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Neues Bariton - und jetzt?

Dieses Thema im Forum "Bariton Special" wurde erstellt von TitusLE, 12.September.2016.

  1. TitusLE

    TitusLE Ist fast schon zuhause hier

    Hallo zusammen,

    ich habe seit letzter Woche ein neues Bariton bekommen. Bisher habe ich Tenor gespielt. Bariton klappt soweit recht gut, ich habe nur ein paar kleinere Probleme:
    Das Handling: Solange ich an der linken Hand mindestens einen Finger auf den Klappen habe, halte ich das Sax stabil. Beim Cis oder den Seitenklappen will das Instrument immer nach links kippen. Zumindest, wenn ich es seitlich neben dem rechten Oberschenkel halte. Halte ich es senkrecht, ist diese Tendenz nicht so ausgeprägt, aber das trägt sich halt nicht so richtig bequem. Ist das 'ne Gewöhnungs- und Trainingssache oder wie kriege ich das in den Griff?
    Die hohen Töne klingen sehr gequetscht und angestrengt. Liegt das an mir? Momentan habe ich noch nicht das ideale Blatt gefunden. Das Rico in Stärke 2, das ich mangels Alternative genommen habe, klingt wirklich grausam, mit dem nachbearbeiteten Vandoren ZZ in 2,5, das mir eigentlich zu stark ist, klingt es besser. Aber noch lange nicht gut. Kommt das mit etwas mehr Übung noch?
    Noten: Gibt es Noten, die speziell für's Bariton sind oder spielt ihr einfach Noten für's Tenor oder Alt? Solang man allein und ohne Playalong spielt, sollte das ja eigentlich egal sein. Abgesehen davon, dass Alt und Tenor natürlich viel "obenrum" rumjauchzen.
    Wenn ich 'ne Zeit Bari gespielt habe, bekomme ich erstmal keinen Ton aus dem Tenor. Gibt sich das mit der Zeit?

    Grüße
    Marco
     
  2. ppue

    ppue Experte

    Das sind zu viele, virtuell nicht zu beurteilende Faktoren und es schreit nach ein paar Unterrichtsstunden.

    Selbst das Bariton sollte so hängen, dass man das offene C# nur mit dem Mund und rechten Daumen spielen kann, ohne dass sich das Instrument verdreht. Wenn es nicht geht, musst du es mit dem Gurt, mit der Drehung von S-Bogen und Mundstück oder mit der Haltung in eine solche Position bringen.

    Aber keine Ahnung, kann auch sein, dass das schwer zu bewerkstellige ist, wenn zum Beispiel die Öse für den Gurt nicht an der richtigen Stelle ist.

    Wenn ich dich sähe, wüsste ich sofort, wo die Schwierigkeit ist.

    Mit dem Blatt, das wird dir keiner sagen können, denn es kommt auf die Kombination Blatt, Mundstück, Ansatz, Voicing etc. an. Es wird nicht nur an dem Blatt liegen. Genau so das Wechseln von Bariton zu Tenor. Wahrscheinlich musst du das Material von Bariton und Tenor in irgend einer Weise angleichen, auf dass es deinem spezifischen Ansatz auf beiden Bauformen gerecht wird. Ansonsten sollte der Wechsel kein Problem sein.

    Es gibt sicher spezielle Stücke, die für Bariton geschrieben sind. Allerdings nicht so viele. Ansonsten nimmst du Alt-Noten für die Themen, dann passt das schon.
     
  3. TitusLE

    TitusLE Ist fast schon zuhause hier

    Danke für deine Antwort, Peter.

    Unterricht habe ich. Aber erst nächste Woche wieder. Daher dachte ich, ich gehe schonmal ein paar Sachen an.
    Würde es Sinn machen, mir am Bariton das gleiche Mundstück wie am Tenor zuzulegen, um hier schon mal möglichst ähnlich zu sein? Oder sind die Mundstücke so unterschiedlich, dass nominell gleiche nicht "ansatzweise" :cool: gleich sind?
     
  4. Stevie

    Stevie Ist fast schon zuhause hier

    Hi Marco,

    willkommen in der Welt der tiefen Töne.

    Das Bariton ist - nach meinem Empfinden - das "eigenständigste" Instrument aus der Saxfamilie (jetzt mal die extreme Soprillo oder Kontrabass und so beiseite gelassen). Daher bedarf es in vielfacher Hinsicht einer gewissen Gewöhnung. Aber es lohnt sich - auch für das Spiel der anderen Bauformen.

    Zum Mundstück: Man kann nicht sagen, dass die Mundstücke eines Herstellers für alle Bauformen funktionieren. Wenn ein Meyer auf dem Alt gut ist, heißt das nicht, dass ein Meyer auch auf dem Bariton (für Dich) was taugt.

    Ich kenne auch niemanden, der tatsächlich auf allen Saxen das Mundstück ein und desselben Herstellers spielt. Das heißt also: die Sucherei geht wieder von vorne los.

    Spezielle Noten fürs Bariton gibt es natürlich auch - aber deutlich weniger als für Alt oder Tenor. Kommt auch auf die Stilistik an. Bei Jazz-Playalongs ist es aber ganz "witzig" die Alt-Stimme mal mit dem Bariton zu spielen. Da merkt man mal, wo der Unterschied zwischen den Bauformen ist... Es ist aber eine gute Übung, um auch auf dem Bariton "agil" zu werden und nicht nur in den Tiefen "rumzubrummeln".

    So long

    Stevie
     
  5. TitusLE

    TitusLE Ist fast schon zuhause hier

    Um ganz ehrlich zu sein, habe ich bisher noch nicht gesucht. Ich spiele erst seit knapp zweieinhalb Jahren, da gibt es Dinge, die offensichtlicher sind. Jetzt beim Bari ist es so, dass ich wirklich unzufrieden bin. Ich werde aber jetzt erstmal noch ein paar Wochen mit dem derzeitigen Setup spielen, um mich ans Bari zu gewöhnen. Ich habe den Eindruck, dass es ansatzmäßig etwas fordernder ist, so dass ich nicht davon ausgehen kann, dass der "Fehler" an der Hardware liegt.
     
  6. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Marco!

    Mal schauen, wo ich meinen Senf dazugeben kann:

    Freilich ist es auch Übung, aber ich hab am Bari (nach Tenor und Alt) eigentlich recht schnell meinen Ton gefunden... ich sehe da schon auch Mundstück/ Blatt als wesentlich, und ich dürfte Glück gehabt haben.
    Was mir beim Wechsel zwischen den Baugrößen helfen dürfte, ist beim Bari ein Mundstück mit kurzer Bahn - jedenfalls hat meines eine kürzere als z.B. ein Yamaha 5C bei etwa gleicher Öffnung, auf dem ich mich nicht so wohl fühle. Das Yamaha hab ich aber schon einmal bevorzugt, als

    Z.B. die Snidero-Hefte "xxx Jazz Conception" haben, soweit ich weiß, für alle Baugrößen dieselben Noten, nur andere bläh-alongs.
    Und natürlich hätte Bari eine andere Anwendung als die höheren Instrumente, nämlich üblicherweise nicht in der Melodie und damit irgendwo in einem Arrangement eingebettet. Und das kann man dann natürlich normal nicht als Notenheft kaufen...
    Um spezielle Bari-Etüdenhefte oder so hab ich mich jetzt selbst noch nicht umgesehen.

    Ein bekanntes Stück, in dem Bari eine gut hörbare Rolle (zum Teil auch Melodie) spielt, ist das Muppets-Show-Thema. Muss einem allerdings auch ins Repertoire passen...

    Dann würde ich, wie andere, sagen, dass der Setup-Unterschied momentan größer ist als "notwendig"...
    ...möglicherweise sich aber auch die Sax-Modelle nicht vertragen. Ich hab z.B. Probleme, auf dem Sax meiner Lehrerin (mit meinem Mundstück) zu spielen, obwohl sowohl ihr Sax als auch meines ausreichend gut gewartet sein sollten.

    Seh ich auch so - eher im Gegenteil: Um leichter auf eine andere Baugröße wechseln zu können, braucht man dort ggf. bewusst ein anderes, das den Unterschied etwas kompensiert - wie bei mir die Vermutung mit der Bahnlänge.

    Das mach ich beim Snidero... manches gefällt mir am Bari besser, manches am Alt, und bei manchem geht beides gut.

    Eine "Erfahrung" in dieser Richtung ist auch, dass ich ein Video von einem Typen gefunden hab, der "Pick up the pieces" am Bari spielt - und das klingt super!

    Doch - möglicherweise hast Du ein Mundstück, dass es Dir unnötig schwer macht. Wie gesagt, ich hab mich am Bari relativ schnell wohlgefühlt.
     
  7. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

    Nein. Oder willst Du mit dem Bari "so ähnlich" wie mit dem Tenor klingen?

    Cheerio
    tmb
     
  8. TitusLE

    TitusLE Ist fast schon zuhause hier

    Vielen Dank für eure Mühe!

    Vielleicht sollte ich mich doch mal auf den Weg nach Moers machen, um nach einem anderen Mundstück zu schauen. Zumindest ausprobieren könnte ich es mal, um festzustellen, ob sich da was ändert oder ob es in erster Linie doch an mir liegt.
    Wie ich klingen möchte, kann ich momentan nicht sagen. Dazu ist es viel zu früh. Ich weiß nur, dass ich nicht so klingen möchte, wie die Höhen momentan. Das ist alles andere als schön.
    Vielleicht erledigt sich das mit den Noten dann auch. Denn grundsätzlich lässt sich ja alles spielen, was auch Tenor und/oder Alt spielen. Dass ich dann im Quartett, das mich demnächst ertragen muss, eher die Begleitung "untenrum" mache, ist schon klar und auch gut so.
     
  9. Huuuup

    Huuuup Ist fast schon zuhause hier

    Bei Noten zum Bari fällt mir sofor die Cello Suite ein. die kannst du auch mit dem bari spielen. von der Tonhöhe passt das
     
  10. SchlauerDet

    SchlauerDet Ist fast schon zuhause hier

    Hi Huuuup,

    Bach? Wenn ja, welche der sechs Suiten?


    Greetz von der sehr warmen südlichen Nordsee
    Det :)
     
  11. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    [QUOTE="SchlauerDet, post: 389990, member: 8237"Bach? Wenn ja, welche der sechs Suiten?[/QUOTE]

    Alle.

    Ich habe mit der ersten Angefangen, weil ich fasziniert war vom Menuett II.

    Grüße
    Roland
     
    SchlauerDet gefällt das.
  12. Gerd_mit_Sax

    Gerd_mit_Sax Ist fast schon zuhause hier

    ...und gibts die auch im Violinschlüssel oder muss man sich immer die drei # mehr denken :( - vor Allem bei Versetzungszeichen läufts bei mir dann nicht immer so flüssig....
     
  13. TitusLE

    TitusLE Ist fast schon zuhause hier

    Ich fürchte, Cellonoten sind eher was für meinen Sohnemann. Ich kriege ja nicht mal die Notennamen im Bassschlüssel zusammen. Drum bin ich auch heilfroh, dass das Bari im Violinschlüssel notiert ist.
     
  14. Gerd_mit_Sax

    Gerd_mit_Sax Ist fast schon zuhause hier

    Tja .....machmal sollte man zuerst gockeln und dann fragen!
    Bei MuseScore gibt es "Bach Cello Suite No. 1 For Violin". Die kann man dann in MuseScore beliebig transponieren.

    Danke für Tipp @Huuuup
     
  15. ppue

    ppue Experte

    Brauchst du auch nicht. Schreib einfach drei Kreuzchen mehr vor die Noten als da schon stehen. Wenn da b-chen stehen, nimmst du drei weg. Wenn z.B. nur ein b da steht, kommt das weg und 2 #-chen dazu.

    Nun kannst du einfach mit dem Bari nachspielen. Ist im Notentext noch eine Note erhöht oder erniedrigt, so muss du das auch machen.

    Das funktioniert, weil dein klingendes C ein gegriffenes A ist und im Basschlüssel das C auf der Linie steht, wo im Violinschlüssel eben auch das A steht. Na, weniger komplizierter als es klingt. Einfach ausprobieren.
     
    TitusLE gefällt das.
  16. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Es gibt auch eine Ausgabe von Trent Kynaston für Saxophon.

    Grüße
    Roland
     
  17. TitusLE

    TitusLE Ist fast schon zuhause hier

    Und die drei # kommen dazu, weil ich damit quasi von C-Dur ohne Vorzeichen nach A-Dur mit 3 # transponiere, richtig?
    Damit könnte ich dann auch - theoretisch - die gleich Stimme wie mein Sohn auf dem Cello spielen - auch richtig? Cello/Bari-Duett, hätte ja mal was. Praktisch scheitert das leider daran, dass der Kerl mit seinen 9 Jahren Stücke spielt, wo ich mal ganz schnell die Segel streiche.
     
  18. ppue

    ppue Experte

    Ja (-:

    Na, dann muss der Kerl sich mal etwas zurück nehmen.
     
  19. Aerophon

    Aerophon Ist fast schon zuhause hier

  20. Stevie

    Stevie Ist fast schon zuhause hier

    Die Cello-Suiten sind ein echter Brocken. Das ist wirklich "high end", wenn es vernünftig klingen soll. Man merkt auch schnell, dass nicht alles, was auf Streichinstrumenten funktioniert, auf Blasinstrumente übertragen werden kann (ist ja eigentlich selbstverständlich - aber hier wird es sehr deutlich). Die Suiten sind aber dennoch eine tolle Übung - man braucht aber eine gewisse Frustrationstoleranz ...

    So long

    Stevie