Artikel zum Thema Motivation und Dranbleiben

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Livia, 26.Juni.2024.

  1. Livia

    Livia Ist fast schon zuhause hier

    Im März hat eine Journalistin von der ZEIT in meinem Saxophonunterricht hospitiert für einen Artikel, der sich mit dem Thema beschäftigt, wie man an einer Sache dranbleibt. Er beschäftigt sich damit, woher man im höheren Alter die Motivation nehmen kann, etwas neues zu lernen und dabei nicht aufzugeben.
    Der Artikel ist vor zwei Wochen erschienen und könnte vielleicht für den ein oder anderen interessant sein und regt vielleicht sogar hier zur Diskussion an:
    https://www.zeit.de/2024/25/motivation-psychologie-ziele-instrument-lernen

    Der Artikel ist unten im Volltext zu lesen. Danke an @Katzenmusiker der die Berechtigung eingeholt hat.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 26.Juni.2024
  2. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Danke für den Link. Ich konnte alle Seiten ohne Abo lesen. Ja, sehr interessanter Artikel. Die intrinsische Motivation, erzeugt durch eine Vision. Das trifft es m.E. genau.
     
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  3. 47tmb

    47tmb Gehört zum Inventar

    Leider ziemlich viel Fülltext.
     
  4. cwegy

    cwegy Ist fast schon zuhause hier

    Meinst du den Artikel oder den Thread? ;)

    Im Artikel gab es wenig Neues für mich, finde es aber eine gute Werbung fürs Saxophonspielen. @Livia Danke fürs teilen :)
     
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  5. Katzenmusiker

    Katzenmusiker Administrator

    Wir haben gerade beim ZEIT-Verlag angefragt, ob wir den Artikel hier einstellen dürfen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26.Juni.2024
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  6. Katzenmusiker

    Katzenmusiker Administrator

    Mit freundlicher Genehmigung des ZEIT-Verlags

    Motivation: Endlich durchziehen


    Ein Instrument lernen, sich gesund ernähren, regelmäßig Sport treiben: Oft nimmt man sich Dinge vor, die man wieder sein lässt. Wie bleiben wir an einer Sache wirklich dran?
    Von Anna-Lena Schlitt

    Elisabeth Gmünder seufzt. "Ich kann das nicht!" Mit gerunzelter Stirn steht sie vor einem Notenständer in einer kleinen Musikschule in Berlin-Charlottenburg. Vor dem Bauch hält die 66-Jährige ihr Sopransaxofon, neben ihr wacht Musiklehrerin Irina Yudaeva. Sie setzt noch einmal an, zweimal, dreimal, viermal. Die Töne klingen immer noch schief. Sie schnaubt. "Einmal noch", sagt Gmünder. Dann klappt es. Vor vier Jahren hat sie mit dem Saxofonspielen begonnen, und noch immer ist es häufig harte Arbeit.

    Wer selbst schon einmal versucht hat, ein Instrument zu lernen, weiß, wie schwer es sein kann, dranzubleiben – gerade dann, wenn die anfängliche Euphorie der Ernüchterung und schließlich dem Frust weicht, der Erkenntnis, dass der Weg vom Neuling zum Virtuosen, ja sogar zum passablen Hobbymusiker, oft sehr viel weiter ist als gedacht. Der kennt den inneren Schweinehund ebenso wie den unnachgiebigen Perfektionisten – und das Gefühl, das Instrument in die Ecke oder lieber gleich das Handtuch werfen zu wollen. Diese Phasen kennen auch jene, die eine neue Sprache lernen, regelmäßig ins Fitnessstudio gehen, sich gesünder ernähren oder eine Yoga-Routine entwickeln wollen. Egal, welchen Vorsatz man sich macht, irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich fragt: Mach ich weiter, oder lass ich’s doch lieber sein? Wie schaffen wir es, wirklich an einer Sache dranzubleiben?

    Nicht nur dabei, sondern hochkonzentriert

    Motivationsforscher Hugo Kehr sagt: "Intrinsische Motivation ist nachhaltiger als extrinsische." Soll heißen: Kein Lehrer, keine Freundin, kein Vater und keine Vorgesetzte wird uns so gut motivieren können wie wir uns selbst. "Motivation entsteht, wenn Kopf, Bauch und Hand zusammenspielen", sagt der Professor für Psychologie an der Technischen Universität München. Gemeint ist: Wenn wir etwas gleichzeitig wichtig finden (Kopf), es gerne tun (Bauch) und das dafür nötige Wissen, die Erfahrungen, die Fähigkeiten haben (Hand), dann sind wir motiviert.

    Note für Note, Takt für Takt: Ein Instrument zu erlernen, ist harte Arbeit. © Anja Lehmann
    Wenn alle drei Komponenten – Kopf, Bauch und Hand – stimmen, erledigen wir eine Aufgabe nicht nur gern, sondern sind dabei auch noch hoch konzentriert. "Die Wahrscheinlichkeit steigt, den optimalen Zustand der Motivation zu erreichen – das Flow-Erleben", sagt Motivationsforscher Kehr. Im Flow zu sein bedeutet, vollkommen in einer Tätigkeit aufzugehen.

    Montagabend, 17.20 Uhr: Im Übungsraum der Berliner Musikschule versucht sich Elisabeth Gmünder weiter an dem Stück. Die Mittsechzigerin trägt die grauen Haare kurz, hautenge Jeans und klobige Schuhe. Das Sopransaxofon in ihren Händen ähnelt einer Klarinette, es hat nicht den gebogenen Hals eines Altsaxofons, kleiner und filigraner ist es, heller im Klang. Auf dem Dielenboden liegen zwei Teppiche, das Fenster schließt Musiklehrerin Yudaeva, bevor es losgeht, der Nachbarn wegen. Gmünder setzt an, das Kreischen der Kinder auf dem Spielplatz gegenüber weicht den ersten Tönen von "Le Jardin de Dolly" des französischen Komponisten Gabriel Fauré, klar und durchdringend. Beim Spielen schwingt ihr Körper leicht vor und zurück.

    Dann reißt ein Quietschen Gmünder aus dem Moment. Der Ton ging daneben. Der nächste auch. Sie setzt das Saxofon ab. Lehrerin Yudaeva erklärt geduldig, Elisabeth Gmünder solle die schwierige Passage unterteilen. Als es immer noch nicht funktionieren will, greift sie selbst zum Instrument. "Schau, so!" Schritt für Schritt erarbeiten sie das Lied.

    "Immer mehr Menschen geht der Sinn verloren"

    In solchen Momenten sei es wichtig, daran zu denken, wie weit sie schon gekommen ist, sagt Gmünder. Als sie vor vier Jahren mit dem Saxofonspielen begann, konnte sie nicht einmal Noten lesen. "Es hat gedauert, es war nervig und manchmal sehr anstrengend", sagt sie. Aber: Ohne Noten keine Musik. Elisabeth Gmünder beißt sich durch. "Wenn ich etwas will, dann bin ich sehr ehrgeizig."

    Muss man sich also ein Ziel setzen, um durchzuhalten? "Ich bin kein großer Freund des Zielbegriffs", sagt der Psychologe Kehr. "Ziele entstehen im Kopf, unsere Motive, also das, was uns wirklich erfüllt, im Bauch." Viele Menschen würden nicht auf ihr Bauchgefühl hören. Die Folge: Sie setzen sich Ziele, ohne in sich hineinzuhorchen und zu fragen: Passt das überhaupt zu mir? "Menschen, die ihre Gefühle ignorieren, sind häufig in Motivationstiefs und erledigen Aufgaben ungern", sagt Kehr.

    Für den Psychoanalytiker Hans-Werner Rückert liegt das Problem noch tiefer. "Immer mehr Menschen geht der Sinn verloren", sagt er. Sie gingen zur Arbeit, um Geld zu verdienen. Sie machten Sport, um abzunehmen. "Aber eigentlich hat nichts für sie wirklich Bedeutung." Laut Rückert sollten wir uns öfter fragen: Warum zum Teufel will ich das eigentlich machen?

    Um langfristig motiviert zu bleiben, brauchen wir eine Vision.
    Hugo Kehr, Psychologie-Professor


    Wer Spanisch lernt, um sich auf eine lang ersehnte Südamerikareise vorzubereiten, und wer Gewichte hebt, weil er sich vor großem Publikum Rekorde brechen sieht, wird mit höherer Wahrscheinlichkeit dranbleiben als jemand, der keine großen Träume hat. "Um langfristig motiviert zu bleiben, brauchen wir eine Vision", sagt Kehr. Dafür müssten zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Wir brauchen ein Bild im Kopf. Und: Die Vision muss mit unseren Motiven übereinstimmen, etwa dem Streben nach Anschluss, nach Leistung oder nach Macht.

    Ob Pullover stricken oder Marathon laufen – wer langfristig motiviert bleiben will, muss eine starke Antwort auf die Frage nach dem Warum finden. Eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn.

    Elisabeth Gmünder hat sich aus zwei Gründen für das Saxofon entschieden: der Musik und der Familie wegen. Ihr Sohn spielt seit 15 Jahren Altsaxofon, ihr Mann Hans Peter hat sich ihr vor etwa einem Jahr angeschlossen. Gerade suchen sie nach einer Band. In Zukunft wollen sie gemeinsam auftreten. Wie das aussehen könnte? Eine kleine Bühne in einer Bar, gedämpftes Licht, ein paar Leute im Publikum. Neben ihr ein Flügel, ein Kontrabass, ein Schlagzeug vielleicht. Auf jeden Fall ihr Mann am Tenorsaxofon. Das Herz pocht vor Aufregung. Dann beginnt die Band zu spielen. Vielleicht "A Groovy Kind of Love" oder "Brazilian Bay Dance". Am liebsten aber Jazz. Ihr gefällt das Freie, das Improvisierte. "Für Jazz muss man mutig sein", sagt Gmünder.

    "Eine Vision verträgt ein bisschen Gegenwind"

    Eine starke Vision könne zu Höchstleistungen anspornen, sagt Motivationsforscher Kehr. Sie sei widerstandsfähiger gegen Herausforderungen als ein Ziel. "Eine Vision verträgt ein bisschen Gegenwind." Wenn wir einen guten Grund haben, zu kämpfen, dann tun wir es. "Selbst wenn ich total motiviert bin, kommt irgendwann der Moment, in dem ich keine Lust mehr habe", sagt Kehr. Ein Beispiel: Ich habe eine Blase am Fuß und keine Lust, joggen zu gehen. Doch vor der Tür wartet schon mein Laufpartner, um mich abzuholen. Dann muss ich mir einen Ruck geben und mich überwinden. "Wille fängt da an, wo unsere Motivation aufhört", sagt Kehr.

    Unsere Willenskraft sollten wir aber sparsam einsetzen. Denn: "Wille ist wie ein Muskel. Wir können ihn strapazieren, aber letztlich ist er erschöpflich", sagt Kehr. Das heißt, wer beispielsweise eine Sportart wählt, bei der er ständig gegen sich ankämpfen muss, wird mit höherer Wahrscheinlichkeit aufgeben als jemand, der Freude daran hat.

    Für Psychoanalytiker Rückert ist eine Vision eher Anstoß als dauerhafter Motivationstreiber. "Sie kann hilfreich sein, um eine Aktivität überhaupt in Gang zu bringen, aber in der Regel trägt sie nicht, um die nächsten paar Jahre durchzuhalten." Rückert hält es für wichtiger, einen Plan aufzustellen, seinen Traum auf Alltagstauglichkeit zu überprüfen. "Wer realistisch plant, sieht eher, welche Schwierigkeiten auf einen zukommen." Bevor es losgeht, sollte man sich folgende Fragen stellen: Was ist notwendig, um meine Vision zu erreichen? Wie viel Zeit und Geld muss ich investieren? Welche Herausforderungen erwarten mich? Und bin ich bereit, diese anzugehen? Pläne können helfen, ein großes Vorhaben handhabbar zu machen. Kleine Zwischenziele sorgen zudem für Erfolgserlebnisse zwischendurch.

    "Mir hat einmal jemand gesagt: Sie wollen es zu arg", sagt Elisabeth Gmünder. Am Anfang habe sie sich total unter Druck gesetzt. Geholfen hat das nicht, ganz im Gegenteil. "Wenn ich angespannt bin, dann gelingen mir die Griffe nicht. Beim Saxofonspielen muss man ganz weich sein." Gmünder musste erst lernen, Fehler zu machen, geduldig mit sich zu sein, wenn es nicht gleich funktioniert. "Ich werde nie annähernd so gut Saxofon spielen können wie meine Musiklehrerin, aber das ist auch nicht mein Ziel", sagt sie. Seit sie verstanden hat, dass es ihr um etwas anderes geht, ist sie gelassener.

    Gmünder hat kurz nach ihrem Umzug nach Berlin mit dem Saxofonunterricht begonnen. Das war Anfang März 2020, Beginn der Corona-Pandemie. Die erste Unterrichtsstunde hatte sie noch vor Ort, danach per Videocall. Damals war sie schon in Rente, ihr Mann pendelte noch zur Arbeit nach Süddeutschland. "Er war die ganze Woche weg, in Berlin kannte ich noch niemanden. Ich hatte endlose Stunden zur Verfügung", sagt sie. Gmünder nahm sich vor, jeden Tag mindestens eine halbe Stunde zu üben. Oft wurde es eine Stunde, manchmal sogar länger.

    Im Januar ist Elisabeth Gmünder mit ihrem Mann für ein paar Wochen nach Kapstadt gereist. Ihr Saxofon hatte sie selbstverständlich dabei. "Wir haben jeden Tag unsere Duette gespielt", sagt Gmünder. Die Wände der Wohnung waren dünn, also übten sie in der Tiefgarage. Ab und zu kamen Nachbarinnen und Nachbarn vorbei und hörten für eine Weile zu. "Amazing", sagten sie, wunderbar. Am Ende gab es Applaus. Und Elisabeth und Hans Peter Gmünder kamen ihrem Traum von der eigenen Band ein entscheidendes Stück näher.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26.Juni.2024
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  7. Gerd_mit_Sax

    Gerd_mit_Sax Ist fast schon zuhause hier

    Hier eine Zusammenfassung des Artikels mit ChatGPT:


    Stichpunkte zur Motivation im Artikel “Endlich durchziehen”

    • Intrinsische vs. extrinsische Motivation: Intrinsische Motivation (selbstbestimmte Motivation) ist nachhaltiger als extrinsische (von außen beeinflusste) Motivation.
    • Drei Komponenten der Motivation: Motivation entsteht, wenn Kopf (Bedeutsamkeit), Bauch (Freude) und Hand (Fähigkeiten) zusammenspielen.
    • Flow-Erleben: Hohe Konzentration und Freude an einer Tätigkeit erhöhen die Wahrscheinlichkeit des Flow-Erlebens.
    • Ziele vs. Motive: Ziele entstehen im Kopf, Motive im Bauch. Ziele ohne Rücksicht auf persönliche Motive führen oft zu Motivationsverlust.
    • Bedeutung einer Vision: Eine Vision kann langfristig motivieren, wenn sie mit den eigenen Motiven übereinstimmt und ein klares Bild im Kopf entsteht.
    • Gegenwind und Willenskraft: Eine starke Vision kann Herausforderungen besser überstehen als ein bloßes Ziel. Wille beginnt, wo Motivation aufhört, ist jedoch erschöpflich.
    • Realistische Planung: Pläne und Zwischenziele sind wichtig, um große Vorhaben handhabbar zu machen und Erfolgserlebnisse zu ermöglichen.
    • Geduld und Fehlerakzeptanz: Fehler machen und Geduld mit sich selbst sind entscheidend für langfristige Motivation und Fortschritt.
    • Beispiel Elisabeth Gmünder: Ihre Motivation kommt von der Freude an der Musik und der Familie. Trotz Rückschlägen bleibt sie durch eine klare Vision und realistische Planung motiviert.
     
  8. ilikewoods

    ilikewoods Ist fast schon zuhause hier

    Ein sehr schöner Artikel!

    Das finden jetzt wahrscheinlich einige Geschmacklos, aber ich habe mich an einer Stelle verlesen und musste herzlich darüber lachen, weil ich den Ärger mit Saxophon und Mitmenschen bzw. Lärmbelästigung kenne:

    Elisabeth Gmünder hat sich aus zwei Gründen für das Saxofon entschieden: der Musik und der Familie wegen. Ihr Sohn spielt seit 15 Jahren Altsaxofon, ihr Mann Hans Peter hat sich ihr vor etwa einem Jahr erschossen
     
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  9. -j.

    -j. Schaut öfter mal vorbei

    Also, mit allem Respekt gegenueber einem fellow academic (kein Psychologe ich, "bloss" Kulturwissenschaftler" und erst noch fruehpensioniert...): fuer mich persoenlich ist das Gegenteil der Fall, absolut.

    Das Zusammenspielen mit anderen Menschen ist, fuer mich, der BESTE Motivationstreiber, mit Abstand. Ich beginne, es schon jetzt wieder zu merken: die Big Band, in der ich mitspiele, ist mit der oertlichen Musikschule affiliiert -- will heissen, keine Proben mehr fuer die naechsten 6 Wochen der Sommerferien. WAS TUN?

    Ja klar, da gibt es mehr als genuegend Baustellen: top tones, Intonation auf'm Sopran endlich mal in den Griff kriegen gopfertelihuereSIECHnuchaemaal, mehr standards lernen, etc. etc. etc. ad infinitum. Dasselbe waehrend Corona: bei Beginn des Lockdowns war ich sooooo happy, endlich mal an Giant Steps changes arbeiten zu koennen, oder endlich mal lernen, wie Blaetter ordentlich zurechtzufeilen damit jedes einzelne funktioniert, oder standards, oder die Intonation auf'm Sopran gopfertelihuereSIECHnuchaemaal....

    Aber nach 3-4 Wochen musste ich mich echt zwingen dazu, die Kanne jeden Tag aus'm Koffer zu nehmen und mir noch mehr YouTube tutorials reinzuziehen. It's the human touch. Ohne den, pffffff... was solls.....?

    Ich vermisse meine big band buddies jetzt schon, sogar die Posaunen.............................................................................................

    -j.
     
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  10. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Passt doch. In der Big Band zu spielen ist Deine Motivation.

    Du willst das. Kein Lehrer oder anderer Außenstehender
     
  11. Sax Ralf

    Sax Ralf Ist fast schon zuhause hier

    Moin, moin

    Bis man in der Big Band ist wird es schon so sein das die Aussage von Herrn Kehr zutreffend ist vermute ich. Wenn ich mal so überlege wie viele von denen die damals mit mir zusammen angefangen haben und nie in einer Band oder Orchester gespielt haben würde ich sagen etwa die Hälfte. Und wir waren damals Teenager und haben mehr oder weniger (gut die Hälfte eher weniger :rolleyes:) das gemacht was uns gesagt wurde.
    Wir waren also keine schwer erziehbaren Erwachsenen die sich alles was wichtig ist schon vorher angelesen haben und wenn es ganz hart kommt dem Lehrer erzählen wie es geht.
    Bitte entschuldigt liebe Späteinsteiger, in Wirklichkeit mag ich Euch, aber unter Euch ist die beschriebene Spezies kein Einzelfall und ich kenne nur die unter Euch die es bis in eine Band oder Orchester geschafft haben! Und selbstverständlich haben all jene auch meinen vollen Respekt, auch wenn mir die neunmalkluge Sabbelei von einigen schon sehr, ach lassen wir das, zurück zum Thema.

    Da ich selbst im Moment in der, für mich persönlich, etwas unglücklichen Situation bin "nur" Unterricht zu haben und keiner festen musikalischen Formation an zu gehören, das aber ohne Unterricht fast 30 Jahre gehabt habe, wage ich zu behaupten die von Dir beschriebene Motivation zu kennen. Es gibt sie ohne Zweifel und sie ist auch eine starke Triebfeder die aber deutlich an Spannkraft verliert je näher man zu den Besten aufschließt.
    Bis dahin kann man ohne Frage sehr viel erreicht haben, aber danach, so war es jedenfalls bei mir, hält man eigentlich nur diesen Standard. Es kann natürlich auch mal wieder Aufwind geben wenn jemand mit einem sehr hohen Spielniveau neu dazu kommt, aber ist der dann eingeholt ist erst mal wieder Standard halten angesagt.
    Ich weiß nicht ob man das verallgemeinern kann ich kann nur für mich sprechen und vielleicht noch für einige wenige die ich sehr gut kenne und die mir ähnliches erzählten.
    Diese Übereinstimmungen können aber auch am gleichen Umfeld und sehr ähnlichen Werdegang liegen!

    Viele Grüße Ralf
     
    Zuletzt bearbeitet: 26.Juni.2024
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  12. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Da stimme ich aber eindeutig mit dem Artikel überein (danke, ChatGPT, für die kompakte Zusammenfassung!).

    Für mich ist die intrinsische Motivation das wichtigste, der Antrieb aus mir heraus.

    So habe ich vor langer Zeit begonnen, ein Instrument (Klarinette) ernsthaft zu lernen (davor war: Blockflöte, Zwang seitens der Eltern, so bald wie möglich wieder aufgehört). Mit 17 war das schon recht spät, aber ich habe (dank intr. M.) überraschend schnelle Fortschritte gemacht.

    Dann war ich doch wegen Studiums, Beruf, Familie zu sehr langer Pause gezwungen.

    Aber sobald es wieder ging, habe ich (dank intr. M.) wieder begonnen (dann mit Saxophon). Und bin bis heute dran geblieben (mehrere verwandte Instrumente folgten).

    Das Zusammenspiel mit anderen habe ich auch sobald wie möglich gesucht. Aber es war keine extrinsische Motivation, sondern einfach eine logische Anwendung. Und immer wieder passierte es, dass eine Formation nicht weiter ging. Das war natürlich frustrierend, aber ich habe immer (dank intr. M.) etwas Neues gesucht und gefunden. Ein neues Ensemble, oder sogar ein neues Instrument, das mich wieder länger gefordert hat.
     
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  13. Silver

    Silver Strebt nach Höherem

    OK - vielen Dank an @Katzenmusik den Artikel freizuschießen.

    Mir ist es zu viel Betulichkeit und „Selbstverwirklichung“ im Artikel um die intrinsische Motivation zu illustrieren.
    Nach vier Jahren von Null mit Männe (ein Jahr oder waren es zwei?) mit einer Combo in einer Bar (in Berlin) aufspielen wollen …
    Come on! Get real! Wer solche Visionen hat, sollte wirklich zum Arzt gehen. Das ist nicht sehr realistisch.

    Der Unterschied Ziel und Motivation ist der entscheidende.
    Warum? Die zentrale Frage.
    Und schon da darf man sich nicht überfordern.

    Die Motivation, mit anderen zusammen zu spielen (das Wort ist Programm) übersteuert bei mir zumindest jedes Ziel wie „Autumn Leaves in 12 Keys“ — übrigens nur, weil eine neue Sängerin angekündigt war… da ist es kein Fehler, sowas zur Not in ungewöhnlicher Tonart drauf zu haben — also doch Motivation.

    Immer, wenn ich um der Technik Willen Technik übe, habe ich schnell Durchhänger.
    Sogar ein bestimmtes Akkord-Arpeggio bis zur None habe ich mir eigentlich vor allem deshalb draufgeschafft, um beim nächsten Workshop mit meinem Lieblingsdozenten nicht schon wieder alt auszusehen (am Tenor).

    Als meine monatliche Jam-Truppe einen Swing-Abend mit Tanz als Motto ausrief, habe ich mir Swing-Titel und Stilistik reingezogen bzw. aufgefrischt. Und natürlich Les Feuilles Mortes. In 12 Keys, mit 60, 120 und 180 Sachen.
    Gespielt haben wir es dann doch in G Minor, klingend, so um die 100. Die Sängerin kommt jetzt öfter…

    Trotzdem kenne ich meine Grenzen und gebe mich keinen Illusionen hin.
    Zur Weltkarriere im Duo mit Chris Potter reichts bei mir nicht mehr.
    Zur Bar in Berlin… nach so vielen Jahren vielleicht trotz Pause.
    Wenn’s eine kleine Bar ist mit billigem Alk und nach Mitternacht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26.Juni.2024
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  14. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Das sind Ziele eigentlich selten. Nur, wenn du das jetzt realistisch formulierst, als in 10 Jahren...., dann kommt doch schnell die Überlegung, "da bin ich 76, wer weiß, ob ich das noch erlebe...". Oder bei jüngeren "da nehme ich besser ne e-gitarre, lerne 5 akkorde und bin schon nach 2 Jahren soweit..".
    Mein Ziel ist es jeden Tag ein bischen besser zu sein als am Tag vorher. Gelingt nicht immer, was soll's, Hauptsache Spaß gehabt. Die extrensische Motivation würde ich nicht unbedingt unterschätzen. Ein Lob vom Lehrer/Mitspielern oder Applaus vom Publikum kann sehr motivierend wirken, und Appetit auf mehr erzeugen.
     
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  15. Silver

    Silver Strebt nach Höherem

    Träume sind unrealistisch.
    Visionen dürfen kühn sein, sollten aber erreichbar bleiben - genau Dein Argument mit den 10 Jahren.
    Motive sind der Antrieb. Die Frage nach dem Warum?
    Ziele müssen realistisch, niedrigschwellig und greifbar sein sonst gibt es Frust.

    Und die Sache mit den 5 Akkorden ist eine Sache der Motivation.
    Wenn ich Mädchen beeindrucken und Rockstar werden will, nehme ich die 5 Akkorde und mache Turnübungen auf der Bühne.
     
    _Eb gefällt das.
  16. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Diene Meinung mag für dich gelten,für viele andere nicht. Deswegen ist deine Meinung unrealistisch. Träume können durchaus ein realistisches Ziel sein
     
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  17. Silver

    Silver Strebt nach Höherem

    Du kannst es nicht, ohne gleich persönlich zu werden, oder?
     
  18. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    das ist nicht persönlich sondern einfach realistisch. Man kann doch Träume haben und diese sich erfüllen
     
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  19. Sax Ralf

    Sax Ralf Ist fast schon zuhause hier

    Moin, moin

    Ohne einen einen gewissen Grad an Verträumtheit, selbst verständlich gepaart mit viel Arbeit und starken Willen, wären die meisten Leute nicht da wo sie irgendwann mal angekommen sind.
    Chris Potter, Elvis Presley, egal wer und welches Genre, ob Kunst oder normalo Wunschjob, so ein bißchen "geträumt davon" gehört glaube ich immer dazu, auch bei Haus, Garten und Kinder u.ä..

    Unrealistisch, jedenfalls gemessen an der Zahl von Gescheiterten, sind da eher Leute die glauben das tasächlich 5 Akkorde und öffentliche Turnübungen und sonst gar nichts eine Erfolgsgarantie beinhalten! Kann passieren, klar, aber vielleicht sollte man, nur so zur Sicherheit und als Altersvorsorge, auch noch einen Lottoschein ausfüllen, das verdoppelt immerhin gob geschätzt die Chancen! ;)
     
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  20. ilikewoods

    ilikewoods Ist fast schon zuhause hier


    Ich finde den Artikel etwas flach, aus den von dir angesprochenen Gründen. Es steht eigentlich nichts darin, was nicht jeder, der sich ein wenig mit Motivation und Lernen beschäftigt hat, auch so weiß. Dafür ist er angenehm zu lesen, unterhaltsam und gut strukturiert.

    Ich möchte dir aber widersprechen, was Frau Gmünders Ziel angeht. Sie spricht ja nicht davon, für einen Gig gebucht zu werden und 500€ zu bekommen, sondern sie möchte vielleicht einfach mit ihrer Familie auf einer kleineren Bühne, von denen es in Berlin einige gibt, spielen dürfen, um sich auszudrücken. Das halte ich nach 4 Jahren nicht für unrealistisch. Das Publikum, was sich so etwas überhaupt anhört, ist normalerweise sehr gnädig. Man muss schon viel Empathie haben, um überhaupt etwas mit Amateurmusik oder Laienjazz anfangen zu können. Abgesehen davon hab ich Frau Gmünder auf dem Klassikworkshop von @Livia spielen gehört und fand sie gut, vor allem für 4 Jahre. Wie gut sie Jazz spielt, weiß ich natürlich nicht.
     
    Rick, jabosax, SaxPistol und 2 anderen gefällt das.
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