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Wie weit kann man als Späteinsteiger noch kommen?

Dieses Thema im Forum "Eigene Themen" wurde erstellt von Dreas, 17.Dezember.2017.

  1. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Ich sprach ja auch die an, die es gerne machen möchten, sich nur nicht trauen.

    Natürlich muß man nicht improvisieren, aber man kann.

    Und wer sich mit Jazz beschäftigt, weiß, dass er einen Stil gewählt hat zu deren zentralem Merkmal die Improvisation gehört.

    Also wird derjenige sich früher oder später mit dem Thema auseinander setzen.

    Und da meine ich je früher desto besser.

    CzG

    Dreas
     
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  2. Zebra777

    Zebra777 Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe vor mit 46 vor 6 Jahren angefangen, Tenorsaxophon zu spielen. Keine Vorkenntnisse.

    Von heute auf morgen entschieden. Nach einem Sade Konzert in der Westfalenhalle. Verliebt ins Instrument,
    am nächsten Tag zum Musicstore Köln, gekauft. Kein Lehrer, dass Ding noch nie in der Hand gehalten, im
    Shop hat mich der Verkäufer grinsend angeschaut. Hielt mich sicher für bekloppt. Er hatte Recht.

    Mein erster Lehre war Käse. Danach dann ein zwei kurz ausprobiert, passte aber irgendwie nicht. Autodidaktisch
    dann seit über 5 Jahren weiter gemacht. Saxophonschule (Jazzmethode), Youtube, dass Forum, ab und an einen
    aus dem Forum getroffen und ausgetauscht. Die Motivation ist weiterhin ungebremst. Das Saxophon macht mich
    irgendwie geil. Es ist Leidenschaft. Fast wie Sex :)

    Und es geht auch autodidaktisch. Beim einen mehr, beim anderen weniger, bei manchen gar nicht. Der Weg ist das
    Ziel >>> wenn man Späteinsteiger ist. Mit den heutigen technischen Hilfsmitteln PC, Foren, Youtube, zahlreiche
    Literatur ist das möglich. Natürlich in den seltensten Fällen, um professionell zu werden. Aber wer will das schon??
    Mit 52 will ich einfach nur Freude an einigen nicht zu schwierigen schönen Songs haben, auch wenn nur eine CD
    als Begleitung dazu "spielt". Es ist Sucht, Therapie (vom Stress, Job), Liebe...

    Da kommt es nicht drauf an, ob ich sehr gut oder sehr schlecht bin. Ich alleine muss darin meine Erfüllung finden.
    Dann ist es so, wie es sein muss.......
     
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  3. CBlues

    CBlues Ist fast schon zuhause hier

    Manchmal frage ich mich, warum das mit dem "Improvisieren" so heiß diskutiert wird und so ein Aufriss gemacht wird.
    Erstmal die eigentliche Melodie interpretieren und phrasieren, ohne rauszufliegen, wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung.

    Kleine Anekdote, die mir auf dem Weihnachtsmarkt am Sonntag passiert ist:
    Wir spielen mit unserem Saxquintett wie jedes Jahr ein paar Stücke auf dem Weihnachtsmarkt.
    Bei "Alle Jahre wieder" darf ich zur Einleitung die Melodie solo mit dem Bariton vorspielen, ehe dann die anderen einsteigen und ich dann wieder die tiefe Stimme spiele.
    Ist ja nicht so schwer und hat die ganzen Jahre auch ohne Noten geklappt, da ja die Melodie im Kopf ist....
    Nun kam unser Dirigent auf die Idee, anders als sonst, wie bei den anderen Stücken, die letzten beiden Takte als Einleitung davor zu hängen....
    Das hat dann dazu geführt, das ich nach 3 Tönen den absoluten Filmriss hatte und mir die Melodie nicht mehr eingefallen ist, weil ich vollkommen von der Rolle war..
    .... Augen zu und durch.... Weiterspielen war angesagt.... dabei ist dann eine "seeehr" freie Impro/Interpretation der Melodie über 7 Takte herausgekommen.
    Meine Mitspieler haben recht seltsam geschaut, sind zum Thema aber alle richtig eingestiegen und ich durfte nachher noch ne Runde geben...

    So, grab your Horns and make some noise !
    Keep on grooving,
    Lothar
     
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  4. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Genauso sehe ich das auch....man sollte erst mal in der Lage sein, eine Melodie tempokoform, fehlerfrei..und vor allem mit Ausdruck zu interpretieren.

    Gleich so drauf los improvisieren, eher konzept-und hilflos, mag dem Spieler selbst zwar Spass machen...aber sicherlich nicht dem Zuhörer.

    Man sollte eigentl. selbst erkennen, wenn es musikalisch einigermassen gereift ist, um es dann auch zu präsentieren.

    Deshalb muss man auch bei den TOTM's nicht immer irgendwelche Impros erwarten, die vl. Etliche davon abhalten, da überhaupt mitzumachen.

    Erstmal die saubere Melodie.....alles Weitere nach und nach.

    Gr Wuffy
     
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  5. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Man kann das Eine (also saubere Melodie) tun ohne das Andere (Improvisation) zu lassen. Hat mein Lehrer von Anbeginn so mit mir gemacht.

    CzG

    Dreas
     
  6. Saxfreundin

    Saxfreundin Ist fast schon zuhause hier

    :pint:

    (Wobei sich die Geister am "some" wieder scheiden werden... ;-) )
     
    Zuletzt bearbeitet: 19.Dezember.2017
  7. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

    Na ja, nur bedingt auf die eigene Intention übertragbar.
    Wenn Du Dir die Besetzung von Bigbands ansiehst (und zwar solche, die nicht durchgehend mit Koryphäen besetzt sind) wirst Du da sehr oft auch nur zwei, drei, vier Solierwillige oder Solierkönnende finden.
    Und dann ist noch die Frage, ob die "Improvisieren" oder ein ausnotiertes Solo spielen.
     
  8. giuseppe

    giuseppe Ist fast schon zuhause hier

    Ich glaube man muss beim „wohin geht’s ?“ unterscheiden zwischen der musikalischen Zielsetzung (d.h. das, was ich spielen will, was ich mit dem inneren Ohr „höre“ und was ich in der Regel mehr oder weniger singen würde) und der technischen Umsetzung (d.h. der Fertigkeit auf dem Horn das umzusetzen).
    Als Amateur hab ich den Luxus, dass ich nur üben muss, was ich auch sagen will!
    Ersteres definiert also den Anspruch an letzteres, je komplexer meine musikalische Message, desto mehr muss ich üben. Das ist Fluch und Segen des Profis, der muss vielleicht auch mal mehr sagen können, als er eigentlich will.
     
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  9. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    @47tmb

    Aus Wikipedia (Kennzeichen des Jazz):

    "Zentral ist eine besondere, auf Bewegungsgefühl bezogene Rhythmik (Swing, Groove), intensive, improvisatorische und spontane Interaktion (darunter Call and Response) und eine am vokalen Ausdruck orientierte Tonbildung."

    Auch wenn man weitere Quellen bemüht, wird als ein zentrales Kennzeichen des Jazz immer die Improvisation angeführt.

    Dass nicht jeder in einer Bigband, übrigens auch in einer Combo, improvisieren muss ist schon klar.


    CzG

    Dreas
     
  10. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

    @Dreas
    Dieses "zentrale Kennzeichen" des Jazz stelle ich ja auch gar nicht zur Diskussion.
    Ich ziel(t)e ja mehr auf die "eigene Intention".

    Man kann halt auch Jazz spielen, ohne zu improvisieren.......

    Aber das könnte jetzt zu einer "Was-ist-Jazz-Diskussion" führen.......................

    Cheers
    tmb
     
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  11. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Klar kann man. Das wollte ich auch gar nicht in Abrede stellen.

    CzG

    Dreas
     
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  12. Stevie

    Stevie Ist fast schon zuhause hier

    Mittlerweile werden hier wohl zwei verschiedene Fragen beantwortet und diskutiert:

    Die eine Frage lautet: Wie weit kann man (als Späteinsteiger) kommen?
    Ich denke grds. kann man sehr weit kommen - erfordert halt den entsprechenden Einsatz (und irgendwann wird es dann auch eine Frage des Talents). Ich kenne jedenfalls nicht studierte und/oder nicht professionell spielende Musiker, die verdammt gut sind (auch Späteinsteiger).

    Die andere Frage lautet: Wie weit will ich kommen?
    Das ist die Frage nach den eigenen Ambitionen und Zielvorstellungen. Und da das Musizieren für die meisten von uns ein - zum Teil sehr intensiv betriebenes - Hobby ist, ist alles erlaubt.

    Wer vor allem "für sich selbst" Saxophon spielt, dem stellt sich die Frage, "wie weit" man überhaupt (noch) kommen kann, nicht so drängend. Es kann absolut perfekt sein, einfach eine CD einzulegen und dazu zu "dudeln".

    Wer "auf die Bühne will", setzt sich da vermutlich schon einem anderen Druck aus. Zwar kann man auch auf der Bühne Schrott abliefern, aber wer will das schon. Und wenn man auf die Bühne klettert, hat man automatisch den Vergleich, mit denen, die da sonst so rumlaufen. Da geht es auf dem Jahreskonzert der örtlichen Musikschule natürlich etwas kuscheliger zu, als auf einer gut geölten Jamsession. Noch eine Nummer drauf, wenn man den Ehrgeiz hat, "semiprofessionell" aufzutreten und für den Auftritt auch Gage zu nehmen. Das macht man höchstwahrscheinlich nicht, wenn man nicht den Eindruck hat, dass man einen gewissen Mindeststandard erfüllt (Repertoire, Präzision, Energie, Improvisation usw.). Aber auch an diesem Mindeststandard zu "arbeiten" macht Spaß ...

    Nur so meine Gedanken...

    So long

    Stevie
     
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  13. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Wie viel mal hatten wir das Thema eigentlich schon ??

    Es gibt Späteinsteiger, die kommen früh weiter, welche später.....und welche eben nie.....da helfen auch Jahre und Jahrzehnte nicht .

    Die passende Kombination aus richtiger und diziplinierter Übearbeit, Routinegewinnung am Instrument...und vor allem das jeweilige musikalische Talent und die Begabung ist doch die recht einfache Formel !

    Meine Ansicht..und Erfahrung....ich kenne auch genügend Beispiele aus meinem Umfeld und meiner Laufbahn.

    Gr Wuffy
     
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  14. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Ja, und?

    Scheint ja immer noch ein Thema zu sein welches bewegt....mehr als 70 überwiegend interessante Beiträge...

    Wie häufig hatten wir denn Schon Selmer, China, Restauration, Blattschrauben, etc?

    Wenn's Dich nervt, klink' Dich einfach aus...Keiner muß sich genötigt fühlen hier zu schreiben, wenn er dem Thema nichts abgewinnen kann...

    CzG

    Dreas
     
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  15. Smoothie

    Smoothie Ist fast schon zuhause hier


    Hallo Gerrit,

    also gibt es noch Hoffnung für uns? :):):)

    Das beruhigt mich :)

    Viele Grüße

    Smoothie:danke:
     
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  16. TSax80

    TSax80 Ist fast schon zuhause hier

    Bei der Impro interessiert das Publikum keine Technik oder licks, sondern Energie, Laune und ob es der Melodielinie in gewissen Zügen folgen kann, also eine Geschichte mit Spannungsbögen hört. Man kann auch vermeintlich simpel mit viel power spielen, das kommt an. So eine sägende #9 hat schon was... Also, Noten/Zeit ist für mich echt kein Maßstab. Und der Wuffy hat so recht, eine Melodie schön spielen ist eine Leistung für sich. Ich ächze gerade an Strangers in the night als Weihnachtsgeschenk für meine Eltern. VG, TSax80.
     
  17. Gerrit

    Gerrit Experte

    :) Die Hoffnung stirbt zuletzt... nein, aber im Ernst: Zerbrecht Euch doch nicht den Kopf über solche Fragen. Das lenkt Euch nur vom Wesentlichen ab, nämlich Eure Hörner zu blasen. Niemand weiß doch wirklich wohin ihn seine Reise führt...
     
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  18. Pil

    Pil Ist fast schon zuhause hier

    Wir wollen doch gar nicht in die negativen Extreme gehen.
    "Nie zu spät..."
    Ehrgeiz tut gut, zuviel davon schadet....

    LG
    Pil
     
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  19. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Volle Zustimmung!
    Und wenn ein brauchbares Ergebnis aus ca. 10% Talent und 90% Fleiß entsteht, wird's halt richtig schwer werden, wenn die 10% Talent nicht vorhanden sind.

    LG Bernd
     
  20. Pil

    Pil Ist fast schon zuhause hier

    Liegt es nicht auch daran, wie ein "Späteinsteiger" die vorhergehenden Jahre und Aufgaben behandelt hat?

    Ich meine es gibt sogar unterschiedliche Fahrdienstbegleiter. Die einen machen nur Löcher in die Fahrkarte und bleiben ein Leben lang selbst ein Loch. Die anderen kümmern sich um jedes Fahrgastproblem und werden auf der Strasse wiedererkannt.