Effizient üben

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von Saxoryx, 22.November.2025.

  1. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Genau. Das ist der richtige Ansatz. Weshalb ich das jetzt auch gemacht habe.

    Was ist der effizienteste Weg zu üben?

    Effizienz bedeutet, das bestmögliche Ergebnis mit dem geringstmöglichen Aufwand zu erreichen. So viel wie möglich in der kürzestmöglichen Zeit mit so wenig Anstrengung wie nötig zu schaffen. Meine Aufgabe in meinem Alter und meinem Gesundheitszustand ist es jetzt, für mich den effizientesten Weg zu finden, meine Instrumente Saxophon und Klavier so zu üben, dass ich mich nicht überanstrenge, keine Rückenschmerzen bekomme und doch ein Ergebnis zeitigen kann, das mich befriedigt.

    Das erste ist: Ich brauche ein Ziel.

    Deshalb habe ich mir vorgenommen, das Ergebnis soll sein, dass ich dieses Solo von Johnny Hodges spielen kann:







    Jede Übungssession werde ich damit beginnen, dass ich dieses Video ablaufen lasse und die Akkordtöne als Long Tones spiele. Long Tones sind furchtbar langweilig, aber sehr, sehr wichtig, und oft wird es so gemacht, dass man auf dem Cis anfängt und von dort ausgehend alle Töne chromatisch bis zum tiefen B als Long Tones spielt, dann wieder zum Cis zurückgeht und von dort alle Töne chromatisch bis zum hohen F oder Fis als Long Tones spielt. Oder eben chromatisch in irgendeiner anderen Reihenfolge.

    Das ist zwar effektiv, aber nicht unbedingt effizient. Was für Profimusiker vermutlich auch nicht relevant ist, denn Saxophonspielen ist ihr Beruf, und sie machen das den ganzen Tag. Im Gegensatz zu mir, die ich nach kurzer Zeit aufhören muss, um meinen Rücken und meine arthritischen Finger zu schonen, spielen sie wahrscheinlich stundenlang jeden Tag, um besser zu werden, um als Profis richtig gut zu sein. Also ein völlig anderes Ziel als meins.

    Mein Ansatz ist jetzt, den für mich besten Weg der Effizienz zu finden, um das auf dem Saxophon spielen zu können, was ich spielen will. Und auch auf dem Klavier, bevor ich tot vom Hocker falle. Ich muss meine Zeit also zwischen diesen beiden Instrumenten aufteilen. Im Moment hat das Saxophon erste Priorität wegen des Weihnachtsvideos, danach sollte es so 50:50 sein vom Üben her. 50% Klavier, 50% Saxophon.

    Fürs Klavier ist es vor allen Dingen das freie Spielen nach Akkorden, das ich üben will, um von den Noten wegzukommen. Nach Noten habe ich immer gespielt, jetzt möchte ich mal freier spielen können.

    Im Grunde genommen ist das auch mein Ziel auf dem Saxophon. Aber die beiden Instrumente sind so verschieden, dass die Herangehensweise doch eine etwas andere sein muss.

    Effizienz ist aber das oberste Gebot. Was kann/muss ich in meinem Zustand machen, um auf beiden Instrumenten das Gefühl zu haben, ich kann sie so spielen, wie ich es möchte? Nicht wie Charlie Parker oder Michael Brecker oder Martha Argerich, sondern wie ich es möchte.

    Mit dem Saxophon bin ich da schon etwas weiter als mit dem Klavier, aber ich möchte einmal in meinem Leben Klavierspielen können, und deshalb kann ich mich nicht nur ums Saxophon kümmern.

    Aber ich denke, mit effizienten Methoden muss das möglich sein. Wenig Zeit, wenig Aufwand, viel Ergebnis. So habe ich auch beruflich immer gearbeitet und war deshalb oft früher mit einer Aufgabe fertig als viele meiner Kollegen, habe mehr geschafft in weniger Zeit. Wenn das im Beruf geht, warum nicht auch beim Saxophon und Klavier? Das muss möglich sein.

    Ich glaube, gerade, was das Üben anbetrifft, schleicht sich immer mehr eine Art Denkfaulheit ein. "So haben wir es immer gemacht. So muss man es machen. Anders geht es nicht." Ohne darüber nachzudenken, dass verschiedene Leute verschiedene Ziele und auch verschiedene Möglichkeiten haben.

    Junge Menschen wollen schnell vorankommen, haben heutzutage weder Geduld noch Aufmerksamkeitsspanne. Also muss man das Üben darauf abstimmen.

    Aber ältere Menschen brauchen eine andere Methode. Und auch nicht alle dieselbe, sondern jeder Einzelne eine individuelle Herangehensweise. Denn der eine hat das Reißen, der andere sitzt vielleicht im Rollstuhl, der oder die dritte wird ständig wieder von einem Virus überfallen, den sie nicht loswerden kann, und kann deshalb nicht kontinuierlich üben.

    Meines Erachtens kann man aber alles erreichen, was man will (und was realistisch ist), auch unter eingeschränkten Bedingungen. Man muss eben nur ein bisschen kreativ sein.

    Im Moment geht es mir gut, und ich kann mich mit solchen Sachen beschäftigen. Deshalb möchte ich das jetzt angehen. Wenn es mir wieder schlechter geht, werde ich Pause machen müssen, und danach muss ich wieder aufholen. Aber das habe ich jetzt schon x-mal machen müssen, das bin ich mittlerweile schon gewöhnt.

    Unter solchen Bedingungen ist es einfach nur wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, wie man trotzdem etwas erreichen kann. Auch wenn so viele meinen, das geht nicht. Ich bin davon überzeugt, das geht. Schließlich will ich nicht Charlie Parker Konkurrenz machen. :cool:
     
    Zuletzt bearbeitet: 22.November.2025
  2. Woliko

    Woliko Strebt nach Höherem

    Altersmäßig in einer ähnlichen Situation (die Zeit rennt) wie Du ist mir bewusst geworden, dass schon der erste Schritt wesentlich ist: Überhaupt zu üben. Oft fehlt der innere Impuls, zwecks Üben zum Instrument zu greifen und dann wirklich eine effiziente Überoutine zu starten, die ja zuhauf an den verschiedensten Stellen (Du arbeitest wohl mit Katrin Scherer zusammen) beschrieben sind. Lieber spiele ich bereits halbwegs gekonnte Stücke (die Belohnung, die eigentlich am Ende stehen sollte) und wenn das „schlechte Gewissen“ mich überkommen sollte, fällt mir ein, was ich vor dem Griff zum Instrument noch anderes tun müsste/sollte und ich beginne garnicht erst mit den Selbstdisziplin erfordernden Übungen. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach; daran muss ich zuerst arbeiten :).
     
  3. Livia

    Livia Ist fast schon zuhause hier

    Es ist schön, dass du dir so viele Gedanken über die richtigen Übemethoden machst, das kann einen auf jeden Fall voranbringen.
    Jedoch bist du einem großen Irrtum aufgesessen, der in deinen Beiträgen immer wieder anklingt:
    Profimusiker wissen ganz genau, wie man effizient übt. Denn sie sind im Beruf oft darauf angewiesen und haben keine Zeit zu verschenken. Und Musiker, denen das Unterrichten am Herzen liegt, machen sich auch Gedanken darüber, auf welche Weise sie ihren Schülern welche Übemethoden vermitteln, damit ihr Üben erfolgreich ist. Denn ineffizientes Üben führt oft auch zu falschem Üben, dessen Folge das Verfestigen von Fehlern sein kann.

    Und nun möchte ich dir ein paar ehrliche Worte schreiben. Wenn das nicht auf dich zutrifft, brauchst du dir darüber keine Gedanken zu machen ("Take it, or leave it.").
    Du möchtest Dinge lernen, mit denen du dich in mehreren Jahrzehnten des Musizierens nur spärlich beschäftigt hast: Auswendig spielen und freies Spielen / improvisieren. Und das in einer Phase deines Lebens, in der du durch Krankheit wenig Üben kannst. Wieso möchtest du das? Aus allen deinen Beiträgen höre ich Widerspruchlichkeiten: "Ich möchte ... können." "Aber ich bin so oft krank und kann wenig üben." "Aber ich möchte das schaffen." "Doch habe ich so viel Mühe damit."
    Mein Tipp: Lass das und spiele das, was dir Freude macht und weniger Mühe bereitet. Arbeite an deiner Fingerfertigkeit, spiele Stücke nach Noten. Und wenn du gerade Lust hast, improvisiere. Aber ganz frei, ohne Anleitung.
    Viel Erfolg!
     
  4. altblase

    altblase Strebt nach Höherem

    Ich blicke bei Dir nicht mehr so richtig durch, @Saxoryx!
    Auf der einen Seite liest es sich in Deinen Beiträgen seit Jahren so, dass das Saxophonspielen für Dich sehr harte Arbeit, wenn nicht sogar Qual ist, angefangen beim Thema Ansatz bis zur technischen Geläufigkeit und jetzt nimmst Du Dir das o.g. Stück vor, das sehr schwer ist, wenn man es überzeugend spielen will.

    Was ist denn eigentlich nun wirklich?:cool:
     
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  5. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Ja!. Das ist es! "Üben ist für jeden anders" und "Jede Musik(hoch)schule oder Jazzschule sollte erst einmal einen Kurs anbieten, für ein ganzes Jahr, wie man übt."

     
  6. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Dieses Thema - genau, wie die vielen anderen, die Schwallweise kommen - ist ein Murmeltier.

    Wer im Jahrestakt die immer gleichen Fragen -wortreich formuliert und mit irgendwelchen nur halb gesehenen oder nicht verstandenen Videos garniert- den Raum wirft, will vielleicht gar nicht informiert sondern unterhalten werden.

    Oder es ist noch schlimmer:
    Die Fragende hofft naiv auf das eine Goldnugget, mit dem sie die ganzen Jahre konsequenter Arbeit derer abkürzen kann, die sich mit viel Mühe und Ausdauer aus Eigeninteresse Wissen und Können draufgeschafft haben.


    Dabei ist die Antwort ganz einfach:
    Üben. Täglich.
    Erst nur wenig, dann langsam und stetig etwas mehr.
    Etwas, das man nicht kann. Etwas, das man schon kann. Etwas, was man schon gut kann.

    Wenn man keine Töne halten kann, fängt man da an und nicht bei Charlie Parker.
    Wenn man nicht mal die 36 wichtigsten Tonleitern und ihre Brechungen auswendig kann, übt man die und kein Johnny Hodges Solo.
    Wenn man nicht im Jazzidiom (welchem genau?) improvisieren kann, diskutiert man nicht darüber, ob ein anderes Instrument irgendwie besser geeignet wäre.

    Das, was @Livia geschrieben hat, kann ich nur unterstreichen.
     
  7. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    Liebe @Saxoryx, Du wünscht Dir Anleitung zum individuellen, auf Dich und Deine Situation angepassten Üben mit eigenen Zielen und einem effektiven und effizienten Weg dahin. Das ist super. Du wirst das aber weder in Videos, noch hier im Forum oder bei Internetlehrern finden.

    Genau für das, was Du suchst, sind Instrumentallehrer da. Zu denen Du physisch hingehst, oder die zu Dir nach Hause kommen. Mit denen kannst Du das alles effizient und effektiv besprechen und angehen. Da gibt es sehr gute, ich habe in meinem Leben ein paar gehabt. Viel effizienter und individueller als Internet. Hast Du eine/n solche/n Lehrer/in?

    Wenn nicht, wäre genau das mein einziger und bester Tipp für Dich.
     
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  8. Woliko

    Woliko Strebt nach Höherem

    Das hat wohl seine Grenzen:
     
  9. JES

    JES Gehört zum Inventar

    @Saxoryx

    Wenn ich all deine Reaktionen auf diverse Tips lese, die dir hier in dem Forum gegeben wurden, dann sehe ich da ein Problem: du weißt alles besser als andere bzw alles ist für dich aus irgend welchen Gründen nicht anwendbar.
    So wird das nichts. Man kann ein bereits volles Glas nicht füllen.

    Wenn du nicht regelmäßig übst ist, jede Methode ineffizient.
    Wenn du nicht so viel übst, dass gewisse Mechanismen so gefestigt sind, dass sie automatisch ablaufen, bist du nicht effizient.
    Wenn du dich nicht täglich bewertest, und das geht nur beim Üben, und dein Programm an deine Schwächen anpasst, bist du nicht effizient.
    Wenn du dir zu hohe Ziele setzt, die du kurzfristig nicht erreichen kannst, bist du frustriert. Aus Frustration entwickelt sich Demotivation. Du bist ineffizient. Der Spaß fehlt.
    Jetzt vergleiche ich das mit dem was du über dich schreibst.... Denk mal drüber nach, da läuft was elementar falsch.

    Meine Quellen sind
    Die uralte Saxophonschule von buhmke. Stink langweilig, weil quasi nur Technik. Das Antibuch zu heute, aber für mich effizient.
    Als Motivator die Technik anzuwenden dann Notenbücher mit playalong zum mitspielen. Ich mag "swinging baroque" oder ähnliche sachen, latin, oder eben YT-Sachen, etwas einfacher als dein "Ziel". Davon drucke ich mir, per screenshot zusammengestückelt, die Noten aus, speichere eine mp3, die ich im Tempo beim abspielen variieren kann.

    Schritt 1 erst mal langsam abspielen, zuhören, in den Noten mitlesen und markieren, was ich nicht kann, was abweicht,...
    Schritt 2 mal langsam mitspielen. Da kommen meistens noch ein paar Stellen dazu, die wackeln.
    Schritt 3, entweder konkret die Stellen ohne Begleitung durcharbeiten, oder, wenn das grundsätzliche Sachen sind (sagen wir mal triolen mit entsprechender Betonung) kommt die buhmkeschule zum Einsatz.
    Schritt 4, alles zusammensetzen, langsam (das ist mir wichtig, weil schnell durchschlampen ist einfach. Beim langsamen spielen höre ich die Fehler) das Stück mit Begleitung durchspielen, ggf aufnehmen und mit dem Original vergleichen. Da kommen meist noch Punkte zum nachfeilen.
    Schritt 5, Tempo steigern. Wenn ein Tempo nicht klappt, Schritt zurück und langsamer üben.
    Schritt 6 ist dann die Stunde mit meinem Lehrer, der noch mal drüberhört und Tipps gibt, was er ev besser, anders etc machen würde bzw wo er noch Unsauberkeiten hört.

    Aber, es geht nicht, ohne zu üben, dabei konzentriert zu sein (nicht einfach kopflos runterspielen), und schrittweise die Schwächen anzugehen. Langsam. All das kostet Zeit. Wenn du die, warum auch immer, nicht aufbringst, lass es. Setz dir einfachere Ziele oder spiel zu Spaß das, was du beherrschst (auch dadurch wird man besser :))

    Für dein Stück, welches ich sehr mag, würde ich mir erst einmal eine leichtere Version suchen, in der gleichen tonart. Das musst du ggf transponieren und das pa anpassen. Erst, wenn das sitzt, würde ich mir einige Figuren von hodges in meine einfache version reinschreiben... Bis ich irgendwann... Du verstehst. Nicht alles auf einmal.
     
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  10. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    So, heute habe ich zweimal ca. 15 Minuten geübt, und gleich um zwei Uhr ist Bandprobe. Die dauert eine Stunde, aber ich spiele natürlich nicht die ganze Stunde durch. Vielleicht eine halbe Stunde oder 40 Minuten. Wir besprechen ja auch noch Sachen zwischendurch.

    Das ist für mich heute ein sehr effizienter Tag, und ich hoffe, ich kann so weitermachen, und der Virus macht mir nicht wieder einen Strich durch die Rechnung. Aber das vergesse ich jetzt einfach mal. Heute geht es mir gut, und das ist das Einzige, was zählt.
     
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  11. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ja. Die sind alle im Kopf.

    Nach meiner Hand-OP hat es sechs Wochen gedauert, bis ich wieder spielen durfte.
    Da habe ich dann mit 10 Minuten täglich angefangen. Im Sitzen.

    Während der sechs Wochen habe ich keine YT-Videos weggebinged sondern mit der anderen Hand am Klavier gearbeitet und Mundstückübungen gemacht.

    Ich lese -seit Jahren- von @Saxoryx zu 99% immer wieder nur Gejammer, was nicht geht und wer oder was „Schuld“ daran ist.
    Das allermeiste ignoriere ich inzwischen, heute morgen konnte ich mich der Flut nicht effektiv entziehen.
     
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  12. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    manchmal ist es nicht das Üben , manchmal ist es man selbst und die Sicht auf das Erreichte die jemanden unzufrieden macht.

    weniger Kopf mehr Töne ... egal welche
     
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  13. Woliko

    Woliko Strebt nach Höherem


    Ja, die Ich-Botschaft hilft weiter.
     
  14. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Mit 65 Lebensjahren, gesundheitlichen Rückschlägen und Frust der persönlichen Unfähigkeit benötige ich persönlich externe Impulse, um mich zu motivieren und weiterhin musikalisch tätig zu sein.

    Die Hauptmotivation ist bei mir, das Musizieren mit realen Mitmenschen und der zugehörige soziale Kontakt.

    Mein passiver Hauptmotivator ist der 93-jährige Bari-Spiele in meiner Bigband, der neben mir sitzt und klasse spielt. Schon alleine deshalb freue ich mich auf jede Probe.

    Weiterhin habe ich beim Bandleader (erstklassiger Saxofonist) nun nach 35 Jahren wieder Unterricht und die ersten zwei Stunden waren extrem inspirierend. Ich übe aktuell Altsax, wie lange nicht mehr. Dabei weiß ich, dass ich in Kürze wegen einer Weisheitsoperation in einer Zahnklinik 4 bis 12 Wochen ausfallen werde. Es ist egal! Wir werden irgendwie Unterricht machen und bei den BigBand-Proben möchte ich beisitzen. Auch freut sich Pensionista, da ich dann mehr Kontrabass üben werde.

    Mein aktueller Alltag zeigt aber auch, dass ich ständig Prioritäten setzen muss und für alles mehr Zeit benötige. Renovierungsmaßnahmen im Haus und andere Alltagsaufgaben (z.B. Bürokratie) stressen mich deutlich stärker als in den früheren Jahren.

    Ein mentales Problem habe ich auch mit der Informationsüberflutung von schlechten Nachrichten, die mich immer wieder runterziehen.

    Aber mir geht es gut!

    Es gibt keinen Grund ständig zu jammern...
     
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  15. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    "Oh, dass wir so endlos werden mussten!
    Immer noch Entfalten um Entfalten,
    und wir haben unsrer Kälte Krusten
    lange, lange für den Grund gehalten.

    Und ob wir uns aneinander binden
    und in Furcht uns immer fester fassen
    und uns langsam, wie von Brunnenwinde,
    weiter in uns selber gleiten lassen:

    keine kann mit ihren blassen, blinden
    Händen tastend unsre Tiefen finden. "

    R.M.R.

    Ich erlaube mir eine Vermutung: Du lebst viel zu sehr im Erfolgsergebnis der Zukunft, wie mir scheint.
    Spiele doch die Long Tones nicht jedes Mal. Und wenn, dann denk vielleicht dabei nicht an die Nützlichkeit und Wichtigkei, hab doch Spaß daran, einem Großen Musiker zu Seite zu stehen: auf die Akkorde eines großartigen Playbacks Grundtöne sauber zu spielen ist auch Musik.
    Aber ich meine, zumindest im oben aufgeführten Stück, sind das keine Long Tones.

    Ich glaube, Du brauchst einen Lehrer. Und das ist echt lieb gemeint.

    L.G. Alex

    P.S. Habe neulich meinen Lehrer dabei erwischt, Tiefe Töne zu üben. Auf meine Frage, warum er das noch macht, hat er geantwortet: "Sonst wird es ja nicht besser".
    Und er spielt Sax 50 Jahre lang hauptberuflich:)
     
    Zuletzt bearbeitet: 22.November.2025
  16. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Self-edited.
     
  17. Spacecat

    Spacecat Ist fast schon zuhause hier

    @Saxoryx den oben angefügt Text hast du im anderen aktuell von dir gestarteten Thread geschrieben. Wenn du also so ziemlich perfekt Noten lesen und spielen kannst, sollte sogar das Hodge Solo gehen, das ist nicht sehr schnell im Tempo. Und schnellere Sachen eben nur noch Geschwindigkeit üben.

    Konzentrieren dich doch auf Gesang, das ist körperlich für dich wie du schreibst nicht so anstrengend. Wenn du gut singen kannst ist das eine Gabe, die du nutzen solltest.

    Meine vor längerer Zeit gegebene Antwort auf gleiche Fragen zählt immer noch. Hobbys sind keine Qual. Man kann seine Leidenschaft für Instrumente auch ohne selber aktiv zu spielen behalten. Mache das, was deinen Körper gut tut. Du musst weder Klavier, noch Saxophon spielen. Deine Saxophone müssen nicht weg, spiel einfach für dich, wenn es dein Körper zulässt, und freue dich. Oder sei konsequent, und gebe die Instrumente weg, denn das würde dich aus deinen selbsgemachten Zwängen befreien. Nicht jede Leidenschaft kann nur eine bleiben, wenn man diese selber ausführt.
     
  18. altblase

    altblase Strebt nach Höherem

    Das sehe ich genauso!

    Ich erinnere mich an meine Schülerzeit als ich eine Leidenschaft für die Trompete entwickelt habe. Trotz fleißigen Übens habe ich nicht den Stand erreicht, der mir vorgeschwebt hat. Es war gut, dass ich mich getrennt habe und später auf das Saxophon gekommen bin.

    Und ja, ich höre die Trompete heute noch leidenschaftlich gerne, eigentlich etwas lieber als das Saxophon, aber zurück wollte ich nimmer. Für das eine Instrument ist man geeignet, für das andere weniger oder gar nicht. Ist so!

    Und auch das Saxophon ist vom Körpereinsatz nicht ohne. Bin sportlich, kräftig, gesund und nicht mehr als eine Woche krank im Jahr. Merke trotzdem, dass man gut am Ball bleiben muss. Wenn ich eines Tages wahrnehmen sollte, dass mir das Musikmachen mit dem Saxophon nicht mehr so spielerisch gelingen sollte, würde ich mich von meinen Saxophonen verabschieden.:cool:
     
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  19. tango61

    tango61 Ist fast schon zuhause hier

    Hallo @Saxoryx,

    Du hast im Augenblick drei Stränge am laufen, in jedem deiner deiner Post steht für mich unterm Strich „ alles ist eine Last“.
    Du spielst nicht mit Leidenschaft sondern es Schaft dir Leid. Du schreibst in diesem Strang das du deine Finger wegen Arthritis schonen musst, im anderen Strang willst du schnell spielen. Erkenne den Fehler.
    Ich denke wir sind im gleichen Alter, auch meine Zeit rennt, aber ich möchte noch einiges von meiner Löffel-Liste abarbeiten. Aber ich habe nix davon hinter irgendwelchen Idealen hinterher zu üben. Wenn ich eins erreicht habe, steht doch schon das nächste Problem an, vielleicht vibrato/spiel wie Scott Hamilton. Und am Ende weiß ich noch nichtmal wie Michael geklungen hätte. @Saxoryx weil du einen vermeintlichen wichtigen Ziel hinterher läufst, stürmst du an dir selbst vorbei. Das fände ich für mich schade, vor zwei Jahren habe ich das Golfspiel entdeckt, klar will ich mich verbessern, ich will noch mehr Freude haben. Aber im Rahmen meiner Möglichkeiten.
    Und das scheint mir wichtigx
     
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  20. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Für alle, die es interessiert, hier ist die gesamte Master Class von Bob Sheppard, aus dem das oben eingestellte Video nur ein Ausschnitt war.






    Meine Bandprobe ist nun beendet, und somit war das ein sehr erfolgreicher Tag heute. Es geht mir gut, ich kann spielen, ich kann üben. So könnte es immer sein. Ist es aber leider nicht.
     
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