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Pickups-Wechsel

Dieses Thema im Forum "Bass" wurde erstellt von Bereckis, 18.September.2016.

  1. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Basser,

    habt ihr da Erfahrungen?

    Spielt ihr aktive oder passive Pickups?

    Gruß
     
  2. JazzPlayer

    JazzPlayer Ist fast schon zuhause hier

    Worauf genau willst du hinaus? Gewechselt habe ich selbst noch keinen, der handwerkliche Aufwand ist aber minimal, wenn man mit einem Lötkolben umgehen kann.
    Es gibt die Möglichkeit den PU-Typus zu wechseln. So gibt es z.B. Humbucker (nicht so mein Fall) im Single-Coil-Gehäuse. Bei der Umstellung zwischen Preci- und Jazz-PU sind natürlich Holzfräsearbeiten nötig. Auch das haben Leute schon gemacht, ich würde da eher zum Kauf eines Zweitinstrumentes raten.

    Lohnen kann sich ein Wechsel auf jeden Fall, gerade wenn man vorher billige Teile drin hatte. Da sind dann vom Klang noch große Sprünge möglich. Auf der anderen Seite ist natürlich auch immer die Frage, inwieweit der Kostenanteil eines Ersatzteils am ganzen Instrument liegen sollte, ohne das da offensichtlich ein Missverhältnis vorliegt. So bringt es meiner Meinung nach z.B. nichts, einen Billigbass mit teuren PUs aufzurüsten, wenn man dann immer noch kratzende Potis, wacklige Mechaniken und einen aus zig Altholzstücken zusammengeleimten Korpus hat. Für das Geld, was man da investieren müsste kriegt man auch ein neues Gesamtpaket und die Zeit zum aussuchen ist unter Umständen kürzer als man für die Arbeiten einplanen müsste.

    Ich habe hier beides stehen. Zwei passive Jazz-Bässe und einen fünfsaitigen Humbucker-Bass mit zuschaltbarem 3-Band-EQ Vorverstärker.
    Ganz ehrlich: die Anschaffung von letzterem hätte ich mir sparen können. Ist zwar ein gutes Instrument, aber mein klanglicher Geschmack ist ganz klar der passive Jazzbass.
    Aktivschaltungen mit entsprechendem EQ eignen sich in meinen Augen dann, wenn man in bestimmten Stilistiken bzw. Klangfarben unterwegs ist. So benutzt Marcus Miller ziemlich viel Elektronik, um seinen Sound hinzukriegen. Ein Teil davon ist eben schon im Bass eingebaut. Sicherlich finden sich auch im Rock und Metal mehr Verwendungszwecke dafür als im Jazz, wo eben Klangeinstellungen dominieren, die sich mühelos ohne Elektronik erreichen lassen. Ganz im Gegenteil mag ich sogar die kleinen Einstreuungen und Störungen, die sich eine klassische passive JJ-Schaltung einfängt. Gehört für mich zum Klangbild dazu. Meine Humbucker sind mir einfach zu steril.

    Im Prinzip kann man einen Bass auf eine aktive Elektronik umrüsten. Das ist zwar etwas mehr Lötarbeit und man sollte auch einfache Schaltpläne lesen können, um die Schaltung richtig aufzubauen (wobei es bestimmt auch schon vormontierte Sets im Handel gibt). Genügend Platz ist i.d.R. unter den Potis vorhanden.
    Das Problem liegt aber woanders: Wenn man nicht noch zusätzliche Holzarbeiten macht, bleibt die Sache ziemlich unbequem. So sollte meiner Meinung nach auf jeden Fall ein separates Batteriefach sowie ein aktiv-/passiv-Schalter vorhanden sein. Ob man das in Eigenarbeit überhaupt und dann auch zufriedenstellend hinkriegt, ist gar nicht so selbstverständlich. Oder man gibt sich eben damit zufrieden, dass einem die Batterie wegsterben kann, dann tote Hose ist und der Wechsel eine Weile dauert.
     
  3. stefalt

    stefalt Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Michael,

    ich habe da früher sehr viel an meinen Gitarren selber gemacht, auch Pickups selbst gewickelt ....
    Meine "Bibel" war ein Buch von Helmuth Lemmle zur Gitarrenelektronik. Als ich den gerade gegoogelt habe sah ich, dass er eine Seite zu dem Thema hat. Habe sie mir aber noch nicht angesehen. Das könnte sich zur Info auch als Basser lohnen.

    Aktiv/passiv ist Geschmackssache, so wie früher der Loundness-Knopf an der Stereoanlage ;) Für Deine Art von Musik würde ich passiv bevorzugen. Ich (mein Bass) kann beides, Wechsle aber kaum mal zu aktiv. Im Dauereinsatz wäre mir das Gefummel mit der Batterie (trotz separatem Batteriefach) zu viel. Außerdem stehen meine Instrumente immer spielbereit rum, den E-Bass dann immer ausstecken zu müssen, damit die Batterie nicht leer wird ....:(

    Andere Pickups können sich vom Sound her schon lohnen. Mein Händler z.B. schwört auf die 'billigen' Fender-Bässe mit den Pickups der teuren (die dann wohl auch mechanisch passen). Ich denke so in die Richtung würde das ja bei Dir gehen. Er rät immer dazu einen der teuren mal anzuspielen und dann den Vergleich zu machen. Haptisch ist der Unterschied gering oder nicht da, akustisch schon. Und das liegt zu über 90% an den Pickups. Aus meiner Gitarrenerfahrung heraus geben ich ihm da recht.

    Den Rest hat @JazzPlayer ja schon schon beschreiben.

    LG
    Stefan
     
  4. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    Sorry, ich hätte mehr schreiben sollen...

    Ich habe zwei Jazz-Bässe (Fender Mexiko), einer davon fretless. Ich wollte, wenn überhaupt, passende PickUps wechseln.

    Z.B.:

    https://www.thomann.de/de/emg_j_basspickup_set.htm

    oder eher:

    https://www.thomann.de/de/emg_jhz_set.htm

    Die Frage ist, ob im Fender Mexiko wirklich billige Teile drin sind.

    Welche konkret?

    Wenn irgendein Handy hinein brummt, gefällt es mir nicht.

    Darüber habe ich auch nachgedacht. Im Prinzip möchte ich zur Zeit keinen aktiven. Eventuell kann ich mal einen optisch sehr schönen gebrauchten aktiven Fender JazzBass Mexiko vom Kollegen abkaufen. Aber im Prinzip brauche ich diesen nicht.

    Gehört der Fender JazzBass Mexiko zu den billigen Fender-Bässen?

    Auch weiß ich nicht, ob auch hier nicht meine Philosophie "nach innen optimieren" besser wäre. Meine Effektgeräte sind zwar alle ganz nett, aber ich spiele die beiden Bässe lieber clean.
     
  5. JazzPlayer

    JazzPlayer Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe einen AM Std. Jazz Bass und einen Squier VM Fretless.
    Ersterer erfüllt durchaus (Semi-)Profi-Ansprüche und wenn man die dort eingebauten PUs nachkauft (https://www.thomann.de/de/fender_cs60jazz_set.htm), liegt man preislich auf Höhe mit denen von EMG. Zu denen kann ich konkret nichts sagen, wird aber vermutlich denen von Fender nicht ganz unähnlich sein, bzw. auf den Unterschied der versteckten Polepieces.

    Beim Squier fretless, der an sich zwar nicht der Oberhammer aber doch unerwartet gut ist, wäre ein PU-Wechsel sicherlich einen Versuch wert, aber dringender wären die Stimmmechaniken und wenn schon man dabei ist, könnte man auch den Blechwinkel gegen einer Schaller-Bridge tauschen. Und ruckzuck wären wir dann bei knapp 300€. Das Instrument kostet neu knapp 450€, ich habs gebraucht für 150€ gekauft.
    Da spar ich mir das Geld lieber und kaufe mir später mal einen besseren fretless Bass, womit wir schon bei deinem wären...

    An sich sind die Mexiko-Modelle von Fender schon eher den höherwertigen (nicht unbedingt Premium, aber mindestens gehobene Mittelklasse) Instrumenten zuzurechnen. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass am selben Ort wie die AM-Modelle gefertigt wird. Viele Leute sehen die Mexiko und die AM-Modelle auch auf Augenhöhe. Was Fender sonst noch an hochpreisigen Instrumenten raushaut lebt zu einem großen Teil von Design und prominenten Namensgebern. Technisch gibt es zwar auch Alternativen in der Produktpalette, die verursachen aber selten einen wesentlich höheren Preis.
    Was ich sagen will: so wie ich den Markt überblicke - soviel habe ich noch nicht gesehen aber kenne mich ein bisschen aus - sind die Mexiko-Modelle gute Instrumente, im Preis-/Leistungsverhältnis sowieso ziemlich gut. Ich mag mich irren, aber ich denke, soviel kann man da mit neuen PUs, sofern du nicht durch Zufall vermurkste oder defekte erwischst hast, rausholen. Wobei ich nicht genau weiß, was in den Mexiko-Modellen verbaut ist. Die ganz günstigen wie bei Squier werden das aber sicherlich nicht sein.

    Zum Abschluss muss ich doch nochmal fragen, wie es mit der Einstellung deiner Bässe aussieht. Konkret geht es mir da um den Abstand der Saite zum PU. Das kann auch schon was ausmachen.
     
  6. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    Hallo @JazzPlayer ,

    danke für die Infos.

    Dies ist ein wichtiges Thema.

    Beide Bässe sind gut eingestellt worden.

    Der Fretless von einem Profibassisten. Er hat bereits eine Badass-Bridge.

    Gruß
     
  7. JazzPlayer

    JazzPlayer Ist fast schon zuhause hier

    Dann ist da wohl keine Baustelle mehr.
    Bist du denn konkret mit etwas unzufrieden oder lotest du nur Möglichkeiten aus? Ein paar Sachen kann man ja auch mit dem EQ am Verstärker machen.
     
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  8. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    Im Prinzip bin ich nicht unzufrieden... eher mit mir...

    Ich hatte einen Profi angeschrieben, der EMG auf dem JazzBass verwendet. Auszug aus seiner Antwort:

    Bei mir war's so, dass die originalen Pick-ups kaputt waren als ich den Bass gekauft habe. Ein Freund von mir hatte bereits genau so einen Jazz Bass mit EMG Tonabnehmern und das hat mir sehr gut gefallen. Sie machen den Sound etwas moderner (Miller mäßiger), mit etwas mehr Höhen und Bässen. Außerdem sind sie aktiv und ich habe noch nie ein Brummen über die Pickups gehört.
    Mittlerweile gibt es aber auch passive PUs mit Hum-Cancelling, was es damals noch nicht gab.
    Pickups sind immer eine Geschmacksfrage. Und auch eine Frage des Instruments. Ich würde bei einem Fretless eher keine EMG verwenden, sondern lieber "natürlicher" klingende PUs, die das Instrument gut rauskommen lassen. Lindy Fralin oder Nordstrand vielleicht... Oder Seymour Duncan oder Aguilar..... Forsche am besten selber mal ein bisschen im Internet nach. Es gibt oft auf den Webseiten der Hersteller gute Sound


    Passive PUs mit Hum-Cancelling sagt euch das was?
     
  9. JazzPlayer

    JazzPlayer Ist fast schon zuhause hier

    Die genannten Hersteller bauen allesamt gute PUs. Sowas kommt aber eben v.a. dann in Frage wenn man entweder defekte Teile austauschen muss, oder bau einem Eigenbau-Projekt welche braucht oder eben im Zuge eines aktiv-/passiv-Umbaus . Das Austauschen von PUs bei guten Fender-Instrumenten ist mir nicht als Massenphänomen bekannt.
    Es spricht ja im Prinzip nichts dagegen (außer vielleicht den Kosten, die anfallen), aber in diesem Fall aus meiner Sicht auch nicht wirklich viel dafür.

    Dieses Hum-Cancelling sagt mir speziell nichts, scheint aber etwas mit Rauschunterdrückung zu tun zu haben.
     
  10. stefalt

    stefalt Ist fast schon zuhause hier

    Emg kenne ich nicht. Als Gitarrist wäre für mich DiMarzio die erste Wahl. Lt T ja wohl sehr gut für den Fretless.

    Ansonsten ist das wie bei Mundstücken, es hilft eigentlich nur selber testen wirklich weiter. Leider :(

    PU = pickup
    HUM = Hummbucker 2 spulen pu hat BauArt bedingt kaum Störungen, klingt aber anders. Man kann auch einen Singlecoil aufteilen (P-Bass)

    HUM canceling siehe hier

    LG Stefan
     
  11. Huuuup

    Huuuup Ist fast schon zuhause hier

    Du kennst als Gitarrist EMG nicht,whow !!! Das ist ungefähr so als ob du als Saxophonist Selmer nicht kennst ;-)
    EMG ist erste Liga für alles was härter zur Sache geht
     
  12. stefalt

    stefalt Ist fast schon zuhause hier

    Kenn ich nicht, war jetzt evtl. auch nicht der juristisch korrekte Ausdruck. Gemeint war "EMG Pickups habe ich nie gespielt, also kann ich nix zu sagen". Ich habe/hatte auf fast allen meinen Gitarren DiMarzios und auf zwei SeymoureDuncan. Ich habe die DiMarzios früher auf auf einigen Bässen verbaut. Das war aber überwiegend vor ca. 1992, liegt evtl. daran ;-)

    Mein erstes Selmer hatte ich als Saxophonist auch erst nach 5 Jahren angespielt, so what...

    LG
    Stefan
     
  13. stefalt

    stefalt Ist fast schon zuhause hier

    Da bleibt noch die Frage ob @Bereckis , härter zur Sache gehen will. Die Bassiten in der Liste der EMG Artists die mir ins Auge fielen, sind wohl eher nicht so seine Vorbilder (Gene Simmons, Robert Trujillo, Greezer Butler., Tom Araya.....)
     
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  14. Jogi

    Jogi Ist fast schon zuhause hier

    Das wichtigste überhaupt!

    Ich hab meine Bässe gekauft, weil 1. der Hals gut in der Hand lag, 2. das Gewicht rückenfreundlich war und 3. weil mir beim ausgiebigen vor Ort Test der Klang so gefiel, wie er war. Bassteln war da nie eingeplant. Markennamen und das, was andere spielen war für mich lediglich ein nebensächlicher Anhaltspunkt.

    Einstrahlungsgeräusche werden durch gute Humbucker, gute Abschirmung und hochwertige Instrumentenkabel reduziert, nicht aber durch Elektronik. Die Elektronik verstärkt alles, auch die Störgeräusche.

    Aktive Bässe sind reine Geschmackssache. Der eine baut auf aktive EMG um, der andere schmeisst sie raus, weil sie ihm nicht gefallen.

    Den Sound anhand anderer Musiker, oder anhand von Soundbeispielen zu beurteilen bringt recht wenig, da er zu 90% von die Fingers geformt wird.

    Ich spiele sehr oft einen aktiven SGC Nanyo Basscollection mit aktiven EMG's. War mal ein preiswerter "Geheimtipp" und hat mich bereits beim ersten Anfassen/Anspielen begeistert, obwohl ich eigendlich immer Passiv Bass Befürworter war. Dit Ding kennt vamutlich Keena - Müßta Googelen. :D

    Und wenn ich mal wieder Rücken hab, hol ich meinen alten Höfner raus, und frag mich, warum man sowas nie beim Jazz sieht.
    Wenn der Rücken aber ganz schlimm ist, spiel ich Samick Corsair Ultrashortscale, auch auf die Gefahr hin, daß ich mit dem Gitarristen verwechselt werde.
    Und...
    Wenn ich absolut keinen Bock zum Schleppen hab, pack ich mein Markbasswürfelchen in den Rucksack, pack meinen aktiven Solid UBass mit Piezoabnehmer und Pyramid Silverwounds dazu und radel zum Gig, obwohl Piezo von Klang und Körperschallübertragung nicht grad das gelbe vom Ei ist. Läßt sich aber durch Setup managen.

    Aber vermutlich will das alles niemand wissen.

    Und um zum Thema zurückzukommen:
    PU-Wechsel ist ganz einfach.
    Wer Spaß an Bassteleien hat, sollte ruhig etwas rumexperimentieren und Erkenntnisse sammeln.
    Im WWW existiert auch eine wunderschöne Sammlung für Schaltungen...
    http://www.groovemonster.de/content...haltplan-Sammlung-E-Bass-Bassschaltungen1.pdf
     
    Zuletzt bearbeitet: 20.September.2016
  15. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    Danke für die Info! Vermutlich lass ich alles so wie es ist. Üben bringt mehr.
     
  16. nkmer

    nkmer Schaut öfter mal vorbei

    Genau. Höre in Dein Inneres :)
     
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