Was ist eigentlich Resin genau?

Dieses Thema im Forum "Mundstücke / Blätter" wurde erstellt von jazzwoman, 8.März.2018.

  1. jazzwoman

    jazzwoman Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Leute,
    Resin ist Harz, ja? Einige Mundstücke werden also aus Kunstharz hergestellt. Ich war schon so manches Mal überrascht, woraus vornehmlich Amerikaner Mundstücke herstellen. Frage: ist das Material für die Gesundheit bedenklich oder unbedenklich?
    Besten Dank!
    Lille
     
  2. Aerophon

    Aerophon Ist fast schon zuhause hier

    Kunstharz ist leider keine exakte chemische Bezeichnung. So lange das Kunstharz ausreichend hart und formbeständig ist, kann man aus unterschiedlichsten Zusammensetzungen ein Mundstück schnitzen. ESM oder Yamaha z.B. aus einem Acrylpolymer. Bleibt zu hoffen, dass da die Boutiquehersteller sorgfältig geprüftes Polymer verwenden.

    Aerophon
     
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  3. Sandsax

    Sandsax Ist fast schon zuhause hier

    So aus dem Bauch raus beantwortet ist „Kunstharz“ ein Sammelbegriff für eine Vielzahl an verschiedensten Kunststoffen.

    Ein „was ist es genau?“ kann man also nicht beantworten und damit auch nicht die Frage der Gesundheitsbedenklichkeit- da gibt es solche und solche…
     
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  4. quax

    quax Ist fast schon zuhause hier

    Ja Resin ist "Harz". Möglicherweise ist die Bezeichnung in deutschsprachigen Katalogen ein Marketinggag, weil's toller klingt. Oder jemand konnte es nicht korrekt übersetzen oder war zu faul. "Technologie" lässt grüßen.
    Ansonsten:
    https://www.dict.cc/?s=resin
    Du hast die freie Auswahl :)
    LG quax
     
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  5. Gruenmicha

    Gruenmicha Ist fast schon zuhause hier

    Resin ist Naturharz, kein Synthetisches.... dachte ich immer...
     
  6. jazzwoman

    jazzwoman Ist fast schon zuhause hier

    Sowohl als auch, glaube ich.
     
  7. KUS

    KUS Ist fast schon zuhause hier

    Für die Interessierten mal ein Link

    https://www.modulor.de/formenbau/giessmassen-giessharze/

    So einige gängige Varianten ;-) Habe selbst über 10 Jahre Funktionsmodellbau betrieben und reichlich mit dem Zeug zu tun gehabt. Das lässt man nicht an seine Haut. Also immer schön Handschuhe an und mit Maske gearbeitet. Ich glaube, mehr muss ich nicht erklären ;-)

    LG Kai
     
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  8. jazzwoman

    jazzwoman Ist fast schon zuhause hier

    Okay, Danke Euch allen. Klingt wirklich nicht so lecker.
     
  9. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Meine Saxscape Mundstücke sind aus Resin. Ich habe das Xtra Dark einige Jahre gespielt und erfreue mich bester Gesundheit.
    Refacer (HWP und Schnabl) sind bzw. waren nicht wirklich begeistert, wenn sie ein Resin-Mundstück bearbeiten sollten. Das Material ist ziemlich zäh.

    LG Bernd
     
  10. KUS

    KUS Ist fast schon zuhause hier

    Da beglückwünsche ich Dich ;-) Klar Resin ist nicht Resin. Ich habe in der Regel mit Biresin G27 gearbeitet. Hier mal ein kleiner Auszug aus dem Sicherheitsdatenblatt.

    Gefahrenhinweise
    • EUH208: Enthält 4-Morpholincarbaldehyd. Kann allergische Reaktionen hervorrufen.
    • H319: Verursacht schwere Augenreizung.
    • H315: Verursacht Hautreizungen.
    • H317: Kann allergische Hautreaktionen verursachen.
    • H332: Gesundheitsschädlich bei Einatmen.
    • H334: Kann bei Einatmen Allergie, asthmaartige Symptome oder Atembeschwerden verursachen.
    • H335: Kann die Atemwege reizen.
    • H351: Kann vermutlich Krebs erzeugen.
    • H373: Kann die Organe schädigen bei längerer oder wiederholter Exposition.
    • H410: Sehr giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.
    Sicherheitshinweise
    • P264: Nach Gebrauch Haut gründlich waschen.
    • P280: Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/Gesichtsschutz tragen.
    • P305+P351+P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.
    • P337+P313: Bei anhaltender Augenreizung: Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.
    • P201: Vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen.
    • P260: Staub/Rauch/Gas/Nebel/Dampf/Aerosol nicht einatmen.
    • P273: Freisetzung in die Umwelt vermeiden.
    • P284: (Bei unzureichender Lüftung) Atemschutz tragen.
    • P308+P313: BEI Exposition oder falls betroffen: Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.
    • P312: Bei Unwohlsein GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt anrufen.
    • P340: BEI EINATMEN: Die betroffene Person an die frische Luft bringen und für ungehinderte Atmung sorgen.
    LG Kai
     
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  11. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

    @KUS gilt das, solange es flüssig ist, oder auch, wenn ausgehärtet?

    Grüssle
     
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  12. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    @KUS :
    Der Werkstoff, den Saxscape Resin nennt, ist nach Aussage von HWP lebensmittelecht.
    LG Bernd
     
  13. KUS

    KUS Ist fast schon zuhause hier

    Tja, habe ja nur Autos aus dem Zeug gebaut. Siehe Artikel zu den Hockenheim Historics

    http://www.rennserien-west.de/rennserien/ergebnisse/www_20110411.pdf

    Die steckt man nicht in den Mund ;-) Soweit ich weiß, gelten die Hinweise nur für den Verarbeitungsprozess. Aber auch wenn das Zeug ausgehärtet ist, arbeitet das Material. Ich rd3 es nicht in den Mund nehmen.

    LG Kai

    Siehe aber Bernds Hinweis: es gibt auch lebensmittelechtes Material.
     
  14. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Also ich denke mal, dass kein Hersteller Mundstücke in Verkehr bringen darf, dessen Material für die spezifische Anwendung nicht auch zugelassen ist....und Mundstücke nimmt man in den Mund....

    CzG

    Dreas
     
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  15. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    Genau da liegt der Hund im Pfeffer. Hab mich einmal mit 2K-Klebern, die letztlich auch "Kunstharze" sind, beschäftigt, und da gibt es eben auch giftige und ungiftige. Was aber jetzt für Mundstücke verwendet wird... weiß der Hersteller.
     
  16. RomBl

    RomBl Ist fast schon zuhause hier

    Resin ist die ganz allgemeine Bezeichnung für "Harz".

    Reaktions- oder Kunstharze z.B. können auf Epoxid- oder Polyurethanharz-Basis sein - die nennen sich dann epoxy- oder polyurethane-resin. Polyurethane erhalten in der Härterkomponente Isocyanate, die stark gesundheitsgefährdend sind - Mundstücke werden aber aus solchen Harzen wohl nicht gefertigt.
    Auch diese heißen "Resin", genauso wie Naturharze auch.

    Auch die Plastikflaschen für z.B. Mineralwasser oder Tupperware-Dosen sind aus einem Stoff gefertigt, den man im Englischen allgemein mit resin benennen könnte. Andere tragen Harz in Form von Bernstein als Schmuck am Körper.

    Ja, es gibt bzgl. Gesundheit bei Harzen fiese Sachen, dies zu verallgemeinern wäre aber falsch.
    Ich esse auch Pilze, obwohl es ein paar hochgiftige darunter gibt - man muss halt beim Sammeln die Augen aufmachen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9.März.2018
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  17. stefalt

    stefalt Ist fast schon zuhause hier

    Hmmm....
    Bis vor kurzem dachte man ja auch noch, dass renommierte Hersteller von Fahrzeugen mit diesen gesetzlichen Grenzwerte immer einhalten und nicht nur...
    Na ihr wisst schon!

    Von daher denke ich man sollte es durchaus kritisch hinterfragen.

    :topic:

    Iso-Cyanat ist z.B. auch in Sekundenkleber drin. Flüssig ist das eher nichts für in den Mund. Es ist aber der Standardkleber in der Zahntechnik. Weil ausgehärtet völlig unkritisch.

    Den Unterschied zwischen flüssig und Hart muss man bei Harzen immer sehen, wie ja auch schon @47tmb hinterfragt hat.

    LG StefAlt
     
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  18. stefalt

    stefalt Ist fast schon zuhause hier

    Nachtrag:

    Das ist eine Kopie aus der englischen Wikipedia zu Getränkeflaschen

    • High-density polyethylene (HDPE) is the most widely used resin for plastic bottles. This material is economical, impact resistant, and provides a good moisture barrier. HDPE is compatible with a wide range of products including acids and caustics ......
     
  19. RomBl

    RomBl Ist fast schon zuhause hier

    Von der Theorie her richtig.
    Polyurethane, die auch als Basis für Kleber dienen, härten durch Polyaddition aus. D.h., dass die Ausgangsstoffe A (Harz) und B (Härter) zu einem Endprodukt C aushärten, der dann unbedenklich ist. Dies funktioniert aber nur, wenn das Mischungsverhältnis exakt eingehalten wird.
    Falls zu viel Härter zugegeben wird, verbleibt freier Härter - und damit giftige Stoffe - in der Masse.

    Wie das genau in der Zahn- bzw. Medizintechnik aussieht weiß ich nicht. Vermutlich werden hier spezielle Harze verwendet.
    Ich bin eher für Kunststoffanwendungen im Bauwesen (z.B. Reaktionsharz-Beschichtungen im Parkhausbereich) zuständig.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9.März.2018
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  20. Thomas

    Thomas Ist fast schon zuhause hier

    Ich gewinne eben eine ganz andere Sicht auf Mundstücke aus Holz :)
    Ich schmeiße mein Übeprogramm für heute um und übe Bassklarinette: da hab ich Glas im Mund :)
    Können eigentlich vom vielen Spielen auf Resin- Mundstücken die Haare ausfallen? ( Nein... ich frage nur für einen Kollegen :) )
    LG
    Thomas
     
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