Suche genau dieses realbook

Dieses Thema im Forum "Bücher / CDs / Noten / Playalongs" wurde erstellt von Feuerstreuer, 21.Oktober.2022.

  1. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    Weil ich mich grad wieder mit dem Thema beschäftige ...

    Gibt's eigentlich so etwas wie einen halbwegs verlässlichen Index, in dem man sehen kann, welches Stück in welchem Real-/Fake Book zu finden ist? Das "After you've gone" ist beispielsweise im "Real Vocal Book Vol2 (in C)" und im "New Realbook 2 (Eb, C, Bb)", nicht aber im "Real Book Vol 6 (Eb)".

    Das Beste, was ich gefunden habe, war der hier: https://www.getreitel.com/com/music/realindex/real_index2.pdf

    Aber der ist auch schon steinalt, listet jedes Stück nur in einem Book und unterscheidet nicht zwischen den verschiedenen Instrumenten, denn viele Stücke gibt's scheinbar nur in "C".
     
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  2. Silver

    Silver Strebt nach Höherem

    Ja, verschiedene. Ich bin mir nicht sicher, ob es eine gute Idee wäre, die mir vorliegenden hier hochzuladen…

    Aber Tante Kugel hilft gerne: Frag‘ sie doch mal nach „Fake Books Master Index“ … da kommt einiges (der, mit dem ich seit langem zufrieden bin leider nicht - ist aber Gewohnheit)
     
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  3. Silver

    Silver Strebt nach Höherem

    Wieviele Jazz-Standards sollen denn seit 2001 dazugekommen sein?

    Die ganzen Realbook/Fakebook Indices zeigen auf „C“ weil es in vielen Fällen schlicht keine Version in einer anderen Stimmung gibt.
    Bei den alten RealBook (5th Edition) Volume 1 und 2 sind die Seitenzahlen jeweils identisch bei C / Bb / Eb (Volume 3 habe ich in Eb nicht gefunden aber auch nicht wirklich gesucht)


    Noch zu dem Real Vocal Book Vol. 2 bei Stretta / Hal Leonard: 29€ für ein Faksimile eines Buches aus der Public Domain* bei dem einfach ein Copyright auf jede Seite geklebt wurde finde ich eine steile Rampe. Noch steiler finde ich, bei den vorliegenden Beispielen den Artikeltext:

    * heißt: Die Transkription stammt von einem Musikstudenten (so sind die Realbooks entstanden) und die einzige Mühe, die sich jemand gemacht hat, ist, den Rechteinhaber und die Rechteverwerter aus einer Datenbank zu ziehen (deshalb auch „European Edition“) und pro verkauftem Exemplar ein paar Cent abzudrücken.
     
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  4. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    Es sind nicht die Standards, sondern die Books die neu dazugekommen sind und bei jeder Ausgabe teilweise andere Inhalte haben. Ich bin ja kein Jazzer und könnte mangels Impro Fähigkeiten aus so einem RealBook auch keinen echten Nutzen ziehen. Aber wenn man irgendwo in einer Jam-Session spielt und ein Stück aufgerufen wird, hat man vermutlich im Zweifelsfall die "falsche" Version der vielen *books dabei, denn EINE offizielle Ausgabe gibt's ja nicht. Jeder hat eine oder mehrere eigene mehr oder weniger (in)offizielle Ausgaben.

    Aber ich habe mittlerweile mit den richtigen Stichworten Master-Index Dokumente und auch -webseiten gefunden:
    https://www.seventhstring.com/fbi/aboutfbi.html

    Die Suche scheint brauchbar. Natürlich hat man dann auch nicht die "75 mostly jazz-oriented fake books" dabei aus denen die Suche die Ergebnisse zieht. :rolleyes:

    Oder hier nur gelistet, nicht als Suche. Funktioniert aber auch. Und es sind scheinbar teilweise andere Books indiziert als bei der ersten Webseite.

     
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  5. ppue

    ppue Experte

    Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, das Urheberrecht komplett abzuschaffen. Es verdienen immer die Falschen daran. Nicht nur die FakeBooks sind dafür ein gutes Beispiel. Eigentlich die gesamte Musikindustrie, die uns die immergleichen Songs erst auf Vinyl, dann auf Kassette, später als CD und jetzt in den Streamingdiensten nun zum vierten Mal verkauft, wobei die Urheber bei jedem Wechsel noch weniger Geld sehen.
     
  6. Silver

    Silver Strebt nach Höherem

    … das man nicht (oder nicht ausreichend) kennt, tut man gut daran, sich ganz schnell zu verpriemeln und jemand ranzulassen, der was davon versteht.

    Es mag - unter Jazz-Profis - welche geben, die einfach im ersten Chorus (Head) nach Gehör die Changes aufsaugen und ad hoc mitspielen. Die brauchen aber auch kein Realbook.

    Ich weiß gar nicht, wo dieser (idiotische) Mythos herkommt, auf einer Jam Session würden alle mal eben das Realbook aufschlagen und gekonnt über völlig unbekannte Stücke improvisieren.
    Mit ein bisschen Erfahrung und genügend Chuzpe kann man sich durch die ganz einfachen Sachen vielleicht durchwursteln. Aber richtig gut wird auch das nur selten.
     
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  7. Silver

    Silver Strebt nach Höherem

    Kunststück: Weil das alles Transkriptionen von Aufnahmen sind. Welche Aufnahme ist DIE offizielle?

    Z.B. Ellington hat gerne mal seine Kompositionen (und das sind einige) in einer anderen Tonart gespielt oder die Bridge anders spielen lassen oder oder oder. Und dann kommt dieser Coltrane und spielt das Stück wieder ganz anders..

    Die EINE „offizielle“ Ausgabe wäre eine vom Komponisten zusammen mit seinem Arrangeur erstellte Partitur.
    Gibt’s gelegentlich auch, so ab 30€ pro Stück. Für Improvisation eher unbrauchbar.
     
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  8. Rick

    Rick Experte

    Das kommt immer darauf an, wie stark man sich vor Mitspielenden und Publikum blamieren möchte. :-D

    Ich habe das Spielen völlig unbekannter Songs vom Blatt ganz gerne, aber vorwiegend bei Background-Jobs, wo es egal ist, weil sowieso niemand genau zuhört.
    Das erweitert das Repertoire und ist spannender als das ewige Wiederholen derselben Nummern.

    Aber auf der Bühne, auch auf einer Session, wo die Zuhörer die Akteure genau beobachten, wo man einen möglichst guten Eindruck machen möchte, gilt das Gegenteil.

    Ich war allerdings auch da schon öfter in der Situation, mir unbekannte Nummern spontan, oft ohne Noten nur nach Gehör, mitspielen zu müssen.
    Das KANN gut gehen, kann aber bei komplexeren Stücken auch schief gehen. Nicht meine bevorzugte Variante, obwohl es freilich zu den notwendigen Fertigkeiten im Musikeralltag gehört. :rolleyes:
     
  9. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Es gab mal eine CD mit diversen real books, fake books,.... und dazu dann einen masterindex über alle Stücke. Da wurden die Stücke mehrfach gelistet, wenn sie in verschiedenen Büchern abgedruckt waren. Ob die CD legal war, weiß ich nicht.
     
  10. ilikestitt

    ilikestitt Ist fast schon zuhause hier

    Ganz ernsthaft, auf den meisten Sessions wirst du schief angesehen, wenn du da ein Realbook benutzt. Da wird dann gerne auch mal kurz die Tonart geändert..........
     
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  11. ilikestitt

    ilikestitt Ist fast schon zuhause hier

    Man kann nicht alle Jobs auswendig immer spielen, erst recht nicht, wenn du mit der Band nicht dauernd auftritts (Aufwand/Nutzen Rechnung stimmt dann nicht), nur Aushilfe bist oder die Arrangements sehr speziell sind (Ablauf, Tonarten, Akkordwahl etc.).
    Aber bei Sessions ist man mit einem Realbook, da hast du recht, immer schlecht beraten und man wird da eher einen negativen Eindruck hinterlassen.
     
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  12. Silver

    Silver Strebt nach Höherem

    Da ham wa se, die Jazz-Profis @Rick und @ilikestitt;)

    Im Ernst:
    Es gibt gravierende Unterschiede beim Niveau der Sessions. Musikalisch und menschlich.
    In Berlin wird die Tonart gewechselt, um Auszugrenzen und einen Wettbewerb draus zu machen. Ist ja fast schon New York…

    Woanders einigt man sich auf etwas, um miteinander Musik zu machen.

    Muss halt jeder wissen, wo er/sie/es die Hupe auspackt. Nicht jeder ist Berufsmusiker mit Schwerpunkt Jazz.
     
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  13. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Wir, PISA, haben je einige male eine Jamsession in Erkelenz organisiert.

    Die Stücke, die gespielt werden sollten, haben wir zuvor bekannt gegeben und am Abend konnten sich dann Jammer
    in eine Liste eintragen und mitteilen, bei welchen Stücken sie mitspielen wollen.

    Und PISA spielte die Begleitung.

    Hat prima geklappt.

    CzG

    Dreas
     
  14. ilikestitt

    ilikestitt Ist fast schon zuhause hier

    Ich meide Sessions, weil es oft kein Miteinander ist, sondern reine Selbstdarstellung von Profis und Amateuren. Selten geht es um Musik, sondern fast immer um Egos. Spätestens wenn der Pianist andere Changes als der Basser spielt und der Solist wieder andere Changes spielt und es nicht passt, wünsche ich mir dann, daß Sheets ausgeteilt worden wären. Es kann auch eine Qual sein eine Session zu eröffnen, wenn dann Spieler nicht verstehen, die erste Stunde ist erstmal Konzert der Band und erst dann ist Session, die Bühne stürmen und die Arrangements versauen......
    Und da ist es egal ob Profi oder Amateur, es geht fast immer nur ums Ego oder für die Musiker der Begleitband um Geld.
     
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  15. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Meistens muss man erst die Hupe auspacken, um dann auch mal mit schlechten Erfahrungen nach Hause zu gehen. Aber man wird vorsichtiger. Die Alternative ist, erstmal einige bis viele Male als Zuhörer zu kommen, um zu sehen, wie der Hase läuft, wie die "Leitung" so drauf ist und wer so alles an Mitspielern aufschlägt, ob es Platzhirsche gibt usw

    Ein leitender Herr (Drummer) hat mich bei zwei verschiedenen Sessions absichtlich mit viel zu hohem Tempo auflaufen lassen ("Wer Bebopnummern vorschlägt, muss das locker können") Dieser Mensch, der vor allem vom Unterricht(!) lebt, hat sich dadurch für mich als (nicht nur) musikalischer Kontakt disqualifiziert.
     
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  16. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Ok, das war ein Elfmeter.
     
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  17. Silver

    Silver Strebt nach Höherem

    (Ein bisschen) Selbstdarstellung ist doch immer dabei.
    Sonst würden alle nur im Kämmerlein mit Playalongs oder den besten Freunden musizieren und nie auf eine Bühne klettern.
     
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  18. Rick

    Rick Experte

    Hm, davon habe ich schon viel gehört, bin aber glücklicherweise noch nie auf so einer Session gelandet.
    Im Heidelberger Cave'54, wo ich am Dienstag mal wieder die Session leiten darf, hat man schon von Beginn an (1986) sehr auf Mitmenschlichkeit geachtet - was zuweilen auch schon mal von Nervensägen ausgenutzt wird.
    Da gab es den Querflötisten, dessen Satz legendär ist: "Spielen wir einen Blues in C, aber nicht zu schnell." Und so ein ultralangsamer Blues, bei dem dann auch noch alle mitspielen, die einigermaßen ein Instrument bedienen können, dauert dann schon mal 20 Minuten, während derer wir anderen immer gelangweilt rumstanden und Däumchen drehten...
    Oder der Saxofonist, der gerne in seinem Solo das Mundstück vom Neck drehte und dann ausgiebig darauf rumfiepte...
    Oder der alte Pianist, ein Urgestein des Nachkriegs-Jazz in Deutschland, der im Suff schlafend vor dem Klavier saß, den sich aber keiner wegzubringen getraute, weil es ja ER war...
    Geschichten über Geschichten! :-D

    Klar, das kann man schon mal machen, zur Übung, aber wenn das die Regel ist, dann sollen diese Leute doch bitte woanders spielen.
    Bei den Sessions, wo ich war, ging es immer darum, möglichst viele mitspielen zu lassen, ABER mit Wahrung eines gewissen Mindestniveaus. Und ein Didgeridoo, was jemand gerade mal ein paar Wochen spielt, ist KEIN wertvoller Session-Beitrag! :lol:

    Gute Idee! :thumbsup:

    Das kann aber schnell für den Drummer nach hinten losgehen!
    Das letzte Mal, als ein Drummer zu mir sagte: "Warum so langsam? Spielen wir es ruhig schneller!", war er es, der schließlich aus der Puste geriet und das Tempo nicht mehr halten konnte. :cool:

    Rücksicht und Demut sollten unter Musikern Kardinaltugenden sein, denn JEDER kann mal an seine Grenzen kommen und freut sich dann über Entgegenkommen.
    Mitspielende auflaufen zu laufen ist doch so ein Pubertäts-Ding - na gut, mit Anfang 20 war ich auch noch für solche Streiche zu haben, aber irgendwann geht es doch darum, gemeinsam schöne Musik zu machen, AUCH auf einer Jam-Session.

    Das wollte ich aber gar nicht gesagt haben.
    Natürlich bereite ich einige Nummern vor, die ich gerne spielen würde, vorzugsweise auswendig, aber wenn dann der Pianist etwas vorschlägt, dessen Thema kein Bläser auswendig kennt, kann es auch keiner vorstellen oder dabei mitspielen.
    Letztens schlug sogar ein Bläser ein Stück vor, das ich nicht kannte - doch dank Real Book konnte ich mithalten, was auch gut war: Der Typ konnte nämlich seinen eigenen Vorschlag nicht ausreichend sicher umsetzen, so musste ich ihn ein paarmal "auffangen". ;)
     
  19. ilikestitt

    ilikestitt Ist fast schon zuhause hier

    Ob Jemand primär unterrichtet sagt nichts aus. Ein Arschloch ist ein Arschloch. Ich kenne genug Musiker, die nicht unterrichten und sich daneben benehmen. Bei einer Funksession, wo ein paar Bläser versuchten zusammen ein paar Riffs zu entwickeln und zu spielen, wechselten in der Szene bekannte Musiker (Basser und Keyboarder) plötzliche alle 8Takte absichtlich die Tonart (komischerweise wussten die beiden genau in welcher Reihenfolge die Tonarten kommen sollten, ohne daß es ein eindeutiger Zirkel war), damit die Bläser keine Chance haben sich einzugrooven und zusammen was zu machen. Der Basser wollte nur mit seinem Haussaxer auf der Bühne stehen. Er erreichte sein Ziel, alle anderen Bläser gingen frustriert von der Bühne. Seitdem steht der Basser bei mir auf der roten Liste für Musiker, die ich nicht buche.
     
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  20. ilikestitt

    ilikestitt Ist fast schon zuhause hier

    Das hängt von den Teilnehmern ab. Ich kenne Musiker, die treffen sich selber zum Jammen und da geht es nie um Selbstdarstellung, sondern darum miteinander Spaß zu haben und Dinge auszuprobieren, miteinander zu lachen und eine gute Zeit zu haben. Das waren dann wirklich schöne Momente. In den öffentlichen Locations mutieren viele leider zu spaßbefreiten Egoisten.
     
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