Warum es bei Berichten und Tests hilfreich ist, wenn man mehr vom Spieler weiss.

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von saxhornet, 17.Mai.2015.

  1. saxhornet

    saxhornet Experte

    Öfters kann man hier im Forum einen Bericht oder Test eines Saxophons, Mundstücks, von Blättern oder irgendwelchem Zubehör lesen. Ich lese die selber gerne.

    Oft will ich dann aber gerne auch wissen wer der Spieler ist, der den Test oder Bericht einstellt. Erhalte ich keinerlei Informationen über den Spieler kann ich gar nicht beurteilen, ob es sich um einen blutigen Anfänger oder einen erfahrenen Spieler (oder was dazwischen) handelt. Das sind aber durchaus für den Leser wichtige Informationen. Denn die Relevanz oder Bewertung einer Aussage steht für mich persönlich oft im Verhältnis zu den Erfahrungen eines Spielers.

    Wenn Jemand wie Armin Weiss etwas über die Verarbeitung eines Horns sagt, hat das für mich eine andere Relevanz als bei einem blutigen Anfänger oder auch bei Jemandem, der 3 Jahre jeden Tag 1h spielt oder Jemandem, der schon 15 Jahre aber im Schnitt pro Woche nur 2h spielt.

    Finde ich die Infos weder im Bericht, noch im Profil lässt sich das Gesagte nicht für einen selber einsortieren und bewerten.
    Aber wie man eine Aussage bewerten will, kann schon wichtig sein. Ein erfahrener Spieler mit einem Langzeittest hat für mich persönlich mit seinen Aussagen eine andere Relevanz als ein Spieler, der z.B. ein Sopran noch nie gespielt hat, über 1 Jahr Spielerfahrung allgemein am Sax verfügt und das Sopran erst seit 4 Tagen besitzt. Wenn ersterer was über die schlechte Intonation erzählt ist es für mich eher wahrscheinlich, daß die Intonation bei dem Instrument nicht so gut ist, als wenn es die zweite Person erzählt.

    Werden diese Fakten aber nicht genannt, lässt es sich gar nicht unterscheiden und das gesagte in Relation setzen.
    So mancher Anfänger liest das später und erfährt dann eventuell gar nicht das hier ein anderer Anfänger einfach nur seiner ersten Begeisterung Ausdruck verleiht.
    Ich lese selber auch gerne Berichte von Anfängern und nicht so erfahrenen Spielern, freu mich aber jedes Mal, wenn ich dann auch schnell rausbekomme wie der Hintergrund so aussieht.

    Deswegen ist es sinnvoll wenn man zu einem Testbericht durchaus folgende Infos noch unterbringt:

    1. Spielerfahrung: wie lange und wie viel (ein Anfänger bewertet einiges anders als ein erfahrener Spieler)

    2.vorhandene Erfahrung mit dem Instrument oder Mundstück? Wird z.B. das erste Mal ein Sopran gespielt, oder ist es das erste Metallmundstück oder das allererste Meyermundstück oder das erste Yanagisawa, das jemals angespielt wurde. (so fehlt vielleicht die Erfahrung mit Streuung oder ob das was man beobachtet generell ein Problem dieser Mundstückart oder dieser Saxgrösse ist). Wie oft haben Leute hier gepostet, daß Metallmundstücke heller im Klang sind, nur weil ihr erstes Metallmundstück eine Stufe hatte. Hier fehlte die Erfahrung den helleren Klang auf die Stufe und nicht das Material zurückzuführen. Hätte der Tester schon zig Metallmundstücke getestet, wäre es vielleicht schon aufgefallen, daß es nicht am Material lag.

    3. Erfahrung, ob man die Qualität erkennen kann: das ist sehr sehr schwer und manchmal auch einfach unmöglich, manche Schrauber oder ein Instrumentenbauer vom Schlag eines Armin Weiss kann das recht gut und Kleinigkeiten wie manche Undichtigkeiten oder bestimmte Mängel bei der Mechanik lassen sich leichter sehen. Mängel wie schlechte Bohrungen für die Spitzschrauben kann man selten sofot erkennen, wenn man das Horn nicht auseinandernimmt und das erlaubt ein Laden eigentlich nie. Und solche Mängel zeigen sich dann oft erst im Langzeittest. Etliche andere Mängel kann man mit etwas Erfahrung schon eher erkennen aber dafür ist die entsprechende Erfahrung essentiell.

    4. wie lange wurde der Test durchgeführt? ein Tag, ein Monat, über Jahre? Das kann schon sehr wichtig sein.
    als Beispiel:
    Ich hatte einen Kollegen, der war von einem Taiwansopran anfangs vollkommen begeistert, toller Klang, super Spielgefühl, Mechanik sah auf den ersten Blick ordentlich aus.... Nach 2 Jahren war er von dem Horn nur noch entsetzt, da die Mechanik wohl doch nicht so gut verarbeitet war und nur noch zickte. Das Problem bekam auch kein Instrumentenbauer in den Griff und das Horn wurde nicht mehr gespielt und seitdem meidet der Kollege die Firma.
    Man kann also manchmal die Qualität mit einem Tag nicht ausreichend immer testen bzw. der Test wäre unterschiedlich ausgefallen am ersten Tag und nach 2 Jahren.


    Das soll nicht heissen daß Jeder jetzt diese Infos immer nennen soll, sondern lediglich daß diese Infos extrem hilfreich sind für den Lesenden und das Fehlen dieser Infos einem Leser nicht die Chance gibt für sich die Relevanz eines Testberichts festzulegen. Solche Infos können halt im Testbericht helfen, manchmal reicht auch schon ein ausführlicheres Profil.
    Trotzdem muss es natürlich keiner machen aber es wäre für Leser hilfreich und darauf wollte ich einfach nur mal hinweisen.

    Lg Saxhornet
     
    Rick, Amopehe, kokisax und 10 anderen gefällt das.
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