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Intonation

Dieses Thema im Forum "Soprano Special" wurde erstellt von m-sax, 28.April.2016.

  1. m-sax

    m-sax Kann einfach nicht wegbleiben

    Liebe Sopranos,

    ich spiele erst seit Oktober letzen Jahres Sax (allerdings jahrzehntelang Querflöte). Ich habe mit Sopransax angefangen, trotz vorheriger Warnungen kompetenter Leute. Aber ich komme gut zurecht. Auffallend finde ich nur, dass in der höheren Oktave die Intonation ein echtes Problem ist. Ich kann mir quasi fast jeden Ton zurechtbiegen. Erinnert mich echt an Renaissancequerflöten, bei denen man sich die Grifftabelle quasi selber schreiben muss ☺

    Hat da jemand ähnliche Probleme? Oder ist das gar normal?

    LG
    m-sax
     
  2. Gundi

    Gundi Ist fast schon zuhause hier

    Das Sopran ist - wie ich finde - etwas zickiger was Intonation angeht, als z.B. Alt oder Tenor.
    Ich spiele wirklich schon lang und regelmäßig aber das Sopran ist und bleibt heikel.
    Wenn man dann noch andere Baustellen am Ansatz hat wird's unter Umständen schwierig. Was mir geholfen hat und immer mal wieder hilft ist das Spielen mit Playback, Oktavübungen, manchmal auch mit Stimmgerät und generell das gruselige Wort mit Ü....
    Mit dem Alt kann ich auch länger mal pausieren und immer noch manierlich spielen, das fällt mir beim Sopran sehr viel schwerer.
    Nicht zu unterschätzen ist das Instrument und das Mundstück dazu, das ergibt besser und weniger beherrschbare Kombinationen. Evt. mal von jemand testen lassen, der auf dem Sopran "zu Hause" ist.
    Ich hab lang ein recht enges Berg Larsen gespielt und nie Intonationsprobleme gehabt, jetzt ein recht offenes SuperSession mit tollem Klang, das ist aber eben flexibler und deshalb auch schwieriger.
    Dranbleiben, das wird schon!
    Gruß in die Runde
     
  3. m-sax

    m-sax Kann einfach nicht wegbleiben

    Danke für die Infos. Ist ja interessant. Aber ich werde auf jeden Fall dranbleiben, weil es mir so sehr Spaß macht.
    Ich habe ein Yamaha 4c Mundstück und spiele meist Vandoren 1,5 Blättchen. Manchmal auch Rico 2, aber ich finde den Vandoren Sound besser.
    Da ich vom Sax infiziert bin, besitze ich mittlerweile auch ein Alt. Ein 90 Jahre altes Conn Stencil. Alle, die es getestet haben, waren begeistert, obwohl es ein bisschen zickiger ist, als ein neues Sax. Ich tue mich jetzt schwer mit dem Alt und fühle mich, trotz der Intonationssache, beim Sopran zu Hause. Werde mich deshalb wohl vorerst weiter ins Sopran reinhängen und irgendwann mal eine Alt-Phase einbauen. Das ist mein Plan.
    LG
    m-sax
     
  4. Stevie

    Stevie Ist fast schon zuhause hier

    Hi M-Sax,
    Bei einem 4c Mundstueck sind nicht von Die gespielten Blaetter vielleicht etwas zu leicht. Mit schwereren Blaettern muesste die Intonation besser zu kontrollieren sein.
    Viel Spass weiterhin,
    Stevie
     
    moloko_plus und Rick gefällt das.
  5. m-sax

    m-sax Kann einfach nicht wegbleiben


    Ah, danke für den Hinweis.
    Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich offenbar langsam ein wenig lockerer werde und mich nicht mehr so festbeiße :) Zum Beispiel kann ich mittlerweile auch mit der Lautstärke ganz gut umgehen. Bisher war ich immer ziemlich laut. Jetzt sehe ich da Spielraum (im wahrsten Sinne des Wortes) und ich kann ein bisschen was mit Dynamik machen.
    Vielleicht probiere ich mal ein härteres Blättchen. Ansonsten mag ich Vandoren ganz gern. Rico Royal klingt nicht so schön bei mir. So scharf und quäkend.

    LG
    m-sax
     
  6. ppue

    ppue Experte

    Gut, wenn du sie überhaupt biegen kannst und dich nicht am oberen Level fest beißt. Man muss nämlich selber intonieren. Das Instrument ist eine Hilfe dabei aber die genaue Tonhöhe macht man selber.
     
    Rick gefällt das.
  7. Nemesis

    Nemesis Ist fast schon zuhause hier

    Habe auch nach Jahrzehnten Querflöte (und As und Ts ) im letzten August mit Soprano angefangen. Merkte dann sehr schnell, daß "meine Kleine" extremer Fürsorge, was das Intonieren anbelangt, bedarf. Winzige Veränderungen haben gleich einen Rieseneffekt. Mit Stimmgerät lange Töne..........Ich spiele Blattstärke 2.
    In meinem Saxquartett gehen wir jetzt Bachs "Air" an; eine mächtige Herausforderung, die langen Töne......!
    Aber soooo schön, wenns denn sauber ist..........
    Liebe Grüße
    Nem
     
  8. m-sax

    m-sax Kann einfach nicht wegbleiben


    Wow, Bach... da traue ich mich noch nicht ran (außer mit Flöte natürlich).
    Aber ich stelle es mir superschön vor und wünsche schon mal viel Spaß dabei.
    Es ist ja schon mal sehr beruhigend zu hören, dass es nicht nur mir so geht mit der Intonation. Um so mehr Anreiz, daran weiterzuarbeiten.
    Ich probiere es jetzt mal mit einem stärkeres Blättchen und halt üben, üben...
    LG
    m-sax
     
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  9. Stevie

    Stevie Ist fast schon zuhause hier

    Ich nochmal: bei den Sopranen spielen Marke und Baujahr auch eine größere Rolle als bei den anderen Lagen. Soll heißen: ältere Instrumente, insb. von vor 1950 können einen zur Verzweiflung treiben und bei den jüngeren Modellen gibt es durchaus Unterschiede zwischen den Herstellern (immer mit den üblichen Ausreißern im Einzelfall ...). Sehr gut intonieren in der Regel die Instrumente von Yanagisawa, das entspricht jedenfalls meiner Erfahrung und wird auch sonst oft berichtet. Ich spiele aber trotzdem eine andere Marke, egal ... Ich habe Erfahrung mit Yanagisawa, Yamaha, Martin und Conn. Den besten Sound hatte das Martin, aber für mich und mit der Zeit, die ich in das Sopranspielen investieren kann, letztlich (leider) nicht das Richtige.

    LG
    Stevie
     
  10. m-sax

    m-sax Kann einfach nicht wegbleiben


    Hi Stevie

    ich spiel ein Yamaha YSS 475, etwa 10 Jahre alt. Das soll ja, was man so hört, unproblematisch sein, gut ansprechen und einen guten Sound haben, soweit das mit dem Sound nicht an einem selber liegt :)

    LG
    m-sax
     
  11. Stevie

    Stevie Ist fast schon zuhause hier

    Stimmt ...
     
  12. Nemesis

    Nemesis Ist fast schon zuhause hier

    Meins ist ein neues Yanagi 981 und ich spiele es u.A. mit einem Aizen 6 MPC.
    Bin immer wieder begeistert vom kristallklaren Klang....(wenns denn gelingt :D)
    Grüße
    Nem
     
  13. Conndomat

    Conndomat Ist fast schon zuhause hier

    Moin,

    der Tipp von Stevie mit den härteren Blättern ist schon mal gut, ich spiele auf meinem Grassi Prestige ein altes Riffault 5er Mundstück mit 4er Ricos, genau umgedreht zum Tenor, da spiele ich ein Dukoff H9 mit 2er Gonzales Jazz Blättern.
    Bei Sopran finde ich ein offenes Mundstück problematisch da "schwimmen" mir die Töne auch immer weg.
    Zudem brauchen Soprane viel Zuwendung, bei Alt/Tenor kann man schon mal schludern, dass Sopran deckt hingegen jede Intonationsschwäche gnadenlos auf und man muss halt die Schwachstellen bei seinem Instrument genau kennen!
    Das Yamaha YSS 475 sollte allerdings relativ gut Intonieren...habe ich jedenfalls so gehört...ob's stimmt?:smil3dbd4e29bbcc7:

    Andreas
     
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  14. Topshit

    Topshit Ist fast schon zuhause hier

    Übe viel mit Tonmaterial, auch Tonleitern eventuell mit Drones von Matt Otto. Das bringt viel mehr als das Üben mit Stimmgerät. So hast du immer einen Tonale Bezug und die Intonation kommt mit der Zeit von alleine.

    Grüße Mischa
     
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  15. RomBl

    RomBl Ist fast schon zuhause hier

    Die Erfahrung habe ich als "Neu-Sopraniker" auch gemacht. Ist für mich noch echt schwer, das Thema in den Griff zu bekommen und das so zu spielen, dass es nicht eierig klingt.
    Schludern sollte man aber auch beim Tenor nicht ... :cool:

    Ich hatte mir ein OL TE 7* für das Sopran geholt, weil das im Laden richtig gut geklungen hat und dort auch recht gut ging. Beim täglichen Üben musste ich feststellen, dass mir nach ca. 20 min echt das Maul abfällt - auch schwächere Blätter haben das Problem nicht wesentlich entschärft.
    Ich habe mir nun das gleiche MPC nochmal in 6* gekauft, was echt wesentlich besser geht und angenehmer zu spielen ist. Und ich meine, dass ich die Töne damit auch was gerader hinbekomme. Mal schauen ... kommt Zeit kommt (uneieriger) Ton
     
  16. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Moin!

    Ich hatte beim serienmäßigem Mundstück (Yamaha 4CM, nicht 4C), was dem Sopran beilag, immer das Problem mit zuviel Luft. Atemführung lernen. Habe dann später ein offeneres Mundstück geholt (Yanagisawa metal #7, 60er Öffnung) und bin jetzt bei ziemlich offen (Yanagisawa metal #9, 70er).

    Ansatz muss ich, wenn ich einige Zeit nicht gespielt habe, gezielt trainieren. Vor allen Dingen, wenn ich eine Bach-Bouree spiele wie letztens, bei der keine einzige Pause ist. Enstspannung für den Ansatz gibt's nur bei den Atemstellen. Und am Schluss. :)

    Aber das geht mir letztendlich beim Bari genauso, wenn ich - aus welchen Gründen auch immer - zulange nicht ausreichend gespielt habe.

    Grüße
    Roland
     
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  17. RomBl

    RomBl Ist fast schon zuhause hier

    @Roland
    Der Tipp, das über klassische Stücke zu trainieren, ist mit Sicherheit gut ...
    Am Schluss kann dann auch die Entspannung durch ein kaltes Bier kommen ... das entspannt ungemein ... :D
     
  18. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    @RomBl

    Ja, der Bach ist da gnadenfrei. Ich habe immer einen Tag bis zum Ansatzversagen trainiert, dann die beiden nächsten Tage gar nicht oder nur entspannt Technik (Intonation!) oder schwere Stellen. Der Muskel baut sich in der Regenerationspühase auf, wie bei anderen Muskeln auch. Nach drei Wochen oder so war mein Ansatz dann fit genug, das Stück zu überstehen ... hatte im Konzert danach sowieso ein paar Minuten Spielpause, die ich dann auch brauchte wegen Testaroassa! *)

    Grüße
    Roland

    *)
    "...
    auf italienisch „roter Kopf“
    ..."
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ferrari_Testarossa#Entwicklungsgeschichte
     
  19. RomBl

    RomBl Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe früher 25 Jahre Barockmusik (Blockflöten) gemacht und noch eine Menge Noten rumliegen. Ich werde mal die alten Telemann-, Vivaldi- und etc.-Noten raussuchen.
    Da französische Barockmusik i.d.R. inegal, d.h. zu neuhochdeutsch geswingt, gespielt wird, kann ich mit Boismortier, Couperin und Hotteterre gleich noch was für die Phrasierung üben ... :cool:
     
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  20. Florentin

    Florentin Ist fast schon zuhause hier

    Es ist ja leicht einsehbar: je weicher das Blatt und je offener das Mundstück, desto mehr kann man die Töne ziehen. Im positiven Fall bringt man sie dann leichter übers Gehör zum Stimmen. Im negativen Fall eiert man durch die Gegend. Je höher der Ton, desto dramatischer machen sich geringe Schwankungen bemerkbar. Also ist ein 4C mit einem harten Blatt da eine gutmütige Lösung, besonders auf dem YSS 475. Nur finde ich das Mundstück da für meinen Geschmack zu laut und zu derb.

    Dafür müssen auch die Lippenmuskeln sehr gut trainiert sein, damit man entsprechend locker blasen kann. Ich muss dafür auch immer intensiv Sopran üben. Üben auf grösseren Saxophonen oder auch Klarinette tuts allein scheinbar nicht - die Muskeln scheinen andere zu sein. Wenn ich nicht genug trainiert bin, kann ich nach einiger Zeit das Mundstück nicht mehr weit genug reinnehmen (zu anstrengend) und die Gefahr des Beissens lauert, die hohen Töne werden zu hoch.

    Eine gute Sache zum Üben der Intonation ist das Spielen mit Playalongs in derselben Tonlage, z.B. Klarinettenhefte. Da gibt es u.a. ein schönes mit Barockstücken (schön fürs Sopran, auf der Klarinette klingt Barock ja besch...). Durchaus auch leichte Stücke mit langen Tönen spielen. Da automatisiert sich dann die Intonation und man gewinnt Selbstvertrauen. Was ich merke: so lange ich frei und locker (und laut) spiele, stimmts gut. Durchaus übertreiben mit einem kräftigen Vibrato. Hat schon der selige Sidney Bechet gewusst ;-) Sobald ich müde werde und verkrampfe, geht es daneben.