Problem mit Sopransaxophon

Dieses Thema im Forum "Soprano Special" wurde erstellt von Huuuup, 8.November.2019.

  1. Huuuup

    Huuuup Strebt nach Höherem

    Hallo,Sax spielen tu ich seit 35 Jahren,aber wirklich ernsthaft Sopransax erst seit 4 Monaten.
    Mein Problem,alle Töne über hoch D hören sich für mich (wenn ich alleine übe) zu tief an. Alles drunter passt.
    Habe ich aber dabei das Stimmgerät an,sehe ich, das auch die hohen Töne bis auf ca. 3cent recht gut stimmen,mein Gehör sagt mir aber Zu tief.
    Woran kann das liegen.
    Spiele ich im Quartett stimmt es dann trotzdem von der intonation.
    Wie kann ich mein Gehör schulen,das es mir in der Höhe richtig intonierte Töne nicht als zu tief vorgaukelt.

    Beim,Bar,Tenor,Alt habe ich das Problem nicht
     
  2. moloko_plus

    moloko_plus Ist fast schon zuhause hier

    Vielleicht gaukelt dir das Stimmgerät was vor? :smil3dbd4e29bbcc7:
    Hast du schon mal versucht, die hohen Töne zu Drones zu spielen, wie sie da stimmen?
    Hier ist eine in klingend D.
    Gruß, Anja
     
  3. ppue

    ppue Experte

    Die hohen Tönen des Soprans klingen flat, wenn man sie nach Stimmgerät richtig intoniert. Das liegt nicht am Stimmgerät, sondern an der akustischen Wahrnehmung des Menschen.

    Ab ca. 500 Hz hört das Ohr nicht mehr die Frequenz, die ein Schwingungserreger vorgibt, sondern eine tiefere. Die wahrgenommene Tonhöhe bezeichnet man als Tonheit und wird in Mel gemessen. Die Grafik unten veranschaulicht das. Hört das menschliche Ohr eine Frequenz von 5000 hz, so empfindet sie eine Tonheit von 2000 Mel. Erstaunlich, aber wahr.

    Ich habe in die Grafik ein f3 eingezeichnet, das liegt nach Stimmgerät bei ca. 1400 hz. Die grüne Linie zeigt nun einen wahrgenommenen Ton an. So ganz kann das Diagramm nicht stimmen, denn der wahrgenommene Ton knapp oberhalb von 1000 Mel wäre dann doch empfindlich zu tief. Das entspricht nicht meiner Erfahrung.

    Nichts desto trotz bleibt hier ein Versatz, den der Bläser ausgleicht, indem er bewusst etwas höher intoniert. Das machen übrigens auch die Opernsänger. Es gibt eine tolle Studie, wo man den Operngesang einmal in tune, einmal zu hoch und einmal zu tief zur Musik zur Musik pitchte. Zu tief ging gar nicht in des Hörers Ohren, in tune war gerade erträglich und die zu hoch gesungene Stimme wurde als richtig empfunden.


    Akustik_hz2mel.jpg

    Nun, was sagt das aus? Ich empfehle @Huuuup, das Sopran dazu zu bringen, eben die hohen Töne nach oben zu korrigieren, so das irgendwie geht. Mundstück weiter drauf oder eines mit kleinerer Kammer nehmen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8.November.2019
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  4. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Moin,
    ein Ton kann in sich falsch klingen, auch wenn er nach Stimmgerät richtig ist. Das kann auch an den Mitteln liegen, wie man ihn intoniert.

    Mach doch bitte mal eine Aufnahme in der betreffenden Range des Soprans.

    Grüßle, Ton
     
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  5. Huuuup

    Huuuup Strebt nach Höherem

    @ppue ,jep das mach ich ja,den Ton etwas nach oben zu korrigieren,das ist auch gar kein Problem. Dann stimmt er ja auch für mein Gehör,aber am Stimmgerät ist er dann 5-8 cent zu hoch.
    Aber deine Erklärung hat mir schon viel weitergeholfen,hab dank
     
  6. ppue

    ppue Experte

    5-8 cent sind vollkommen im Rahmen.
     
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  7. matThiaS

    matThiaS Administrator

    'Better sharp than out of tune' sozusagen.
     
  8. Aerophon

    Aerophon Ist fast schon zuhause hier

    :woot::woot::woot: NEID :woot::woot::woot: Das ist selbst an guten Tagen meine Varianz, zumindest ganz oben beim Sopran. Aber ich spiel ja auch viel kürzer als du und man muss noch Ziele haben.

    Aerophon
     
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  9. Badener

    Badener Ist fast schon zuhause hier

    Habe an anderer Stelle hier gelesen, dass die eigene Wahrnehmung beim geraden Sopran anders ist als bei gebogenen Saxophonen.
    Bei meinem früheren geraden Sopran hatte ich Ähnliches festgestellt. Beim derzeitigen gebogenen Sopran nicht.

    Badener
     
  10. Pil

    Pil Ist fast schon zuhause hier

    Curved oder gerade?
    Wäre die erste gesunde Frage
    Der pneumatische Widerstand is ned gleich.
    Dann zickt´s, ohne Bogen is´ gewohnt weich.

    So oder so
    Es ist ein anderes Instrument.
    Auch wenn Dir alles so bekannt vorkommt. Es ist eine andere Frau.

    LG
    Pil
     
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  11. Huuuup

    Huuuup Strebt nach Höherem

  12. Saxoryx

    Saxoryx Ist fast schon zuhause hier

    Auch wenn man es singt. :) Daran erinnere ich mich noch gut aus meiner Opernsängerinnenzeit. Deshalb war das mit dem Stimmgerät für das Sax für mich am Anfang auch so fremd. Wir Sängerinnen haben das Stimmgerät in uns. ;) Beim Sax mache ich es eigentlich genauso.

    Aber trotzdem habe ich letztens hier im Musikgeschäft in Windhoek versucht, ein Sopran anzuspielen, und es hat hinten und vorn nicht geklappt. Ich habe das eigentlich auch nur gemacht, weil mich die Besitzerin des Geschäfts darum gebeten hat. Immer wenn ich dahin komme, soll ich die neu eingetroffenen Saxophone anspielen, weil sie meint, ich wäre die Einzige, die Ahnung davon hat. :) Das bezieht sich auf Namibia, nur für alle, die das noch nicht wissen. Hier gibt es nicht viele Leute, die Saxophon spielen, und deshalb bin ich hier bekannt wie ein bunter Hund und gelte als Koryphäe. ;)

    Bei dem (geraden) Sopran habe ich jedenfalls mit dem leicht gebogenen Hals fast keinen Ton herausgekriegt, mit dem geraden Hals ging es etwas besser. Aber es war grundsätzlich fast nicht möglich, das Ding zu spielen. Dasselbe Problem hatte ich letztens mit dem Selmer, also es liegt wohl nicht unbedingt daran, dass das im Musikgeschäft jetzt ein China-Sax war. Ich bin jedenfalls froh, dass mich nichts zu einem Sopransax hinzieht, denn ich finde das doch erheblich schwieriger als Alt oder Tenor. Das spielen zu lernen muss ziemlich hart sein. Außer vielleicht, wenn man vorher Klarinette gespielt hat. Habe ich aber nicht.
     
  13. Frau Buescher

    Frau Buescher Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Saxoryx,
    wäre es denn möglich, uns eine Kostprobe aus Deiner Opernsängerinnenzeit hören zu lassen ? Würde ich mich sehr darüber freuen.
     
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  14. Rick

    Rick Experte

    Deshalb stimmt man ja auch Klaviere nicht exakt gleichschwebend, sondern man zieht die Stimmung sozusagen nach oben (und unten) auseinander.
    Und das ist dann der Unterschied, den man zwischen einem digitalen Keyboard und einem gut gestimmten akustischen Klavier wahrnimmt: Oben klingt das Keyboard einfach "künstlich"... ;)

    Und das erklärt auch das Phänomen, das ich öfters im Studio mit dem Soprano erlebt habe: Ich spiele einen Part ein, alles klingt für mich gut, dann schaltet der Tonmensch sein "Melodyne" an und sagt: "Die oberen Töne sind etwas zu hoch, das korrigiere ich schnell."
    Ich höre das Endergebnis später und denke mir, irgendwie stimmt das Soprano nicht, beim Aufnehmen hatte ich das anders in Erinnerung, aber er hat das doch korrigiert, jetzt müsste es eigentlich richtig sein, was ist nur mit meinen Ohren los... :-?
     
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  15. Nemesis

    Nemesis Ist fast schon zuhause hier

    Ich auch nicht. :wacky:
     
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