gebrauchtes Saxophon für Anfängerin

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von Steffi68, 6.März.2016.

  1. Steffi68

    Steffi68 Schaut nur mal vorbei

    Meine Tochter (20 Jahre) möchte jetzt nach 11 Jahren Harfe ein zweites Instrument lernen, natürlich Saxophon (sonst wäre ich ja nicht hier). Wir würden aus finanziellen Gründen erstmal ein gebrauchtes Saxophon kaufen wollen, Budget liegt hier so bei bis zu 1000 Euro (wirklich höchstens, mehr ist halt nicht drin). Sie findet alte Saxophone sehr charmant, in den Kleinanzeigen habe ich auch schon einiges gesehen. Sie hat sich noch nicht festgelegt ob Alt oder Tenor.

    Meine Frage nun: ist ein altes Saxophon überhaupt für Anfänger geeignet? Gibt es bestimmte Marken, die ihr empfehlen würdet, die gleichzeitig auch in den Budgetrahmen passen würden? Gibt es im Internet Verkäufer von gebrauchten Saxophonen, mit denen ihr gute Erfahrungen gemacht habt? Unser Problem ist, dass wir halt noch überhaupt keine Ahnung haben...Ebay hat ja auch viel im Angebot, wir können aber natürlich überhaupt nichts davon beurteilen. Optisch und vom Klang her (youtube) gefällt ihr zum Beispiel das King Cleveland, ist bis morgen noch bei ebay zu erhalten, klingt gut in der Beschreibung, aber...keine Ahnung halt...

    Wäre lieb, wenn ihr uns ein paar Tipps geben könntet, ich danke schon mal im Voraus!
     
  2. Mugger

    Mugger Guest

    Moin,

    das ist irrsinnig schwierig über's Internet zu beantworten, und ich widerspreche niemand hier, der anderer Meinung als ich ist :)
    Ein Anfänger hat prinzipiell das beste Instrument verdient, das finanziell leistbar ist, das ist gottseidank eh schon fast überall durchgedrungen.

    Meine Ansicht wird immer wieder bestätigt (in dem Kundenkreis, den ich betreue, d.h. es wird ab "Ensemblefähigkeit" auch mit anderen Instrumenten sortenrein und in Orchestern sowie Bands musiziert), dass ein Yamaha 280 neu, oder irgendwas gut Erhaltenes von Yamaha eine praktikable Lösung ist, wenn noch nicht klar ist, wohin die Reise geht.

    Ich sage das, ohne in irgendeiner Weise mit Yamaha verbandelt zu sein, aber ich hatte erst kürzlich wieder eine Umsteigerin von Jupiter Dirko Juchem auf Yamaha 280. Die Schülerin (Querflöte 2. Übertrittsprüfung, "doubelt" in der Blasmusik mit Sax) tat sich mit dem 280 sofort in vielen Dingen leichter.
    Wie gesagt, es gibt Instrumente die "geiler" sind, die lauter, samtiger was weiß ich tönen, aber ein 280 am Anfang ist für mich eine gute Lösung.

    Mögt Ihr die richtige Entscheidung treffen.

    Cheers, Guenne
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6.März.2016
    kokisax, saxhornet, Dreas und 2 anderen gefällt das.
  3. kleine-hexe

    kleine-hexe Schaut nur mal vorbei

    Dass man für 1000 Euro ein neues und verknünftiges Instrument bekommen kann, findet man als Harfenist vermutlich ziemlich erstaunlich. ;)
    Was für eine Harfe spielt Deine Tochter denn (Keltisch, Einfachpedal, Doppelpedal)?

    Viele Grüße,
    Ina
     
  4. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

  5. Steffi68

    Steffi68 Schaut nur mal vorbei

    Hallo Ina, meine Tochter hat mit einer keltischen Hakenharfe angefangen (mit 9...all ihr Kommunionsgeld gespart und wir haben den Rest dazugegeben ;) und ist dann nach ein paar Jahren auf eine Einfachpedalharfe gewechselt. Diese reicht für ihre Zwecke vollkommen aus, sauteuer sind Harfen sowieso allemal. Jetzt hätte sie gerne ein Instrument dazu, dass man auch mal ohne Auto und fürchterlichem Geschleppe transportieren kann...:) Leider ist bei uns nicht endlos Geld vorhanden....
     
  6. Steffi68

    Steffi68 Schaut nur mal vorbei

    vielen Dank schon mal für eure Meinungen, ich werde mir das mal in Ruhe zu Gemüte führen
     
  7. jazzwoman

    jazzwoman Ist fast schon zuhause hier

    Ich finde es bemerkenswert, dass ihr als Familie euch darum gemeinsam kümmert. Als ich mit 15 oder 16 Jahren meinen Eltern den Sax-Wunsch mitteilte, zeigten sie mir mehr oder weniger "einen Vogel". Heute tut es ihnen Leid (inzwischen verdiene ich mein Geld damit), weil ich einige Jahre später erst damit loslegen könnte, als ich es mir selbst kaufen konnte. Ich sage Ihnen dann immer: es ist nie zu spät. So ein Mark 6 kommt immer gut :D
    Kauft ein gebrauchtes, neuwertiges Yamaha Yas 275 oder 280. Da kann man kaum etwas falsch machen
     
  8. womez

    womez Nicht zu schüchtern zum Reden

    Liebe Steffi,
    Vintage-Saxophone (also "richtig alte", nicht gebrauchte neue) sind nicht grundsätzlich schlechter geeignet für Anfänger als neue Saxophone. Es ist aber ganz schwer, hier allgemeine Hinweise zu geben, weil es sehr auf das konkrete Modell, vor allem auch das Produktionsjahr usw. ankommt. "Underpriced" sind m.E. z.B. die alten Martins, manche Buescher, auch viele Keilwerths, aber sehr vom Modell abhängig.

    Vor allem: es kommt auf den Zustand an. Eine Generalüberholung, die normalerweise nicht seltener als alle 15 Jahre nötig ist, kostet mindestens 650 Euro (jajaja, irgendwo gibt's alles immer auch billiger, aber kein guter seriöser Saxdoc macht das für weniger Geld). Nur die Polster zu tauschen ist auch nur etwa 100 Euro billiger. "Durchgecheckt", "eingestellt" usw.wie es bei ebay gerne heißt, ist keine Generalüberholung. Natürlich braucht man kein generalüberholtes Instrument, bloß sollte man ungefähr wissen, wann die nächste GÜ fällig wird.

    Das Yamaha 280 (bzw. früher das Yamaha 23) ist seit Jahrzehnte das typische Einsteigersaxophon. Kostet neu nicht mehr als 1000 Euro und gibt's gebraucht wie Sand am Meer: Wahrscheinlich kaufen sich 80% der Neueinsteiger das Yamaha 280, und davon verkaufen es dann innerhalb von 1-2 Jahren wieder 50%, weil sie doch nicht Saxofon spielen lernen wollen. Das ist sicher, wie Mugger schreibt, eine gute Wahl für Anfänger.

    blooooooß: Wenn man ein Instrument haben möchte, das man liebt? So ein schönes Vintage-Instrument z.B.?
    Ich persönlich würde kein Saxophon über ebay oder anderswo übers Netz kaufen, das man nicht zurückschicken kann. Dafür gibt's bei Vintage und Gebrauchten zu viel Schrott, den man auf den Fotos nicht erkennt (ich jedenfalls nicht, und ein bisschen länger spiele ich schon, und ein paar Instrumente hab ich mitterweile auch, und überwiegend vintage)
    Wenn man niemanden hat, der einen berät und unterstützt (z. B. der Saxlehrer), würde ich bei eingem guten Fachhändler kaufen (nicht beim lokalen Musikhaus vor Ort, die kennen sich normalerweilse mit alten Saxofonen überhaupt nicht aus).
    Ein seriöser Saxofonladen ist z.B. Mike Duchstein (saxophon-service.de), der auch viele gebrauchte und vintage instrumente hat, einen gut berät (auch telefonisch), die Instrumente verschickt und auch wieder zurücknimmt. Viele günstige vintage instrumente hat auch bluespeter1.de (hier hab ich keine persönliche Erfahrung).

    Allerdings wäre mein ganz persönlicher Rat: Erst mal ein halbes oder ein Jahr ein Instrument leihen, währenddessen Geld ansparen. Ab 1500 oder 1700 Euro bekommt man schon ganz hervorragende Vintage-(Alt- - Tenor ist teurer)Saxophone in guten Zustand, die wirklich höchstens Standards genügen. Meine Favoriten unter den eher günstigen Vintages: Buescher Aristocrat Big B, Conn Lady Face/Naked Lady (vor 1955), Martin "The Martin", King Zephyr (Special) - das ist sind alles absolut hochklassive Instrumente, die vergleichsweise wenig kosten (und das liegt eher an Angebot und Nachfrage, nicht daran, dass die schlechter sind als teure Vintage Saxe - die sind halt nur seltener).
    In der gleichen Preislage bekommt man auch gute gebrauchte Saxophone, z.B. (Mittelklasse-)Yamahas, Yanagisawas, Mauriats, Cannonballs, System 54.... Die sind dann nicht nur für die ersten Jahre, sondern können Saxophone fürs Leben sein. Und bei denen lohnt es sich dann auch, nach Geld für die Generalüberholung auszugeben, wenn es mal nötig wird.
    Soweit meine subjektive Einschätzung
    gruss womez
     
  9. SomethingFrantic

    SomethingFrantic Ist fast schon zuhause hier

    Jetzt würde mich mal interessieren, wie du hier gerade auf 1955 kommst?

    Den Vorschlag mit Mieten halte ich für gut, dann hat man nicht zu viel Geld in den Sand gesetzt, wenn man nicht dabei bleibt (eine Harfe ist eben schon was anderes als Saxophon) und dann kann man sich nach einer gewissen Zeit selbst ein schönes Vintagesax aussuchen, wenns denn dann noch eins sein soll.
     
  10. womez

    womez Nicht zu schüchtern zum Reden

    Ich finde halt, zum lady face gehört de micro tuner... wie auch immer, wahrscheinlich sind die späteren auch nicht schlechter, lange gab's sie dann ja eh nicht mehr. manche leute behaupten ja, ab mitte der 50er wäre die qualität inkosistenter geworden. was icht nicht wirklich beurteilen kann. alle 6M auf denen ich gespielt hab, waren vor 1955. deshalb kann ich aus eigener erfahrung nur instrumente
    (ich spiel übrigens manchmal ein conn shooting star von 55. meine freundin hat darauf saxofon gelernt - das geht auch, wenn man will! und ist eine lösung eher um die 500 Euro. Und ein echtes amerikanisches vintage horn ist es auch).
     
  11. SomethingFrantic

    SomethingFrantic Ist fast schon zuhause hier

    Ich hätte das jetzt eher an den Rolled Tone Holes festgemacht, die sie 1947 abgeschafft haben fest gemacht.
    Ich hab allerdings nur 6Ms aus den 60ern und den 40ern angespielt...
     
  12. Steffi68

    Steffi68 Schaut nur mal vorbei

    Ich habe gerade mal bei saxophon-service geguckt, was ist wohl vom Angebot Nr. 52 bei den Tenorsaxophonen zu halten?

    52 Conn 16 M 3.901.091 Goldlack / vernickelte Mechanik , guter Zustand , Koffer + Mundstück 690 €

    Bei bluespeter1 werd ich auch nochmal gucken, danke für die Tipps
     
  13. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Moin!

    52 ist nicht das Baujahr, sondern das Sax nummer 52 auf dieser Liste.

    "...
    From 1988 on, the first 2 digits in the serial number indicate the year: 1988 (3811713) - 1991 (4100000)
    ..."
    Quelle: http://www.saxophone.org/forum/thread/id/2900/name/Conn+Saxophone+Models+Timeline
    Wäre also 1989.

    Bin aber kein Experte für Vintage. Im Zweifelsfalle muss man es anspielen oder anspielen lassen von jemanden, den man vertrauen kann.

    Grüße
    Roland
     
  14. Steffi68

    Steffi68 Schaut nur mal vorbei

    ja, Angebot Nr. 52, hatte ich ja geschrieben ;)

    Das Baujahr ist uns egal, mit sowas beschäftigt man sicher vermutlich, wenn man irgendwann Experte ist. Mir ging es darum, ob jemand eine Meinung zu diesem Saxophon hat, wäre es was für Anfänger? Ist der Preis ok?
     
  15. saxhornet

    saxhornet Experte

    Ich würde davon abraten, wenn man selber keine Ahnung von Saxophonen hat und selber auch kein Sax beurteilen kann Vintage zu kaufen.
    Sucht erstmal einen Lehrer und mietet dann ein Horn und dann nach 6-12 Monaten zusammen mit dem Lehrer was suchen. Informiert Euch aber erst über die Qualität und Kompetenz des Lehrers.

    LG Saxhornet
     
    Brille und bluefrog gefällt das.
  16. kokisax

    kokisax Ist fast schon zuhause hier

    Bei vintage Hörnern wird man sich als Anfänger höchst wahrscheinlich schwerer tun als mit moderneren Instrumenten.
    Es geht dabei um Ergonomie des Greifens, aber vor allem auch um Intonation.
    Teilweise sind diese Hörner in Orchestern aufgrund ihrer Stimmung schwer einzusetzten.
    Alle haben so ihre Eigenheiten auf die sich ein versierter Spieler eher einstellen kann als ein Anfänger.
    Mit einem einfachen Yamaha am Anfang erspart man sich viele dieser Probleme.

    Meine subjektive Meinung
    kokisax
     
    bluefrog gefällt das.
  17. womez

    womez Nicht zu schüchtern zum Reden

    [
    Auf dem Sax hab ich nocht gespielt (ist quasi der Nachfolger des Nachfolgers vom dem Sax [Shooting Star] meiner Freundin, von dem ich oben geschrieben hab, dazwischen liegen allerdings verschiene Firmenübernahmen, die Auslagerung der Produktion etc.). Die allgemeine Meinung im der Sax-Community im Netz über das Modell aus diesem Zeitraum ist eher negativ. Wobei man das nicht unbedingt glauben muss; da spielt häufig auf viel Snobismus eine Rolle.

    Wenn ich 1000 Euro hätte und bei Duchstein ein (was auch immer: neues, altes oder Vintage-) Alt oder Tenor kaufen wollte, würde ich ziemlich sicher das nehmen:

    Alt Nr. 30: Keilwert EX 90 II

    Das ist ein gutes Mittelklasse-Instrument, definitiv oberhalb der Absoluter-einsteiger-Liga. Das ist ein gebrauchtes Neues - hat also keine etwaigen Vintage-Macken (wobei ich die ja nicht so schlimm finde), sondern gute Intonation & Mechanik.
    Der Preis von knapp 900 ist definitiv in Ordnung für das Instrument. Hat damals neu über 2000 € gekostet, heute wären vergleichbare brandneue Instrumente in der Preisregion 2500-2800 Euro angesiedelt (z.B. das Nachfolgemodell von Keilwerth).
    Die Keilwerths sind meinem Eindruck in Deutschland gebraucht vergleichsweise günstig - logo, ist eine deutsche Firme und findet man hier häufiger als in Amerika oder England.
    Insgesamt gehört Keilwerth gestern wie heute zu den "Big 4" der Saxonphonbranche - dem Ansehen, nicht dem Umsatz nach. Aber sie sind wiederum nicht so gehypt, dass man mehr für den Namen zahlt als fürs Instrument.
    Hier ein zeitgenössiger Testbericht (ungefähr von 1999 dürfte nach der Seriennummer auch das angebotene Instrument sein): http://www.sander-saxophon.de/test-keilwerth-ex.htm
    Von Sound her finde ich Keilwerth eh super - eher etwas fetter als schlanker, kommt gut was 'raus.

    Allgemeiner Coolness-Faktor (jaja, ich weiß, darum geht's nicht. Aber irgendwie doch man will die Kanne doch auch lieben, wenn man sie schon im Arm hält): Es ist halt nicht das Standard Einsteiger-Yamaha oder -Expression, es hat einen eigenen Charakter & Sound und ist halt auch kein Fenost-Massenprodukt (ich weiß ich weiß, die sind auch gut. Aber halt vom Coolness-Faktor---?)

    (Im Übrigen: das ist ein JULIUS Keilwerth - mittlerweile ist die Firma auch schon zwei mal wieder übernommen, dabei und t.w. auch schon früher haben sich Geschwister, Onkels und Tanten abgespalten, wenn ich das richtig sehe... Die Geschichte der Firma ist recht wirr)
     
  18. Steffi68

    Steffi68 Schaut nur mal vorbei

    Ganz herzlichen Dank für eure vielen, hilfreichen Kommentare, ich hätte gar nicht gedacht, dass sich hier so viele kümmern :)

    Aus den vielen Anregungen muss sich jetzt meine Tochter das raussuchen, was sie am liebsten hätte, und dann damit leben :D
     
  19. Dabird

    Dabird Ist fast schon zuhause hier

    Frage an Bravo Dr Sommer, welches Sax liegt am besten im Arm und hat die größte Collness ........konnte ich mir einfach nicht verkneifen, sorry:ironie:
     
  20. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

    EXKURS
    Auf FB/Ebay wird gerade von einem renommierten aufstrebenden jungen Kölner Jazzer sein MVI angeboten. Ein anderer, auch öfter in Erscheinung tretenden SAXer moniert sich, dass der Preis doch viel zu hoch sei - bei DEM optischen Zustand.......................................
     
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