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Wie funktioniert Musik?

Dieses Thema im Forum "Improvisation - Harmonielehre" wurde erstellt von ppue, 5.Januar.2018.

  1. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

    Schon, schon. Ihr müsst aber erst mal überhaupt anfangen.
     
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  2. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Nu, da hast Du den Karneval nicht verstanden....hihi...

    Das Rheinland wurde von Napoleon besetzt und regiert....die Rheinländer fanden das genussvolle Leben der Franzosen eigentlich ganz erquicklich...

    Dann kamen die Preussen und haben die Franzosen vertrieben, mit all der preußischen Bürokakratie und dem preussisch Militärischem.

    Und die Rheinländer haben dann den Militärkult der Preussen im Karneval mit Holzgewehren und überdekorierten Uniformen durch den Kakao gezogen....

    ...und in der Musik auch....

    SO sind die Karnevalsuniformen entstanden!

    Das finde ich ganz sympathisch...

    CzG

    Dreas

    P. S. Im übrigen gibt es einige wirklich gute ursprüngliche Karnevalsbands, die heute "Kölschrock" machen, echt gute Musik!
     
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  3. Marko74

    Marko74 Ist fast schon zuhause hier

    Mag sein, aber erklär das mal Funkenmariechen. ;-)
     
  4. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Ja, man kann sich darüber auch lustig machen....wenn man diese Kultur aus der Distanz beäugt.

    Aber da findet Köln auch unglaublich viel Kreatives, kreative Musik statt....

    Kann man aber nur wahrnehmen, wenn man auch mal mitten drin war.

    CzG

    Dreas

    P. S. Klar gibt es auch unglaublich öde und stereotypye Musik....
     
  5. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    Wer das Vosmuseum in der Extremadura gesehen hat weis: Kunst ist was bezahlt wird.
     
  6. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    Ich unterschätze die Kultur nicht, aber die ist mehr als Musik.
     
  7. quax

    quax Ist fast schon zuhause hier

    Warum ist es keine Musik, wenn es sich och anhört wie Musik?
     
  8. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    ist ein elektronisches Telefonläuten, also dieses mehrtönige von den Telefonanlagen, Musik?
     
  9. quax

    quax Ist fast schon zuhause hier

    Damit wiederholst Du aber nur meine Frage.
     
  10. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Moin!

    Ja.
    Allerdings ist die Schöpfungshöhe nicht sonderlich hoch.

    Bei Windows hat man sich mehr Mühe gegeben:



    Gibt sogar Videos, wie man Windows-Sounds auf dem Klavier spielt:



    Grüße
    Roland
     
  11. gaga

    gaga Ist fast schon zuhause hier

    Das ist doch der Knackpunkt - und nicht Musik ja oder nein. Ein simples Intervall auf dem Signalhorn oder ein einziger dumpfer Ton des jüdischen Widderhorns, das imposante vielstimmige abendliche Krah-krah des Krähenschwarms - alles Töne, Rhythmus - Musik eben. Wozu, von wem warum erzeugt, ist nebensächlich - oder eine andere Baustelle.
     
  12. ppue

    ppue Experte

    Sagen wir so: diese Signale bestehen aus Tönen. Sie haben so gesehen meist einen musikalischen Kontext. In erster Linie dienen sie aber nicht musikalischen Zwecken.

    Es ist müßig, die Grenzen von Musik auszuloten und fest zu tackern. Was macht das für einen Sinn? Ich nehme das musikalisch wahr, was ich eben so wahr nehmen will. Feste Definitionen neigen dazu, letztendlich falscher zu sein als semipermeable (-:

    Wichtiger wäre mir die Frage nach der Wirkung von Musik.

    Ich hatte weiter oben das aufrechte Dur mit seinen immergroß aufsteigenden Intervallen beschrieben. Ganz anders dagegen die Melodien der unterdrückten Afroamerikaner in den USA.

    C Eb F Gb F Eb C Eb C Bb C

    Grundton, kleine Terz, Quarte, verm. Quinte etc. Die Melodie ist geduckt, gebeugt, fällt in sich selbst zurück.

    In der Erniedrigung der Töne spiegelt sich das Leid der erniedrigten Menschen. Ein Musikstil entsteht nicht irgend wie und zufällig, er entsteht immer im sozialen Kontext und spiegelt das Verhalten der entsprechenden Gesellschaft. Ja sogar deren Architektur:

    Ein afrikanisches Dorf, Hütte an Hütte, dazwischen ein Pfad und wieder Hütte an Hütte. Wie der Rhythmus des Trommelschlages, der gleichmäßig seine Achtel schlägt und ab und zu eine Pause einfügt. Der Rhythmus entsteht hier durch das Weglassen oder zusammenfügen zweier Schläge.

    Das Abendland baute große Paläste. Das Ganze sollte beeindrucken. Der Palast ist gleich einer Sinfonie in große (Sätze) und kleine Einheiten (Wiederholungen) unterteilt, selbst die Fenster (Takte) sind noch einmal unterteilt (Viertel, Sechzehntel, ...). All das dient dem Glanze des Königs.

    Welch andere Rhythmusauffassungen: In Afrika werden die kleinsten Teile addiert, In Europa entsteht mitunter der gleiche Rhythmus, indem man das Große teilt.

    Im Jazz sind beide Auffassungen vertreten und verbinden sich zur ersten Weltmusik. Und nein, da sind mehr Völker dran beteiligt: Die Iren, die den Instrumenten seit den Bürgerkriegstagen die Triolen einbläut haben, die Kreolen (z.B. Sidney Bechet), denen man die Rechte weggenommen hat und die fortan mit den Afroamerikanern musizieren mussten und last but not least die Juden, die 90% der Standards aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts schrieben.

    Die Kraft dieser musikalischen Völkervereinigung im Jazz ist unübersehbar und hat unglaublich viel zum Abbau des Rassismus in Amerika und der restlichen Welt getan. Das ganze wäre nicht gegangen, wenn die mechanischen Wiedergabegeräte nicht auch in dieser Zeit entwickelt worden wären. Nur so konnte die unüberbrückbare Schranke zwischen schwarz und weiß ganz allmählich abgebaut werden.

    Ich glaube nicht, dass die bildende Kunst auch nur ansatzweise mit solch enormer Kraft wirken kann.
     
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  13. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    Das ist halt in erster Linie eine Frage, wie man Musik definiert. Wenn alles Musik ist, ist alles Musik, dann heißt aber "Musik" zugleich nichts mehr, weil eh alles Musik ist.
     
  14. ppue

    ppue Experte

    Genau. Mach es, wie du willst. Was ist an der Einordnung so spannend?
     
  15. gaga

    gaga Ist fast schon zuhause hier

     
  16. gaga

    gaga Ist fast schon zuhause hier

    Im Konjunktiv würde ich den Satz sofort unterschreiben. "Musik kann alles sein...". Die Entscheidung liegt dann im Ohr des Hörers oder im Willen des Erzeugers oder auch in der Konvention des Kollektivs.
     
  17. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    Vielleicht reden wir auch nur aneinander vorbei... haben einen unterschiedlichen Fokus, wenn wir von "Musik" reden. Du hast da jetzt drei Aspekte angesprochen, und die werden noch nicht reichen - jedesmal ist etwas anderes gemeint. Anschaulicher: die zwei Sätze
    "Die Vögel im Garten machen Musik"
    "Die Philharmoniker machen Musik"
    meinen zwei völlig verschiedene Dinge. Die Vögel kommen ja nicht zusammen und sagen "los gehts, was spielen wir?", sondern sie tun einfach, was sie tun, ohne musikalische Intention. Es "passiert", oder noch einen Schritt weiter weg, der Hörer interpretiert das Gehörte als Musik. Nämlich nur. Im Gegensatz zu den Philharmonikern, wo typischerweise alle Deine Aspekte (und vermutlich noch mehr) zutreffen.

    Wenn wir aber zum Thema haben "wie funktioniert Musik" (bzw. was "stört" dabei - was wird dementsprechend nicht mehr der Musik zugerechnet, wie der eingangs demonstrierte Zusatzton), dann reden wir doch eigentlich von "Musik im Sinne von Musik" und nicht "das könnte man auch noch als Musik betrachten".
    Dass man dann auf einen Punkt kommt, "so funktioniert Musik, und übrigens, auch in Vogelgezwitscher kommt sowas vor, weshalb wir das auch mitunter als Musik wahrnehmen", mag natürlich auch gerne sein.
    Die ganzen Beispiele hier "und für mich ist das auch noch Musik", müsste man eigentlich daraufhin betrachten, was an ihnen ist, dass es jemand als Musik betrachtet - dann wissen wir auch mehr, wie Musik funktioniert.
     
    quax und xcielo gefällt das.
  18. Iwivera*

    Iwivera* Ist fast schon zuhause hier

    Du hast es auf einen Punkt gebracht. :thumbsup:
     
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  19. henblower

    henblower Ist fast schon zuhause hier

    Nachdem der von mir in #17 befürchtete "Erguss" eingetreten ist und mir der Inhalt der sich ergebenden feingeweblichen Einkapselung auch unter dem Mikroskop nicht recht erschließen will, möchte ich die Frage

    "Wie funktioniert Musik?"

    für mich abschließend beantworten mit

    "Eijentlich janz jut." ;-)
     
  20. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Bei mir kommt's auf die Tonart an.
     
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