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Unterlippenproblem

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von Sexy, 10.Januar.2011.

  1. Sexy

    Sexy Kann einfach nicht wegbleiben

    Hallo zusammen,
    ich spiele jetzt seit 10 Monaten Tenorsaxophon und werde ein Problem mit meiner Unterlippe einfach nicht los:

    Sobald ich zu spielen beginne, schmerzt die Innenseite meiner Unterlippe sehr stark.
    Die Lippe ist nicht wund sondern eher "gedrückt", etwa wie bei einem blauen Fleck, auf den man drückt.

    Ich hatte gedacht, dass sich dieses Problem mit der Zeit legen würde, aber gerade in den letzten Tagen ist es wieder besonders stark, so dass es mir schon deutlich das Spielen verleidet. Ich halte dann natürlich auch nicht besonders lange durch.
    An zu starkem Druck dürfte es meiner Einschätzung nach nicht liegen. Wenn ich weniger Druck mit der Unterlippe ausübe, dann bricht der Ton ganz weg. Auch mein Lehrer meint, dass ich bzgl. (klassischem) Ansatz alles richtig mache.
    Ich schmiere mir die Unterlippe schon regelmäßig mit einer etwas betäubenden Salbe ein. Das hilft ein wenig, kann aber auf Dauer keine Lösung sein.
    Habt Ihr Tipps für mich? Kann es eventl. an einer zu hohen Blattstärke liegen?
    Danke Euch und viele Grüße
    Sexy
     
  2. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Hallo Sexy,

    vielleicht hilft es auf den "modernen Ansatz" umzustellen. Da wird die Unterlippe nicht über die Zähne gelegt, was sie auf jeden Fall weniger beansprucht.

    Sprich doch Deinen Lehrer mal darauf an.

    Die Umstellung dauert zwar etwas, da man die Lippenmuskulatur stärken muß, aber danach ist das viel entspannter bei einem vollen Klang.

    War jedenfalls bei mir so (Ich hatte nach langem Spielen mit den "klassischen Ansatz" auch immer Druckstellen in der Unterlippe; das ist jetzt komplett weg.)

    LG

    Dreas
     
  3. Dieter_B

    Dieter_B Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Sexy
    Ich bin kein Profi und auch kein Arzt!
    Als ich dein Problem gelesen habe, ist mir folgende Idee gekommen. Warscheinlich liege ich daneben, aber hälst du davon:
    Du spielst seit ca. 10 Monate mit begeisterung und es fühlt sich an wie "ein blauer Fleck auf dem man drückt"!
    Könnte es sein, dass du dir so was wie ein Muskelfaserriss zugezogen hast und dieser nicht verheilen kann, weil das Gewebe immmer wieder von neuem (über-)strapaziert wird?

    Gruß
    Dieter
     
  4. TenSax

    TenSax Ist fast schon zuhause hier

    Achte mal darauf ob Deine Unterlippe an dieser Stelle auf den unteren Zähnen aufliegt. Es muss ja nicht gleich beißen sein.

    Sollte dies der Fall sein versuche den Unterkiefer etwas runter zu nehmen bzw. etwas mehr öffnen, sodaß sich die Zähne von der Unterlippe trennen und auch keine Reibung bzw. Kontakt mehr da ist. Probiere mal aus ob Du dann so spielen kannst.

    Auf jeden Fall würde ich mal ne Pause einlegen bis die Schmerzen weg sind, damit Du dann noch mal ausprobieren kannst.

    Viele Grüße
    Sven
     
  5. breath_less

    breath_less Ist fast schon zuhause hier

    Ich gebe dem Sven recht. Wenn du da wirklich einen Bluterguss hast oder eine andersartige geringfügige Verletzung, muss diese ja erst einmal verheilen, bevor eine Belastung erfogen kann.

    Sonst hat diese Stelle durch die dauernde Belastung ja überhaupt keine Chance sich zu normalisieren.

    Bis ein Bluterguss oder eine Schwellung richtig abgeklungen ist können durchaus locker 14 Tage verstreichen.

    Um sicher zu gehen wäre ein Arztbesuch sicherlich nicht falsch.
     
  6. Tröto

    Tröto Ist fast schon zuhause hier

    Reagiert denn Deine Unterlippe auch dann mit Schmerz, wenn Du beispielsweise, unabhängig vom Saxophonspielen, mit dem Finger daraufdrücken würdest?

    Wenn dies der Fall sein sollte, müsstest Du m.E. unbedingt eine Pause einlegen, so wie dies schon meine Vorredner betont haben.

    Gute Besserung!
     
  7. noten-schussel

    noten-schussel Ist fast schon zuhause hier

    Auf gar keinen Fall würde ich eine Salbe benutzen, die die Schmerzen verdeckt, sont wirst Du die Lippe noch mehr "quälen". Außerdem verlierst Du an Kraft und Kontrolle.

    Legst Du Zigarettenpapier über die Zähne? Das nimmt auf jeden Fall die scharfen Kanten, die viele Sax-Spieler haben, von der Unterlippe. Ich kann selbst nicht längere Zeit ohne Zigarettenpapier spielen, da ich ein paar ziemlich scharfe Ecken an den unteren Schneidezähne habe.
     
  8. xcielo

    xcielo Gehört zum Inventar

    Moin,

    ich spiele einen Ansatz, bei dem ich auch einen deutlichen Abdruck meiner Schneidezähne auf der unteren Lippe beim Spielen hinterlasse.

    Es ist immer eine Gratwanderung, die aber auf jeden Fall schmerz- und beschwerdefrei bewerkstelligt werden sollte.

    Wenn dein Lehrer nun meint, du machst alles richtig, so kann das nicht ganz stimmen, denn du hast ofenbar Probleme.

    Erst mal musst du, wie schon gesagt, unbedingt so lange eine Pause machen, bis du absolut schmerzfrei bist. Ist hart, aber geht nicht anders.

    Dann versuche, definitv weniger Druck mit den Zähnen auf die Lippe auszuüben. Unter Umständen musst du schwächere Blätter spielen. Versuche deine Lippenmuskulatur zu trainieren, dass sie das ohne Zahndruck schafft. Mir hat der Silencer für die Übungen zwischendurch dabei enorm geholfen.

    Aber es braucht Wochen, ja eher Monate, bis du ohne den gewohnten Kieferdruck auskommst, so lange ist der Ton deutlich schlechter, da musst du dann durch.

    Vielleicht ist der sogenannte moderne Ansatz, d.h. ganz ohne Zahnunterstützung zu spielen der richtige Weg für dich, vielleicht geht es dir aber auch wie mir. Ich habe nicht genügend Kraft, um die Lippe vor den Zähnen zu halten und das Blatt zu kontrollieren, es geht einfach nicht.

    Ich ziehe daher die Lippe immer noch über die Zähne, limitere aber den Druck so stark, dass es auch nach 2 Stunden intensivem Spiel nicht weh tut.

    Zur Not, aber ich finde das nicht unbedingt eine gute Lösung kannst du auch noch zu solchen Zahnschonern greifen. Sind aber sicher besser als das fummelige Zigarettenpapier auf die Zähne zu legen.

    Gruß, und viel Erfolg,
    xcielo
     
  9. noten-schussel

    noten-schussel Ist fast schon zuhause hier

    Das Stölzel - Zeug ist völlig überteuert. Wer's benutzen will, sollte eine Suche nach Parafilm "M" machen. Ist für den medizinischen Bedarf. Ist absolut identisch mit dem Stölzel Zahnschutz für einen Bruchteil des Preises (...wenn man's nicht gerade im Bastelshop kauft).

    Ich hab's 'ne Weile benutzt und bin wieder zurück zum Zigarettenpapier, weil das bei mir besser funzt. Muss jeder für sich ausprobieren.


    ... und nochmal zum Thema "Pause machen":
    Ich würde auf jeden Fall solange Pause machen, bis die Unterlippe völlig ok und schmerzfrei ist. Selbst wenn Du eine masochistische Veranlagung haben solltest, wirst Du Deinen Ansatz immer mehr verschlechtern, da Du beginnst, eine Art von Schonhaltung anzunehmen und Dir somit den Weg zu einem sauberen Ansatz verbaust.
     
  10. shandrani

    shandrani Schaut öfter mal vorbei

    Hallo sexy,

    ich kenne das Problem vom Alt-Saxophon; wenn ich längere Zeit spiele beginnt's unangenehm zu werden.

    Im Orchester wurde mir der schon erwähnte Tipp mit dem Zigarettenpapier gegeben, hab ich auch in seltenen Fällen als Notlösung schon gemacht, ist aber recht umständlich. Meine Lehrerin wiederum empfahl Umstieg auf den modernen Ansatz ohne Zähne.

    Ich hab schon mit meinem Zahnarzt drüber geredet und mir die unteren Schneidezähne etwas glätten lassen.

    Beim Tenor-Saxophon taucht dieses Problem bei mir aber nicht auf, da hier der Ansatz etwas lockerer ist.

    Offensichtlich sind Deine Zähne schärfer als meine. Vielleicht fragst Du auch mal Deinen Zahndoc?

    Grüße Klaus
     
  11. noten-schussel

    noten-schussel Ist fast schon zuhause hier

    Ich rate grundsätzlich davon ab, die Zähne abschleifen zu lassen. Was weg ist ist weg! Das hilft auch nur in wenigen Fällen. Wenn es beispielsweise Zwischenräume zwischen den Zähnen gibt, in die sich die Lippen hineinpressen, nützt Abschleifen sowieso nichts.
     
  12. shandrani

    shandrani Schaut öfter mal vorbei

    Hallo,

    nur damit nichts falsch verstanden wird: meine Schneidezähne wurden geglättet (s.o), und zwar mit Polierpaste und einer rotierenden Bürste. Von Abschleifen hab ich nichts gesagt...

    Grüße Klaus
     
  13. Gast

    Gast Guest

    Hi Sexy!
    Was spielst du denn für eine Blattstärke, wenn du schon fragst, ob es u.U. an der Stärke des Blattes liegen könnte?

    Ich hab die Erfahrung gemacht, dass die Unterlippe im Laufe der Zeit unempfindlicher wird! :)
    Lass die Lippe ausheilen, versuch eine geringere Blattstärke und taste dich so an die Lösung des Problemes heran.

    Gruß, Ww.
     
  14. Holly94

    Holly94 Kann einfach nicht wegbleiben

    hab auch mal ne frage zu "modernem" und "klassischem" ansatz. ich hab von anfang an so gespielt das meine unterlippe nicht über den zähnen ist und könnte mir das auch gar nicht anders vorstellen, mach ich was falsch? mit den zähnen das würde mich auch stören, da kann ich Sexy schon verstehen, das würde bei mir auch wehtun o_O
     
  15. saxhans

    saxhans Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Holly,

    du machst überhaupt nichts falsch.

    Ich habe noch nie anders gespielt als ohne Unterlippe auf den Zähnen, und das seit Jahren.

    Wenn ich mein Horn blase liegen die oberen Zähne auf dem Bißgummi auf, die Unterlippe liegt locker am Blättchen an.

    Da wird nichts gedrückt und gequetscht, und schon gar nicht über die Zähne gezogen.

    Manchmal hilft es auch, das Mundstück ein wenig weiter in den Mund zu nehmen.

    Das Abschleifen oder Glätten der Beisserchen ist für mich sowieso unvorstellbar.

    Immer schön locker und unverkrampft, dann klappt das auch.

    Gruß Hans
     
  16. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Hallo,

    ich kann da Hans nur bestätigen. Mit dem "modernen Ansatz" lässt sich das Problem grundsätzlich lösen.

    Man muß halt bei der Umstellung etwas Geduld haben und auch seine Lippenmuskeln gezielt trainieren. Das geht wie bei jedem anderen Muskel auch. Dafür gibt es auch spezielle Übungen.

    Zunächst klingt der Ton eirig und instabil, aber das gibt sich. Bei mir hat die Umstellung ca. 1 Woche gedauert und danach ist der Ton voller und durchsetzungstärker.

    Beste Grüße,

    Dreas
     
  17. Sexy

    Sexy Kann einfach nicht wegbleiben

    Danke Euch schon mal für die vielen Antworten!
    Den Versuch mit dem Zigarettenpapier habe ich schon gemacht. Das fand ich aber sehr unangenehm und hinderlich. Viel gegen den Druck geholfen hat es auch nicht.
    Am kommenden Wochenende habe ich wieder Unterricht und werde meinen Lehrer dann mal auf den mordernen Ansatz ansprechen. Da er aber Klassiker ist und wir unseren Schwerpunkt auch darauf gelegt haben, tippe ich, dass er den klassischen Ansatz weiter favorisieren wird.

    Und nach dem Wochenende werde ich dann wohl eine Zwangspause einlegen. Mal sehen, ob das hilft.
    Viele Grüße
    Sexy
     
  18. xcielo

    xcielo Gehört zum Inventar

    Moin Sexy,

    bevor Missverständnisse aufkommen.

    Der sogenannte moderne Ansatz und der sogenannte klassische Ansatz unterscheiden sich in der Frage, wie die Kraft auf das Blatt übertragen wird praktisch gar nicht.

    Die Lippen müssen das machen, nicht der Kiefer und nicht die Zähne.

    An der Stelle liegt bei dir das Problem, und welcher Ansatz auch immer, da musst du ran gehen, also Kieferdruck durch Lippenmuskeln ersetzen. Diese müssen trainiert werden, und vor allem das reflexartige Beissen, um das Blatt zu kontrollieren musst du abschalten, das ist das Hauptproblem.

    Gruß,
    xcielo
     
  19. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    @xcielo

    Da hast Du natürlich recht. Ich sehe dennoch den Vorteil beim "modernen Ansatz", da bei diesem, auch bei schlechter Umsetzung, die Zähne nicht im Weg sein können.

    Oder anders ausgedrückt:

    Der "klassische Ansatz" kann dazu verleiten sich auf die Zähne "zu verlassen" und das Training des Anstazes zu vernachlässigen. Das geht beim "Modernen" nicht. Da bringst Du dann nämlich keinen sauberen Ton mehr raus.

    LG

    Dreas
     
  20. xcielo

    xcielo Gehört zum Inventar

    Moin Dreas,

    alles auf dieser Welt hat Vor- und Nachteile ;-)

    im Ernst: ein allgemeines "besser" oder "schlechter" gibt es nicht. Für den einen ist das Eine besser und für den Anderen das Andere.

    Allzu häufig trifft man auf Saxophonisten, u.a. auch Lehrer, aber auch fortgeschrittene Anfänger, die meinen, genau diese eine, nämlich ihre Herangehensweise sei die einzig Wahre.

    Meine Erfahrung seit 30 Jahren mit dem Saxophon ist die, dass es doch recht viele Möglichkeiten gibt, wie es funktionieren kann, und der Einzelne muss das für sich Beste, Optimale herausfinden.

    Gruß,
    xcielo