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Wie Tonleitern üben?

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von Nica*B, 1.Juli.2017.

  1. JES

    JES Ist fast schon zuhause hier

    Ich bin etwas verwirrt, was Dein Lehrer von Dir will:
    Tonleitern lerne ich über die entsprechenden Vorzeichen. Dafür habe ich den Quintenzirkel, da stehen die Vorzeichen drin. Eselsbrücken gibt es auch um die Vorzeichen zu lernen.
    Wenn Du die Vorzeichen nicht drauf hast, und so klingt das bei Dir durch (erkennen von Noten), dann bleibt nur das Gehör. Heißt, man muss wissen, innerlich, wie Intervalle klingen um zu hören, ob man den richtigen Ton getroffen hat oder nicht. Ist die Intonation unsauber, dann wird das mit dem Hören schwieriger. Für mich jedenfalls.
    Da ich rel. viel nach Gehör zu play-a-longs spiele, ist das für mich eine Kombi aus beidem: wenn ich hörtechnisch ein CIS rausgehört habe, dann weiß ich, dass dazu i.d.R. eben auch ein FIS gehört. Ist das mal anders, dann höre ich eben, dass hier ein Interval kommt, welches nicht der normalen Dur-Tonleiter folgt. Auch dazu muss die Intonation rel sauber sein, sonst ist die Ansage vom Gehör unsauber.

    Für mich ist die Intonation beim Spielen von Tonleitern extrem wichtig. Nur so höre ich die Intervalle und sie bekommen einen Wiedererkennungswert. Wenn es da Abweichungen gibt, dann komme ich durcheinander (für mich ist es z.b. manchmal extrem schwer zu einem Stück aus einem Film auf Youtube zu spielen. Irgend wer hatte mal geschrieben, dass da ev. die Wiedergabegeschwindigkeit daneben liegt. Dann suche ich mir auf der Kanne nen Wolf, welcher Ton das sein könnte, weil er nichts in mein Hörschema paßt. Ich kontrolliere dann das Stück mittels keyboard, und meißtens liegt das Stück insgesamt ca. 1/4 Ton daneben. Korrigiere ich das mittels Player, alles gut.)
     
    Gerrit gefällt das.
  2. Gerrit

    Gerrit Experte

    Genau so verhält es sich: ohne Gehör läuft gar nichts! Bei dieser Beschäftigung gehen gewissermaßen Auge, Ohr und Hand eine enge Verbindung ein. Wenn man das, was dringend zusammengehört auseinanderreißt sorgt das im zweifacher Hinsicht nur für Verstimmung und Mehrarbeit...
     
  3. Pil

    Pil Ist fast schon zuhause hier

    Das gehört leider zu meinerschlechtesten Tugend. Zu einem aus Zeitnot aber auch aus Motivationsmangel.
    Wenn mich jedoch dann ein Blatt betreffend der Tonleiter zum Stolper verurteilt, gestalte ich das abwechselnd. So bleibt der Spassfaktor erhalten.
    Damit ist wieder ausgleichend beidem gedient. Der Tonleiter und dem Song!

    Im Übrigen hätt ich die Frage anders formuliert. Wie übe ich Tonleitern richtig? oder Wie handhabt ihr das Üben von Tonleitern? :rolleyes:

    LG
    Pil
     
  4. Werner

    Werner Ist fast schon zuhause hier

    Genau. Du spielst langsamer, veringerst dadurch die Informationsdichte, wodurch das Bewusstsein den übriggebliebenen Informationsrest leichter verarbeiten kann. Das ist das Prinzip dahinter. Ein universelles Prinzip. Verringert man die Informationsdichte oder- Menge, ist der Rest leichter beherrschbar und erlernbar, egal ob es sich um Golf-, Kochen- oder Saxlernen handelt. (Natürlich gibt es auch da eine Balance, zu leicht darfs auch nicht sein, sonst ist es langweilig, damit nicht lernförderlich).
    Eine Variante dieses Prinzips ist eben, das man sich einzelne Aspekte rauspickt und die erstmal optimiert.

    Dann:
    "das Ohr und Spielverständnis wächst, wenn man die Parameter eben nicht isoliert, sondern in ihrer Relation zueinander darstellt, erklärt und langsam (!) synchronisiert,"
    Da bin ich dich ganz bei dir. Das (Wieder-) Integrieren ist absolut wichtig. Schrub ich in jedem Beitrag hier. Macht man das nicht, ergeben sich nur unorganische Einzelfähigkeiten. Es ist aber des öfteren der zweite Schritt. Wenn jemand noch nicht mal weiss, welche Klappen er für welchen Ton braucht, klärt man das natürlich zuerst und in diesem Moment nicht gleichzeitig mit Intonation oder Timing! Umgekehrt, jemand, der ein Stück fehlerfrei vom Blatt spielen kann, braucht den Rhythmus nicht mehr separat klatschen. Das ist doch selbstverständlich.
    Das Üben von Einzelaspekten und ihr Integrieren zu grösseren Einheiten ist kein Gegensatz, sondern Ergänzung. Und die Integration ist umso einfacher und macht umso mehr Sinn, je besser die Einzelaspekte beherrscht werden.

    Ich halte es für nicht optimal, zu schnell oder ausschliesslich integrierend zu üben. Übt man sofort integrierend, kommt man im Extremfall dahin, das nur zusammenhängende Blocks gelernt werden, die dann auch nur als Block abrufbar sind. Insbesondere dann, wenn Improvisation ein Thema ist, ist die Fähigkeit zur möglichst flexiblen Verbindung aller Parameter gefragt. Dazu braucht man ihre Kontrolle jeweils für sich, vor der Verknüpfung mit anderen Parametern.

    So, die Frage scheint mir zu sein, wann ist es sinnvoll, gleich in die Integration zu gehen, oder zuerst Einzelaspekte zu üben. Offensichtlich sind wir da unterschiedlicher Ansicht. Ok. Meine Erfahrung ist jedenfalls, das sich Lerngeschwindigkeiten von Schülern durch entsprechende Übungsmethoden zT enorm steigern liessen.

    schönen Abend noch





    http://www.swing-jazz-berlin.de/
     
  5. vmaxmgn

    vmaxmgn Ist fast schon zuhause hier

    So macht es mein Lehrer auch, wenn er merkt dass es mir zu kompliziert wird. Teilaspekte rausfiltern, separat üben ( wir reden über einen kleinen Zeitraum) und dann wieder zusammenführen. Was nützt es wenn ich auf die Intonation achte, ich mich aber z.B. ständig verspiele und dies in mein Fingergedächtnis übergeht oder ich die Wangen aufblase, oder oder ... oder. Hören ist sicher das wichtigste, aber wenn ich überfordert bin höre ich auch nichts mehr.
    Ein anderes Beispiel wäre hier auch das erlernen des Schwimmstils "Kraulen". Da lernt man auch erst die vielen Teilaspekte - Atmung - Armarbeit - Beinarbeit und dann fügt man alles zusammen. Würde man dies nicht so machen, wäre man ebenfalls total überfordert.
     
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  6. Gerrit

    Gerrit Experte

    ... man sollte wohlmöglich noch feststellen, daß es in der Improvisation wie auch in der Instrumentalpädagogik verschiedene Methoden gibt... ;-)
     
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  7. Gerrit

    Gerrit Experte

    Hallo! Bezüglich des Tempos und der allgemeinen Sorgfalt stimmen wir offensichtlich überein :) wenn nicht: auch nicht schlimm, es gibt nicht die einzige, allgemeingültige Methode für alles und jeden. Bezüglich der Integration: da sammele ich seit einiger Zeit Erfahrungen, die offenbar von den Deinen etwas abweichen. Ich stelle fest, daß die Integration gerade das Verständnis und die Einbindung der Einzelaspekte fördert und weniger überfordernd wirkt, als auch ich früher dachte. Ich arbeitete bis vor einiger Zeit im Wesentlichen so wie Du es beschreibst, gehe mittlerweile aber recht erfolgreich etwas anders vor. Auf jeden Fall, und da sind wir uns wohl uneingeschränkt einig: langsam, sorgfältig, geduldig an alles heran gehen... im Grunde ist es auch ein Segen, daß es verschiedene Methoden gibt, denn, sofern man offen ist, bereichern und ergänzen sie sich gegenseitig.
     
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