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Sound....hier geht's ausschließlich um Sound!

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von Dreas, 21.September.2017.

  1. grosskopf

    grosskopf Ist fast schon zuhause hier

    - Was macht für euch einen guten "Sound" aus?
    - Wie wichtig ist euch Sound?

    Sehr wichtig. Der Sound ist das Erste, was ein Zuhörer hört....der erste eindruck sozusagen. Ein Saxophonist kann noch so tolle Sachen spielen, wenn der Sound mir nicht gefällt, möchte ich eigentlich nicht mehr zuhören.

    - Wie zufrieden seid ihr mit eurem Sound (unter Berücksichtigung eures Spielniveaus)?

    Meistens bin ich zufrieden, entdecke aber immr wieder Dinge, die ich besser machen kann und möchte.

    - Habt ihr Soundvorbilder? Welche? Warum?

    Gary Thomas & John Coltrane....warum? Keine Ahnung, mir gefällt einfach der Sound!

    - Welchen Stellenwert nimmt Soundbildung in eurem Übungsprogramm ein?

    Jeden Tag übe ich an meinem Sound. setze dabei aber Schwerpunkte: ein paar Wochen überwiegt die Arbeit am Sound, dann an der Technik. Dennoch bringe ich alle Dinge, die ich üben möchte in meinem täglichen Übprogramm unter.

    - Welche Übungen haben euch geholfen euren Sound zu verbessern?

    Longtones & Visualisierung (vielleicht erhellt dies hier ein wenig: Ton-Workout )

    - Wie erlebt ihr eure Soundentwicklung?

    Es wird! ;-)

    - Welche Rolle spielt für EUCH das Equipment beim Sound?

    Blätter sind mir enorm wichtig. Zuletzt habe ich mir eine neue Blattschraube gegönnt....Silverstein...das Ding ist phänomenal! (nein ich habe keinen Endorsementvertrag mit denen!)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 23.September.2017
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  2. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    Da stimme ich dir voll zu.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23.September.2017
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  3. Gerrit

    Gerrit Experte

    Das ist richtig! Darin liegt u.a. die Kunst eines Orchesterleiters oder Dirigenten sein ästhetisches Konzept so mit den Musikern zu kommunizieren, daß diese in der Lage sind, die Vorstellungen aufzugreifen und umzusetzen.
     
    Bereckis gefällt das.
  4. Viper

    Viper Ist fast schon zuhause hier

    Das Gesamtpaket aus Horn, Mundstück, Blatt, Spieler, Lautstärke, Raumakkustik, Stimmung, u.v.m.

    eigentlich weniger wichtig...er ist eben so, wie er gerade ist.
    Der aktuelle Stand hängt bei mir ab von: Songstil, Tagesform, Mundstückauswahl, Blattzustand, Stimmung, etc.

    der Bayer dad song: "Des bassd scho"

    ...eigentlich nicht. Ich kenne zu viele unterschiedliche Saxophonisten und wirklich jeder hat seinen eigenen Sound, sodass ich hier nicht qualifizieren kann und möchte.
    Hoffentlich sagt mal keiner zu mir: "Du klingst ja wie ..."

    Keinen; Zu wenig Zeit dafür.

    ...auch keine spezielle Übung. Stückabhängig versuche ich entsprechend zu artikulieren (soft, schrill, scharf, etc.)

    er ändert sich mit der Zeit...(Auf alle Fälle nicht mehr so dünn, wie am Anfang)

    Man sollte sich mit seinem Equipment (Horn-Mundstück-Blatt-Kombi) einfach wohlfühlen und sich nach seinem Gusto artikulieren/ausdrücken können.; mehr nicht.
    B.t.w. habe ich mich nie im Blätterwald verloren und ich befand mich nie auf DER Suche nach DEM Mundstück....

    Viele Grüße aus München:)
    klaus
     
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  5. last

    last Ist fast schon zuhause hier

    Soundvorbild:



    :)last
     
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  6. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    So, jetzt nochmal grundsätzlich....

    Ich spiele nun 8 Jahre Saxophon.

    Grundsätzlich gefällt mir mein aktueller Sound....passt auch in der Band. Es beschwert sich niemand. Im Gegenteil!

    Dennoch bin ich nicht zufrieden!

    Spiele ich eher prägnant, scharfe, obertonreiche Töne, reist mir in tiefen Lagen schon mal der Ton ab...mangelnde Stütze und Luftführung!

    Artikulation gefällt mir häufig nicht, wird aber besser. (Offbeat Phrasierung)

    Meine Art den Ton anzublasen ist zu eineimensional...Thema Attack....mir fällt es schwer einen Ton sofort, ohne Verzögerung zum Klngen zu bringen...

    Wie ein Ton wirklich perfekt ausklingen lassen...auch Thema!

    Was ich damit sagen möchte....

    ...auf der Metaebene bin ich happy, da hat sich sehr viel positives entwickelt...

    ...auf der Mirkroebene bin ich gar nicht zufrieden! Da gibt es
    alleine am Sound Baustellen ohne Ende...

    ...und an anderen Themen sowieso...

    Für MICH bleibt Sound eine undendliche Story....

    Mag jeder sehen, wie er mag....

    CzG

    Dreas
     
  7. Claus

    Claus Moderator

    Ja, das Problem nehme ich bei mir auch wahr. Schönes Thema für den Workshop.
     
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  8. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Ton ohne Verzögerung zum klingen bringen übe ich auch gerade. Außerdem Rhythmik und Phrasierung.
    Hierzu spiele ich Duette mit mir selbst :)

    Heute: Street Smart
     
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  9. Dabird

    Dabird Ist fast schon zuhause hier

    Wenn er mich berührt :) Es gibt zu viele verschiedene Arten, die mich ansprechen, dass meine Aussagen hierzu den Rahmen sprengen würden. Bin sehr offen für verschiedene Sounds.
    Sehr!
    Der Weg endet nie, aber der Weg ist das Ziel. Bin über dem Stadium der gänzlichen Unzufriedenheit hinaus.
    Ja - Zu viele um das hier aufzulisten
    1te Stelle bei allem was ich übe (auch mental)
    Eine ganz konkrete Sache hat mir sehr geholfen- und viel Arbeit
    +
    Wenn Equipment nicht defekt keine.
     
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  10. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

    Täglich unterschiedlich :-(

    Es gibt Tage, wo ich mir sage: Ja! Genau so!

    Und dann wieder Situation, wo ich empfinde: Geht ja grad' überhauptgarnurnicht...Und dann kommt nen anderes Blatt drauf, oder vielleicht doch nen anderes MPC, oder sitzt das Blatt nicht ordentlich gerade oder...................................
     
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  11. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Wir hatten ja letztes Wochende den Soundworkshop von @saxhornet bei mir.

    Interessant fand' ich folgendes:

    Alle Teilnehmer haben aus meiner Sicht schon einen guten Sound, durchaus unterschiedlich, aber individuell stimmig.
    Also haben sich alle mit dem Thema auch schon bisher intensiv auseinander gesetzt. Es hatte sich keiner angemeldet, bei dem wirklich akuter Handlungsbedarf besteht.

    Und dennoch wird bei den einzelnen Übungen deutlich wieviel Luft noch nach oben für jeden ist, wo im Detail Defizite sind, vor allem wenn man den Profi im Vergleich hört. (ja, schon klar, wir sind keine Profis, daher helfen die uns ja.)

    Und, wie @47tmb im Workshop Thread schrieb....viele waren tendenziell mit zu harten Blättern unterwegs! Ihr Sound wurde gleich ausgewogener, voller, unangestrengter, als sie weichere Blätter probierten.

    Für mich ein definitiver Beweis, dass die Gleichung "Harte Blätter = bessere Sound" völliger Unsinn ist!

    Insgesamt bestätigt es meine Sicht, dass das Thema "Sound" wichtig ist und man immer daran arbeiten sollte.

    CzG
     
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  12. ppue

    ppue Experte

    Die Diskussion über Sound ist immens schwer zu führen, weil man alles oder auch nichts darunter verstehen kann. Im engsten Sinne ist es wirklich der reine Klang des Saxophons, also die Teiltonstruktur eines kurzes Ausschnittes eines gespielte Tones.
    Nimmt man den Begriff weiter, so kommen Dynamik, Phrasierung, Vibrato, Bending, Growling und und und dazu. Fasst man ihn besonders weit, wird man auch die Melodieführung mit einbeziehen wollen. Man muss sich im Klaren daürber sein, von was man wirklich sprechen will.

    Die größten Schwierigkeiten, die ein Anfänger auf dem Saxophon hat, ist, einen "natürlichen" Ton darauf hervor zu zaubern. Die größte Schwierigkeit dabei ist nicht der Sound, sondern eine Hüllkurve hinzubekommen, wie man sie von Tönen in der Natur oder z.B. von Saiteninstrumenten gewohnt ist.

    Der Ton eines Anfängers gleicht eher einem groben Klotz Holz, das irgendwo und irgendwie anfängt und genau so unmotiviert auf irgend eine Weise wieder aufhört. Weil das nicht gut klingt, kann man von einem schlechten Klang oder Sound sprechen, wobei eben gar nicht über den Klang des Tones geredet wird, sondern um seine Darreichungsform.

    Kein Anfänger kann ein solch feines Pling hinbekommen, wie es der Klavierschüler mit seinem ersten gespielten Ton schafft. Der Saxophonist muss alles selber gestalten: Attack, Decay, Sustain und Release. Wie ein Synthesizerprogrammierer muss der Spieler alle diese Parameter selber basteln. Dabei bricht der Ton weg oder will gar nicht erst entstehen, zittert fürchterlich oder ist völlig daneben intoniert. Das sind alles keine wirklichen Parameter von Sound!

    Fast man den Begriff weiter, dann will ich das mal mit dem Tun eines Schauspielers deutlich machen. Was macht den Ausdruck eines guten Schauspielers aus? Zum Beispiel seine Mimik. Schaut man sich Buster Keaton an, dann vielleicht auch die Abwesenheit von Mimik? Alles ist möglich und zu beschreiben, welche Augenbrauenbewegung nun einen guten Ausdruck erbringt, ist müßig.

    Nimmt man also die Parameter auseinander, so kommt man zu keinem Schluss. Führt man sie alle zusammen, so kann man auch keine "wahre" Aussage mehr erstellen. Und das ist das schöne an der Kunst. Sie lebt immer in der Auseinandersetzung zwischen Künstler, Kunstwerk und Rezipient.

    Ein guter Sound ist einer, der den Zuhörer bewegt.
     
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  13. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    @ppue

    Alles nachvollziehbar was Du schreibst.

    Die unterschiedlichen Parameter sind auch Elemente in @saxhornet 's Workshop. Alle Teilnehmer haben
    ein mehr oder weniger gemeinsames Verständnis für Sound entwickelt. Dieses ist aber nicht zwangsläufig deckungsgleich mit Anderen (Foristen), die nicht dabei waren, da es keine allgemeinverbindliche Definition von "Sound" gibt.

    Und ja, ein guter Sound bewegt den Zuhörer. Aber ein "Brötzmann Sound" bewegt im Bevölkerungsdurchschnitt
    weit weniger Zuhörer als ein "Stan Getz Sound".

    CzG

    Dreas

    P.S. Im Detail ist m. E. auch noch zu unterscheiden zwischen "Sound" und "Ton".
     
  14. xcielo

    xcielo Gehört zum Inventar

    Was immer man unter Sound versteht, du hast ja Recht mit deiner Sichtweise @ppue, wichtig für das Saxophonspielen ist einmal die Vorstellung, wie es denn so ungefähr sein soll (in allen genannten Bereichen) und die Technik, dass das dann auch so rauskommt.

    Die Technik kann man und muss man lernen (ein Bruchteil davon kann gekauft werden), die Vorstellung muss man sich erarbeiten.

    Gruß,
    Otfried
     
  15. ppue

    ppue Experte

    Das sehe ich etwas anders. Mein Sound entsteht ganz einfach durch meine Arbeit an meinem Instrument. Ich habe nicht zuerst die Idee von einem Sound, den ich in ferner Zukunft einmal haben will, sondern höre ich ihn täglich. Und täglich nähere ich mich immer ein wenig mehr dem an, wie ich später mal klingen werde (nicht, wie ich einmal klingen will). Mein Sound ist von Anfang an da.

    Das ist vielleicht nicht so leicht zu verstehen. Übersetzt heißt das, ich will nicht malen wie Picasso, sondern wie ich. Und wie ich bin, weiß ich erst, wenn ich es äußere, also mein Inneres nach außen, außerhalb von mir, stelle. Das mache ich immer, wenn ich einen Ton spiele. Und das ist immer mein Ton, ob er mir gefällt oder nicht.
     
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  16. Claus

    Claus Moderator

    Sei mir nicht böse, aber das hat aus meiner Sicht keinen praktischen Nährwert mehr, sondern allenfalls philosophischen.

    Ich höre meinen Sound - ob direkt oder auf einer Aufnahme - und merke dann einfach, dass da eine Menge Baustellen sind, an denen ich arbeiten muss (oder besser: möchte).
     
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  17. xcielo

    xcielo Gehört zum Inventar

    Ja, so geht's mir doch auch lieber @ppue. Und doch hat sich im Laufe der Zeit eine Vorstellung davon entwickelt, wie es sein soll.
    Insbesondere bezieht sich meine Aussage aber natürlich auf die anderen von dir genannten Punkte, die den Klangeindruck ausmachen. Anfang, Ende, Melodie, Akzentuierung, Artikulation etc.

    Gruß,
    Otfried
     
  18. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Nun ja, ich bin nicht Picasso und werde es auch nie sein (verstehe aber @ppue was Du meinst)

    Ich bin kein großartiger Künstler In der Musik, nur ein Feld, Wald und Wiesen Dilettant.

    Meine Phillosophie ist daher, "besser gut kopiert als schlecht selbst gemacht".

    Mein Soundideal ist aktuell Scott Hamilton. Natürlich werde ich nie klingen wie er (wie denn auch?) aber ich
    habe bei meinen Übungen zum Thema Sound und Ton eine Orientierung, eine Zielvorstellung.

    Und das hilft mir ungemein.

    CzG

    Dreas
     
  19. Mummer

    Mummer Ist fast schon zuhause hier

    Sehr schön beschrieben ppue, so sehe ich das auch.
    Der Sound , oder der Ton, den ich spiele, entspricht meiner Stimme. Er ist die Synthese meiner physiologischen Gegebenheiten und dem Wesenhaften meiner Individualität.
    Einem Sound Ideal zu folgen, entspräche in etwa dem Versuch, so sprechen zu wollen wie ein anderer Mensch, dem man als Vorbild nacheifern will.
     
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  20. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

    So geht's mir auch. Ich kann gar nicht anders, wie auch.....

    Klar, Baustellen gibt es, für mich mehr als genug. Das ist aber eher "das und das gefällt mir nicht", als "so möchte ich klingen".

    Hm, möchtest Du so klingen wie er? Eigentlich finde ich, dass es viel schwieriger ist, einen Sound zu kopieren als den eigenen zu entwickeln.

    Du bringst es auf den Punkt. Ich glaube übrigens nicht, dass irgendeiner unserer bewunderten Vorbilder den Sound von jemand anderem imitieren wollte.

    LG Helmut
     
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