Unterschiede deutsche, amerikanische, französische Saxophone

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von Saxoryx, 18.Mai.2019.

  1. Saxoryx

    Saxoryx Ist fast schon zuhause hier

    Da ich leider noch nicht seit Jahrzehnten Saxophon spiele und auch keine Gelegenheit habe, Dutzende von älteren oder auch neueren Saxophonen verschiedener Herkunft anzuspielen, um selbst herausfinden zu können, was der Unterschied ist, würde ich das gern mal ganz allgemein als Frage an die erfahrenen Saxophonisten hier stellen wollen. Im Parallelforum habe ich dazu einen uralten Thread gefunden: https://saxwelt.de/index.php/forum/...en-amerikanische-und-franzoesischen-bauformen Möglicherweise gibt es hier im Forum auch so etwas, aber da habe ich nichts gefunden, bin vielleicht zu dumm dazu, die richtigen Suchwörter einzugeben.

    Was mich etwas wundert, ist, dass in dem Thread steht:
    Und immer wieder liest man Anfragen heutzutage, die in die Richtung gehen: Wie kann ich einen dunkleren Ton bekommen? Meistens wird dann auf ein Otto-Link-Mundstück verwiesen o.ä., aber wäre die Antwort auf so eine Anfrage dann nicht eher: Kauf dir ein amerikanisches Saxophon, ein altes Conn oder Martin, denn mit einem Selmer oder einem Selmer-Nachbau wirst du das nie erreichen können?

    Oder alternativ: Kauf dir ein Keilwerth o.ä.? Aber auch da dann eher die Vorkriegsmodelle? Kommt der "Wumms" bei den Keilwerths, zumindest bei den älteren, daher, dass der Korpus nicht so "französisch" geformt ist? Oder woher?

    Da ich selbst da keine Ahnung habe, würde ich gern mehr darüber wissen. Vor allem auch: Gibt es heute noch amerikanische Saxophone, die nach dem alten Muster gebaut werden, oder sind die heute auch alle der französischen Bauform angepasst mittlerweile? Es gibt ungeheuer viele Selmer-Nachbauten, aber gibt es auch Conn-Nachbauten oder Martin-Nachbauten oder King-Nachbauten?
     
    Zuletzt bearbeitet: 18.Mai.2019
  2. Claus

    Claus Moderator

    So, ich mache mich jetzt mal fürchterlich unbeliebt: m.E. Sind die Soundunterschiede bei weitem nicht so signifikant, wie es die endlosen Diskussionen über die vermeintlichen Eigenschaften unterschiedlicher Saxophonmodelle vorgaukeln.

    Auf einem gut eingestellten,dichten Instrument kann Dir ein guter Spieler so ziemlich jeden Sound rauszaubern. Mundstück und Blatt sind vermutlicher entscheidender als die Bauart des Saxophons.
     
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  3. KUS

    KUS Ist fast schon zuhause hier

    Vielleicht kann man die Diskussion auch dahingehend erweitern, ob Deutsche, Franzosen und Amerikaner auf einem Saxophon unterschiedlich klingen? Ob es also unterschiedliche „Soundschulen“ gibt?

    LG Kai
     
  4. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Es sind schon Unterschiede da.
    Die werden aber meist von Leuten diskutiert, die eigentlich 10 Jahre in Klausur gehen und sich mit Grundsätzlichem beschäftigen sollten.
    Ein gutes Martin klingt anders als ein Mark VI, ein Conn klingt anders als ein Expression.

    Um die eigentliche Unwichtigkeit (meistens) des Ganzen zu erfahren empfehle ich ein paar Stunden Safari mit der Suche nach dem Marketing-Blabla, mit dem z.B. die neuen Boutique-Taiwanesen (Woodstone, Eastman, Mauriat, Lupifaro etc.) beworben werden.
    Das Low-End ist Martin, es klingt aber wie ein Mark VI, intoniert aber viel besser.....Ohne Worte.

    Den Unterschied zwischen Saxophonen mit unterschiedlicher konischer oder konisch-parabolischer Bohrung empfinde ich persönlich schon als recht stark.
    So ein Buescher hat schon eine faszinierende Eleganz (mit Nachteilen in dem Genre, in dem ich mich bewege).
     
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  5. ToMu

    ToMu Strebt nach Höherem

    ....konisch-parabolischer Bohrung.....

    da bitte ich um erklärung - danke
     
  6. ReneSax

    ReneSax Ist fast schon zuhause hier

    Diese Diskussionen sind eine never ending story....

    Im Allgemeinen sagt man das die amerikanischen Saxophone eher etwas dunkler im Ton sind und die französischen Modelle heller und schlanker.

    Ok, jetzt kann man beim Ami ein MPC mit großer Stufe nehmen und dem Franzosen ein Otto Link verpassen... Und schon passt es nicht mehr :D

    Ich habe die Erfahrung gemacht, spiele ich mein japanisches Yani ( ist angelehnt an die Franziosen) neben einem Antigua, Weltklang oder Expression, dann klinge ich etwas heller und hebe mich ab. Die Geometrie der Mundstücke dabei sind in etwa identisch.
    Für mich persönlich gilt in etwa, das die amerikanischen Modelle etwas breiter und sonorer klingen als die Franzosen und Asiaten.

    Viele Grüße

    René
     
  7. Jacqueline

    Jacqueline Ist fast schon zuhause hier

    @ToMu
    Ich glaube es ist Sarkasmus ;)
     
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  8. Ton Scott

    Ton Scott Freak

  9. ToMu

    ToMu Strebt nach Höherem

    ich will ja DEINE meinung/auslegung hören, was soll ich da im fundus wühlen?
     
  10. Jacqueline

    Jacqueline Ist fast schon zuhause hier

    Ok, es gibt wirklich so etwas wie eine parabolische Bohrung :rolleyes:

    Dann war es kein Sarkasmus - falsch getippt
     
  11. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

    Also ich habe mir schon die Finger wund und den Messschieber krumm gemessen an meinen alten Conns (New Wonder, Chu Berry und Ladyface) ). Ich konnte keine Abweichung von der Konusform des Korpus entdecken.

    Interesssanterweise geht jeder Experte der die "Parabol" - Therorie vertritt sofort in den Kurvenflug geht wenn (Hab ich gemeiner Hund schon ein paar mal gemacht, hehehehe) ja wenn man ihm ein altes Conn, einen Messschieber und einen Messtaster in die Hand drückt und gezeigt haben will wo der Korpus dieses Instruments denn nun genau von der Konusform abweicht und "paranbolisch" wird.

    Ich als Laie bilde mir ein, dass man das ja wohl nachmessen können müsste. Bisher ohne Erfolg.


    SlowJoe
     
    Zuletzt bearbeitet: 18.Mai.2019
    antonio gefällt das.
  12. gaga

    gaga Ist fast schon zuhause hier

    Ist mein Pariser Mark VI wirklich französisch oder eher amerikanisch, wo ich doch seit Jahrzehnten meinen ausschließlich amerikanischen Vorbildern Sonny Stitt, Dexter Gordon, Sonny Rollins und jetzt Chris Potter und Joshua Redman nacheifere.

    Französische Musik interessiert mich nicht die Bohne, ich fand schon als Jugendlicher die Pariser Begleitband meines damaligen Idols Sidney Bechet nicht gut. Damals habe ich übrigens die Bechet-Nummern auf einem deutschen New King von Keilwerth nachgespielt.

    Ich glaube, dass diese Sachen den Klang stärker beeinflussen, als die Tatsache, wo die Bauer der Instrumente und ihre Werkstätten liegen und was sie für eine Sprache sprechen. Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass unser Klangerleben nicht unwesentlich von Artikulation und Phrasierung geprägt ist, was ja eher was mit dem Spieler und seinem Hintergrund als mit der Geometrie des Instrumentes zu tun hat.
     
  13. kokisax

    kokisax Strebt nach Höherem

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  14. Long John Silver

    Long John Silver Ist fast schon zuhause hier

    Für Popcorn ist es am Samstagvormittag doch eigentlich zu früh :-D
     
  15. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier


    Nix Popcorn!!!

    Ich will heute mit meiner Freundin Mittag essen gehen.;)
    Deshalb klinke ich mich hier auch aus.

    Und warte darauf dass mir jemand an einem real existierenden Instrument mit Messungen zeigt dass das Ding eine parabolische
    Mensur hat. Darauf warte ich schon seit Jahren und erwarte dass ich auch noch weitere Jahre warten werde.

    Kann mich also in aller Ruhe hierausklinken und Essen gehen....
    ;);););)


    SlowJoe
     
  16. ToMu

    ToMu Strebt nach Höherem

    kann ich vielleicht zum essen mitkommen? - ich warte auch schon seit jahren und hab alte kannen vor 1900 und finde nix!
     
  17. Sebastian

    Sebastian Schaut öfter mal vorbei

    Laut Frank Timpe sind die LeMonde-Saxophone von der Conn-Bohrung inspiriert und weniger von Selmer. Was die Mechanik angeht, wird allerdings kein modernes Sax mehr nach alten amerikanischen Mustern gebaut.
     
  18. Wanze

    Wanze Ist fast schon zuhause hier

    Was meiner bescheidenen Anfängerwanzenmeinung nach einen grossen Unterschied ist 'big bell' gegenüber 'nicht big bell'

    Wie sehen das die Experten?

    Grüße,

    Wanze
     
  19. ToMu

    ToMu Strebt nach Höherem


    SaVoPo = samstag-vormittag-popkorn= marktlücke!!
     
  20. kokisax

    kokisax Strebt nach Höherem

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