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Mikrofon-Frage an Experten

Dieses Thema im Forum "Home- und Live-Recording, Tontechnik" wurde erstellt von bhimpel, 21.Januar.2011.

  1. bhimpel

    bhimpel Ist fast schon zuhause hier

    Ich möchte mir ein Mikrofon zulegen, das Studio-Ansprüchen genügt. Konkret möchte ich das für mein Saxophon bei Studioaufnahmen benutzen. Beispielsweise wollen ein Pianist und ich zusammen im schalldichten Räumen der Musikhochschule Aufnahmen mit dem eigenen Setup machen. Er hat zwei gute Mikrofone für's Klavier, dann noch ein gutes für den Raum, ich möchte noch ein gutes für das Saxophon haben, ich gehe davon aus, dass er so eine Art Mischpult mit Phantomspeisung hat, und damit sollte es möglich sein, eine qualitativ hochwertige Aufnahme zu machen. Das wollen wir mit Probeaufnahmen noch ausloten. Er hat auch einen Zoom H4n, was die ganze Sache sehr einfach machen würde, solange wir die zwei eingebauten Mikrofone benutzen. Da stellt sich die Frage, ob die eingebauten Mikros vom H4n mit externen Mikros mithalten können. Bei einer Probeaufnahme haben wir die eingebauten Mikros für den Flügel benutzt, ein externes fürs Saxophon und ein weiteres für den Raum.

    Ich habe schon einige Threads zum Thema Aufnahmen gelesen, nur machen die mir die Entscheidung eher schwerer als leichter. Der Grund ist, dass jeder meist sein eigenes Mikrofon lobt und zufrieden damit ist, aber nichts im Vergleich zu anderen Mikrofonen sagt. Daher richtet sich meine Frage jetzt nur an diejenigen, die Mikrofone für Studioaufnahmen von Saxophonen benutzen, die Gelegenheit hatten, verschiedene Mikrofone zu vergleichen, und am besten noch technisches Know-How besitzen.

    Beispielsweise habe ich nur gutes von dem T-Bone SC450 gehört, insbesondere im Preis-/Leistungsvergleich mit anderen Mikrofonen. Während die USB-Version sicher sehr praktisch für Computer ist, ist es wahrscheinlich nicht so praktisch, wenn es das einzige Mikrofon wäre, dass nur über USB funktioniert, oder? Obwohl USB so einfach und deshalb praktisch zu sein scheint, ist es sehr unflexibel, wenn man es für Aufnahmen in Studioqualität benutzen möchte. Außerdem sollte ich bei der Gelegenheit vielleicht auch in einen Röhren-Preamp investieren, wobei ich mich mit der Studiotechnik (wie man anhand meiner Fragen sieht) nicht auskenne, vielleicht braucht man noch anderes. Wenn an so einen Röhren-Preamp kauft, dann ist die USB-Frage sicherlich irrelevant, oder? Vielleicht kann jemand auf einen praktischen Übersichtsartikel verweisen, der einem die Grundlagen der Aufnahmetechnik erläutert.

    Sind Klipp-Mikros für Studioaufnahmen eher ungeeignet? Ich habe die noch nie für Studioaufnahmen benutzt, aber bei einigen Aufnahmen bewege ich mich doch mal so, dass man auf Aufnahmen merkt, wenn ich weiter weg bin. Für Live-Aufnahmen sind meine OKM II Mikrofone super, aber ich nehme mal an, für Studioaufnahmen sind die komplett ungeeignet, oder?

    Viele Dank schon mal und viele Grüße,
    Benjamin
     
  2. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

    Mir ist nicht so klar, was Du unter "Studio - Ansprüchen" verstehst...

    Die Zoom - Dinger sind dazu da um bei Veranstaltungen oder beim Home - Recording "Quick and dirty" und ohne viel Aufwand mit einem relativ billigen Gerät Aufnahmen machen zu können. An so ein Gerät mit einem richtigen Studiomikrofon (zum Beispiel einem Rohrenmikro) dranzugehen wäre Perlen vor die Säue geworfen.

    Die Bezeichnung "Studio Mikrofon" für ein T-Bone SC450 ist zu vergleichen mit der Bezeichnung "Suuuper Hifi High - End Power - Anage" für 199 Euro in einem Elektronik - Grosshandel. Marketing - Sprüche.


    Um Aufnahmen mit dem H4 zu machen ist das T-Bone SC450 allerdings ausreichend.

    Klippmikros können mit ordentlichen Großmembranmikros nicht mithalten, neigen stark zum Übertragen von Nebengeräuschhen aller Art und sind deshalb in der Studiotechnik völlig unüblich.


    SlowJoe
     
  3. saxology

    saxology Ist fast schon zuhause hier

    Unter Preis/Leistungsgesichtspunkten würde ich das Røde NT1 empfehlen, ein von Profis häufig verwendetes Großmembranmikrofon für unter 200€.

    Gruß
    Joachim
     
  4. pth

    pth Ist fast schon zuhause hier

    Die WDR Big Band z.B. benutzt RE20(wenn es etwas lauter ist) und TLM170 für ihre Life- und Studio-Produktionen.

    Ich benutze ein TLM193. Das 193er hat die gleiche Kapsel wie das 170er und verkraftet höhere Schalldrücke als z.B. das 103er. Neumann Sound pur, der natürlich seinen Preis hat.

    Dahinter sollte die Kette natürlich hochwertig weitergehen.

    Möchte man gute Aufnahmen, wird die dazugehörige Technik natürlich sehr teuer. Bevor man hier Kompromisse eingeht würde ich lieber in ein kleines Studio gehen.
     
  5. bhimpel

    bhimpel Ist fast schon zuhause hier

    saxology, danke für den Tipp, hört sich eigentlich gut an.

    slowjoe, unter Mikrofone, die "Studio-Ansprüchen" genügen, verstehe ich ganz banal Mikrofone, bei denen sich einige professionelle Studios nicht scheuen würden, die zu benutzen.

    Was für Qualitätspunkte die genau erfüllen sollen, dabei fehlen mir die technischen Kenntnisse, und ich hoffe, dass mir Forumsmitglieder mit Sachverstand helfen können, das richtige zu finden. Ich nehme an, man kann die Wahl des Mikrofons treffen, indem man beschreibt, was aufgenommen werden soll und wie es klingen soll, und das bei einer Qualität, die auch in Studios zu finden ist. Wie gesagt, soll es eine Duo-Aufnahme werden, Flügel und Saxophon. Klanglich so ähnlich wie die CD von Brad Mehldau und Joel Frahm. Hier eine Probeaufnahme von mir mit dem Pianisten, was nur mit OKM II plus Vorverstärker aufgenommen wurde.

    slowjoe, Weißt Du eigener Erfahrung, dass man für 200 Euro keine qualitativ hochwertigen geeigneten Studiomikrofone finden kann? Das Sennheiser 421 scheint ja ein ordentliches und bewährtes Studiomikrofon zu sein, was man gebraucht für den Preis finden kann. Das Rhode NT-1 scheint auch ordentlich zu sein. Und bei dem SC450 las ich in Erfahrungsberichten, dass man bei der Qualität einen weit höheren Preis erwarten würde. Bei so vielen Meinungen wären konkrete Vergleiche wirklich praktisch.

    pth, danke für den Tipp. Das TLM170 ist sicherlich eine Liga, bei der ich dann lieber in ein Studio gehen würde, wenn die solche Mikrofone benutzen. Aber ist das wirklich nötig? Wäre schön, wenn es irgendwo im Netz, einen direkten Vergleich von Aufnahmen mit so einem Mikrofon und einer der günstigen Alternativen gibt, damit ich mir selber ein Hörbild machen kann. Würde meine Ohren, einen Unterschied hören?

    Deswegen auch die Frage mit dem H4n. Wenn die Mikrofone vom H4n nicht gut genug für CD-Aufnahmen sind, dann machen wir das richtig. Ich hatte auch das Gefühl, dass das Klavier nicht so gut klang, aber ich hatte nur meine OKM II Mikrofone zum Vergleich, womit der Flügel super klang, klar und strahlend. Was braucht man denn alles, um eine qualitativ hochwertige Aufnahme zu machen, die man als CD vervielfältigen kann? Geeigneter Raum, Mischpult, Vorverstärker, geeignete Mikrofone und Computer (mit einem professionellen Programm)?

    Viele Grüße,
    Benjamin
     
  6. Dr-Dolbee

    Dr-Dolbee Ist fast schon zuhause hier

    Hallo,

    also in richtigen Nobelstudios kommt man da in allein für Mikrofon, Vorverstärker und Analog-Digital-Wandler häufig in Preisregionen da könnte man sich auch gut ein Inderbinensax für kaufen.

    Für das Sax kann man prinzipiell gute Gesangsmikros nehmen (die sollten in einem Studio eingentlich vorhanden sein), der Schalldruck ist ja nicht so hoch wie z.B. bei einer Trompete. Eine generelle Empfehlung ist schwierig, schließlich hat jeder andere Soundideale. Das RE-20 ist jedenfalls verbreitet, Neumannmikrofone mit Sicherheit auch. Entscheidend ist, dass es dir gefällt.


    Eine USB-Variante ist eine gute Möglichkeit für schon recht vernünftig klingende Aufnahmen. Da sind auch viele der großen Firmen (Audio-Technica, Shure, Rode,...) mitlerweile aktiv.

    Von diesen ganzen Hausmarken wie Fame, T-Bone. etc. lasse ich meist lieber die Finger. Aber auch das ist Ansichtssache.


    Übrigens: Bei Mikrofonie kann sehr viel alleine mit der richtigen Position des Mikrofons erreichen, bzw. mit der falschen alles zerstören. Hier gilt ausprobieren.
    Und wenn du eine CD komplett selbst produzieren willst kann ich dir nur sagen, dass das mit großer Sicherheit auch mit bestem Equipment nach "Selbstgemacht" klingen wird. Gerade im Mix und Mastering zählt nichts mehr als Erfahrung. Wobei die Abmischung von zwei Instrumenten natürlich noch relativ harmlos ist.


    Gruß - dr.dolbee
     
  7. bhimpel

    bhimpel Ist fast schon zuhause hier

    Vielleicht sollte ich noch dazusagen, dass ich und der Pianist der Meinung sind, dass für unsere Aufnahmen die Atmosphäre eine etwas höhere Priorität hat als die Aufnahmequalität. Wir möchten daher nicht in ein Studio gehen. Das ist Stress, unter dem die Musik leiden wird. Wir wollen dort spielen, wo wir proben. Das ist ein guter (schalldichter) Raum mit einem sehr guten Flügel. Dazu brauchen wir nur noch ordentliches Equipment. Es muss nicht so super sein, wie das, was die WDR-Big Band benutzt. Aber die Aufnahme sollte eine Qualität haben, die bei einer CD Produktion durchaus vertretbar sind. Jeder kennt die alten Jazz-Aufnahmen, die man sich trotzdem anhört, obwohl die Aufnahmequalität zu wünschen übrig lässt. Davon will ich mich natürlich deutlich absetzen. Aber ab einem bestimmten Punkt, hört sich alles vollkommen okay an, und nur bei einem direkten Vergleich kann man Unterschiede erkennen. Solch eine Qualität reicht mir aus. Wie gesagt, so ein Seinheiser 421 ist ja wohl ein bewährtes Studio-Mikrofon und preislich vollkommen im Rahmen.

    Viele Grüße,
    Benjamin
     
  8. bhimpel

    bhimpel Ist fast schon zuhause hier

    Da hast Du wahrscheinlich recht. Wir können uns ja von Tonmeistern beraten lassen, bzw. das alles mit Tonmeistern zusammen machen. Es geht allein darum, dass wir nicht den Ort wechseln wollen, damit wir uns beim Spielen wohl fühlen. Wenn alles richtig vorbereitet und nachbereitet wird, können wir die Aufnahmen selber alleine machen.
     
  9. Rick

    Rick Experte

    Hallo Benjamin,

    leider wird da wohl auch nichts besser sein als der alte Tipp: Selbst ausprobieren! ;-)

    Von mir gibt es CDs mit allen möglichen Mikrofonen in den unterschiedlichsten Aufnahmequalitäten, von einfachem Gesangsmikro bis hin zu superedlem Stereo-Mikro, daher sehe ich das mit der "´CD-Qualität" recht offen.

    Ich würde prinzipiell etwas mit einer Großmembran empfehlen, wobei der Hinweis von dr. dolbee unheimlich wichtig ist, dass nämlich die Position fast am meisten ausmacht. Der nächste Hinweis auf Mix/Mastering ist ebenfalls richtig, da kann man unheimlich viel rausholen (oder leider auch kaputt machen). :roll:

    Ein Clip-Mikro wird für Eure Zwecke wohl ungeeignet sein, da schließe ich mich SlowJoe an.

    Heute muss es übrigens keine teure Markenausstattung mehr sein - wurde letztens mit einem chinesischen No-Name-Mikro aufgenommen, das einem bekannten Marken-Teil (für den zehnfachen Preis) entsprach und sogar aus demselben Werk stammte... :-D

    Für meine Zwecke hat sowieso noch immer ein Zoom ausgereicht, damit hatte ich teilweise vergleichbare/bessere Qualität erreicht als mit wesentlich mehr Aufwand.
    Wobei man da aber oft noch nacharbeiten muss (Mastering).


    Viel Erfolg,
    Rick
     
  10. bhimpel

    bhimpel Ist fast schon zuhause hier

    Hier habe ich einen Test gefunden, der mir bei der Suche nach einem geeigneten Mikro vielleicht hilft. Das AKG C4000 hat am besten abgeschnitten, ähnlich gut wie das TLM-103. Damit würde ich wahrscheinlich auf lange Sicht hin zufrieden sein. Aber wenn es etwas günstigeres gibt, was ähnlich gut ist, würde ich auch nicht meckern.
     
  11. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

    slowjoe, Weißt Du eigener Erfahrung, dass man für 200 Euro keine qualitativ hochwertigen geeigneten Studiomikrofone finden kann? Das Sennheiser 421 scheint ja ein ordentliches und bewährtes Studiomikrofon zu sein, was man gebraucht für den Preis finden kann. Das Rhode NT-1 scheint auch ordentlich zu sein. Und bei dem SC450 las ich in Erfahrungsberichten, dass man bei der Qualität einen weit höheren Preis erwarten würde. Bei so vielen Meinungen wären konkrete Vergleiche wirklich praktisch.


    Darauf wollte ich ja hinaus......

    Du sprichst von hochwertigen Studiomikrophonen. Das wären aus meiner Sicht z.B. das Rode Classic II oder das Neumann M147. Die liegen aber preislich jenseits von 1500 Euro und lösen doch ein ganzes Stück besser auf als z.B. ein MD421 oder ein RE20.

    Womit ich absolut nichts negatives über das MD421 oder das RE20 sagen will. Das sind - für ihren Preis - sehr gute und vor allem mechanisch sehr robuste, rüpckkoppelfeste Mikros. Ich benutze das RE20 oder den Bruder des MD421, das MD441 für Life - Auftritte und bin sehr zufrieden damit. Hochwertige Studiotechnik ist meiner Meinung nach allerdings was anderes.

    Du sagst allerdings auch, dass Du bei den Aufnahmen die Du machen willst eher die Atmosphäre in eurem Proberaum rüberbringen willst und nur bedingt vorhast in Studioqualität zu produzieren (was in eurem Proberaum wegen der Raumakustik wahrscheinlich auch nicht möglich wäre).

    Ich sehe Dein Vorhaben eher als den Versuch eine möglichst hochwertige Live - Aufnahme zu produzieren. Und da bist Du mit den genannten RE20, MD421, MD441, NT1 sicher gut bedient.


    SlowJoe
     
  12. Raggae

    Raggae Ist fast schon zuhause hier

    Das kann ich fast nur unterstützen.

    Beim RE20 hast Du den Vorteil, dass es kaum Nahbesprecheffekt hat, so dass Du nicht gleich mit dem EQ rangehen musst, wenn Du mal aus Versehen davor rumgehampelt hast. Es ist super robust und braucht auch keine Phantomspeisung. Im Studio ist das egal, aber so hast Du auch unterwegs ein super Mikro unabhängig vom Mischpult. Das RE20 kostet für ein so gutes Mikro wenig Geld (und in den USA noch deutlich weniger). Es ist allerdings ein wenig groß und hat deshalb auch seinen Spitznamen. Das RE20 ist meine absolute Empfehlung.

    Wenn Du bereit bist, mehr Geld auszugeben, würde ich über ein TLM103 bzw. davon das Stereo-Set nachdenken. Das lohnt sich aber eigentlich nur, wenn Du auch mal was anderes aufnehmen möchtest. Der Unterschied im Grenzschalldruck zwischen TLM193 und TLM103 sind nur 2dB. Beide sind fürs Sax völlig ausreichend.

    Aber all das nützt Dir nichts, wenn dahinter nicht auch ein ensprechend guter Vorverstärker (usw.) sitzt! Gerade der Vorverstärker ist besonders kritisch und bei digitaler Verarbeitung dann als nächstes der A/D-Wandler.

    Und nicht zuletzt, sondern eher zuallererst, spielt das Know-How eine Rolle (das man beim Studio ja - hoffentlich - mit mietet). Also: Lesen, lesen, lesen und viiiiiel ausprobieren.

    Und dann hast Du bei Versanden ja glücklicherweise auch noch das Widerrufsrecht.
     
  13. peterwespi

    peterwespi Ist fast schon zuhause hier

    Nach einem Wasserschaden hab ich alle AKGs durch Rode NT1 ersetzt. Hab davon 11 Stück und würde keines wieder abgeben! Sie kommen meistens bei mobilen Aufnahmen zum Einsatz. Mich haben vor allem der transpartnte Klang, das extrem niedrige Rauschen und nicht zuletzt der günstigen Preis überzeugt. Ich finde Rode so oder cool und hatte vor den NT1 bereits zwei NT4, die Stereo-Miks.
    Das GrooveTube GT67 mit Röhren-Vorverstärker hat den Wasserschaden überlebt und bleibt weiterhin stationär im Einsatz. Das mik ist absolut top, liegt aber klar in einer anderen preislichen Liga.
     
  14. Gast

    Gast Guest

    Zitat:
    pth, danke für den Tipp. Das TLM170 ist sicherlich eine Liga, bei der ich dann lieber in ein Studio gehen würde, wenn die solche Mikrofone benutzen. Aber ist das wirklich nötig? Wäre schön, wenn es irgendwo im Netz, einen direkten Vergleich von Aufnahmen mit so einem Mikrofon und einer der günstigen Alternativen gibt, damit ich mir selber ein Hörbild machen kann. Würde meine Ohren, einen Unterschied hören?
    Zitat Ende-


    Moin!

    Was Peter genannt hat ist Studio Standard Class, also keineswegs High Class!

    High Class Studio Mikrofone:

    AKG C 12 = ca. 10000.-€ (Vintage)
    Neumann U 47= ca. 16000.-€ (Vintage)
    Neumann U 67 = ca. 10000.-€ (Vintage)
    Neumann M 50 = ca. 12000.-€ (Vintage)
    Neumann M 149 = ca. 4000.-€
    Neumann M 150 = ca. 5000.-€
    Violet Flamingo Tube = ca. 4500.-€
    Brauner VM 1 = 4200.-€

    Kugelmikrofone haben zwar die richtige Tiefenstaffelung und bilden das Instrument in der richtigen Größe ab, welche für Stereo Raumaufnahmen erforderlich ist, aber OKM 2 ist unterer Amateurbereich
    Elektret (Batterie) Speise Form ist ungeeignet! (unterer Amateurbereich)
    Zoom H4 ist etwas besser, bzgl. Raumaufnahmen! (mittlerer Amateurbereich)

    Bei deiner Aufnahme mit OKM 2 (Raumaufnahme), bricht dein Saxophon z.B. bei 1:41 weg, trotz Kugelcharakteristik, Piano ebenfalls bei 11:48, es schwankt doch ein wenig zwischen dicht und weiter weg, ebenfalls gelegentlich übersteuert!
    Es klingt als wenn einer hinter dir steht und euch gehört hat!

    Zitat:
    Bei einer Probeaufnahme haben wir die eingebauten Mikros für den Flügel benutzt, ein externes fürs Saxophon und ein weiteres für den Raum.
    Zitat Ende:

    Auf wie viel Kanälen aufgenommen?
    Hoffentlich die 4 Kanäle vom Zoom!
    Und wie habt ihr die Unterschiede zwischen Flügel oder Sax und Raummikrofon kompensiert?
    Das bedarf einer genauen Pegelanpassung!


    Wenn ihr gute Mikrofone für das Piano habt, gut, aber sie dürfen keine Kugelcharakteristik haben, weil sie dann auch dein Saxophon in näherer Entfernung abnehmen.

    Wenn du also nur ein Mikrofon benötigst, dann sollte für den unteren Standard gelten:

    Kondensatormikrofone sind grundsätzlich den Tauchspulen Wandlerarten vor zu ziehen!

    Großmembran (Doppelmembran) Mikrofone (TLM 103/ 170R /193) bilden das Instrument sonorer und brillanter ab.
    Die Möglichkeit der umschaltbaren Richtercharakteristik z.B. zwischen breiter Niere und Hyperniere ist zu bevorzugen.

    Neutral und Natürlich, als wenn man es direkt hört, das ist Neumann!

    Du kannst ein Großmembran Mikro für wenig Geld bekommen, aber elektrische Anfälligkeiten, Überzeichnungen und unnatürlichen Klang erhältst du damit auch. (T-Bone SC 450 ist unterer Amateurbereich, wenn überhaupt)

    Genügt es bei Jazz, das musst du für dich entscheiden.




    LG Hans
     
  15. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Hallo,

    viel Richtiges zu Mikros ist ja bereits gesagt.

    Da wenig Zeit nur kurz nochmals mein wesentlicher Hinweis, wie schon weiter oben erwähnt.

    Falls es auf Harddisk-Recording rausgeht (wenn ihr in CD-Qualität produzieren wollt, würde ich den zoom ausklammern)) ist immer die Qualität und Abstimmung der einzelen Komonenten und damit der gesamten Übertragungskette zu beachten.

    Da bringt auch ein Mikro der Profiliga (wie z.B.Neumann oder Brauner) kein optimales Egebniss, wenn ein billiger Vorverstärker oder ein einfaches Audiointerface mit schlechten 08/15 AD/DA-Wandlern und entsprechender Rauschigkeit nur schlechte bis mittelmäßige Ergebnisse bringt.

    Übrigens (wie anfangs gennannt) ein schalldichter Raum muss nicht unbedingt dehalb auch für Aufnahmen geeignet sein.

    Maßgebend sind günstige,eher kurze Hall-Laufzeiten(Studios sind hierzu aufwenig geplant, berechnet und gebaut) und keine störenden Reflektionen, die den Klang vermatschen.

    Aus meiner Sicht und persönlichen Erfahrung ist der Aufnahmeraum noch eine Stufe wichtiger, als die Diskussion um das beste Mikro.

    Einfache Formel: desto besser (hoch auflösende Großmenbraner) das Mikro, desto optimierter sollte der Aufnahmeraum sein.

    Ist der Raum nicht so dolle, tut's auch oft schon ein ordentliches dynamischen Mikro ohne Nahbespechungseffekt.

    Das Thema ist aber zu komplex um auf Weiteres einzugehen.


    Tipp meinerseits:

    Holt Euch einen Fachmann aus euerer Nähe dazu, der Euch vor Ort berät und leiht Euch (falls es geht) erstmal von ihm das Equipment, und wenn alles passt nehmt ihr in Ruhe auf.

    Oder der Fachmann ist dabei und schneidet mit.
    Das geht auch alles schon mit einem guten Laptop, kleinem ext. Vorverstärker und mit ein paar Mikros oder einer guten Stereoaufnahme mit Stereomikro in X-Y Position.

    Und lasst dann vom Freak das Ergebnis mischen und mastern.

    Ohne Erfahrung kommt da nix gescheites raus...wo wir wieder bei der Gasamtkette wären.

    Das beste Mikro kommt nicht zur Geltung, wenn der finale Mix
    versaut wird.

    Fazit:

    Wenn ihr wirklich ein CD-optmales Ergebnis wollt investiert lieber in einen Fachmann, der Euch begleitet, als in irgend teure Mikros für den Alleingang.

    viel Erfolg wünsche ich jedenfalls

    Wuffy
     
  16. saxology

    saxology Ist fast schon zuhause hier

    Das Blöde ist, dass Sax und Klavier unterschiedliche Ansprüche an die Raumakustik haben. Während kurze Halllaufzeiten für das Saxophon gut sind, wäre für das Klavier eher etwas in Richtung Konzertsaal geeignet.
    Ein professioneller Rat, wie man aus den Gegebenheiten das Optimum herausholen kann, ist hier sehr wichtig.

    Gruß
    Joachim
     
  17. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Vollkommen richtig Joachim.

    eher aber kurze Laufzeiten beim aufgenommenen Material, im Mix kann dann mit entsprechend hochwertigen Effekten Raumklang und sogar Tiefenstaffelung z.B. für das Piano dazugegeben werden.

    Umgekehrt...bei zu viel Raumanteil schon der Aufnahme sind Änderungen nicht möglich.

    Meine Recordings sind z.B. furztrocken (zum Glück pass mein Wohnzimmer da)
    Das Sounddesign kommt dann erst beim Mix.

    OK....sind andere Verhältnisse, der Fredsteller wünscht ja authentisch-natürlichen Raum.

    Wuffy
     
  18. Dr-Dolbee

    Dr-Dolbee Ist fast schon zuhause hier

    Da es nur um zwei Instrumente geht, würde ich euch empfehlen bei der Mikrofonpositionierung mehrgleisig zu fahren.
    D.h. z.B.: Als erstes versuchen mit EINEM Raummikro einen möglichst guten Gesamtklang auf eine Spur aufzuzeichnen (die richtige Position ist durch VIEL probieren herauszufinden, d.h. gemeinsam etwas spielen und aufnehmen, anhören, verändern,...).
    Im nächsten Schritt dann möglichst direkte (kurze Entfernung) Signale auf einzele Spuren (je 1 für Sax und Klavier) aufzeichnen (auch hier gilt wieder probieren).

    Beim Mix gibt es verschiedene Herangehensweisen: Die einen nehmen erst die Direktsignale und fügen später ein wenig Raumsignal hinzu, in eurem Fall würde ich es aber mal andersrum probieren. D.h. nur ein wenig Direktsignal hinzufügen.



    Viel Zeit und Arbeit kann euch eine dritte Person sparen welche die Mikrofonposition sucht während ihr spielt. D.h. die Person variiert die Mikroposition, während sie das Mikrofonsignal über einen gut abgekapselten Kopfhörer hört.


    Gruß - dr.dolbee
     
  19. saxology

    saxology Ist fast schon zuhause hier

    Mich würde mal interessieren, da mehrfach die Qualität der Vorverstärkung und der D/A-Wandler vom Zoom H4 in Frage gestellt wurde:

    Auf welcher Qualitätsstufe genau ist beides anzusiedeln, bzw. mit welcher Audiokarte ist es vergleichbar?

    Mein Eindruck ist, dass die Vorverstärkung ein sensiblerer Punkt ist, als die Wandler. Bei der Adventskalender-Quartettaufnahme hatte ich ein Mackie-Mischpult, aber billigste Wandler einer Onboard-Soundkarte, das Ergebnis war trotzdem einigermaßen akzeptabel.

    Gruß
    Joachim
     
  20. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Hallo Joachim,
    ich mache gerade meine ersten "Gehversuche" in punkto homerecording. Hierfür habe ich ein professionelles (völlig überdimensioniertes 24-Kanal) Studiomischpult. Gute Vorverstärkung ist somit gegeben. Über die billigen Soundkarten hatte ich sehr schlechte Ergebnisse. Vor allem: Ein sehr hohes Grundrauschen.

    Deswegen habe ich zu Beginn nicht auf dem PC aufgezeichnet, sondern auf einem guten Fostex-DAT. Rauschen = nicht hörbar.

    Ich habe dann den DAT an den Mischer angeschlossen und den Digital-Ausgang mit dem Digital-Eingang der Karte verbunden. Dieses Ergebnis war zufriedenstellend.

    Jetzt, mit einer besseren Soundkarte, kann ich auch auf ohne Umweg über den DAT ohne störendes Rauschen direkt mit dem PC aufnehmen.

    Ich denke auch, dass jede Kette so schwach ist wie das schwächste Glied.

    Den Zoom H4 kenne ich nicht. An digitalen Aufnahmegeräten steht mir ein Zoom H1 und ein Edirol R09 HR zur Verfügung. Mit diesen beiden habe ich auch schon aufgenommen. War aber nicht zufrieden. Beide sind von der Tonqualität nicht annähernd so gut wie über DAT oder gute Soundkarte.

    Gruß aus dem Schwarzwald
    Bernd