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Zoom H2 im Vergleich zu anderen Rekordern

Dieses Thema im Forum "Home- und Live-Recording, Tontechnik" wurde erstellt von sharp, 15.Oktober.2009.

  1. bhimpel

    bhimpel Ist fast schon zuhause hier

    Mmh, werden die Hoehen beim Olympus kuenstlich angehoben oder beim Zoom kuenstlich unterdrueckt? Oder kann es sogar an den Mikrophonen liegen?

    Viele Gruesse,
    Benjamin
     
  2. sharp

    sharp Kann einfach nicht wegbleiben

    Für mich ist das schwer zu sagen.
    Chino meint, dass es eine künstliche Anhebung ist.
    Man müsste den Frequenzverlauf der beiden Geräte mal ausmessen. Ich hatte gestern versucht pink noise mit beiden Geräten aufzunehmen, welches über meine Jamo-Lautsprecher ausgegeben wird.
    Da sieht man schon Unterschiede im Verlauf.
    Aber meine Lautsprecher geben das Rauschen ja sicher nicht 1:1 wieder, deshalb kann ich nicht sagen, welcher Verlauf näher an der Wirklichkeit ist. Dann gibt es ja noch Auslöschungen und Verstärkungen durch Reflektion usw...
    Das müsste man im Labor ausmessen.
    Ich denke: gut ist was gefällt. Es gibt Lautsprecher die haben keinen geraden Frequenzverlauf und machen trotzdem Spass. Ähnlich wird es mit den Rekordern sein.
    Wenn man die Aufnahmen nachträglich sowieso noch nach gusto umbiegen kann, so dass es nachher fast gleich klingt, kommt es aus meiner Sicht nur noch auf Einsatzzweck, Praktikabilität (Stativanschluss, line-in, Windschutz, Laufzeit, Speicherkapazität, Service, Handhabung, Haltbarkeit, Garantie, uvm.) u.ä. an.
    Das sind dann ganz simple Dinge wie: Warum kann ich das Olympus nicht einfach so schön stabil hinstellen wie das Zoom? Dafür ist das Olympus halt sehr schmal und handlich und verschwindet in der Hemdtasche und macht als mp3-player auch noch eine gute Figur. Hat dafür aber kein Stimmgerät und Metronom eingebaut, wie das H2....usw. usf.
     
  3. Rick

    Rick Experte

    Wenn man bedenkt, dass das Gerät wohl in erster Linie für Reporter etc. gebaut wurde und daher vor allem Sprache klar und deutlich aufnehmen soll, ergibt das durchaus Sinn.

    Sogar mehr als lineare! ;-)

    Dem stimme ich voll und ganz zu.

    Nachdem bei diesen neuen Geräten kein nennenswertes Rauschen mehr auftritt, die AD/DA-Wandler offenbar gut arbeiten (zumindest für das wav-Format) und auch der Headroom voll ausreicht, braucht man sich mit einer ganzen Menge Kriterien im Klangbereich, die früher den Ausschlag gaben, nicht mehr herumzuschlagen.
    Schöne neue Welt! :)


    Viele Grüße,
    Rick
     
  4. chino

    chino Ist fast schon zuhause hier

    Ich werd den Zoom bald mal im reflexionsarmen Raum durchmessen, und dann eine Equalizer Kurve bereitstellen zum Entzerren. Das wird allerdings noch ein wenig dauern, da ich im Moment dazu nicht komme.

    Wer sich mal ernsthaft mit Signalverarbeitung und Messtechnik auseinandergesetzt hat gibt in der Tat nicht mehr so viel Geld für Studiovoodoo aus. Dennoch kann ein bereits schön färbendes Mikrofon einem nicht nur viel Arbeit abnehmen, sondern auch bei manchen Songs/Instrumenten ganz zufällig den passenden Charakter bereitstellen, auf den man vielleicht nicht gekommen wäre.

    Für die allgemeine Tippkiste: das wichtigste beim Aufnehmen ist die Mikroposition (von der musikalischen Darbietung mal abgesehen, meinetwegen ist das Instrumente stimmen das wichtigste ;). Eine gute Position holt schonmal viel raus. Da hilft oft nur probieren. Und halt überlegen ob der Raum gut kling, bzw ob mal allgemein viel Raumanteil haben möchte - dann weiter weg mit dem Ding. Für trockenere Aufnahmen nah dran - dann spielt allerding die Richtcharakteristik des Instruments eine größere Rolle.

    Nachbearbeiten dann mit einem parametrischen Equalizer. Schmalbandig über den ganzen Frequenzverlauf "sweepen" und hören wo was vor sich geht. Schlecht klingende Anteile dann absenken. Eine gängige Praxis ist es den Equalizer nur zum Absenken, nicht zum Boosten zu verwenden. (Ganz am Ende kann man nochmal Bass und Höhen boosten, letzteres vor allem beim Zoom H2).

    Vorsichtig komprimieren kann nicht schaden. Um Pumpen im Bass zu vermeiden mit einem Multiband-Kompressor.

    Mit Hall wäre ich allgemein sehr vorsichtig. Bietet sich nur bei Aufnahmen in sehr trockenen Umgebungen oder im Freien an.

    Gruß Chino
     
  5. four

    four Ist fast schon zuhause hier

    Hi Chino,

    kannst du irgendein Buch empfehlen, wenn man sich mit tiefer mit Aufnahmetechnik beschäftigen möchte?

    Danke und Gruß;
    Andreas
     
  6. sharp

    sharp Kann einfach nicht wegbleiben

    So ich nochmal,
    ich lass meinen Sax-Lehrer ab und zu Stücke vorspielen, damit ich die daheim besser üben und nachspielen kann. Dann kann ich mir das besser einprägen.

    Hier mal ein Stück auf meinem Lidl-Sax mit dem Olympus aufgenommen und normalisiert. Das Gerät stand ca. 50cm vom Sax entfernt. Das Zoom hab ich nicht dabei gehabt.

    trompeten
     
  7. Rick

    Rick Experte

    Hallo Sharp,

    die Aufnahme überzeugt mich nicht unbedingt vom Olympus, muss ich sagen.
    Aber vor allem war das Gerät zu nah am Sax.
    Saxofon braucht Raum und klingt immer besser, wenn man es aus einiger Entfernung hört, sonst ist der Ton zu direkt und kann durch den Schalldruck sogar Klangverfälschungen bewirken (eine Mikrofon-Membran, besonders in dieser Winzigkeit, ist nicht unendlich belastbar...).

    Eine Alternative bei Platznot wäre möglicherweise, "indirekt" aufzunehmen, also etwa beim Zoom das abgewandte Mikro-Paar zu aktivieren.


    Schöne Grüße,
    Rick
     
  8. sharp

    sharp Kann einfach nicht wegbleiben

    Hier mal wieder zwei neue Aufnahmen mit dem Olympus.

    Das war ein Konzert in einer Kirche.
    Das Gerät war ca. 15m von und 4m über den Spielern und Sängern entfernt.
    Die Mikroempfindlichkeit stand auf "niedrig" und den Rekordlevel hab ich auch niedrig eingestellt - hatte Angst, dass ich wieder übersteuere - ging aber alles gut.
    Es war kein "wide" o.ä. eingestellt.
    Beide Files wurden ausgeschnitten und nur normalisiert.

    Das erste file mit Gesang wurde relativ laut vorgetragen.
    Gesang

    Das zweite Beispiel mit Kontrabass war ziemlich leise - man hört es an den anderen Geräuschen wie Fotoapparat, Husten, Glockenläuten, usw.
    Kontrabass

    Ich finde beide aber ganz gut für die Mini-Mikros.
    Die Laufzeit ist echt enorm - habe bestimmt schon 7 Stunden WAV aufgenommen und die Kapazität ist immer noch hoch.
     
  9. saxcop

    saxcop Nicht zu schüchtern zum Reden

    Hallo liebe Gemeinde,

    ich habe mir jetzt nicht jeden Beitrag durchgelesen, möchte aber folgendes sagen:

    ich habe mir vor einem Jahr den Zoom H2 zugelegt. Er war meiner Meinung nach das beste Gerät in der Kategorie Preis-Leistung.

    Es ist ja immer die Frage, was man für Ansprüche hat. Ich wollte mich halt gelegentlich aufnehmen, um mein Saxspiel zu überprüfen.
    Dazu gefällt mir, dass man den Zoom recht einfach "einregeln" kann. Habe mit dem Sax voll in das Gerät getrötet und danach die Aufnahmelautstärke eingeregelt. Ich bin von den Aufnahmen an sich begeistert. Kein Übersteueren zu hören und das Gerät ist trotzdem so empfindlich, dass man das "Taktklopfen" mit dem Fuß auf hartem Boden hört.

    Auch die Möglichkeit, Musik 360 Grand aufzunehmen, gefällt mir.
    Außerdem ist für 200 Euro viel Zubehör beigelegt.

    Natürlich wird man das Gerät nicht mit einem High - End Profistuidoaufanhmedings vergleichen können. Aber hierfür fehlt auch meistens die Umgebung bei den Aufnahmen.

    Ich bin mit dem H2 rundum zufrieden und würde es aufgrund des Preises jedem empfehlen, der mal einen Mitschnitt machen möchte ohne die Ansprüche an ein komplettes mobiles Tonstudio zu haben.

    Viele Grüße

    Olli