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Yanagisawa, Selmer, oder sogar Firebird?

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von PhiltheD, 18.Juni.2010.

  1. PhiltheD

    PhiltheD Nicht zu schüchtern zum Reden

    Hallo liebe Kollegen!

    Ich bin auf der Suche nach einem schönen und vor allem guten Alt-Saxophon. Im Herbst werde ich mein Instrumentalpädagogik-Studium im Hauptfach klassisches Saxophon beginnen und neues Material ist da absolutes MUSS, da meine alte Kanne meinen technischen und klanglichen Ansprüchen längst nicht mehr gerecht wird.

    Gestern habe ich ein Yanagisawa A991 als Favorit zwischen A901, A902 und A991 ausgewählt, da es mit einer grandiosen Mechanik, leichter Ansprache und sattem, rundem und zentriertem Klang daherkommt.

    Um mir noch weitere Eindrücke einzuholen, werde ich in der nächsten woche noch ein paar gebrauchte und natürlich Selmer-Saxophone austesten.
    Und da kommt meine Frage.
    Die wenigsten händler haben das SA80 Serie II "Firebird" im Laden stehen. Inwiefern beeinflusst der Dunklere Lack des FB den Klang des Serie II? Hat das Sax außer der Gravur, dem Lack und den Dunklen Perlmutteinlagen noch andere abweichende Eigenschaften, was Klang und Mechanik betrifft?

    Das Firebird finde ich persönlich sehr schön und sollte meine letzte Auswahl auf das Serie II fallen wäre ich durchaus gewillt für die Firebird-Kollektion ein bis zweihundert euro mehr auszugeben.

    Mit herzlichen Grüßen
    Philipp
     
  2. JazzB

    JazzB Kann einfach nicht wegbleiben

    Das Selmer Collectors Edition (ich glaube es war das Kookaburra) ohne Hoch-Fis fand ich wirklich sehr gut. Obs nun ein Serie III, oder ein SA II war weiß ich leider nicht mehr. Allerdings preislich etwas überzogen...
    Die normalen Reference Modelle fand ich dagegen nicht allzu gut, genauso wie das Standard Serie III.

    Die Yanis sind auch tolle Instrumente, aber es gibt noch ne Menge anderer sehr guter Hersteller. Ich kann nur dazu Raten sich nicht markenmäßig festzulegen.
    Ein Horn ist leider auch nicht unbedingt immer das was der vielerorts so hochgelobte Name verspricht...zumindest was einige Marken betrifft.


    Ob der dunklere Lack und die Gravur nun den Mehrpreis rechtfertigt bleibt dir überlassen ;)
     
  3. Gast

    Gast Guest

    hast ne pm.
     
  4. PhiltheD

    PhiltheD Nicht zu schüchtern zum Reden

    Ein Reference wirds wohl auch nicht als Firebird. Dabei steigt der Preis ja auch gleich um ca. 2000 Euro. Das entspricht nicht meinem Budget.
     
  5. Toffi

    Toffi Ist fast schon zuhause hier

    Hallo, Phil,

    zum dunklen Lack fällt mir nur ein, dass ich mir von 2 unterschiedlichen Händlern sagen ließ, dass die dunklere Lackfarbe lediglich eine optische (nicht klanglich festzustellende) Reminiszenz an die frühere dunklere Lackierung sei, irgendwo im Netz habe ich das auch gelesen, aber selber getestet habe ich diese dunkleren Modelle auch nicht, schade, in Gütersloh standen reichlich rum, wäre ja mal ne Gelegenheit gewesen...aber das A-991 hat sich mir dermaßen stark präsentiert, dass ich weder Serie II noch III bislang ernsthaft in Erwägung zog - mal Montag abwarten, da werde ich nochmal Serie II und III sowie alle vier Yanis anspielen.

    Herzliche Grüße

    Christoph

    P.S.: wo wirst du studieren?
     
  6. Clownfisch

    Clownfisch Experte

    Ich würde da vorallem mit deinem Hauptfachlehrer drangehen. Der kann dich da genau beraten. Soweit ich weiß ist diese Tribute to Bird Edition ja Charlie Parker gewidmet und der hat ja nun nicht wirklich Klassik gespielt. Mein Kookaburra ist da sehr grenzwertig ich mache eigentlich auch Klassik damit aber manchmal erwische ich schon mal nen nicht ganz so klassisches Sound.

    Wo wirst du denn studieren? Hast du die Eignungsprüfung schon hinter dir? Hier in Detmold sind sie erst nächste Woche.

    lG
    Clownfisch
     
  7. JazzB

    JazzB Kann einfach nicht wegbleiben

    Und wenn du dir nen Geländewagen kaufst kannst du damit nur im Gelände fahren :)
     
  8. Clownfisch

    Clownfisch Experte

    Das Problem ist einfach, dass viele Professoren da sehr engstirnig sind. Es muss eben dieses oder jenes für Klassik oder Jazz sein. Es war nur ein gut gemeinter Tipp. Und ich spiele ein klassisches Setup auf dem Kookaburra und klinge trotzdem nicht "nur" wie ein Klassiker. Also irgendwie muss das Horn da auch reinspielen. Und professionelle Musik ist eben sehr feingliedrig, da kann ein Oberton mehr oder weniger schon entscheidend sein.
     
  9. DavHo

    DavHo Schaut nur mal vorbei

    Soweit ich weiß beeinflusst der Lack den Klang überhaupt nicht.
    Denke auch, dass Du am besten beraten bist, wenn Du Deinen Prof mal fragst. Der kann Dir da sicher noch am besten bei Deiner Entcheidung helfen. Die meisten Dozenten helfen bei solchen Fragen auch gerne weiter.
     
  10. PhiltheD

    PhiltheD Nicht zu schüchtern zum Reden

    ich werde voraussichtlich in münster bei koryun asatryan studieren. noch ist aber nicht ganz klar, ob mir ein studienplatz zugewiesen wird. da bin ich aber sehr zuversichtlich.
    er sagte, er mache für niemanden werbung und das instrument müsse schlicht zu mir passen und klingen. das mit dem klingen ist dann natürlich wieder sehr subjektiv.
    und der spieler nimmt den ton anders wahr, als der zuhörer wg. der ton-/wellenübertragung durch das mundstück und die kieferknochen. wenn ich einen dabei hätte, der mir ein bisschen "resonanz" zum klang geben kann ist das natürlich sinnvoll. bisher habe ich immer dem fachhändler meine klangvorstellungen nahegelegt und ihn dann befragt. das problem: der händler möchte grundlegend ein instrument verkaufen und ist dadurch auch nicht mehr ganz so unparteiisch.

    ich habe schon einigemale gelesen, dass nicht nur das material, sondern auch der lack den klang und die ansprache beeinflussen, da diese komponenten die festigkeit des korpus verändern und dadurch dessen schwingeigenschaften variiert. (obertöne und so)

    also könnte es sein, dass das "tribute to bird edition" nicht nur auf das ausssehen gemünzt ist (wie ich bisher dachte), sondern auch der klang mehr für jazz gebräuchlich ist? vllt finde ich ja ein geschäft in köln, wo ich das ausprobieren kann.
    ich schreibe auf jeden fall noch mal!
     
  11. Rick

    Rick Experte

    Hallo Phil,

    mir ist völlig schleierhaft, was das mit dem "klassischen" oder "jazzigen" Klang soll.

    Zumindest im Jazz will eigentlich jeder wesentliche Musiker in erster Linie unverwechselbar so klingen wie er selbst, auch umfasst Jazz eine stilistische Bandbreite von Old Time über Free Jazz bis zu Electric Jazz (Fusion) mit VÖLLIG unterschiedlichen Klangvorstellungen.

    Nehmen wir mal Ben Webster, Stan Getz und Michael Brecker - welcher von diesen berühmten Tenoristen klingt jetzt "jazziger" als der andere????
    Und wo ist der gemeinsame "Jazz-Nenner" im Klang von Altisten wie Johnny Hodges, Cannonball Adderley und Dave Sanborn??? :-?

    Ich wüsste wirklich keinen typischen "Klassik"- oder "Jazz"-Klang, der in irgendeiner Weise vom Saxofon beeinflusst werden könnte.
    Allerdings gibt es gewaltige Unterschiede in der Spielweise, doch die hängt nun mal vom Spieler ab und nicht vom Instrument.

    Abgesehen davon wird heute auch von Klassikern erwartet, mal "jazzig" spielen zu können, nicht erst seit entsprechenden Kompositionen von Aaron Copland oder Krenek.
    Das Sax ist ein Instrument, das den Jazz entscheidend mitgeprägt hat, demzufolge haben die meisten modernen Komponisten auch zumindest einen leichten "Jazz-Touch" im Hinterkopf, wenn sie für unser Instrument schreiben.

    Gewiss haben mache frühen klassischen Saxer etwas nach Klarinette, Oboe oder Flöte geklungen, doch das lag wohl eher daran, dass sie ursprünglich von diesen Instrumenten herkamen, Sax erst als Zweitinstrument gelernt und dafür noch keine spezifische Klangvorstellung entwickelt hatten.

    Meines Wissens wird heute auch beim klassischen Sax ein eigener, Spieler-typischer Sound bevorzugt, wobei die Entwicklung desselben wohl einen wichtigen Teil des Studiums ausmacht.

    Mit anderen Worten:
    Dass Du Dir ein Instrument aussuchst, mit dem Du nicht nach irgendwas oder irgendwem, sondern nach DIR klingst, dürfte Teil der Aufgabe sein. ;-)


    Schönen Gruß,
    Rick
     
  12. prinzipal

    prinzipal Ist fast schon zuhause hier

    klang beeinflußt lack nicht OH VERZEIHUNG lack beeinflußt klang nicht - theorem: entlacke deine tute und du wirst den unterschied hören.

    im jatz will jeder so klingen wie er selbst - theorem :
    schön wärs . das war mal !

    obs am nachäffen liegt oder weils keine selbste mehr gibt - wer weiß ...

    :-D
     
  13. Rick

    Rick Experte

    Hallo Prinzipal!

    Wieso?
    Gerade heute gibt es meiner Ansicht nach sehr viele sehr individuell klingende Jazz-Saxer, seitdem der Coltrane-Parker-Klassizismus sich selbst einigermaßen totgelaufen hat.
    Zwischendurch war's zugegebenermaßen schlimmer - in den 80ern galt man nix, wenn man auf dem Tenor nicht mal ansatzweise nach Coltrane, Rollins oder Gordon klang, daran erinnere ich mich noch gut. :roll:

    Natürlich hört man irgendwann mal einen Saxer, der einem gut gefällt, dann will man auch so spielen können und kauft sich ein Horn.
    Aber irgendwann langweilt dann der nachgeäffte Sound und man sucht nach eigenen Ausdrucksmöglichkeiten, so ging's zumindest mir und vielen, die ich kenne.

    Und Du selbst, Prinzipal, klingst ja auch sehr eigenständig, finde ich. ;-)


    Schönen Gruß in die Kulturhauptstadt,
    Rick
     
  14. JazzB

    JazzB Kann einfach nicht wegbleiben

    Das mit dem nachäffen ist ein wichtiger Teil der Entwicklung am Saxophon.
    Jeder halbwegs gute Saxophonist den ich kenne hatte ein Idol, dessen Sound oder spielweise er toll fand. Das Hören spielt hier eine große Rolle. Diese Idole kann man bei einigen am Spiel raushören.

    Irgendwann wird aus diesem nachäffen dann ein selbsterfinden und schon wirds interessant. Man saugt sich das aus seinen Idolen was man braucht, um dann etwas eigenes weiterzuspinnen.


    Viele Grüße
    B
     
  15. Brille

    Brille Ist fast schon zuhause hier

    Ich wollte mir auch ein Selmer oder Keili der oberen Kategorie zulegen und bin bei Yangisawa hängen geblieben, obwohl ich die zuvor für charakterlos hielt. Warum? Weiß ich selber nicht so genau. - ? Wahrscheinlich weil ich zuvor zwei Klarinettisten höchst "klassisch" auf Yana blasen hörte, wo ich mich dann fragte, wieso die nicht gleich bei der Klarinette geblieben sind....

    Mein Kauf ist nun 3 Monate her und ich habe es noch keinen Moment bereut.

    Einiges an Geld gespart, Intonation einwandfrei, Mechanik sehr leise und zuverlässig, etc.pp Natürlich ist die Selektion sehr individuell!!!

    Wünsche dir viel Erfolg bei deiner Auswahl.
     
  16. PhiltheD

    PhiltheD Nicht zu schüchtern zum Reden

    das nächste mal werde ich dann wohl dabei schreiben, dass ich grundsätzlich von meinen idealen klangvorstellungen ausgehe und keineswegs verallgemeinern möchte. diese werde ich dann auch erläutern.
    da das aber nicht teil es topics ist gehe ich für den moment nicht näher darauf ein.
    ich fahre nämlich jetzt nach köln und teste mal ein paar hörner durch. =) wenn ich glück habe bekomme ich ja ein "bird" in die hand.
    gruß
    phil
     
  17. Clownfisch

    Clownfisch Experte

    Viel Erfolg. Nimm dir jemanden mit zum Zuhören!!!
     
  18. TenSax

    TenSax Ist fast schon zuhause hier

    Mach Deinen "eigenen Klang "und nimm das Sax was Deiner Meinung nach am besten zum umsetzten Deines Klanges beiträgt, und worauf Du Dich am wohlsten fühlst! Hör' auf Dich und nicht auf andere....

    Nicht mehr und nicht weniger, ist doch ganz einfach, oder?

    Viele Grüße
    Sven
     
  19. saxology

    saxology Ist fast schon zuhause hier

    Das dunkle Serie II-Alt aus der Firebird-Reihe wäre wohl die optimale Kombination aus edler Optik und untadeligen Klangeigenschaften.
    Andererseits würde ich im Klassiksektor auch für ein bisschen mehr Vielfalt plädieren. In Ivan Roths Saxophonschule sind die Altissimo-Töne mit Griffen und centgenauer Intonationsabweichung auf das Super Action 80 II + S80-Mundstück optimiert angegeben - als würde sowieso niemand ein anderes Modell blasen.
    Dass Asatryan seinen Studenten hier keine Vorschriften macht, obwohl er Selmer Endorser ist, spricht für für ihn.

    Gruß
    saxology
     
  20. Gast_13

    Gast_13 Guest

    Das Selmer Serie III in Sterling Silber ist ein klasse Horn. Ansonsten haben mich die neueren Selmer Altos alle nicht vom Hocker gerissen. Wobei ja allgemein das Serie III Selmer oft in der Klassik gespielt wird.

    Ansonsten Yanagisawa A992, A991, Siversonic, oder Borgani oder Yamaha die etwas teuereren....

    Halt alles anspielen was es so gibt!