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"Selbstkasteiung" durch Musik hören?

Dieses Thema im Forum "Eigene Themen" wurde erstellt von 47tmb, 14.Dezember.2017.

  1. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    Ich finde die Formulierung "wie Lester Young klingen" missverständlich. Charlie Parker hat die einzigartige Spielweise von Lester Young studiert und diese in den Bebop integriert. Der Sound des Altisten Parker war deutlich fetter als vom Tenoristen Young.

    Es gibt eine Aufnahme von Hawkins / Parker, wo die musikalische Weiterentwicklung sehr deutlich wird.



    Ich glaube, es gibt keinen professionellen Jazz-Saxofonisten, der sich nicht mit Parker intensiv beschäftigt hatte. Auch Cooljazzer Lee Konitz spielte im Workshop komplette Parker-Solis auswendig vor und uns blieb die Spucke weg.

    Coltrane ebnete mit seinen Phasen den Weg zum immer freieren Spiel. Coltrane beeinflusste in den einzelnen Phasen die nächste Generation der professionellen Jazz-Saxofonisten. Hierzu gehörte mit Sicherheit auch ein Michael Brecker.

    Meine Generation der professionellen Jazz-Saxofoniscten sind u.a. von Michael Brecker beeinflusst.



    Wenn ich z.B. Chris Potter (meine Generation) z.B. bei Pat Metheny höre, höre ich viel Brecker aber auch deutliche Weiterentwicklungen und andere Einflüsse.





    Und es gibt bereits die nächste Generation mit unglaublich tollen SaxofonistenInnen: z.B. Marius Neset



    Da hörst du irgendwie alles... in seiner Art...
     
    Zuletzt bearbeitet: 23.Dezember.2017
  2. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    Dies bestätigt ja meine persönlichen Erfahrungen. Chris Potter habe ich leider nicht live erlebt und auch nicht gesprochen.
     
  3. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    Nachgeschoben:

     
  4. ppue

    ppue Experte

    Es gibt ca. 450.000 Köche in Deutschland, die professionell arbeiten. Davon sind zehn Köche, die drei Sterne haben.

    Ich schätze das Verhältnis bei Berufsmusikern ähnlich ein, wobei da ein paar Potenzen nichts am Gesamtbild machen.

    Was für ein Irrsinn, sich mit Musikern zu vergleichen, die weltweit heraus ragen.

    Nein, das Vorbild sitzt rechts von euch im Blasorchester und da kommt ihr doch auch mal hin (-;

    Überlege gerade, ob die links oder rechts sitzen. War lange nicht mehr in gut strukturierten Orchestern.
     
    flar, saxclamus, slowjoe und 8 anderen gefällt das.
  5. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

  6. annette2412

    annette2412 Moderatorin

    :cool: Wann und wo???
    Geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid;)
    Liebe Grüße
    Annette
     
    RomBl gefällt das.
  7. RomBl

    RomBl Ist fast schon zuhause hier

    Ende Februar im A-Trane.
    Da ist noch ein wenig Zeit, sich mental drauf vorzubereiten.
     
    annette2412 gefällt das.
  8. Saxax

    Saxax Ist fast schon zuhause hier

    Uff, da hab ich ja Glück gehabt, bin erst zwei Tage später in der Gegend :-(

    Euer Saxax
     
  9. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    In der BigBand war dies bei mir immer rechts.

    Im Blasorchester war dies bei mir immer links.

    Vorbilder aber unerreichbar waren auch einige Instrumental-Lehrer für mich.
     
  10. gaga

    gaga Ist fast schon zuhause hier

    Zuletzt bearbeitet: 24.Dezember.2017
  11. antonio

    antonio Ist fast schon zuhause hier

    Ich weiss was du meinst... aber seinen Sound kann man eben nicht von dem trennen, was er spielt. Das muss man als Ganzes sehen. So "gesehen" beginnst du eh von ganz vorne und ganz neu und Mulligan ist lediglich ein Orientierungspunkt. Mulligan auf dem Bari ist auch mein Leitgedanke und danach kommt (für mich) auch eine ganze Weil nix mehr.

    antonio
     
  12. ppue

    ppue Experte

    Ja, das sehe ich auch so. Aber anstatt das nun über Tage zu diskutieren, könnte man doch mal probieren, so wie Mulligan zu spielen.

    Am besten erst mal hören:



    Wir können ja ein "Wie-Mulligan-klingen"-Wettbewerb machen und unsere Erfahrungen austauschen. Hat jemand Noten den Stücken von der Platte oben?
     
  13. antonio

    antonio Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe mal eine zeitlang ganz bewusst versucht, bei "Line for Lyons" seinen Sound und auch seine Spielweise nachzumachen. So annähernd gelang das schon :) Aber es war dann eben nichts Eigenes und so bin ich dann auch wieder davon ab.
     
  14. Long John Silver

    Long John Silver Ist fast schon zuhause hier

    Verdammte Pest - habe gerade in einem Akt der Selbstgeisselung einen Tisch im A-Träne und ein Hotelzimmer reserviert... bleibt zu hoffen, dass mir keiner meiner Kunden in die Suppe spuckt.
    Dieses Forum treibt mich noch in den Ruin.:confused:

    LJS

    Ach ja: Foristen-Erkennungszeichen „rosa Nelke“, oder was?
     
  15. Atkins

    Atkins Ist fast schon zuhause hier

    Wow.....Zimmer und Tisch reserviert? Plus Eintritt und Spesen, das wird ja ganz gut kosten. Da hätte ich es als Berliner ja deutlich einfacher und
    ich werde mir mal den Potter etwas reinziehen, um zu sehen, ob sich das für mich lohnt.
    War eh schon eine Ewigkeit nicht mehr im A Trane. Wäre ja vielleicht mal ne gute Möglichkeit.
     
  16. Atkins

    Atkins Ist fast schon zuhause hier

    Habe mir gerade mal ne Std. Potter angehört.....is echt komisch, ich kann damit nicht viel anfangen und finde es eher langweilig, obwohl ich durchaus ein Jazz Fan bin.
    Aber das geht mir bei dem Brecker Gedudel ja auch so.... ich mag es nicht sonderlich. Nun ja, muss ja auch nicht. :) Wahrscheinlich bin ich musikalisch vor 30 Jahren stehen geblieben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29.Dezember.2017
    last und Wuffy gefällt das.
  17. TSax80

    TSax80 Ist fast schon zuhause hier

    @Bereckis : danke für die super Videoempfehlungen!
     
  18. saxclamus

    saxclamus Ist fast schon zuhause hier

    Hallo zusammen,früher oft hier gewesen, in letzter Zeit weniger oder nicht mehr - musste real Musik machen;)
    Und mitten in einem "jazzphilosophischen Seminar" gelandet.
    Nahezu alles wird angesprochen. Die ganze Welt des Saxophons und der Musik.

    In einer der letzten Proben unsererJazzcombo - dr, b,p, as, 2x ts und trp, Alter 50 bis 76- glaubte ich einen Fehler gehört zu haben. Hatte ich richtig gehört - wie der professionelle Chef bestätigte. "Und warum sagtse nix?" fragte einer der Tenorspieler, seit Ewigkeiten dem Jazz verbunden. Meine Antwort:"Ach, als Jazzanfänger dachte ich, der Fehler läge bei mir. " Entgegnete der TS-Kollege:" Nach 10 Jahren Beschäftigung mit Jazz gilt die Antwort nicht mehr!"

    So ist es - Volkslieder, Tanzmusik und Musik in der Kirche. Meine Grundlagen - und dann Jazz.

    In wieder einer anderen Probe unser Trompeter, der leider Mitte Dezember 2017 plötzlich verstorben ist, ein Jazzer durch und durch, mit unglaublichen Literaturkenntnissen, Biographiekenntnissen der meisten Jazzgrößen, mit Improvisationsfähigkeiten auf Grundlage des lebenslang Gehörten, Noten und Satzspiel - ging immer mehr, aber lassen wir das...

    Also dieser geschätzte Kollege sagte nach einem Stück:" Ey, klasse , dein AS kilngt fast wie das von Paul Desmond." In meinem Kopf ??? - klar Paul Desmond, Take Five hatte ich mittlerweile gelernt. Aber ich - so wie der?

    Was ich mit den geschilderten Episoden aus meinem Musikeralltag sagen will: ich(70) komme nicht von meiner musikalischen Vergangenheit los.Ich habe keine andere und akzeptiere, was ich lebenslang musikalisch aufgenommen habe. 10 Jahre Jazz - das ist eine kurze Zeitspanne mit anderer, für mich neuer Musik, spannender Musik, mit neuen Spiel - und Hörerfordernissen.

    Bei allem neu JazzGelernten kommen vor allem bei Improvisationen immer wieder meine musikalische Vergangenheit und jahrzehntelang gespeicherten Soundvorstellungen durch - und mein Sound am AS. Der mir gefällt -der "ich" ist.

    Da ich mich altersmäßig geoutet habe erlaube ich mir einen Hinweis für Kollegen/Kolleginnen jenseits der fortgeschrittenen Jugendlichkeit:

    Alles versuchen, alles ausprobieren, mit Respekt vor der eigenen musikalischen Geschichte, im Bewusstsein, dass man noch Vieles, aber nicht mehr alles schaffen kann. Mut zur zeitweiigen Langsamkeit und - Geduld mit sich selbst.

    Auf jeden Fall aber weiter Musik machen!

    Und da das neue Jahr vor der Tür steht:

    Alles Gute für 2018!

    saxclamus
     
    Rubax, gargamel141, 47tmb und 6 anderen gefällt das.
  19. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    @saxclamus

    Schöne Geschichte, schön auch mal wieder von Dir zu hören (besser zu lesen).

    CzG

    Dreas
     
  20. flar

    flar Guest

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