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Wie lerne ich am besten, "vom Blatt" zu spielen?

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von KKäte, 3.Juli.2017.

  1. KKäte

    KKäte Schaut nur mal vorbei

    Hallo,

    ich hoffe, dass mir hier einige erfahrene Lehrer behilflich sein können.
    Ich würde gerne lernen, das zu spielen, was da vor mir steht bzw. möchte ich gerne "Musik lesen" können.

    Momentan sieht es so aus, dass ich mit mir bekannten Stücken übe, um meine Fehler selber feststellen zu können. Das hat leider den Nachteil, dass ich nicht "vom Blatt" spiele, sondern nur schaue, welche Noten ich zu greifen habe und da die Melodie in meinem Kopf ist, kommt dann aus dem Sax auch das richtige raus.

    Ich habe auch schon mithilfe meines Partners mir unbekannte Lieder gespielt und er hat dann auf die Note gezeigt bzw. mich dirigiert. Das führt zwar immer fast zur Scheidung, aber löst bei mir ein wirkungsvolleres "Aha-Erlebnis" aus. Sobald er mir ein Stück aber auf seiner Trompete vorspielt, es pfeift oder sonstwie äußert, merke ich mir aber wieder die Melodie und spiele aus dem Gedächtnis.

    Für mich fühlt sich dieses Spielen nach Gedächtnis wie Selbstbetrug an, er sagt, ich soll erstmal so weitermachen, bis ich mein Instrument auch besser beherrsche und das "Musik lesen" kommt dann schon mit der Zeit.


    Wie sind da eure Erfahrungen? Könnt ihr mir was raten?

    Für mich ist auch ein Problem, dass ich diese ganzen Übungen aus den Saxophonschulen nicht alleine üben kann, weil mir Fehler in Takt und Rhythmus einfach nicht auffallen und ich keine Vorstellung entwickeln kann, wie es richtig zu kling
     
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  2. deraltemann

    deraltemann Ist fast schon zuhause hier

    Das spielen aus dem Gedächnis.. da werden dich viele beneiden .
    Ich fürchte für dein ( und auch mein ) Problem gibt es viele Lösungsansätze...
    Nur eines werden sie gemein haben ..Sie werden viel mit Wiederholung und
    Zeit investieren zutun haben.
     
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  3. last

    last Ist fast schon zuhause hier

    :) Willkommen im Club! :)

    Liebe Grüße

    :)last
     
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  4. henblower

    henblower Ist fast schon zuhause hier

    Ich kann dir aus eigener Erfahrung nur raten, dich nicht zu überfordern: das führt zu Frustration und schlimmstenfalls "Verweigerung". Die Fähigkeit, auswendig zu spielen und Musik zu memorisieren, ist ein ebenso wichtiges Skill wie das Blattlesen. Wenn du das gut kannst, solltest du dich positiv verstärken und das Eigenlob mit zum Blattspiel rübernehmen.
    Hier meine Vorschläge:

    - ganz langsam mit Metronom bei ganz einfacher Literatur (vor allem rhythmisch)
    - nicht abbrechen, sondern durchspielen auch bei Fehlern; wenn Abbruch, dann nicht von vorn beginnen sondern beim Ausstieg
    - nur unbekannte Literatur auswählen, am besten aus Schulen oder Etüden für Saxofon, die dem Tonumfang des Instruments gerecht werden
     
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  5. KKäte

    KKäte Schaut nur mal vorbei

    Ach ja, das Metronom. Das war schon öfters kurz davor, in hohem Bogen aus dem Fenster zu fliegen... Takt mit dem Fuß mitkämpfen ist auch eine Katastrophe.

    Ich spiele nur für mich und nur zur Entspannung als Ausgleich zum Alltag. Daher habe ich überhaupt keinen Stress, dass ich irgendwas in irgendeiner Zeit können oder perfektionieren muss. Ich habe auch gar nicht den Anspruch, ein gewisses Level erreichen zu wollen, aber möchte das, was ich mache, auch richtig machen.

    Ich danke euch für eure Beiträge.
     
  6. annette2412

    annette2412 Moderatorin

    Ich bin auch in dem Club! :pint:

    Meine Lehrerin gibt mir als Blattleseübung nur noch Stücke , die ich nicht kenne.:cool:
    Alles andere macht bei mir als Übung keinen Sinn, weil ich es sonst rhythmisch so spiele wie ich es kenne, und nicht wie es auf dem Blatt steht.
    Mittlerweile wird es immer besser, aber mal eben so das vom Blatt spielen, was da steht, ist immer ein lustiges Abenteuer.

    Liebe Grüße
    Annette
     
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  7. hiroaki

    hiroaki Kann einfach nicht wegbleiben

    Jaja, ich leide auch darunter.
    Deshalb habe ich mir das Buch von Peter Putz "Rhythmisch Grundmuster" geholt.
    Das hilft mir weiter.
     
    Florentin und edosaxt gefällt das.
  8. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Immer wieder machen, bis Du blau im Gesicht bist.
    Es gibt auch eine nette App, genannt "Sight Reading Machine", falls ein iOS-Gerät verfügbar sein sollte.
    Mit der übe ich mit meinen Schülern für die Übertrittsprüfungen:
    http://www.sightreadingmachine.com/

    Cheers
     
    annette2412 und vmaxmgn gefällt das.
  9. deraltemann

    deraltemann Ist fast schon zuhause hier

    Schöne Abhandlung.
    Aber für dieses Problem das hat mir das Buch "Rhythmische Grundmuster" garnicht geholfen.... Sorry ..
    Aber jeder lernt anders...
    Ich find es schwierig aus den schwarzen Klecksen eine Vorstellung zu entwickeln die was mit Musik zu tun hat.
    Also Tonhöhe oder vor dem Inneren Ohr eine Melodie zu formen.
    Anders herum kann ich durchaus gut auf dem Notenblatt verfolgen wenn jemand das Stück spielt...
    Was leider manchmal dazu führt das ich faziniert zuhöre und lausche und denke jetzt das Bari .....
    Ach ja das wäre ja ich.... :rolleyes:
     
    maipin gefällt das.
  10. Saxfreundin

    Saxfreundin Ist fast schon zuhause hier

    Was für ein Traum!! ... für mich als gelernter Blattleserin :woot:

    Im Gegensatz zu Dir trainiere ich nach Gehör spielen,
    um -endlich- von den Noten loszukommen :D


    Meine Empfehlung (bin keine Lehrerin, sondern Mitlernende):

    Fange an, Deine Fähigkeit(en) zu würdigen und respektieren!
    Sie ist/sind was GANZ TOLLES + BESONDERES :smile:
    Einfach nach Gehör spielen ... :smil3dbd4e29bbcc7:

    Damit bist Du völlig unabhängig von jeglichem Transponier-Gedöns
    und kannst Dir mit Leichtigkeit jede beliebige Melodie und Notenfolge
    "draufschaffen"!!

    "Vom Blatt spielen" zeige ich meinem nichtnotenlesenden Gitarristen
    und Saxophonisten zuhause so (Praxisbeispiel):

    "c" auf dem Instrument greifen
    "c" auf dem Notenblatt (Violinschlüssel) einzeichnen
    usw.
    Ebensolches mit den Notenlängen, Betonungszeichen etc.

    Das "Lesen" = Merken kommt dann mit der (Übe-) Zeit :wink:
     
    Zuletzt bearbeitet: 3.Juli.2017
  11. vmaxmgn

    vmaxmgn Ist fast schon zuhause hier

    Genau mit dieser App habe ich es gelernt! Erst kurz anschauen, dann Fußmetronom und langsam klatschen oder auf Ta sagen. Dann das Metronom ohne Vorspiel starten und dazu Tah sagen. Erst dann überprüfen mit der Vorspielfunktion. Man kann jede Note ein und ausschalten, am Anfang würde ich 16 tel und Vierteltriolen weglassen. Ich nutze es täglich überall wo ich Zeit habe. Zuhause spiele ich beim Üben auch mal 10 min dazu. Mit der Zeit wirst du immer besser, da du dir die Figuren einprägst und nicht mehr überlegen musst wie die Zählzeiten sind. Es gab auch mal einen Threat zu dieser App.
     
    b_nic und Ton Scott gefällt das.
  12. Claus

    Claus Moderator

    Was Du auch mal versuchen könntest, ist einfaches "Mitlesen". Nimm ein Übeheft mit Etüden oder einfachen Stücken, setz den Kopfhörer auf und höre die Stücke, während Du die Notation mitliest.

    Das hilft, eine Verbindung zwischen dem Rhythmus und dem zugehörigen Notenbild zu schaffen. Und lässt sich auch mal bequem auf dem Sofa tun, wenn es fürs Spielen vielleicht schon zu spät ist.
     
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  13. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    Das wichtigste wurde schon gesagt: Übung. Oder harmloser formuliert: kommt mit der Zeit.
    Zugleich: wozu, wenn Du es auch aus dem Gedächtnis kannst?

    Wenn ich mir Noten, die ich noch nicht gehört habe, erarbeite, dann versuch ich zuerst einmal, einfach alle Töne zu finden, dann erst kommt der Rhythmus. Aber natürlich trotzdem sehr bald - bei so langsamem Tempo, dass es halt geht. Zur Not werden die Noten, nachdem ich sie am Sax durchprobiert habe, gesungen, dann hab ich kein Problem mit den Fingern und tue ich mir auch mit dem Rhythmus leichter. Der Takt wird am Anfang (des Rhythmus-Erarbeitens) geklatscht. So langsam, dass ich den Rhythmus korrekt hinbringe.

    Metronom kommt bei mir erst dazu, wenns durchgängig geht.

    Hilft aber... und gehört doch auch gekonnt... als Vehikel.
     
  14. Florentin

    Florentin Ist fast schon zuhause hier

    Um auch
    • aus einem Repertoire von Hunderten von Stücken, die man alle schon irgendwann mal gespielt hat, das nächste richtig spielen zu können
    • gänzlich unbekannte Stücke spielen zu können
    • konkrete Arrangements von bekannten Stücken in der Melodiestimme so zu spielen, wie sie notiert sind
    • Nebenstimmen in der Band oder im Orchester spielen zu können
    • ohne Vorbereitung im Orchester mitspielen zu können (z.B. als Aushilfe)
    Eigentlich ist der Rhythmus wichtiger als die Töne. Ein falscher Ton fällt im Orchester (wenn es nur groß genug ist) weniger stark auf als ein Rhythmusfehler.
     
  15. Stevie

    Stevie Ist fast schon zuhause hier

    Verstehe ich richtig, dass Dein Problem nicht das Blatt spielen, sondern im Moment eher noch das Notenlesen ist?

    Blattspiel meint ja, ein unbekanntes Stück auf der Basis des Notentextes "sofort" spielen zu können. Notenlesen ist sozusagen der erste Schritt auf dem Weg zum Blattspiel.

    Ich bin ja ein großer Freund des Singens - auch hier.

    Nimm erstmal ein Stück, dass Du gut kennst, leg das Sax weg, nimm die Noten und singe das Stück während Du die Noten verfolgst. Dann erkennst Du, wie das, was Du kennst, auf Papier aussieht. (Achtung: Voraussetzung ist, dass Du das Stück wirklich kennst und nicht nur so ungefähr - sonst lernst Du verkehrte Dinge). Der Vorteil ist, dass Du bei diesem Vorgehen nicht an zwei Baustellen gleichzeitig arbeitest - lesen und Sax spielen. Wenn Dir das Notenbild für das gut bekannte Stück vertraut ist, den ganzen Spaß mit dem Sax wiederholen.

    Ebenfalls wichtig beim Notenlesen (und noch wichtiger beim Blattspiel): nicht Note für Note anschauen, sondern versuchen, in größeren Zusammenhängen zu lesen. Da reicht es am Anfang schon, die gerade gespielte und die unmittelbar folgende Note in den Blick zu nehmen. Also mit den Augen immer eine Note weiter als mit dem Sax.

    Im Grunde funktioniert das so wie normales Lesen lernen. Am Anfang Buchstabe für Buchstabe und dann auf einmal ganze Wörter.

    Wie überall gilt aber auch hier: das dauert eine Weile - also Geduld und nicht die Nerven verlieren.

    Gut nach Gehör spielen zu können, ist aber eine super Sache und wird Dir sehr helfen.

    Es kommt ja auch darauf an, was Du mit der Musik erreichen willst. (Im Moment spielst Du ja "nur" für Deine Entspannung - also sowieso alles im grünen Bereich).

    Klassik, BigBand, Blasorchester, SaxQuartett - da geht ohne solide Notenlesefähigkeiten nix.

    Combo/Band (Jazz, Pop, Blues, Funk ...) alles auch ohne gute Notenlesefähigkeit sehr gut möglich. (Mit Noten öffnet aber noch mal andere Bereiche - es lohnt sich also auf jeden Fall, daran zu arbeiten).

    Weiterhin viel Spaß

    So long

    Stevie
     
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  16. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    stimmt...

    man kann den Rhythmus freilich auch ohne Töne lernen...

    Kleine Ergänzung zu oben: am Anfang sinds dann nur Töne im richtigen Rhythmus - Musik wirds, wenns flüssiger geht, und insbesondere wenn man eine Tempoangabe hat, wenn man in die Nähe des richtigen Tempos kommt.
    Ohne Geschwindigkeitsangabe und wenn man das Stück überhaupt nicht kennt, muss man halt selbst "interpretieren", wie es wohl klingen soll. Das muss dann nicht zwingend was mit dem zu tun haben, wie der Komponist es gemeint hat...
     
  17. deraltemann

    deraltemann Ist fast schon zuhause hier

    Da habe ich andere Ziele bei der Themenstarterin erfast...
    das sind ganz individulle sehr ergeizige Ziele die Du formulierst...
    villeicht richt es auch zusagn das es sinnvoll ist die schwarrzen kleckse also Orientierung lesen zu können....
    odr sich was nettes notieren zu können ...
    Was in den meinsten Musikstilen ok wäre ...( ausser klassik wie sie heut zutag gespielt wird)
     
  18. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Eben nicht...ich kann da @KKäte sehr gut verstehen...ich kann das auch nicht direkt vom Blatt, frickel mich so durch....
    ABER es hilft ungemein, wenn man sich das drauf schafft....weil man dann einfach souveräner mit Bands, Emsembles, Big Bands spielen kann....selbst in meiner Combo hilft es ungemein... (wenn ich mich darauf konzentriert habe).

    CzG

    Dreas
     
  19. Florentin

    Florentin Ist fast schon zuhause hier

    Genau das ist der Ansatz meiner Rhythmusschule (siehe Signatur). So bin ich auf das gekommen, was ich "rhythmische Grundmuster" genannt habe.

    Genau. Wie beim Lesen lernen: die "Wörter" muss man erst mal lernen, in allen Zusammenhängen wiedererkennen, und dann auch richtig spielen können.
     
    deraltemann gefällt das.
  20. jazzwoman

    jazzwoman Ist fast schon zuhause hier

    Bei fast allen Schülern nehme ich mir am Anfang des Unterrichts einen Grundrhythmus vor, den ich dann nach und nach etwas verändere. Das hilft bei der kontinuierlichen Arbeit beim Thema Rhythmus. Ganz oft singen und klatschen wir ganze Notensätze.
    Auch biete ich online ein spezielles Programm an zum Thema Rhythmus. Jeder kann das Ernerlen.
    "Mit Geduld und Spucke, fängt man eine Mücke."