aussuchen, wenn sie es doch auf allen könnten. :)

    Ich kann auch mit einem mittelharten Blatt (Vandoren blau 3er auf Sopran, Vandoren Java rot 3 1/2 auf Bari) verdammt leise spielen. Aber laut richtig gut geht nicht mit einem zu leichten, das macht dann irgendwann zu. Also schränken zu leichte Blätter meine Dynamikbandbreite ein. (Mögliche Erklärung: Ich bin einfach zu schlecht.)

    Der psychologisch-physiologische Teil: Mit leichten Blättern oder engeren Bahn fühle ich mich einfach unwohl. Ich wähle mein Setup nach: Wie klinge ich? Fühle ich mich wohl dabei? Mit technischen Daten kann und will ich keinen imponieren. Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass weibliche Teenies ihre Slips auf die Bühne werfen, wenn ich ihnen verrate, dass ich jetzt 4er-Blätter spiele. :) (Wäre ja auch gelogen. Sind ja nur 3 1/2er auf dem Bari.)

    Mithin, zur Ausgangsfrage:
    Ich klinge auf meinen mittelharten Blättern am besten, da ich die meisten dynamischen Gestaltungsmöglichkeiten habe.

    Grüße
    Roland
     
    Bernd, KUS und Dreas gefällt das.
  18. Gerrit

    Gerrit Experte

    Das ist sehr sehr hart!
     
  19. KUS

    KUS Ist fast schon zuhause hier

    Bin ganz bei Dir. Sicherlich haben auch Profis ihre Wohlfühlzone. Und dann gibt es sicherlich auch noch andere Aspekte.

    Ich wollte mit meinen Einwürfen eigentlich nur darauf hinaus, dass Anfänger bei Problemen eher bei sich (also Haltung, Ansatz, Atmung, Stütze ...) suchen sollten als nach einem neuen Setup (Blatt, Mundstück, Saxophon ...).

    Ich kann mich noch gut an mein erstes Jahr erinnern. Irgendwann ging das alte Setup nicht mehr (so gut). Schuld war natürlich das zu leichte Blatt und das Anfängermundstück mit zu kleiner Öffnung. Mein Sax-Lehrer mahnte mich, aber ich wollte ja nicht hören. Nachdem ich dann mal so richtig vor die Wand gelaufen bin, habe ich mir dann mit dem alten Setup und seiner Unterstützung die antrainierten Fehler wieder abgewöhnt. Seitdem versuche ich viel stärker darauf zu achten, was da eigentlich passiert, wenn ich spiele. Ich glaube, mir hat das geholfen.

    LG Kai
     
  20. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Ich dachte, das wäre hier allgemeiner Konsens. :)

    Meine persönliche Philosophie ist: Der Sound kommt Dir, das Material soll halt nicht im Weg stehen.

    Ich kannte auch mal einen, der autodidaktisch lernte und nach 2 1/2 Jahren noch weit weg war von soliden Grundlagen. Aber schon meinte, wenn er dann nach dem Studium Geld vediene, dann würde er sich ein Mark VI holen, das klingt dann richtig gut. Ich dachte nur: Mit einem Ferrari fahre ich ja auch besser Auto. Weil das ja klar ist.

    Grüße
    Roland