Buffet Crampon Senzo

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von Gerrit, 22.Dezember.2017.

  1. Gerrit

    Gerrit Guest

    Heute blies ich in Hamburg das Buffet Crampon Senzo Alto, Kupfer Klarlack an. Zum Vergleich hatte ich mein frisch überholtes Buffet Crampon S1 aus dem Jahre 1980 dabei, dies allerdings aus Kupfer.

    Das Senzo verfügt wie bereits früher das Julius Keilwerth CX über ein weiteres Bogenteil. Die Bohrung ist unverändert: die S-Bögen des Senzo und des S-1 sind austauschbar. Der Bogen des Senzo ist mit einer Resonanzkammer ausgestattet. Auf das S-1 aufgesetzt verändert er die Ansprache: die Tiefe Lage spricht wesentlich leichter an und klingt voller. Grundsätzlich klingt das Senzo merklich runder. Besser ist das nicht, nur anders. Dies liegt sicher an der Kombination aus S-Bogen und weiterer Mensur.

    Leider verbaute Buffet Crampon nicht die Mechanik für den kleinen Finger rechter Hand, wie sie am S1 vorliegt. Die Fingerauflagen des Senzo sind schräg aufgesetzt, dadurch muss man weniger um den Korpus herum greifen. Beide Instrumente liegen jedoch hervorragend in der Hand, sind sehr sehr schnell zu spielen.

    Beide Instrumente klingen ähnlich, die Unterschiede liegen mehr in der Tonfülleund Farbigkeit. Da heute Kupfer gegen Messingantrat und veränderte Mensur und S-Bogen-Konzeption, gehe ich auf die klanglichen Unterschiede hier nicht weiter ein...

    Für das Ergebnis des Vergleiches: beide Hörner stehen vollkommen um Augenhöhe! Sicher wirkt das Senzo noch etwas ausgeglichener und runder, feiner, aber ich sehe keines obenauf: sie sind etwas verschiedenen, jeweils „etwas anders“, jedoch nicht besser oder schlechter.

    Das Senzo halte ich persönlich für eines der besten Hörner, die man gegenwärtig erwerben kann. Die dynamischen Möglichkeiten sind enorm, die klanglichen Potentiale ebenso. Man kann alles mit ihm spielen. Es ist kein Klassik-Horn (das gibt es meiner Ansicht nach ohnehin nicht). Schaut es Euch mal bei Gelegenheit in Ruhe an...
     
    Paco_de_Lucia, ReneSax, xcielo und 2 anderen gefällt das.
  2. Gerrit

    Gerrit Guest

    ... Tippfehler: mein S1 ist aus Messing!
     
  3. xcielo

    xcielo Gehört zum Inventar

    Interessant, das Senzo wollte ich ausprobieren als mir dann mein fast neuwertiges S1 Prestige über den Weg lief. Ein Vergleich würde mich schon mal reizen.

    Gruß,
    Otfried
     
  4. xcielo

    xcielo Gehört zum Inventar

    Fast hätte ich es vergessen. Ich habe einen Senzo S-Bogen, Kupfer versilbert, und er geht auch auf meinen S1-Instrumenten. Ich finde aber, er harmoniert nicht so gut mit den S1 wie die Originalbögen. Aber schon interessant, wie sich der Klang verändert, übrigens auch, wenn ich den Messing S1 Bogen auf das Prestige mache.
     
  5. Gerrit

    Gerrit Guest

    Also für mich war der Vergleich etwas schwierig da Messing (S1) gegen Kupfer (Senzo) antrat. Mein Eindruck: die klanglichen Eigenschaften liegen grundsätzlich sehr sehr nahe beieinander. Das Senzo klingt runder und noch ausgeglichener und spricht in den tieferen Lagen leichter an. Für S1- oder Prestigebesitzer besteht aus meiner Sicht kein Grund über eine Anschaffung des Senzo nachzudenken. Die S1 und Prestige stellen meiner Absicht nach mit die Spitze des Saxophonbaus dar. Leute, die ein Horn dieser Richtung suchen suchen und z.B. bei Selmer nicht fündig werden (was klar ist, den Buffet klingt anders), sollten sich das Senzo ganz genau anschauen.
     
  6. Gerrit

    Gerrit Guest

    Der S-Bogen verändert sehr viel. Ich erstand gerade heute einen unlackierten C1-Bogen für mein Yamaha 82Z WOF. C1 meint: kleinste Bohrung. Der mit dem Horn ausgelieferte V1 ist am weitesten geöffnet. Der C1 klingt ebenso warm und farbig wie der V1, aber der Ton wird wesentlich stärker fokussiert, erhält gewissermaßen „Kante“.
     
  7. Clownfisch

    Clownfisch Experte

    DasSenzo ist auf jeden Fall auf meiner Anspielenmussliste, möchte mein Selmer Ref 54 Kookaburra wohl dann doch verkaufen, weil es mich im Moment überhaupt nicht begeistert. Aber so wie ich mich kenne, überlege ich es mir doch wieder anders.
     
  8. Gerrit

    Gerrit Guest

    Was missfällt Dir an Deinem Selmer?
     
  9. Clownfisch

    Clownfisch Experte

    Ganz ehrlich, ich kann es schwer an Details festmachen. Vllt so formuliert, langweilt es mich, es inspiriert mich nicht mehr und ich habe einfach keine Lust es zu spielen. Und da ich das schon lange unterschwellig merke, will ich es jetzt wagen. Es ist ein super Sax, aber ich glaube es gibt Besseres für mich persönlich und mein Spiel.
     
    Lemosho2012 und zappalein gefällt das.
  10. Gerrit

    Gerrit Guest

    Wonach suchst Du denn? Oder anders gefragt: was fehlt Dir bei Deinem Selmer ganz konkret, daß es Dich nicht inspiriert, und was muss ein anderes Horn konkret bieten, damit es Dich wieder anregt?

    Ich selbst blies jahrelang ein sehr sehr gutes Keilwerth SX90R, unlackiert und ohne Hoch-Fis, und als ich dessen „überdrüssig“ war, konnte ich genau die Gründe dafür benennen.
     
  11. zappalein

    zappalein Ist fast schon zuhause hier

    ich glaube auch, dass man nicht alles erklären kann. vllt sogar nicht erklären braucht. ich kann dich da gut verstehen. ich habe jahrelang meine altos gewechselt, weil immer etwas nicht -stimmte- selbst mein -supersound- conn ladyface blieb zum schluss im bag. aber seitdem ich mein toneking -exklusive- habe (und bluemike es super einstellte) spiele ich sogar fast kein tenor mehr. es ist manchmal so, dass ich das sax auspacke und schon weiss, bevor ich anfange zu spielen, das es gut wird.
    das kann man einfach nicht erklären.
    übrigens. eine dame, die mein as toneking -special- kaufte (...war ebenfalls bei bluemike in der werkstatt) ging es ähnlich. auch bei ihr hat sich die suche damit erübrigt.
     
    wolle und Lemosho2012 gefällt das.
  12. Clownfisch

    Clownfisch Experte

    Wie gesagt is nicht fassbar. Mir fehlt Farbe und Energie. Liegt vllt. auch an mir, aber ich muss jetzt einfach viel testen und dann werde ich sehen, was ich gut finde. Ich werde auch auf jeden Fall Selmer weiter verfolgen. Auch Reference, die Unterschiede sind ja auch trotz gleicher Baureihe eklatant.
     
  13. Thomas

    Thomas Ist fast schon zuhause hier

    Da guckt einen doch wie bisher auch irgendwie immer noch ein Keilwerth an, oder nicht?
    LG
    Thomas
     
  14. Clownfisch

    Clownfisch Experte

    Das war mein Tenor, was vor zwei durch ein Selmer MK6 ersetzt wurde. Das Kookaburra ist mein Alto.
     
  15. Thomas

    Thomas Ist fast schon zuhause hier

    Ich meine ja Alto:
    Irgendwie sind das ja nicht die Enkel der alten Buffet S1 sondern was Anderes.
    Was ist denn genau wenn man das ganze Materialgedöns mal aussen vor lässt der Unterschied zwischen einem Keilwerth SX ( gibt's nicht mehr, oder?), einem Buffet Prestige von vor sagen wir 15 Jahren, einem Keilwerth cx und einem Buffet senzo? Fänd ich mal interessant
    LG
    Thomas
     
  16. Gerrit

    Gerrit Guest

    Das SX90 und die Nachfolger des S1 oder Prestige unterscheiden sich ganz wesentlich. Man erkennt dies z.B. am Tonlochnetz: beiden betreffenden Buffet-Modellen liegt die Hoch-Fis-Klappe in der Hülse, die den Schaft des S-Bogens aufnimmt. Daher befindet sich in dem Schaft des S-Bogens eine Bohrung, welche die Öffnung des Tonlochrs Hoch-Fis freigibt. Das gesamte Tonlochnetz der Buffet-Modelle ist sozusagen nach oben, in den Bereich Übergang Korpus zu S-Bogen verschoben. Die Bohrung der Aufnahme des S-Bogens des Keilwerth SX90 entspricht den Maßen der Buffet-Modelle: rein theoretisch könnte man also z.B. den S-Bogen eines S1 auf ein SX90R setzen, umgekehrt jedoch nicht, es sei denn man verzichtete auf die Funktion der Hoch-Fis-Klappe. Auch müsste man ggf. beachten wie sich solch ein Wechsel auf die Intonation auswirkt.

    Weiterhin: der Schallbechers des SX90R öffnet sich erkennbar weiter als der des Buffet Crampon.

    Die Mensur des Bogens (Knies) ist beim SX90R wesentlich weiter als bei den Buffet-Modellen vor dem Senzo. Das Senzo verfügt ebenfalls über eine weitere Mensur, wie übrigens bereits das Keilwerth CX, augenscheinlich erreicht sie aber nicht das Ausmaß der Mensur eines SX90R: hier müsste man allerdings genauer nachmessen.

    Die S-Bögen des CX90 (Keilwerth), einiger späterer Prestige und des Senzo verfügen im Gegensatz zu den der früheren Buffet-Modelle und des SX90R über eine Resonanzkammer, d.h. eine Ausweitung oberhalb der Steckhülse: diese verhilft dem Ton zu größerem Volumen und erleichtert die Ansprache in der tiefen Lage, wie ich beim Vergleich in Hamburg feststellte.

    Das Volumen und die Leichtigkeit der Ansprache in den unteren Lagen wird durch die weitere Mensur der CX-, SX- und Senzo-Modelle spürbar gesteigert.

    Welche Veränderungen in den Details Buffet oder auch Keilwerth mit dem Senzo oder CX vornahm, ist mir augenscheinlich nicht ersichtlich. Auf die Unterschiede in der Anlage der Mechanik (Tief-C-Eb-Aplikatur und Schrägstellung der Fingerauflagen) ging ich bereits früher ein. Die Ansteuerung der Hoch-Fis-Klappe erfolgt bei Senzo und CX90 direkter als bei den früheren Buffet-Modellen, auch das Design des Front-F-Hebers und des Daumenhakens ist bei den CX90 und dem Senzo (sowie natürlich beim SX90R) im Vergleich zu den früheren Buffet-Modellen verändert.

    Das Senzo und das Keilwerth CX90 weisen - ich möchte mal vorsichtig sagen - auffällige Gemeinsamkeiten auf ;-)

    Alle genannten Buffet-Modelle unterscheiden sich abgesehen von mechanischen Lösungen, Material, Akustikdesign aber grundlegend in den Klangeigenschaften vom SX90 und SX90R:

    Vereinfacht gesagt: das SX90 setzt auf maximales Volumen, Brilliance, sämtliche Buffet-Modelle auf Colorit, Fokus, Intonation und extreme dynamische Flexibilität und Stabilität, sowie Homogenität der Skala.

    Das sind zwei verschiedene Schuhe, die gleichberechtigt auf zwei verschiedenen Wegen laufen.

    CX90 und Senzo fügen der Klangsignatur des S1 und des Prestige im Wesentlichen lediglich mehr Vomumen hinzu, vielleicht auch etwas mehr Brilliance.
     
    Thomas gefällt das.
  17. Thomas

    Thomas Ist fast schon zuhause hier

    Danke Gerrit :)
     
  18. Gerrit

    Gerrit Guest

    Dann ist es sicher lohnenswert, das Senzo mal ganz genau und in Ruhe anzuschauen: die Energie, die Du rein bläst gibt es auch wieder ab! Der Klang ist auf jeden Fall sehr facettenreich, farbig, fokussiert... könnte passen!
     
  19. Saxfreundin

    Saxfreundin Ist fast schon zuhause hier

    So wie bei meinem Prestige auch:

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    So in etwa würde Bluemike meins auch beschreiben,
    der es - tät er mehr Alto spielen - wohl nicht
    "von der Bettkante schubsen" würde ;)
     
  20. Gerrit

    Gerrit Guest

    Aus welchem Jahr stammt Dein Prestige?
     
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