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Saxbooth Übebox Eigenbau (Raum in Raum)

Dieses Thema im Forum "Home- und Live-Recording, Tontechnik" wurde erstellt von Hahu25, 18.Mai.2014.

  1. Hahu25

    Hahu25 Schaut nur mal vorbei

    DAS PROJEKT

    Ich dokumentiere hier den Eigenbau meiner Übebox.
    Motivation: Auch noch spät abends Sax üben ohne meine Nachbarn zu stören.
    Bin schon gespannt ob es ein Erfolg wird!
    (wenn nicht könnt ihr zumindest von meinen Fehlern lernen;)

    RAHMENBEDINGUNGEN
    Ich wollte ursprünglich eine große Box bauen, in die auch das E-Piano und diverses Equipment reinpassen, so 2x2m. Nach längeren Überlegungen habe ich mich dann für die minimal-Variante entschieden. Hat den Vorteil weniger zu Kosten und weniger Platz einzunehmen.
    Also wirklich nur zum Sax üben und nicht zum Proben.
    Außenmaße:
    Höhe: 2m !!! (das wird knapp!! bin 1,83)
    Länge ca 1,80m
    Breite: 1m bzw 1,25 (maximum außen)

    RECHERCHEN
    Habe einige Zeit recherchiert und dabei ist das rausgekommen:

    1.)Schall wird mit Gewicht gedämmt, und Gewicht hat: Gipskarton
    (ich bin nach dem Gipskarton-Einkauf gefragt worden, ob es nicht auch mit Holz geht, das wäre ja viel leichter zu verarbeiten, den Punkt muss ich noch klären (... ist geklärt, GKP sind haben eine 8x so hohe Dichte als Holz!!!)

    2.)Schallbrücken vermeiden, am besten entkoppeln.

    Ergibt folgende Entscheidungen für für meine Box:

    -Raum im Raum im Raum ;)
    -doppelte Gipskartonschichten (habe ich von den Herstellerseiten, da gibt es sehr interessante Daten zu Lärmschutz)
    -keine "Feder" (ist die Füllung des Zwischenraums mit Dämmmaterial, wird emfohlen, bringt lt. Datenblättern 1Db!?, ich will aber keine Staub-/Faserbelastung haben (wegen einem Db!?))
    -maximal 10cm Gesamtdicke der Wand !!
    -Grundsätzlich möchte ich einen möglichst einfachen Aufbau.

    daraus Ergibt sich folgendes Wandkonzept:

    3cm GKP, 4cm "Luft", 3cm GKP
    zusammengehalten durch Konstruktionsholz entlang aller Kanten.
    Konstuktionsholz wird eng, aber mit 3x3 Kanthölzern sollte sich das ausgehen, ohne dass sich Außen- und Innenwand berühren. Ich glaube nicht dass das Konstruktionsholz ausschlaggebend für die Stabilität ist, da das ganze extrem schwer wird.

    BODEN:

    das wird bei mir eine Schwachstelle!
    Aufgrund der geringen Höhe kann ich hier NICHTS machen.
    Die Box steht auf einem durchgängigen Parkettboden.

    Ich habe zwar vor, die Wände auf einen Streifen Verpackungsmaterial zu Stellen (ist elastisch und sehr stabil, sieht man wahrscheinlich später), aber den Schall der auf den Boden trifft werde ich nur mit Teppich (eventuell Waschmaschinenplatten) dämmen.
    (update: ich habe ALLES mit Waschmaschinenplatten gemacht!)

    TÜREN:

    Das ist der schwierigst Punkt!
    Wer viel Geld hat kauft sich eine (ca 40Db pro Schallschutz-Türe).
    Ideal wäre eine große Tür außen und eine kleinere Innen die beide nach außen aufgehen. Und dann muss die Konstruktion das Gewicht der geöffneten Türe aushalten. Ist mir alles viel zu unsicher.

    Ich bin durch Zufall auf Schiebetüren gekommen. Es gibt da fertige Rahmen von einem berühmten Gipskartonhersteller um ca 300 Euro. Die wirken sehr vielversprechend, aber zu dick für meine Pläne. Mindestens 10cm dick.

    Also baue ich mir die Schiebetüren selbst:
    Türblatt aus 2 Gipskartonplatten, damit ich so dick bin wie die Wände und hier keinen Dämmverlust habe.
    Die Überlegungen, wie ich das Türblatt an die Schiebetürbeschläge montiere brachte mich auf Nieten, da dann die Türen nicht nur hängen sondern mit den Beschlägen gepresst werden, was mir die Angst vorm ausleiern der Löcher im Gipskarton nimmt.
    Durch diese Nietenidee habe ich auch beschlossen, die ganzen Doppel-Gipskarton Wände mit Nieten zusammenzuhalten. (Die Trockenbauer tuckern das glaub ich, aber ich wollte mir keine Tucker leisten und es kommt mir so unberechenbar vor..)

    Tür Special:
    Ich wollte umbedingt 60cm Türbreite haben, breiteres Einstiegsloch konnte ich aber keins schneiden, aus Platzgründen.
    Also brauche ich ein Türblatt ohne Griff, aber wie bedienen?
    Ist jetzt schwer mit Text zu beschreiben, aber ein interessantes Thema (find ich).
    jedenfalls war meine erste Lösung Schnüre die an den Aufhängungen ansetzen.
    Noch besser (und sicherer!!!) hat sich später ein einfacher Metallhaken herausgestellt
    (ja, ist schwer zu beschreiben, aber die Fotostrecke machts hoffe ich klarer)

    LÜFTUNG:

    Habe 2x 5x 2,5cm Stromschläuche konzipiert, einmal für Zuluft, einmal für Abluft. Die verlege ich zwischen den beiden Wänden, möglichts lang, um möglichst viel Schall am Weg von Innen nach Außen zu brechen. Einmal oben, einmal unten. Werde es zuerst mit passiver Lüftung probieren und wenn das nicht reicht, einen Ventilator davor bauen.

    MATERIAL:
    -Gipskartonplatten Feuerschutz (15mm) 900kg (verbaut habe ich nur 400kg, habe schon einige Male nachgerechnet und komme immer wieder zum selben Ergebnis)
    -Nieten mit 6mm Durchmesser.
    Das kann man mit einer gewöhlichen Nietenzange NICHT nieten!!!!
    Habe mir eine Langarm Nietenzange geleistet, funktioniert super!
    -Unterlegscheiben für die andere Seite der Nieten, die würden sonst durch den Gipskarton rutschen.
    -3,6x3,6 Holz für alle Kanten
    -Waschmaschinen-Platten als Unterlage und Boden
    -5mm Schaumstoff
    -Schiebetürleisten (2x)
    -Noppenschaumstoff für die Innendämpfung


    SPECIAL MISSION:
    Ich baue das ganze unterm Hochbett und habe entschieden, das Hochbett nicht abzubauen!!
    Habe daher erst die äußere Box, dann die innere gebaut und jeweils in Position geschoben.
    Man soll nicht glauben, dass man eine 200kg Box einfach so schieben kann.
    Mit Wagenheber und schiefgestellter Stange habe ich das "Monster" ganz gut bewegen können.
    Ist vielleicht auch eine gute Methode, um beim Vorort-Bau die Boxen exakt auszurichten.


    ERGEBNIS:

    PLUS:
    30Db weniger Schalldruck bei geschlossener Innen-Schiebetür.
    meine Freundin kann im Nachbarzimmer ohne Kopfhörer Fernsehen.
    obwohl ich auf 40 Db gehofft habe, das habe ich an einem Prototypen (einer kleinen Box auf GKP) getestet und hochgerechnet (ca 10Db pro Platte) aber vielleicht verliere ich ja durch die mangelnde Bodenentkopplung und die Lüftung.
    Trotzdem für mich ein super zufriedenstellendes Ergebnis :)

    (die Außentüre habe ich bis heute noch gar nicht optimiert, die müsste man noch mit einer Schiene anpressen)

    MINUS:
    Lüftung ist total unterdimensioniert!! habe einige Tests mit verschiedenen Ventilatoren gemacht, da geht einfach zu wenig durch, und ich glaube, dass die gerippte Schlauchstruktur noch extra Reibung durch Verwirbelung bewirkt.
    das Problem ist nicht der Sauerstoff, das Problem ist die Themperatur!! nach 10 Minuten 25 Grad steigend!

    habe nach langem hin und herüberlegen nur eine Lösung gefunden:
    direkt durch die Decke (10cm Durchmesser)
    subjektiv keine Verschlechterung der Dämmung zu bemerken, Themperatur ok (max 24 Grad, find ich angenehm, wahrscheinlich nicht jeder)
    habe momentan einen 90m3/h Lüfter drin.
    habe bereits einen 300m3/h bestellt, da ich etwas Angst vorm Sommer habe;)

    FOTOSTRECKE:

    https://plus.google.com/photos/117811520944386819180/albums/6013725494282386193

     
    stefalt gefällt das.
  2. elgitano

    elgitano Ist fast schon zuhause hier

    Glückwunsch zum Erfolg.
    So wie ich deine Beschreibung verstanden habe hast du alle Problemfälle Beschrieben: Zwei voneinander entkoppelte Wände, die Türen, die Lüftung.
    Zur Lüftung fällt mir noch ein Vorschlag ein.
    Die Luftgeschwindigket rein sollte schnell sein um den Schall nicht nach aussen zu transportieren/lassen, der Ausgang kann mit einem konventionette Schalldämpfer versehen werden. Schauen ob man einen günstig (bitte neu) von einem Auslaufmodell erhalten kann. Ansonsten sind die Schalldämpfer vom Käfer recht günstig gewesen. Oder eben direkt nach draussen leiten.
    Claus
     
  3. Hahu25

    Hahu25 Schaut nur mal vorbei

    habe jetzt nochmals gemessen mit laufender Lüftung:
    komme auf ca 34 dB, das ist interessanterweise kein Unterschied zu der Zeit in der noch kein Loch in der Decke war..
    ok, ich hab direkt über der Öffnung das Hochbett und in den Zwischenraum noch etwas Schaumstoff, aber ich hätte mir eher erwartet, dass das Hochbett (Holz) zur Verstärkung beiträgt.
     
  4. altblase

    altblase Ist fast schon zuhause hier

    Gut !

    Finde ich prinzipiell gut, zumal man ungehemmt blasen kann, ohne deshalb ein paar hunderttausend Teuronen von der Bank für die Finanzierung eines Einfamilienhauses aufnehmen zu müssen, nur weil man Saxophon blasen möchte.

    Trotz Überecht für Mieter bleibt das Saxophonspielen (ohne Übekabine) in einem Mietshaus heikel und mitmenschlich spannungsgeladen.:cool:
     
  5. OldButGold

    OldButGold Nicht zu schüchtern zum Reden

    hallo @Hahu25, wie sind nach 3 Jahren deine Erfahrungen damit?
     
  6. OldButGold

    OldButGold Nicht zu schüchtern zum Reden

    Oh, erst jetzt gesehen, dass der Thread-Ersteller Hahu25 zuletzt im Mai 2014 im Forum war... Dann wird wohl keine Antwort kommen