Hallo zusammen! Unser Sohn (gerade 13) spielt seit einigen Jahren Sax (Alt und C), aber in letzter Zeit kann er jeweils nur kurz spielen, weil sein Asthma ihn "plagt". Das Sax drückt ihm auf die Lunge und auch sonst hat er zu wenig "Schnauf". Habt ihr Tipps oder Tricks? (Er hat einen Saxofongurt mit zwei Trägern.) Gruss aus dem Rheintal, Brigitte (und Jonas)
Meines Wissens, ist gerade Blasinstrumente spielen sehr gut für die Lunge, nur muss man dabei auf die richtige Atmung achten! Vor allem die Zwerchfell Atmung unterstützt und stärkt die Lunge. Wichtig ist auch auf die Hygiene zu achten und in einem staubfreien Raum zu üben. Ich würde es aber auf jeden Fall, ganz individuell mit dem Pneumologen klären
Hatte auch mal kurzfristig Atemnot durch peribronchitis. Bekam die Tröte nicht satt, fühlte sich an wie in ein 70er Rohr. Musste dann auf kleinere Mundstück Öffnungen wechseln. Das ging dann. Jetzt wo alles verheilt ist konnte ich wieder von 2,1 auf 2,8 zurück wechseln. Mir half auch der Bronchial Tee "Bad Reichenhall" Aufbrühen, inhalieren und sobald trinkbar abgekühlt, trinken. 2-3x pro Tag. Ob das bei Asthma hilft.. Gute Besserung
...also ich denke diese Fragestellung kann in einem Forum nur sehr allgemein besprochen werden. Gibt es denn Fachmänner, die in so einem Fall persönlich helfen können, also jenseits des Hausarztes?
Hi in die Runde, aus dem Physio-Bereich kommend kann ich auch mit Sicherheit sagen, dass es sinnvoll ist bei diesem Krankheitsbild ein Blasinstrument zu spielen. Natürlich in Absprache mit dem behandelnden Facharzt. Mir persönlich gefällt der Hooki gut als Halte- /Tragesystem, da er den Brustkorb nicht einengt oder draufdrückt (wenn man das Instrument vorne spielt).. .. in diese Richtung würde ich mal experimentieren. LG aus dem fast hohen Norden Lilli
. Mir hat vor Jahren mein Hausarzt!!! sogar geraten wieder mit einem blasinstrument anzufangen. Ich habe selbst leichtes Asthma. An den meisten Tagen kann ich problemlos spielen, an einigen wenigen tagen im Jahr nicht so ganz. Da könnte ich mit spray... ich nehme nicht gerne Medikamente, und es muss ja nicht. Für mich kritisch ist, wie viel Gegendruck ich überwinden soll. Tatsächlich darf der bei mir nicht zu gering sein, sonst muss ich husten und dann bekomme ich keine Luft mehr.
Ich glaube, der beste Rat ist, mit dem eigenen Pneumologen/Kindersrzt mit Zusatzqualifikation zu sprechen bzw. mit einem, der das Thema kennt oder bereit ist, sich damit auseinanderzusetzen und wenn nötig nachzulesen. Ich bin fast sicher, dass es medizinische Untersuchungen gibt, was hilfreich ist und was kontraproduktiv. Und wäre nicht verwundert, wenn das aber eben kein Alltagswissen beim Arzt ist. Gerade was den Druck betrifft, den man beim „Atemtraining“ mit Instrument ausüben muss, gibt es vielleicht Erkenntnisse, die über den gesunden Menschenverstand hinaus gehen. Zur Erklärung: Blatt/Mundstück bestimmen im wesentlichen den Gegendruck, gegen den man pustet, die nötige Luftmenge etc. Mit einer konkreten Empfehlung (viel Druck/wenig Druck, große Atemzüge/kleine Atemzüge) kann der Saxophonlehrer helfen zu schauen, ob das aktuelle Equipment gut ist oder mal ein anderes Blatt oder vielleicht sogar Mundstück probiert werden sollte. Der Lehrer kann auch ein bisschen mehr Fokus auf die Atemtechnik legen, wenn er das Problem kennt (was vermutlich schon so ist). Was den Gurt betrifft: Rucksackgurte sind mit Sicherheit die besten für den Rücken. Ich persönlich habe damit noch nie spielen wollen, weil sie mir gefühlt den Brustkorb einengen. In dem Alter werden die Jungs ja oft kräftiger. Wenn er es vom Rücken packt, könnte man mal schauen, ob ein konventioneller Nackengurt bei seinen ja relativ leichten Instrumenten nicht doch angenehmer fürs Atmen ist. Zuletzt sollte man doppelt checken, ob im Falle eines allergischen Asthmas die Allergene wirklich beseitigt sind, vor allem wo man schläft und übt.
Mein Tipp : wenn der pulmologe keine Einwände gegen das Saxen hat, würde ihn mal fragen ob er nicht eine Verordnung für eine Behandlung mit Physiotherapie, oder Logopädie ausstellt. So könnte dann vielleicht mit Kind und Instrument die Atemtechnik geschult werden. Für den Gurt würde ich euch ein Harness Modell empfehlen entweder von neotech oder vandoren ( den spiele ich selbst ). Viel Erfolg wünsche ich euch
Weitab von einem medizinischen Ratschlag, aber mit eigener Erfahrung. Bei mir selbst Asthma seit frühester Kindheit. Blasinstrument seit vor der Pubertät. Die Erfahrung sagt: bei mir hilft es. Allerdings sind dabei 2 Dinge wichtig: 1. das Asthma gut therapieren, das kann nur der Arzt / ggf. Lungenfacharzt. Mit akuter Luftnot macht Saxophon spielen sicherlich keinen Spaß. 2. die generelle Motivarion / Spaß am Spielen. Wenn das beides stimmt, dann hilft ein Blasinstrument. LG und viel Erfolg Saxax
Habe mal eine medizinisch vorbelastete Kollegin gebeten zu recherchieren, ob und welche Studien es zum Thema Asthma und Blasinstrumente gibt. Ergebnis: eigentlich nichts Konkretes. Es fehlt die große Studie, die eindeutig bestätigen würde, dass das Spielen eines Blasinstruments die Asthma‑Lungenfunktion messbar verbessern würde. Aaaaaber: Was man definitiv weiß: Das Spielen eines Blasinstruments trainiert Atemmuskulatur und verbessert Atemkontrolle. Spieler berichteten signifikant weniger von bronchiale Symptomen und empfinden eine deutlich positivere Selbstwahrnehmung ihres Gesundheitszustands als Nichtspieler. Eine weitere Studie hatte das Lungenvolumen von Bläsern und Sängern mit dem von Streichern verglichen. Wenig überraschend: Bläser und Sänger sind fitter – zumindest in Sachen Luft. Das bestätigt die Empfehlung von Saxax: Spaß muss das Spielen machen, und der Arzt sollte involviert sein.
Was bei Asthmatiker oft der Fall ist(mich selbst inbegriffen): die Brustatmung. Und das das Kind ein Altsaxophon nicht als Gewicht empfindet, sondern als zusätzlichen Druck auf die Brust, deutet möglicherweise auf diese hin. Wenn man vor dem Spielen in der Brust bereits angespannt ist, verursacht auch eine lockere Stütze eine Überspannung - kann ein Lied davon singen. Es ist ein medizinischer Fall, ohne wenn und aber. Aber ich vermute schwer: wenn man beim Spielen als Asthmatiker mit der Brust atmet, tut man sich kein großes Gefallen, auch spielerisch: eine ständig überspannte Stütze ist keine gute Sache an sich. Wenn man aber mit dem Bauch atmet, bewusst, von Longtöneübungen angefangen - könnte sein, man würde bald bei einem Anfall zum Sax greifen statt zum Spray. Aber selbstverständlich ersetzt es nicht eine Ärztliche Untersuchung und Behandlung. L.G. Alex.
Vielleicht kann man auch andersherum argumentieren: es ist auch nicht eindeutig belegt, dass Spielen eines Blasinstruments mit Asthma die Krankheit verschlimmert. Und vermutlich kommt es auf die Dosis an, also wie viel und auf welchem Level man spielt. Es kommt also auf den Blickwinkel an, ist das Glas halb voll oder halb leer. Grundsätzlich werden/wurden mir bei Asthma gewisse Atemübungen empfohlen, nicht als Therapie, aber als Alltagshilfen. Für mich als Laie klingen die ähnlich dessen, was ich auf dem Saxophon oder der Trompete mache (da ich beides etwas spiele brauche ich keine weiteren Übungen). Ein Fachmann kann sicherlich beurteilen, ob Saxophon spielen im konkreten Fall ähnlich wirkt. Therapien gibt's vom (Fach-)Arzt.
Ich hab von meiner verstorbenen Frau noch so ein einstellbares kleines Atemtrainingsgerät, das mich stark an den Blaswiderstand der Trompete erinnert. Außerdem habe ich gelernt, dass im 19ten Jahrhundert in den slumartigen Arbeiterquartieren Glasgows, in denen die damals sogenannte Schwindsucht grassierte, Kinder zum Lernen des Dudelsacks angehalten wurden, der einen erheblich Blasdruck erfordert.
Ich hatte mehrere Schüler quer durch alle Altersgruppen mit unterschiedlich stark ausgeprägtem Asthma und wirklich alle haben positive Auswirkungen des Saxophonierens rückgemeldet. Nicht umsonst wurde Elise Hall seinerzeit das Saxophonspiel als Therapie ihres Asthmas empfohlen, was ja zu vielen (klassischen) Highlightkompositionen wie Debussys Rhapsodie oder der Legende von Florent Schmitt geführt hat.