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Tonabnehmer am Mundstück???

Dieses Thema im Forum "Home- und Live-Recording, Tontechnik" wurde erstellt von TobiS, 10.April.2017.

  1. philipp_b

    philipp_b Ist fast schon zuhause hier

    Naja, Messeneuheit... Wenn ich das Booklet richtig interpretiere, hat Eddei Harris mit so etwas schon 1968 rumgespielt.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Plug_Me_In_(album)

    Ein Rumberger klingt schon viel mehr nach Saxophon. Der Hauptvorteil bei beiden Methoden ist aber wohl, dass man ohne Übersprecher Effekte ansteuern, und dass man in einer extrem lauten Umgebung spielen kann und nicht, dass es schöner klingt als Druckgradientenmikrofone.
     
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  2. elgitano

    elgitano Ist fast schon zuhause hier

    Genau das ist der Grund.
    Nun stell dir vor, du hörst das Sax (oder ein anderes Instrument). Dazu wird vom Piezo oder Pickup der sound rückkopplungssicher abgenommen und über digitale Wandler manipuliert und über Verstärker/Lautsprecher zugemischt. Unendliche Möglichkeiten. So zum spielen

    Claus
     
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  3. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Kann man ja machen...aber was hat das dann noch mit dem Saxsound zu tun? (Gut, die E-Gitarre hat sich auch durchgesetzt)...dann kann ich doch aber gleich Blaswandler spielen?

    Ehrlich, mir erschließt sich (bisher) der Zusatznutzen nicht.

    CzG

    Dreas
     
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  4. TobiS

    TobiS Kann einfach nicht wegbleiben

    Interessant - Danke für eure Informationen!
    In der Tat scheint es ja so, dass sich diese Technik nicht als Mic-Ersatz etablieren wird.
    Mir gefällt aber der Vergleich zu E-Gitarre. ..
    Wer weiß, was düse Technik aus dem Sax macht...

    Wichtig waren mir die Erfahrungen von früher...

    DANKE allen Beteiligten :)
     
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  5. Rick

    Rick Experte

    Stimmt, das hatte ich auch noch erwähnen wollen!
    Damals ging es ja in der "elektrifizierten Musik" sehr stark darum, neue Sounds zu finden, alles Mögliche zu verfremden. Ich habe damals viel mit Effekten herumprobiert, als große Vorbilder dienten uns allen neben Eddie Harris mit seinem Octaver und den Echo-Loops die Brecker Brothers Ende der 1970er mit ihren irrwitzigen Wahwahs und Harmonizern ("Heavy Metal Bebop").
    Nichts galt als langweiliger als der echte, unverfälschte Naturklang - der kam erst in den 1980ern mit der "Unplugged"-Welle allmählich wieder in Mode.

    Den gab's ja erst Mitte der 1980er in brauchbarer Form, hat mich aber damals wie heute vom Spielgefühl her nicht überzeugt. Ein echtes Sax mit echtem Blatt, dessen Klang man recht einfach elektronisch verändern kann, hat schon etwas, finde ich!

    Schöne Grüße,
    Rick
     
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  6. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Also, ich lehn' mich mal aus dem Fenster.....über den "neuen" Blatttonabnehmer, wie oben erwähnt auf der Musikmesse in Frankfurt vorgestellt, wird SPÄTESTENS in zwei Jahren keiner mehr reden....

    CzG

    Dreas
     
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  7. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    Du selbst erwähnst auch die E-Gitarre...
    Der Unterschied zum Blaswandler ist, wie bei der E-Gitarre, dass der Musiker seine Möglichkeiten (Intonations-Feinheiten...) nicht verliert. Sonst könnte man statt dem Blaswandler ja auch gleich ein Keyboard nehmen.

    Ja, ganz einfach, weil der Sax-Klang an sich schon so schön ist und so viele Möglichkeiten bietet - die Elektronik hängen wir lieber an andere Instrumente... ;)

    (Das "Dschungelorchester" hat bei einem Stück für das "E-Gitarren-Solo" einfach einen Verzerrer hinter das Mikro der Tuba geschaltet...)

    Die E-Versionen der Instrumente haben wohl verschiedenste Hintergründe: beim E-Piano das Transportproblem, bei der E-Orgel der Preis (Hammond hatte Kirchen als Zielgruppe gedacht), bei der E-Gitarre die Verstärkung an sich und vielleicht auch die Empfindlichkeit der akustischen Varianten, bei der E-Geige weils geht... was gibts noch als echte E-Versionen von akustischen Instrumenten?
    Sax fällt da irgendwie nirgends rein und drängt sich nicht auf - alleine schon, weil man kaum was vom akustischen Instrument weglassen kann, dass man nicht gleich auch auf keyboard umsteigen könnte.
     
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  8. Rick

    Rick Experte

    So habe ich es dann letztlich doch gemacht. :cool:

    Und das ist auch mein Fazit! :)

    Schöne Grüße,
    Rick
     
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  9. JES

    JES Ist fast schon zuhause hier

    wenn ich das also richtig verstehe
    Als Sax-Spieler tue ich z.B. schwer mit Growling. Also kann ich jetzt so einen Tonabnehmer auf mein Blatt/MPC kleben, da ein Signal abnehmen, durch irgend eine Art Elektronik jagen, die mir den entsprechenden Growl erzeugt, dass Ganze mit dem Mikrosignal des Sax mischen, durch einen Verstärker schicken und raus kommt der perfekte Sax-Sound MIT Growling.
    Leute, da übe ich lieber.
    JEs
     
  10. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    Ich glaube nicht, dass Du richtig verstehst...
    Zum einen geht es, wie schon viele geschrieben haben, um rückkopplungsfreie Tonabnahme, zum anderen ermöglicht es Effekte, die beim Sax normal nicht möglich sind. Growling ist möglich und wohl auch über den Tonabnehmer abzunehmen - daher auch ein Grund gegen "keyboard".
     
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  11. JES

    JES Ist fast schon zuhause hier

    @visir

    Ich hatte z.B. geschrieben. Also ein Beispiel, was alles möglich ist. Mir ist klar, dass es da noch unendlich viele andere Möglichkeiten gibt. Der Ton, den du rückkopplungsfrei abnimmst, ist ein technischer Ton, kein Klang.
    Nur: ich halte es für unnötig. Wenn ich einen künstlichen Klang haben möchte nehme ich ein Gerät, welches darauf spezialisiert ist. Wenn ich einen natürlichen, realen Klang will, dann nehem ich ein Mikro, weil dazu brauche ich das ganze Saxophon. Ich halte es für eine ziemliche Krücke z.B. eine massive E-Gitarre zu nehmen und nun zu versuchen damit wie eine hochwertige Akustische klingen zu wollen.
     
  12. ppue

    ppue Experte

    Was ist denn ein technischer Ton? Und warum ist das kein Klang, der da abgenommen wird?
     
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  13. JES

    JES Ist fast schon zuhause hier

    Technischer Ton ist eine Schwingung, da spielt es keine Rolle, wie diese erzeugt wird. Daher wäre ein Saxophonblatt gleich einer E-Gitarrensaite. Theoretisch könntest Du auch einen Schwingungsgenerator nehmen und per Knopf die Frequenz ändern. Der eigentliche Klang kommt dann aus der Elektronik.

    Wenn ich aber einen Instrumentenklang haben will, dann muss ich das gesamte Instrument betrachten, also auch die Abstrahlcharakteristik oder Resonanz oder oder oder. Andernfalls sollte das, was ich vom Blattpickup bekomme, verstärkt exakt so klingen wie das Signal vom Mikro vor dem Instrument. Tut es nicht.
     
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  14. ppue

    ppue Experte

    Woher weißt du, dass es das nicht tut? Ich denke, es gibt nur einen Prototypen bisher.

    Ein Pickup am Kontrabasssteg klingt z.B. ordentlich nach Kontrabass. Sicher nicht absolut genau so wie eine Mikroabnahme, aber doch sehr ähnlich.

    Was ist ein natürlicher Klang? Vielleicht will man ja auch gar nicht den "Instrumentenklang", also das, was man normaler Weise als Saxophonklang bezeichnet.

    Ich finde es spannend, mit Klängen und Abnahmesystemen zu experimentieren. Der, der es nicht braucht, lässt es einfach.
     
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  15. CBlues

    CBlues Ist fast schon zuhause hier

    ... schade, das man nur einmal auf " gefällt mir" klicken kann ;););)
     
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  16. stefalt

    stefalt Ist fast schon zuhause hier

    Auch die E-Gitarre ist ja ziemlich eingeschränkt. Wenn man sieht was man dagegen mit Piezoiabnehmern an jeder einzelnen Saite machen kann, ist das aber dann schon faszinierend. Ich denke da an die Variax-Gitarren von Line 6. Man kann die Stimmung/den Klang etc. recht frei anpassen. Ich finde das super, es ist aber unter Gitarristen durchaus umstritten, wie ja eigentlich alles neue ;-) . Die Gibson Les Paul '59 klingt z.B. auch echt authentisch und ich spare mal locker 250.000€.

    Die Vorstellung das alles auf das Saxophon zu übertragen (und dafür wäre der Piezo im Blatt sicher super) finde ich zumindest spannend. Der Vorteil gegenüber dem Blaswandler - und ich spiele derzeit verdammt viel Blaswandler, weil mir (aus familiären Gründen) nichts anders übrig bleibt - liegt dabei für mich auf der Hand. Ich habe einfach beides in einem!

    LG Stefan

    Nachtrag: die Schwingung vom Blatt ist dabei nicht so sauber wie eine technisch generierte Frequenz (keyboard/Blaswandler), das gibt dem künstlich modifizierten Klang erst die Natürlichkeit. Bei der Gitarre funktioniert das einwandfrei, weil die Schwingung auch da von der Saite kommt, wie bei modifizierten Klang auch. Bei Sax wäre also auch eine sehr viel natürlicherer Klang drin, den ich aber dennoch verändern und anpassen kann, ohne das es dann nicht mahr nach Sax klingt. Also ich kann das kaum erwarten, bis es das gibt!
     
    Zuletzt bearbeitet: 12.April.2017
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  17. JES

    JES Ist fast schon zuhause hier

    Spannend...kommt eben auf die Erwartungshaltung an.
    Will ich einen klassischen Saxophonklang würde ich immer ein Mikro nehmen. Will ich irgendwas, dann wäre ein Saxophonblatt eine Möglichkeit als Input für einen Soundgenerator oder Modifikator.
     
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  18. saxology

    saxology Ist fast schon zuhause hier

    Die osteuropäischen Musiker werden es lieben.
    Dann brauchen sie auch nicht mehr alle Klarinettenbirnen, derer sie habhaft werden, mit der "Balkanbohrung" für den Tonabnehmer zu versehen.
     
  19. claptrane

    claptrane Ist fast schon zuhause hier

    E-Gitarren haben aber auch noch andere Vorteile: Viel leichter und schneller zu spielen als eine akustische, geschweige denn direkt an der Gitarre abrufbare Effekte (Tremolo, Klangregler).Wenn ich den Klassik-Gitarren-Klang also viel leichter haben kann, warum sollte ich es dann nicht tun.
    Ich habe zb auf meiner akustische Gitarre sehr leichte Saiten, wie bei einer E-Gitarre , um es bei schnellen Passagen einfacher zu haben, den Klang regelt ein nachgeschaltetes Akustik-Effekt-Gerät, welches auch noch weitere Möglichkeiten bietet (Stimmen, Volumen-Pedal usw)
     
    Zuletzt bearbeitet: 12.April.2017
    Rick gefällt das.
  20. JES

    JES Ist fast schon zuhause hier

    Ihr könnt auch ein Keyboard benutzen um wie ein Saxophon zu klingen. Stellt Euch die Vorteile vor: nur Tasten drücken, keine Intonationsprobleme mehr, keine Rennerei nach Mundstücken und Blättern, gleich an einen Verstärker anschließbar und damit garantiert lauter als der Trompeter neben mir....warum spielen wir nicht alle Keyboard? Oder benutzen so einen Blaswandler (für die, die unbedingt noch pusten wollen)?
    Wozu brauche in einen Pick-up an einer akustischen Gitarre? Lautstärke oder Effekte.

    Wenn ich eine Stimmgabel nehme, dann habe ich 2 Möglichkeiten, die laut zu kriegen: ich stelle sie auf einen Resonanzkörper oder ich verstärke die Schwingung elektrisch (Mikro oder Tonabnehmer). Bei letzterem kann das auch wie Stimmgabel klingen, muss aber nicht. Es klingt aber höchstwahrscheinlich anders als die gleich Stimmgabe auf dem Resonanzköper, außer ich mache mir die Mühe die Elektronik so einzustellen, dass es gleich klingt. Mehr will ich gar nicht sagen. Hier ist die Stimmgabel eben das Blatt.
    JEs