Me, Myself and Friends

Dieses Thema im Forum "Bücher / CDs / Noten / Playalongs" wurde erstellt von Paul2002, 27.Juli.2020.

  1. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier


    Heute habe ich mal wieder Benny Goodman gehört und festgestellt:

    Das Outro, das Lester Young hier spielt, ist an "I Would Do Most Anything For You" von Alex Hill und Claude Hopkins angelehnt, bzw. eine rhythmische Abwandlung dessen Themas.

    Oscar Peterson spielt dieses Outro bei einer seiner Aufnahmen von Sometimes I'm Happy ja als Intro.

    Wie auch Charlie Parker hatte Lester Young ein großes Repertoire an Songs, da er jahrelang in Territorial-Bands und im Zirkus seines Vaters mitgespielt hatte.

    Nicht unwahrscheinlich also, dass er das Thema ganz bewusst zitierte.

    Passt auch zum Text von Sometimes I'm Happy!
     
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  2. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier

    Hey!
    Wollte keinen Thread dafür aufmachen, brauche aber Hilfe.

    Ich will gerade die "Singin' The Blues" von Bix Beiderbecke, Frankie Trumbauer und Co. raushören und bin mir beim Intro unsicher.

    Das, was ich in der unteren Stimme höre, klingt nicht richtig, wenn ich es gegen die Aufnahme singe.
    Da die Stimmen dem gleichen Rhythmus folgen, schreibe ich mal die Akkorde auf, die sich aus oberer und unterer Stimme ergeben, Taktlänge in Klammern:

    F-7 (1), Ebmaj7 (1),Bb9 (0,5), Abmaj (0, 5),Bb7 (1)

    Dann geht das Thema mit Eb-Dur los.


    Kommt das hin, @ppue, @Rick, @Kristina Bossanova


    Hab' jetzt einfach mal besonders aktive Profis angesprochen, hoffe, es fühlt sich niemand dadurch genervt oder (weil nicht angesprochen) verletzt.
     
  3. ppue

    ppue Experte

    Boah, das nervt aber.

    2. Stimme in Tönen:
    c c as-, bb bb g-, as f d-g es c-, f d bb c' bb'

    Akkorde auf Halbe
    Ab Ab, Gm Gm, Fm Eb, Bb Eb

    In Stufen:
    IV IV, III III, II I, V I
     
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  4. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier


    Danke!
    Da hab' ich allerdings ordentlich daneben gelegen...
     
  5. bellasox

    bellasox Schaut nur mal vorbei

    Interessant was man hier alles so findet. Cool zu wissen :)
     
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  6. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier

    Mal wieder eine Chet Baker Transkription:

    Dancing On The Ceiling von Lorenz Hart und Richard Rodgers, von 1958 (aus dem Album It Could Happen To You, aufgenommen in New York City) :



    Kenny Drew - Klavier, Philly Joe Jones - Schlagzeug, George Morrow - Bass

    Die blau gefärbten Noten sind absichtlich schief gesungene, spannungsreiche Blue Notes.

    ...Die Transkription von It Could Happen To You werde ich auch erneut anfertigen, da ich hier keinen Computer zur Verfügung habe und mir der Ordnung halber entsprechend einen Ordner anlegen will, in dem ich die Transkriptionen abhefte.
     

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  7. ppue

    ppue Experte

    Tolle Arbeit, @Paul2002 .

    Ein Tipp von mir: Bereite dein Notenblatt besser vor. Jede Zeile bekommt ihre Taktstriche für 4 Takte und gleich schon die entsprechenden Doppelstriche.
    Das hilft der Orientierung, dient der Übersichtlichkeit, denn das Notenbild sollte auch immer die Form wiederspiegeln.
     
    Sax-o-K, Paul2002 und Rick gefällt das.
  8. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier


    Da hast du Recht. Wenn ich komponiere oder Patterns aufliste, strukturiere ich das Notenbild auch möglichst logisch und lesbar. Die Transkriptionen hier dienen mir aber in erster Linie zur Dokumentation, damit ich ein paar Wochen später einen Anhaltspunkt habe, wenn ich mein Gedächtnis auffrischen muss, um die Soli wieder auswendig zu singen. Ich achte daher eher darauf, dass es angenehm beim Aufschreiben ist (dass etwa keine Bindebögen am Zeilenende auftauchen).

    Sollte ich mal eine Website für die Transkriptionen anlegen (was bestimmt toll wäre, um sich selbst zu motivieren, indem man seine bisherige Arbeit sieht - so, wie ich es auch hier mache), werde ich darauf achten, dass die Noten möglichst "nutzerfreundlich" sind!
     
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  9. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier

    Hier eine Transkription für Altsaxophon (wie immer), nämlich von Lester Young auf "Oh, Lady, be good!" von George und Ira Gershwin.
    Die Aufnahme ist 1936 in Chicago entstanden. Das war Lester Youngs erster Aufnahmetermin.

    Und wenn ich es noch recht aus der Biographie D.H. Daniels erinnere, spielte Lester Young zu diesem Zeitpunkt etwa 13 Jahre Saxophon (vorher schon verschiedene andere Instrumente, auch Klarinette, aber lassen wir das einfach unbeachtet - denn:)

    13 war seine Glückszahl. Vielleicht ist die Aufnahme deswegen so toll?

    Die Akkorde, die ich über die Basslinie geschrieben habe, sind nicht immer die, die Count Basie am Klavier spielt.
    Ich habe einfach nur Spaßeshalber geguckt, was über manch spezielleren Basston passen könnte.


    Manchmal wird statt #IVo7 einfach IV-6 verwendet. Der B-Teil enthält, soweit für mich hörbar, keine

    ii V7 (V) - ii V7 (I) Akkordfolge, sondern einfach die Mini-Dominantkette
    II7 II7 V7 V7

    Ansonsten ist die Form so wie bei iRealPro und X anderen Leadsheets angegeben.


    Die Spielweise und Artikulation hilft mir persönlich, dass es so klingt, wie auf der Aufnahme. Das sollen aber auch keine strengen Anweisungen a la Londeix sein, Lester Young selbst hat bestimmt etwas anderes auf seinem Tenor gemacht, als da steht.


    Andere Transkriptionen sind fertig, aber noch nicht "in hübsch" aufgeschrieben.
     

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  10. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier

    Habe die letzten Wochen nur wenig geübt und gar nicht transkribiert oder Transkriptionen neu aufgeschrieben, und schon habe ich eine neue Aufnahme für den Haufen an noch zu Transkribierendem.

    Kommt mir falsch vor, die Liste da nur noch zu verlängern, ohne hier was abzuliefern.
    Es ist mir einfach ein Bedürfnis meine Begeisterung hier zu teilen.
    Und zwar die Begeisterung über die Stimme und die Phrasierung von Jack Teagarden.


    Wow! Toll!



    (Louis Armstrong spielt natürlich auch klasse : -))
     
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  11. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier

    Gerade fällt mir auf, das Lester Young beim Lady Be Good-Solo (1936) in Takt 36-37 eine Phrase aus Smoke Gets In Your Eyes (1933) spielt (gleich am Anfang der Komposition).
    In Chet Bakers Scat-Solo über Dancing on the Ceiling kam diese auch vor. Scheint wohl ein gängiges Motiv zu sein.
     
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  12. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier

    Beim Kopieren dieser Transkription habe ich etwas geschlampt, weil ich nur noch einen sehr weichen Bleistift hatte und unter Zeitdruck war, ich wollte sie einfach im Heft haben, damit das Original wegkönne.



    Ein bekannter Charie Parker-Lick (z.b. über die ii-V/ii in Now's The Time gespielt) findet sich hier in Takt 92-93 (Seite 2), dafür in einer weicheren harmonischen Klangfarbe (und zwar über die III7->IV^7, anstatt über eine sich nach Moll auflösende Sekundärdominante).
    Außerdem spielen Lester Young und Trompeter Lee Castle in Takt 94 zusammen, wahrscheinlich spontan, einen Louis Armstrong-Lick unisono.
    Achja, und die Coltrane-Pentatonik gab es schon lange vor Coltrane auf vielen Aufnahmen zuhören, etwa auf dieser hier: siehe 87-88 (auch auf noch älteren Aufnahmen ist sie zu hören).

    Ähnlich wie beim Intro zu If Dreams Come True mit Billie Holiday gibt es auch hier wieder erstaunlich modern klingend chromatisch sequenzierte Patterns, nämlich in den Takten 89-91.
    Sowas erwartet man eher von Roy Eldridge als von Lester Young, der ja eher für Upper Structure-Klangfarben und motivische Entwicklung bekannt ist.

    Lester Young ist sowohl auf der Klarinette als auch auf dem Tenorsaxophon zu hören.
     

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    Zuletzt bearbeitet: 5.Juni.2021
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  13. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier

    (Doppelter Post)
     
  14. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier

    Hier zwei Blues-Choruse von Lester Young auf dem Tenor. Sehr funky.
    Habe die Basslinie nicht abgehört und bin mir entsprechend unsicher, was die Akkorde angeht, Lester Young spielt aber in den Takten 9-11 der jeweiligen Choruse relativ deutlich V7 IV7 I7, was auf einen Basisblues ohne II-V oder Quick-IV hindeutet.

    Bei 1:53 ca. geht's los,
    Mitmusiker stehen auf dem Papier, ansonsten ist, denke ich, alles klar.

    Die Klangfarbe, die er in Takt 10 erzeugt, ist recht exotisch, kam jedoch, wenn ich mich recht erinner, in seinem Five O` Clock Whistle-Solo in ähnlicher weise vor.




    Ich mag die Aufnahme sehr gerne :>


    P.S. : Die eingestellte Aufnahme von Youtube ist leider schneller gestellt, als im Original aufgenommen.
     

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  15. Frau Buescher

    Frau Buescher Ist fast schon zuhause hier

    @Paul2002 warum sind deine Achtelfähnchen auf links?
     
  16. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier

    Weil ich nie darauf geachtet habe und es mir so falsch angewöhnt habe. Jetzt wo ich es weiß kann ich es ja in Zukunft anders machen ^^
     
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  17. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier

    Normalerweise klingt Gigi Gryce ja sehr Parkeresque, aber hier ist es ein ganz anderer Sound.
    Gefällt mir äußerst gut. Wollte das hier im Thread würdigen.

     
    Rick, zwar und tomaso gefällt das.
  18. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Und mir eher nicht. Ich mag ihn, wenn er "heftiger" spielt, mit eher schneidendem Ton. Das hier ist so konitzmäßig.
     
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  19. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier

    Diesen einscheidenden, hellen Ton hat heute aber fast jeder. Insofern ist es erfrischend, auch mal wieder was anderes zu hören. Beides klingt schön und hat seine Berechtigung, finde ich.
     
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  20. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Latürnich. Ich habe ja nur meine Vorlieben rausgelassen, auch weil ich ihn so noch nicht gehört hatte. Ich hätte ihn nicht erkannt. Bin ja nicht so der Alttyp, aber seit Bird und Cannonball kommt man ja nicht mehr an ihnen vorbei. ;-)
     
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