1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

SELMER

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von gefiko, 10.Januar.2018.

  1. Gerrit

    Gerrit Guest

    Selmer produziert gegenwärtig ausschließlich mit Hoch-Fis. Ohne diese Applikatur gäbe es in den vergangenen Jahren lediglich ein Sondermodell ohne Hoch-Fis, dies zu erheblichem Aufpreis. Leider. Yamaha produziert eine 82 Z Variante regulär ohne Hoch-FIs: das sog. 82 Z WOF. Diese Variante funktioniert akustisch noch besser als die reguläre. Keilwerth lieferte mir auf Bestellung seinerzeit folgende Instrumente ohne Hoch-Fis aus: SX90 R Tenor (dieses sogar auf Wunsch unlackiert), SX90 R Vintage Alto, SX90 Bariton (dieses auf Wunsch ohne Tief-Bb). Ein Nennenswerter Aufpreis fiel nicht an. Ich musste mich lediglich gedulden. Das 82 Z WOF kostet geringfügig mehr, ich habe gerade die aktuellen Preise für dieses Modell nicht im Kopf. Auf jeden Fall lagen die jeweiligen Keilwerth und Yamaha mehr als 1000 € unter den vergleichbaren Selmer-Modellen.

    Was die Einstellung ab Werk betrifft, muss ich diese Aussagen leider bestätigen: sowohl entsprechende eigene Erfahrungen als auch ganz ähnliche Aussagen etlicher Instrumentenbauer und Fachhändler. Wenn ich über 6000 € für ein Reference Modell ausgebe, dann erwarte ich ab Werk oder Lieferant ein Horn das in seiner Einstellung über jeglichen Zweifel erhaben ist und nicht noch einmal in die Hände eines versierten Holzblasinstrumentenbauers gehen muss.
     
  2. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Zumindest als Kunde darf ich bei diesem Preis ein perfekt eingestelltes Instrument erwarten. Bei meinem Ref 54 war das so. Allerdings war der Holzblasinstrumentenmacher meines Vertrauens, bei dem ich das Ref damals gekauft hatte, einige Stunden mit der Justage beschäftigt, bevor er es mir ausgehändigt hat.
     
  3. Gerrit

    Gerrit Guest

    Genau, das ist es: jemand muss einige Stunden an dem Teil herumfummeln, nachdem es vom Vertrieb nahe Marburg zum Händler geht, der glücklicherweise in der Lage ist, die Arbeiten auszuführen, die entweder der Hersteller oder der Vertrieb zuvor hätte erledigen müssen. Dafür soll man dann spürbar mehr berappen als bei anderen Anbietern?
     
  4. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Wer die finale Einstellung übernimmt ist doch für den Endkunden völlig wurscht.....

    CzG

    Dreas
     
    jb_foto und Bernd gefällt das.
  5. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Mir als Kunde ist es völlig gleichgültig, wer das Instrument perfekt spielbar einstellt. Und den Preis für das Instrument und die Preise der Mitanbieter kannte ich ja.

    edit: @Dreas war schneller
     
  6. xcielo

    xcielo Gehört zum Inventar

    Moin,

    ich muss gestehen, ob Selmer in Familienhand bleibt oder nicht geht mir ziemlich am A... vorbei.
    Im Gegenteil, Firmen im Familienbesitz leiden hie und da daruntern, dass zu viele Familienmitglieder mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel herausziehen wollen.

    Wenn eine Firma heutzutage Geld für Investitionen braucht, und ich kann mir gut vorstellen, dass Selmer dies benötigt, um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben, dann ist die normale Herangehenweise, sich einen Investor an Bord zu holen. Die Alternative ist u.U., dass die Firma in einigen Jahren ganz übernommen wird. Da habe ich ganz schlechte Erinnerungen daran, als in den 80igern Buffet Crampon von einem großen amerikanischen Konsortium übernommen wurde und in wenigen Jahren zumindest die Saxophonsparte völlig darnieder sank, mit dem Ergebnis, dass die S1-Serie nicht nur nicht mehr weiter entwickelt wurde, sondern auch gar nichts mehr gebaut wurde.

    Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich bei der momentanen Preisentwicklung für erstklassige Instrumente froh bin, mit meinem Instrumentenpark wohl in diesem Leben gut versorgt zu sein, und wenn ich doch noch einmal etwas haben wollen sollte, ich auf Grund meiner geringen Selmer Affinität auch unter den gebrauchten Instrumenten hervorragende und bezahlbare Optionen finde.

    Gruß,
    Otfried
     
    Tuberich, zappalein, b_nic und 3 anderen gefällt das.
  7. Gerrit

    Gerrit Guest

    Nein, das sehe ich nicht so: nicht alle Musikhäuser sind in der Lage, solche Arbeiten zu leisten. D.h. der Kunde kauft dann ggf. kein Selmer, weil es den Erwartungen und der anfallenden Ausgabe nicht entspricht oder er beauftragt nach dem Kauf einen Fachmann, das betreffende Gerät richtig einzustellen, was weitere Mehrkosten für ihn bedeutet. Diejenigen Händler, welche die Arbeiten ggf. selbst durchführen, sind auch nicht glücklich mit ihrer Lage, denn wenn sie diese Tätigkeit nicht in Rechnung stellen, ggf. über einen Aufpreis, führen sie Arbeiten mit entsprechendem Zeitaufwand durch, die der Hersteller oder Vertrieb leisten sollte. D.h. sie sehen für Ihre Mehrleistung keinen Cent. Das ist nicht in Ordnung. Und wenn die Instrumente in solchem Zustsnd beim Händler eintreffen, belegt dies, daß Hersteller und ggf. Vertrieb Ware ausliefern, die weder dem eigenen noch dem Qualitätsanspruch des Kunden und seines Händlers genügen. Berücksichtigt man solche anfallenden Arbeiten, ihren Zeitaufwand, dann müsste der Verkaufspreis eines solchen Selmers im Grunde sogar noch einmal deutlich höher liegen...
     
  8. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Deswegen kaufe ich i.d.R. dort, wohin ich das Instrument auch mit gutem Gefühl bringen oder schicken kann, wenn mal etwas defekt sein sollte.
    Oder ich kaufe günstig gebraucht und kalkuliere den Betrag für eine GÜ als möglichen Kostenfaktor gleich mit ein.

    Vielleicht bin ich da ein wenig zurückgeblieben und passe nicht mehr in die moderne Welt. Aber mir fällt gerade folgender Spruch ein:

    Von alters her ist´s guter Brauch
    da, wo man flickt, da kauft man auch.

    LG Bernd
     
  9. Gerrit

    Gerrit Guest

    Das sehe ich grundsätzlich so wie Du.
     
    Bernd gefällt das.
  10. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier


    Ich erwarte von einem gut geführten Händler dass jedes Instrument - egal welcher Marke - vor der Auslieferung durchgesehen und gegebenenfalls nachjustiert wird. Ist bei allen Händlern hier in der Region die ich als gut bezeichnen würde auch so.
    Das ist auch im Interesse des Händlers. Denn im Reklamationsfall ist er es, der die Garantieleistung übernehmen muss.
    Und den meckernden Kunden hat er dann auch noch am Hals.
    Nein, die Händler von denen ich hier spreche bieten nicht zum "best price in the net" an.......
    Ihren Kundenstamm haben die trotzdem. Aus gutem Grund.


    SlowJoe
     
    Dreas und Bernd gefällt das.
  11. b_nic

    b_nic Ist fast schon zuhause hier

    hier ein Artikel aus Frankreich :
    http://www.lemonde.fr/economie/arti...er-vend-le-roi-du-saxophone_5240270_3234.html

    Übersetzung:

    Der Vater schafft, der Sohn entwickelt sich, der Enkel verkauft oder verschwendet. Selmer hatte bisher das harte Gesetz der drei Generationen lügen können. Seit seiner Geburt im Jahr 1885, hatte in den übrigen mit den direkten Nachkommen der Gründers Henri Selmer Klarinette an dem Opera-Comique die renommierte Herstellung von Musikinstrumenten entwickelt. Der Übergang von der vierten zur fünften Generation war der Grund für diese Einzigartigkeit. Am Mittwoch, den 10. Januar, kündigte die Familie Selmer den Verkauf des weltgrößten Saxophons an den französischen Investmentfonds Argos Soditic an. Ein Schock in der Welt der Musik, beide gelten als "Saxophon Rolls". Es ist mit Selmer John Coltrane seine außergewöhnlichen Solo A Love Supreme 1964 Charlie Parker aufgezeichnet, Stan Getz, Ornette Coleman, Wayne Shorter, Michel Portal und viele andere Jazzmusiker haben dazu beigetragen, diese eine legendäre Marke zu machen, einschließlich Django Reinhardt, während der kurzen Zeit machte das Haus Gitarren. "Das Haus ist schön, aber konnte nicht Familie bleiben. Es war notwendig, neue Impulse zu geben ", resümiert Jérôme Selmer, Generaldirektor der Firma und Urenkel von Henri Selmer. Wie so oft, drängte eine Kombination von Faktoren die Familie, nach mehr als hundertdreißig Jahren loszulassen. Doppelner Flaschenhals Eine Frage der Generation, zuerst. Nach 40 Jahren Hausbau zog sich Brigitte Selmer, die Ur-Enkelin, im Juli 2017 zurück. Um sie zu ersetzen, wurde ein Duo gegründet. Am Tisch sein Cousin Jerome, 59, Spezialist in Beziehungen mit Musikern und dem kommerziellen Teil. An seiner Seite ein Finanzmann von Buffet Crampon, Geoffroy Soler. Aber um zukünftige Nachfolge zu gewährleisten, interessierte sich kein anderes Familienmitglied mehr.
     
  12. b_nic

    b_nic Ist fast schon zuhause hier

    le point

    http://www.lepoint.fr/economie/henr...-passe-d-etre-vendu-10-01-2018-2185380_28.php

    Der Familienkonzern Henri Selmer Paris, der weltweit führende Saxophonist, kündigte am Mittwoch an, exklusive Verhandlungen mit dem Private-Equity-Fonds Argos Soditic über den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen aufzunehmen. "Am Ende dieser Operation wird Argos Soditic neben einem engen Kern von Familienmitgliedern und dem Managementteam, das zusammen mit dem Geschäftsführer Jérôme Selmer diese neue Entwicklungsphase leitet, zum Mehrheitsaktionär." sagt die Gruppe in einer Erklärung. Das 1885 von Henri Selmer gegründete Familienunternehmen ist im Besitz von 55 Aktionären der vierten und fünften Generation der Familie Selmer. Es wird jetzt von Jérôme Selmer, General Manager der Gruppe und Urenkel von Henri Selmer geleitet. Die Hauptstadt wäre für Arbeitnehmer offen. "Wir müssen unsere Transformation und Entwicklung mit unseren qualifizierten Mitarbeitern und unseren Vertriebspartnern fortsetzen, um die Erwartungen einer wachsenden internationalen Klientel zu erfüllen", sagte der CEO in der Erklärung. Henri Selmer Paris beschäftigt rund 500 Mitarbeiter und erzielte 2015 einen Umsatz von 35 Millionen Euro. Das Unternehmen produziert in seinen Werkstätten von 11.000 Quadratmetern in Mantes-la-Ville, Yvelines, Saxophone, Klarinetten und
     
  13. hanjo

    hanjo Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Leute,

    stimmt, es ist schon irgendwie sinnvoll, sich ein Saxophon zu kaufen, daß man sich auch leisten kann. Könnte es nicht sein, daß der Kaufgrund für ein Reference nicht auch darin begründet sein könnte, daß manche Leute glauben, gerade dieses Selmer paßt gut zu ihnen und ist, so vielleicht deren Meinung, schlicht das beste Saxophon für sie.

    Von dem, nachgewiesenermaßen hohen Werterhalt eines Selmers....... will ich gar nicht erst sprechen.

    Meine Meinung, jeder darf eine andere haben.

    Gruß
    Hanjo
     
  14. Gerrit

    Gerrit Guest

    Klingt eher nach so etwas wie Reorganisation, Restrukturierung, Reform. Also geht es wohl schlichtweg darum, das Unternehmen in die Zukunft zu führen und wahrscheinlich Investitionen, die auch notwendige Innovationen ermöglichen, zu sichern. Man darf gespannt sein!
     
  15. Gerrit

    Gerrit Guest

    Die Gründe für den Kauf eines speziellen Instrumentes sind immer individuell. Prestige kann dabei eine Rolle spielen, andere Faktoren eben auch. Das ist wahrscheinlich müßig, darüber zu diskutieren. Für mich persönlich war immer die Funktion das Ausschlaggebende, die Funktion im Wechselspiel mit meinen jeweiligen Interessen und Potentialen...
     
  16. Claus

    Claus Moderator

    Wohin der Weg Selmer führt, wird sich erst in ein paar Jahren im Rückblick zeigen. Kann gut sein, dass frisches Geld in das Unternehmen gesteckt wird. Aber bei einem sollte man sich nicht vertun: ein Private-Equity-Fonds wird sich nicht dauerhaft mit dem Geschäftsfeld Saxophonbau befassen. Es geht darum, eine Firma so aufzuhübschen, dass man sie mit Gewinn weiterveräußern oder an die Börse bringen kann. Darin liegt die Stärke eines solchen Fonds. Das kann bedeuten, dass man den Weg herausragender, qualitativ hochwertiger Instrumente (wieder) verstärken will, dass kann aber auch bedeuten, dass man die besseren Marktchancen in einer weiteren Automatisierung von Verfahren und einer Bedienung des Massenmarktes mit durchschnittlichen Instrumenten sieht. Was immer halt die bessere Rendite bringt.

    Was dabei möglicherweise auf der Strecke bleibt (aber vielleicht ist es das auch schon früher) ist die Liebe zu dem Instrument an sich, der Wunsch und die Besessenheit, Instrumente zu entwickeln und Qualitätsstandards einzuhalten, die dem enormen Renommee der Marke Selmer gerecht werden. Vielleicht bin ich da etwas zu nostalgisch, aber das ist der Grund, weshalb mir in der Tendenz der Familienbetrieb sympathischer ist als die Verfügungsmasse eines Fonds.
     
    Gruenmicha, Tuberich, KUS und 3 anderen gefällt das.
  17. Gerrit

    Gerrit Guest

     
  18. Gerrit

    Gerrit Guest

    Irgendwie vertippelt...

    Ich sehe das grundsätzlich auch so. Ob ein solches Unternehmen, in der Hand einer Familie, zwangsläufig zu höheren Qualitätsstandards führt, und dies heute unter verstärktem Wettbewerbsdruck, in Fortführung einer Tradition, das mag ich nicht beurteilen. Dem Beitrag zufolge bleiben Mitglieder der Familie Selmer ja in führenden Positionen. Wahrscheinlich geht es darum, den Kern der Produktphilosophie und dauerhaft wettbewerbsfähig zu erhalten und möglicherweise durch die eine oder andere Innovation in der Produktpalette und den Produktionsverfahren in die Zukunft zu führen. Einige neue Produkte des Unternehmens weisen ja bereits in diese Richtung: Seles u.a.
     
  19. Gerd_mit_Sax

    Gerd_mit_Sax Ist fast schon zuhause hier

    Meine Meinung:

    Der Investor hat für Saxophone, deren Bau oder Vertrieb offensichtlich keine Synergie anzubieten, d.h. dem Investor geht es wohl ums Geld, wie schon von @Claus geschrieben. In diesem Fall braucht er einen „Exit-Plan“, d.h. einen Plan in 3 bis 5 Jahren einen fetten Gewinn zu verbuchen. Ziel eines Investors (und wohl auch der investierten Familienmitglieder die Geld verdienen möchten) ist dabei in der Regel ein Börsengang oder, in diesem Fall Wahrscheinlicher, ein Verkauf des Unternehmens an den Wettbewerb oder sonst eine Firma die in diesem Markt unterwegs ist. Wie gesagt, diese Pläne sollten in der Regel schon nach wenigen Jahren realisieren lassen, sonst sind die meisten Investoren nicht interessiert.

    Wenn man davon ausgeht, dass es bei diesem Investor nicht anders ist, dann soll Selmer wahrscheinlich „angehübscht“ werden, Marktanteile gewonnen, Kosten gesenkt und eventuell gleichzeitig die Marketingmaschine angeworfen werden. All das mit dem einzigen Ziel, die Firma für einen Käufer (oder für die Börse) attraktiv zu machen.

    Leider wird bei solch einem Prozess meist nicht langfristig gedacht und auch nicht in Produktqualität investiert, zumal Selmer den Ruf genießt Qualitativ ganz oben mitzuspielen. Im Vergleich zum Inhaber geführten Familien-Unternehmen werden Änderungen durch den Investor mutiger d.h. schneller umgesetzt und eventuell auch größere Änderungen sind möglich. Ob das Änderungen der Endkundenpreise oder der Qualität mit sich bringt, wird sich zeigen.

    Spannend….
     
  20. Taiga

    Taiga Ist fast schon zuhause hier

    ... und wer kauft in der Regel derzeit massenhaft deutsche und europäische mittelständische Betriebe ????

    Richtig !!! Die Chinesen !!!

    Dann sind ja die Plagiate auf denen überall Selmer steht irgendwann gar keine Plagiate mehr.
    :eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek:


    Uuuuuaaaaahhhh :blackalien: :alien: :android: :ninja: :vamp: :droid: :spiderman: :cyclops: :greedy: :greyalien: :lurking: :mask: :notworthy: :snaphappy: :stig: :vulcan: :walkingdead:

    .
    .
    .
    .
    .
    ... oh. Hatte vergessen den Achtung Zynismus-, Sarkasmus-, Ironie-, und was weiß ich noch alles -Button zu drücken
     
    Zuletzt bearbeitet: 11.Januar.2018